Die Pepsi iPhone-Doppelblamage

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Brausevertrieb Pepsi liess sich vor kurzem ein nicht wirklich besonders virales iPhone App zaubern, um damit neue Produkte („AMP Energy“) über den Aufmerksamkeitshorizont der Zielgruppe zu hieven (siehe 11k2). Mit „amp up before you score“, einem kostenlosen Download aus dem iPhone-App-Store, soll der junge Apfeltelefonbesitzer einer drohenden Testosteron-Vergiftung vorbeugen können und dank toller Tipps in der Lage sein, ruckzuck Schnitten klarzumachen.

Kein Wunder, dass die ganze Welt (a.k.a. über tausend Twitter-User) sauer reagierte. Besonders unter jungen Damen (die in den 24 Kategorien, mit den 24 besten Anmachsprüchen) schäumte der Zorn hoch, bis auf die Höhe der Pepsi-Chefetagen.

So dass ein weiterer armer Pepsi-Scherge zurücktwittern musste: „Unser App versuchte die humorvollen Wege zu beschreiten, die Jungs gehen, um Frauen rumzukriegen. Wir entschuldigen uns, wenn das ein Zeichen von schlechtem Geschmack war & bedanken uns für euer Feedback.“ Und sie vergassen auch nicht, das Tag „#pepsifail“ anzuhängen.

Prompt titelt die Tagespresse: „Pepsi entschuldigt sich für sexistisches iPhone App“. Seht ihr, ihr Brausetypen, so kommt das dann rüber.

Jetzt mal ehrlich: Der Frauen-Anmach-O-Mator ist eigentlich gar nicht sexistisch (wenn, dann nur, weil er über die Blödheit der Männer sinniert), sondern maximal scheisse. Und sich sozusagen mädchenhaft dafür zu entschuldigen, dass man sowas gemacht hat, ist auch nicht sexistisch, sondern ebenfalls maximal scheisse. Eigentlich wäre „amp up before you score“ etwas, worüber alle herzlich lachen könnten, gerade weil es die mitunter simplifizierende Frauenkategorisierung mancher Typen (das funktioniert umgekehrt aber genau so) abbildet. Ebenso wie der kollektive Aufschrei eines Tausends unverstandener Mädchenseelen positiv zur Unterhaltung beitragen könnte.

Wenn, ja wenn da nicht am Ende jeder Entscheidungs- und Verantwortungskette ein überbezahlter Buchhalter sässe, der vom eigentlichen Thema präzise Null Ahnung hat, und dort nur deswegen sitzt, weil Kapitalismus im angehenden dritten Jahrtausend zu einem einzigen grossen Missverständnis zusammengefault ist. Wie man am konkreten Beispiel sehr schön sehen kann.

Disclaimer: Der sehr bescheidene Verfasser dieser Zeilen trinkt überhaupt keine Koffein-Brause, gleichwelcher Marke, sondern bevorzugt richtigen Kaffee aus frischgemahlenen Bohnen, und hält statt dessen seinen Flirt mit der Übergewichtsgrenze durch regelmässiges, engagiertes Kochen und Feiern am Leben.

( telegraph via rawfeed)

3 Kommentare

  1. Wieso wusste ich. dass das im Ende nur wieder in einem Angriff auf Männer endet?

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  2. Also ich kann das hier als Dating-Schulung wesentlich eher empfehlen: http://btjunkie.org/torrent/Real-Social-Dynamics-Tyler-Durden-The-Blueprint-Decoded-DVDs-20-AVI/5933e598b27202b91b947dfdc2014e54bc95f3ae56c3

    Zumindest für die, die es ernst meinen, damit, die sozialen Dynamiken zu verstehen, und eine wirkliche Beziehung aufzubauen, die für beide Großartig ist.

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  3. @BAReFOOt
    Na ja, ich habe mir die Seite nicht angesehen.
    Aber wenn der Name Tyler Durden auch nur ein wenig mit dem Inhalt zu tun hat, dann ist die Analyse vielleicht durchdacht, clever, tiefgründig, pragmatisch, … Aber auch definitiv nicht beziehungsfördernd! ;-)

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