Das Ende des Buchs

Naja, nein. Anders. Zunächst die Fakten: Online-Buchhändler Amazon hat den eReader Kindle für alle Autoren dieser Welt geöffnet, und gleich eine neue Abrechnungsform dazu. Wenn du dein eBuch für 2 US-Dollar weniger als die Papierversion, und überhaupt zwischen 2,99 und 9,99 USD anbietest, bekommst du (abzüglich weniger Cent für das digitale Ausliefern) 70 % vom Verkaufspreis (plus einige kleiner Zusatzkonditionen).

Das ist ein Vielfaches der üblichen Autoren-Tantiemen von rund 5 % des Endverkaufspreises, und immer noch mehr als die 30 %, die Amazon ohne die genannten Einschränkungen anbietet.

Und? Wieso ist das, auch nur annähernd, das Ende des Buchs? Ist es nicht, aber viele Verlage werden genau das befürchten. Und behaupten.

Tatsächlich ist es nicht einmal das Ende der Verlage, aber eine ernsthafte Konkurrenz. Damit können Autoren noch einfacher selbst veröffentlichen – und das nicht nur per frei verteiltem PDF plus Paypal Spendenkonto, sondern auf kommerziellem Weg. Der für viele Konsumenten völlig akzeptabel ist, wenn der Preis stimmt.

Was Amazon da tut, ist eine Richtung vorzugeben, die den eReader (gleichwelchen Herstellers) zum MP3-Player der Lesefans macht. Und ja, das bedeutet, dass es in 10 Jahren weniger gedruckte Buchtitel geben wird. Und weniger Verlage. Aber mehr Veröffentlichungen, und neue Medienformen, die diese Veröffentlichungen bewerten.

Mehr Literaturblogs, mehr Literatur-Facebookgruppen, mehr Literatur-Twitterfeeds. Diese Entwicklung hat die Tonträgervertriebsindustrie vor mehr als 10 Jahren ereilt, und jetzt eben die Papierbuchvertriebsindustrie. Die muss sich jetzt ebenfalls völlig umstellen. Für Kreativität und Wissen ist es dagegen ein klarer Gewinn.

(via techcrunch) (pic Gubatron / Angel Leon cc)

5 Kommentare

  1. Yeah! Das ist ja mal cool! Den Deal find ich jetzt mal fair. Bald gibt es Konkurrenz, und dann pendelt sich der Preis eh ein.
    Natürlich immer vorausgesetzt ich kann Bücher ohne DRM oder so ’nen Schrott veröffentlichen.

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  2. Joa finds auch fair vorallem weil die autoren soviel abbekommen. Aber mag die e reader und vorallem die preise davon noch garnicht.

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  3. hey, nicht gleich einen orgasmus bekommen @Fritz

    aber auf die art wirds nicht mal mehr 10 jahre dauern – sondern max. 5! der reader-hyp hat ja gerade erst begonnen. das heißt in den nächsten 2 jahren wird es es eine regelrechte reader-überschwemmung geben. fehlen tut eigentlich nur mehr der massentaugliche volks-nur-reader für 49,99 SCHLEIFEN in dr grabbelkiste bei Aldi, Lidl und konsorten. der kommt aber auch noch. und dann brechen die dämme endgültig!

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    • Jepp, der würde mir noch fehlen.
      Einfach ein Display, speicher per sd-karte, und eine kleine Menüfunktion mit der man grundsätzlichen wie helligkeit/kontrast und Schrift einstellen kann.
      Kein Wlan, kein GPRS, kein Webbrowser, kein Medienwiedergabekram, keine Farbe.

      Axso, ja. Und Ebooks zu einem fairen Preis.

      Solange es das alles nicht gibt such ich mir meine ebücher im netz und les die aufm handy. Geht auch. Kostet nix. Und die Verlage sehen keinen Cent von mir.

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      • Der Autor aber auch nicht!

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