Gema-Monopol gerichtlich bestätigt

Die bayrische Folk-Rock-Musikerin Barbara Clear ist Gema-Mitglied und hat in den letzten vier Jahren eigene Konzerte veranstaltet, mit etwa 50%igem Anteil von eigenen Kompositionen. Die happigen Gemagebühren für diese Konzerte summierten sich auf 65.000 Euro. Was bekommt die als Urheberin ihrer eigenen Songs von der Gema zurück? Etwa die Hälfte, also 32.500 Euro? Barbara zog einen grosszügig kalkulierten Kostendeckungsbeitrag für die Gema ab und rechnete mit 27.000. Die Gema bezahlt 5000.

Barbara klagte vor dem Amtsgericht München. Und verlor. Sie ging vor dem Amtsgericht Passau in Berufung. Und verlor auch hier.

Folge: Man kann keinem Musiker eine Gema-Mitgliedschaft empfehlen. Lohnt sich einfach nicht. Ist nur was für Verlage.

(via gulli)

13 Kommentare

  1. wenns für die künstlerin nicht so traurig wäre dann könnte man glatt darüber lachen.

    ich hoffe nur dass dieses urteil endlich die meisten künstler – vor allem die kleinen, aber auch die schon größeren und evtl. auch ein paar sehr große – aufwachen lässt und sie reihenweise von ihrer gema-mitgliedschaft zurücktreten.

    dann hätte sich zumindest eine abzocker-org. so ziemlich erledigt.

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  2. Normalerweise sollte man diese unter den Voraussetzungen des Vertragsrechts (BGB, you know) illegale Praxis als das benennen, was sie ist. Schutzgelderpressung.

    Warum die GEMA dasselbe tut wie die GEZ oder die IHK? Weil alle diese praktischen Gleichschaltungseinrichtungen von einem Bettnässer aus Braunau ins Leben gerufen wurden?

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    • Kleine historische Korrektur:
      Die GEMA bestand schon – in ihrer Vorform – vor dem Dritten Reich und wurde von Komponisten in’s Leben gerufen, die damit ihre Ansprüche sichern wollten und dies auch taten.
      Nur so nebenbei…..

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      • Das ist richtig und falsch. Einerseits war die Genossenschaft Deutscher Tonsetzer nur eine von mehreren Organisationen – kann man als natürliche Konkurrenz gut finden, machte aber in der Praxis den Komponisten wie den Musikern das Leben schwer – und andererseits hatte sie weder Gewinnerzielungsabsicht noch schutzrechtliche Kontrollfunktion, sondern war eine reine Verrechnungsstelle. Die Strukturen, die bis heute für Ärger sorgen, waren erst das Ergebnis der gleichgeschalteten Behörde. Das, was vor 1933 existierte, wäre heute viel eher ein Vorbild für eine vernünftig und fair arbeitende GEMA.

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  3. dazu passt ja diese meldung wie die sprichwörtliche faust aufs auge:

    [ Gema will europaweit kassieren dürfen ]

    http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,673910,00.html#ref=rss

    . . . (nur noch) Ein Ring sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden!

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  4. Give copyright back to the authors

    Actually, copyright law itself is not that complex. The structure behind it is. Collecting societies, music publishers and record companies, who knows what they are doing? Imagine, you’re a small artist who wants to be famous. Sign here, sign here and sign here. Before you know it you don’t have any rights left, including income from gigs and merchandising. It used to be evident that we wanted to reward the creativity of people. Nowadays, it’s not that obvious anymore. My idea is that we should not discuss copyright law, but how to protect the performing, reproduction and any other rights of the music authors. Luckily I’m not the only one who is worried. It can’t be any coincidence that the Featured Artists Coalition was founded. They want the artists to have more control of their music and a much fairer share of the profits it generates in the digital age. But there is also another way. The internet is a promising marketing environment, fit for individual management of copyright and the delivery of rights on demand to users. In these circumstances the music authors are in full control of their rights. And is that not what it used to be all about? Giving the advantages of being creative to such persons? I hope the authors will be more and more aware of the fact that they have a strong legal position.
    Website for D.I.Y music copyright: http://www.villamusicrights.com

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  5. […] This post was mentioned on Twitter by Heiko C. and tralafiti, 11k2. 11k2 said: Gema-Monopol gerichtlich bestätigt: http://wp.me/pjgMd-3Hy […]

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  6. Naechster Schritt: Die Kuenstler muessen die GEMA bezahlen damit sie ueberhaupt gespielt werden duerfen.

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    • Richtig.
      Nächster Schritt: Nur noch die Lieder die im Parteibuch angegeben sind dürfen gesungen werden ;)

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  7. Wie gut, daß es die GEMA gibt – wer würde sich sonst um die Rechte der armen Komponisten kümmern?
    Oder, ääähhh…. o_O

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  8. Tipp an alle Musikschafende: Gema lohnt sich nur wenn man AUSSCHLIESLICH!!! eigenes Material verwendet, nie selbst als Veranstalter auf tritt, fleissig die Meldebögen mit den gespielten Titeln der Gema zuschickt ( Veranstalter werden nur pauschal zur Kasse gebeten. Die Meldebögen füllen die selten aus. ) und am besten in Rundfunk u. Fernsehn präsent sein oder seine Rechte von einem Musikverlag verwalten lassen sowie sehr viel Live auftretten ( über 50 Auftritte im Jahr. ). Ansonsten FINGER WEG VON DER GEMA!!!!!!!!!!

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  9. Die GEMA ist m.E. genau so ein Verein von Wegelagerern wie die Industrie- und Handelskammern, in die jeder Gewerbetreibende zwangsweise (!!!) einzahlen muss. Ob er will oder nicht; ob er deren (meist noch zusätzlich kostenpflichtigen!!!) Angebote in Anspruch nimmt, oder nicht. Und ich spreche hier nicht von 30,-€ Jahresgebühr; das geht schnell in die Tausende.
    GEMA… auch so eine typisch deutsche Bürokratenerfindung; Gründungsjahr 1947; und nicht wie zuvor genannt (aber ebenso einleuchtend gewesen wäre), von diesem aggressiven Ars.. aus den 30er Jahren des vorherigen Jahrhunderts, um Geld z.B. für die Kriegsmaschinerie zu „generieren“.
    Die Gema wird auch als Verwertungsgesellschaft bezeichnet. Soll sie sich doch mal selbst verwerten; im Sinne von recyclen… Aber dann bitte auch die IHK

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    • Bitte einmal etwas besser recherchieren: die Staatlich genehmigten Gesellschaft zur Verwertung musikalischer Urheberrechte (STAGMA) wurde als eine der ersten Amtshandlungen von Reichslügenminister Goebbels auf Geheiß des österreichischen Postkartenmalers am 28. September 1933 gegründet, damit man 1. konkurrierende Gesellschaften vereinen, 2. ein Monopol mit beliebig anzuziehender Gebührenschraube schaffen und 3. eine international erweiterungsfähige Behörde einrichten kann, deren Rechtsgewalt man auf Anschlussgebiete wie Österreich oder Böhmen und Mähren und später auf die eroberten Feindländer ausdehnen kann – viel komfortabler als eine privatwirtschaftliche Organisation oder gar einen Interessenverband, in dem die Künstler am Ende auch noch mitreden wollen. Ein probates Mittel, vom Zwecke geheiligt, den Kulturschaffenden das Maul zu verbieten, sich gleichzeitig an ihnen zu bereichern und alle, die aufmuckten, ins Gas zu schicken. Die STAGMA wurde folgerichtig zusammen mit anderen Goebbels-Spielzeugen wie UfA/UFI und RKK von den Alliierten verboten und konnte erst 1947 unter neuem Namen wieder ihre Geschäfte aufnehmen – unter der Leitung genau derselben Nazis, die während der Nürnberger Prozesse plötzlich alle harmlose Unschuldslämmlein waren und nur aus Zufall NSDAP-Mitglieder der ersten Stunde. Die Adenauer-Republik war’s zufrieden. Denn soll man meckern, wenn man ganz legal eine Melkkuh geschenkt bekommt, die sich nicht an neumodischen Schnickschnack wie das Grundgesetz zu halten braucht?

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