Die Antwoord. Jenseits von Scheisse (Zef).

Ich hab mir das mal eben drei Tage überlegen müssen: Ob ich Die Antwoord jetzt nauseatisch grenzschlecht finden soll und als die südafrikanische Antwort auf Scooter dissen.

Und damit die Folklorophilie der ansonsten sehr netten BoingBoing-Blogger. Oder ob ich mit einberechnen muss, dass es in Südafrika wahrscheinlich rauher zugeht als in den befriedeten Glasscherbenvierteln unserer Bundesgrossstädte, wenn auch ebenso wahrscheinlich weniger kalt als im Menschmaschinenland Uber Alles.

K. Hab mir alles angehört, was die Drei da gepostet haben, Hip-Hop-Rave mit Afrikaans drin. Ninja, (a.k.a. Waddy Jones), Yo-landi Vi$$er und DJ Hi-Tek, hier ist mein Wort: Ihr seid so bescheuert, dass es schon wieder (extrem) gut ist. Definitiv Lichtjahre besser als der aktuelle Spritzguss/Kompaktschaum-Rap aus den US of A.

Ich wünsch euch soviel Erfolg wie ihr irgend verkraftet. Mit eurem Rave. Rap. Shit. Zef. Alle anderen: Bildungsbefehl. Hier sind alle Songs als Stream. Hier auch, mit Badefotos. (via boingboing, follow-up)

Update: Inzwischen hör ich mir Die Antwoord jeden Tag an, meistens von deren Website. Unverschämt geil. Die Platte kauf ich mir dann (wird wohl die einzige für 2010 sein). Und hier hab ich noch ein paar Fakten zusammengetragen.

Update 2: Es gibt ein neues nettes Video, das uns zeigt, wie es bei der Antwoord zuhause zugeht.

Update 3: Neues cooles Video: Evil Boy

23 Kommentare

  1. mal wieder ein kleiner wiki auszug – bezüglich des [ dass es in Südafrika wahrscheinlich rauher zugeht als in den befriedeten Glasscherbenvierteln unserer Bundesgrossstädte ]:

    [ Kriminalität – In Süd Afrika

    Die Kriminalität ist trotz ständiger Bemühungen der Regierung und der Polizei nach wie vor ein sehr großes Problem. Trotz seit Jahren sinkender Trends hat Südafrika unter den Ländern, in denen zuverlässige Polizeistatistiken existieren, die höchste Verbrechensrate.

    In den zwölf Jahren zwischen dem Ende der Apartheid 1994 und 2006 wurden Südafrikas Polizei zufolge mehr als 420.000 Menschen getötet und mehr als 650.000 Vergewaltigungen (55.000 Vergewaltigungen in 2007) angezeigt; die Dunkelziffer liegt Schätzungen zufolge bis zu zwanzigfach höher. Bei einer in den Provinzen Eastern Cape und Kwazulu-Natal durchgeführten Studie gaben 27,6 % aller befragten Männer an, schon mindestens einmal eine Frau vergewaltigt zu haben. Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl kann somit mit deutlich mehr als sechs Millionen Vergewaltigungen in den letzten Jahrzehnten gerechnet werden. Statistisch muss jede zweite Südafrikanerin damit rechnen, einmal in ihrem Leben vergewaltigt zu werden. Damit ist es für einer Frau wahrscheinlicher vergewaltigt zu werden als lesen zu lernen. Zwischen 1994 und 2001 wurden bei mehr als 5500 Überfällen auf abgelegene Farmen über 1100 Weiße umgebracht.

    In der Bevölkerung hat sich inzwischen ein Gefühl der Gleichgültigkeit breit gemacht. Nur noch besonders brutale Morde und Vergewaltigungen oder Prominente, die Opfer von Straftaten werden sorgen für einen kurzen Aufschrei von Empörung und Entsetzen. Gleichzeitig versucht die Politik das Problem kleinzureden: Staatspräsident Jacob Zuma erklärte, die Medien erzeugten nur den Eindruck einer hohen Kriminalität, der ehemalige Präsident Thabo Mbeki sprach von einen „Wahrnehmungsproblem“.

    Zwar verzeichnet das Land deutliche Fortschritte (Rückgang der Morde um 8,5%, der Körperverletzungen um 31,4 %, der Raubüberfälle um 38,0%, aber ein Anstieg der Sexualverbrechen um 8,2 % und der Drogendelikte gar um 86,9% im Zeitraum von 2003 bis 2009). Damit wird das 2004 gesteckte Ziel der Regierung, die Zahl schwerer Verbrechen jedes Jahr um 7-10 % zu senken in einigen Bereichen erreicht werden, in anderen aber nicht. Nach wie vor stellen vor allem die hohen Mord- und Vergewaltigungsraten eine große Bedrohung für die Bevölkerung dar, was unter anderem dazu führt, dass gerade wohlhabende Südafrikaner in Vororte ziehen, um dort in abgesperrten und bewachten Wohnvierteln zu leben und die (relative) Sicherheit in diesen Gegenden genießen zu können.

    Die Gründe für die Kriminalität liegen hauptsächlich an der großen sozialen Ungleichheit und den extremen Gegensätzen von armen (meist schwarzen) und reichen Bürgern in den Städten Südafrikas. Wie erwähnt, hat sich die Kriminalitätsrate mit zunehmendem Erfolg verringert, was unter anderem auch an der immer stärker wachsenden schwarzen Mittelschicht liegt, durch die die Kluft zwischen Reich und Arm geringer wird. Da die Arbeitslosigkeit in der schwarzen Bevölkerungsgruppe aber immer noch besonders hoch ist und dort oft extreme Armut herrscht, sind auch überdurchschnittlich viele arme Menschen von Verbrechen betroffen. Neben dieser Entwicklung wird seit einigen Jahren die Polizei in allen Bereichen verstärkt und das aus New York bekannte Zero-Tolerance-Konzept wurde auch in Südafrika mit unterschiedlichem Erfolg übernommen. Dies bedeutet, dass auch kleine Straftaten mit hohen Strafmaßnahmen geahndet werden. Zusätzlich wurde der Polizeiapparat neu strukturiert: Neben der „normalen“ Polizei wurde die „Metro-Polizei“ eingeführt, die sich hauptsächlich um Verkehrsdelikte kümmert, und die Scorpions wurden als Spezialeinheit gegen organisiertes Verbrechen eingeführt. ]

    im vergleich zu dem sind die schlimmsten aller US Ghettos die reinsten uptown-erholungsgebiete.

    und in DE?

    na, da wollen wir doch ERNSTHAFT gar nicht mal daran denken irgendeinen, wie auch immer gedachten, vergleich heranzuziehen , oder?

    aber weiß? eines schönen tages. . .

    . . . wenn die TIGERENTEN und ihre vorzugs-KLIENTEL weiterhin so fleißig daran arbeiten wie bisher . . .

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    • Abgesehen davon, dass 11k2 noch im laufenden Jahr zum offiziellen „Wikipedia-Backup“ aufsteigen wird, wenn du weiter so engagiert Artikel re-postest, hast du rein sachlich sicher recht.

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      • Ich finde es gut, dass er hier einen Mehrwert liefert. Und dass kein Blut aus dem Kommentar strömt. ;)

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  2. Was. für. ein. absoluter. Müll.
    Mit den skills hätte die Truppe 1990 bestimmt an die 100 Platten verkauft.

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    • Also ich.finds gut. Wenn auch auf eine seltsame und verstörende Art ;-).
      1990 hätte man nie was von denen erfahren. Globalisierung in a good way. Thanks to the Interwebs!

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  3. […] hat Leser-Der-Ersten-Stunde schon recht mit seiner Vermutung, dass wir hierzulande auf südafrikanische Zustände zusteuern, nein, zugesteuert werden, mit […]

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  4. Sorry, aber „katastrophal scheisse“ trifft es irgendwie nicht… ;)
    Die mit Scooter zu vergleichen ist selbst für Scooter noch eine Beleidigung. Und das will was heissen. ^^

    Ich kann mir aber vorstellen dass man, wenn man auf Punk und Trash steht, das Zeug mögen kann.
    Da bin ich aber das Gegenteil von. Ich bin mehr ein Scroobius-Pip-Typ. :)

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    • Ich weiss was es trifft: EPIC TRANS-UNIVERSE ALL-TIME FAIL! ^^

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      • Würde auch als dein Nickname duechgehen ;)

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    • Hey hallo, das ist eine Beleidigung für Punk und Trash. Und ja, sogar für Scooter, obwohl die auch superdämlich sind.
      Das ist einfach die DAD Dämlichste Anzunehmende Dose. Die sind sogar zu doof zum samplen und loopen.
      Fritz, bist du sicher, dass das echt und keine Satire ist?
      Unfassbar.

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      • bei scooter frage ich mich immer: meinen die das wirklich ernst oder verarschen die sich selber …

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  5. Ich freue mich sehr über die lebhafte Diskussion hier zum Thema, und hoffe, dass sie weitergeht. Weil es dabei durchaus um wichtige Punkte geht. Die Wahrheit ist: Nein, Die Antwoord können nicht gut Musik machen (samplen, loopen, singen). Phil Collins kann gut Musik machen. Beyonce Knowles kann gut singen. OK? Punkrock hat auch nichts mit melodischen Gitarrenriffs zu tun. Wire oder Devo konnten zunächst auch nicht Gitarre spielen, litten aber an einem unerträglichen Übermass an Attitude. Es ist die Aufgabe von Kunst (Musik, whatever), eine Lebenssituation so umzusetzen, wie Worte allein das nicht leisten könnten. Und je päziser Kunst (Musik) formuliert ist, desto weniger verständlich ist sie. Keine Frage: Ich bin von der Qualität der Tracks von Die Antwoord genauso wenig überzeugt wie ihr. Aber das liegt daran, dass wir alle (euch und mich eingeschlossen) verwöhnte Mittelklasse-Bildungsbürger sind, und deswegen auch keine Attitude brauchen, um unserem Leben einen Sinn zu geben. Und deswegen Bands wie Die Antwoord auch nicht wirklich verstehen, oder für schlecht halten. Oder für Satire. Viel Spass weiterhin. Und wenn die drei schwer zu fassenden Südafrikaner jemals hierzulande touren, mach ich ein Interview und poste es hier.

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  6. […] Siehe auch 11k2: Die Antwoord. Jenseits von Scheisse (Zef). […]

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  7. lol die ganzen klugscheisser hier echt peinlich

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  8. […] 11k2: Die Antwoord. Jenseits von Scheisse (Zef). […]

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  9. Alle keine Ahnung. Das is die neue werbekampagne von puma und jägermeister.
    prost

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  10. […] Nur aufwändiger als bisher, weil die Posse ja ein wenig Geld verdient hat seit dem ersten „Zef Side“ Vid. Heute morgen schon gesehn, aber ich musste warten, bis eine Version online war, die […]

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  11. Hab letzte Woche das Video nachts auf MTV gesehen (und mich zugleich gewundert, mal wieder Musik dort zu hören).
    Hab nur ganz kurz den Refrain von „Enter the Ninja“ gehört und mir sogleich die CD bei Amazon bestellt xD
    Ebenfalls die einige CD, die ich in diesem Jahr gekauft habe. Wirklich ganz gut.

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  12. […] man angucken. Wo denn wohl? Mit dabei: Sean Metelerkamp. Wer? Die Antwoord kennt nur der Wind. Und Fritz […]

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  13. Entweder man mag diesen dreck oder man verabscheut solch eine art von musik, wenn man das noch musik nennen darf.
    Ich persoenlich stimme fritz voll und ganz zu und bin seit knapp einer woche schon irgendwie fast schon ein groupie von diesen dummen, durchgeknallten freaks. Auch wenns so gar nicht meine art ist und ich andere vorlieben habe, was musik angeht, irgenwie haben mich die drei in ihren bahn gezogen :)
    Bin verdammt nochmal gespannt, was die als naechstes auf die beine stellen. Ne deutschland tour waere sehr wuenschenswert…

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  14. […] verrissen zu werden, denn so richtig Neues habe ich eigentlich nicht zu berichten, im Blog von 11K2 konnte man dann auch schon nachlesen, daß sich einzelne Leute in den Kommentaren darüber […]

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  15. sie sind echt, und die satire liegt ja wohl auf der hand. noch echter kann man gar nicht mehr sein.

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  16. Eh hallo nichts gegen scooter! die arschwood dagegen:dreck hoch zehn

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