Rasen lohnt sich

Erinnert ihr euch an meinen letzten Ausflug in die Scheinwelt des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, im Oktober? Das war eigentlich alles ganz lustig, bis auf den plötzlichen roten Blitz einer heimtückischen Radarfalle auf der A6, beim Rückweg.

„O weh“, dachte ich mir, und „wofür zahl‘ ich eigentlich Steuern? Freie Fahrt für freie Bürger!“ sowie „mein schöner Führerschein! Das waren doch grade 150! An der Baustelle…“

Dann monatelang nichts. Plötzlich ein Schreiben von der Ober-Autobahn-Polizei in Karlsruhe (die sind da wohl regional zuständig) mit einem netten Foto von mir am Steuer sowie der nicht ganz und völlig unberechtigten Anschuldigung, ich sei da ja wohl zu schnell gefahren. Und falls ich was zu widersprechen hätte, bitte per beiliegendem Formblatt. Nee. Kein Widerspruch, euer Ehren.

Dann wieder lange nix. Eines abends klingelt das Telefon. Ich: „Ja, ich bins selbst!“. Am anderen Ende der Leitung das örtliche Polizeipräsidium in Person eines Spätschicht-Beamten, der mir freundlich, ja gut gelaunt erklärte, er habe den „Vorgang“ von den Karlsruher Kollegen zugeschickt bekommen, weil ich ja keinen Widerspruch eingelegt hätte. Dann nämlich sei es Aufgabe der örtlichen Polizei (am Wohnort des Delinquenten), der Sache nachzugehen. Auch diesmal kein Widerspruch von meiner Seite. Wozu auch.

Und wieder Wochen später die Quittung für meinen eklatanten Verstoss gegen die Strassenverkehrsordnung: 93 Schluffen 50. Was? Dafür macht ihr ein Radarfallenfoto von mir, schickt es mir mir mit Formblattunterfütterung nach Hause, kippt dann die Akte an meine Lokalcops weiter, damit die mit mir abends telefonieren, die Verbrechenslage zurückberichten und dann noch jemand eine Rechnung in dieser lächerlichen Höhe tippt? Bei offiziell 22 zu schnell gefahrenen Kilometern pro Stunde? Das lohnt sich doch. #bürokratiefail.

Im Bild das mutmassliche Hochgeschindigkeitsfahrzeug nach hinreichend erhärtetem Tatverdacht. (pic von mir cc 3.0 by-sa)

13 Kommentare

  1. Also für 22 km/h zu schnell finde ich knapp 100 € schon recht viel.
    Für einen hoch bezahlten Manager sind das natürlich nur Peanuts. Wieso wird das Bussgeld eigentlich nicht Einkommensabhängig gestaffelt?

    Grüße,

    ’staub

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    • Ganz einfach: Weil das vergehen das selbe bleibt!

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      • [ Ganz einfach: Weil das vergehen das selbe bleibt! ]

        was aber eine völlig falsche herangehensweise darstellt denn es ist zwar richtig das es sich um das gleiche vergehen (delikt) handelt – ABER – wenn jemand sagen wir 100 EURO zahlen muss der nur 500 bis 2000 euro verdient es für diesen eine echte bestrafung darstellt, hingen für denjenigen der 2 bis 10 000 bis X verdient nur bedeutet das er oder sie halt mal eben gerade 100 EURO weniger in der kasse hat (also kaum – wenn überhaupt – bemerkt wird).

        deshalb wäre ich schon mal rein persönlich für eine generelle bestrafung für schwere verkehrsvergehen von 50% eines monatseinkommens mit angeschlossener staffelung die sich je nach persönlichen härtegrad an den tatsächlichen lebensumständen des zu bestrafenden ausrichtet.

        alleine schon deshalb, das dadurch eine art sippen-(haftung)-bestrafung – zB. einer möglichen familie mit kindern – des zu bestrafenden ausgeschlossen werden kann.

        zB. kann es bedeuten das wenn ein 500 bis 2000 verdiener 100 euro bezahlen muss dessen kinder ein paar tage kaum etwas zu essen bekommen – hingegen es für denjenigen der ab 2000 bis 10 000 bis X verdient uU. nur beutet gerade mal eine mahlzeit im hiesigen nobelrestaurant einzubüßen (und in 99,9% der fälle nicht mal das – weil diese leute generell bankkonten pflegen auf denen mehrere 10 bis 100 000 EURO lagern).

        eine bestrafung SOLL WEH TUN UND ZUM UM-und-NACHDENKEN ANREGEN bestehende gesetze und reglungen einzuhalten (so zumindest steht es im gesetz). ich sehe aber keine gerechtigkeit darin wenn es „den bonzen“ nicht mal kratzt geschweige den weh tut – somit er seine sog. eingebaute vorfahrt weiterhin jederzeit einsetzen darf. denn selbst wenn der F-schein eines tages weg sein sollte mietet dieser sich einfach für die fehl-zeit irgendeinen (je nachdem – luxus)-fahrservice (der trotzdem extrem weit unterhalb einer möglichen echten und gerechten strafe bleiben würde selbst wenn der F-entzug 2 jahre und mehr betragen würde) und ist fein raus aus der sache.

        wäre es aber so das generell für jedes schwerere verkehrsdelikt 50% des monatseinkommens fällig wären es auch für diesen betuchten personenkreis bedeuten würde eine ECHTE (vergleich- und spürbare) BESTRAFUNG ZU ERHALTEN die mit der zeit richtig ins konto einschlagen könnte sollten diese ihr rücksichtsloses fahr-verhalten nicht entsprechend ändern!

        aber in SCHWARZ / GELD regierten zeiten wird es eher noch dazu kommen das die bezieher unterster einkommen doppelte und dreifache sätze abdrücken werden müssen um darüber die straßen freizuräumen für die freie fahrt der bonzenschaukel-lenkenden-klientel als das auch nur mal der geringste ansatz eines einigermaßen gerechten systems (das für ALLE gleichermaßen schmerzlich ist) ins auge gefasst würde!

        diese beschreibung der umstände ist aber nicht irgendwie aus der luft gegriffen sondern basiert auf einer tatsache die ich persönlich miterleben durfte an 2 mehr oder weniger bekannten personen aus meinem näheren bekanntenkreis.

        der eine ein freund, der seine arbeit deswegen verlor weil er seinen führerschein abgegen musste und nach ein paar wochen keine möglichkeit mehr hatte (mangels geld ein taxi zu bezahlen) an seinen arbeitsplatz zu gelangen (weil unzureichende öffentliche verkehrmittel – zudem hatte seine frau keinen führerschein zu dem zeitpunkt) und der andere – sohn vom chef und als mit-chef in der firma tätig der, obwohl er jemanden fahrlässig totgefahren hat (dem unfallgegner aber eine erhebliche mitschuld eingeräumt) fortan ein paar jahre regelmäßig (per „schampus und kavier“ – limousinenservice) in der gegend herumzuckelte bis er seinen F-schein wieder machen durfte.

        der allgemeine frust darüber (vor allem innerhalb des kollegiums) war aber deswegen weil während der eine wegen erheblicher geschwindigkeitsüberschreitung seinen schein verloren hatte weil er pünktlich in die arbeit kommen wollte (ist keine entschuldigung aber in einem gewissen maße verständlich) der andere lediglich nur eine überlandvergnügungsspritztour mit seiner gerade aktuellen schlampe unternahm und dabei jemanden totfuhr weil er angeben wollte mit seinem neuen (wenige wochen alten) porsche. und wie oben schon beschrieben sahen dann die konsequenzen aus.

        während des einen familie wegen einer bloßen (wenn auch sehr stark) überhöhten geschwindigkeitsüberschreitung in mitleidenschaft gezogen wurde – ging der andere lustig vergnügt weiterhin seinen überteuerten spässchen nach (obwohl er jemanden tot-gefahren hat). das allerbeste aber war das während der erstere neben dem 2 jährigen F-verlust auch noch ca. 3 000 (damals noch) DM strafe zahlen musste – der tot-fahrer mit ebenfalls mit nur 2 jahren F-entzug und lediglich ca. 7 500 strafe davon-kam. und – als sahnehäubchen obendrein – weil seinem unfallgegner eine erhebliche mitschuld eingeräumt wurde seine versicherung den vollen schaden übernahm. er also nicht-mal hierfür bluten musste (und die %te-rückstufung wird ihn kaum gekratzt haben).

        alles selbst mit erlebt weil ua. in der gleichen firma tätig – im jahre des herrn anno 1995.

        ich weiß, ein extremes Bsp., aber signifikant in sachen gerechtigkeit und gleichheit aller bürger vor dem gesetz!

        war schon immer eine farce und wird derzeit immer farce-iger!

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        • Es ist unerheblich, ob dein Freund massiv zu schnell fuhr, weil er pünktlich zur Arbeit kommen wollte. Da hätte er wohl früher aufstehen oder den Anschiss/Abmahnung akzeptieren müssen. Und wenn er ohne Führerschein seine Arbeit verliert, weil kein ÖVPN da ist, dann erst recht.

          Es gab schon immer unfaire Unterschiede in der Gesellschaft. Aber die STVO sollte meiner Meinung nach diese nicht kramphaft ausgleichen, da gibt es sicherlich besser Instrumente. 50% Lohnverlust, wen treffen die wohl eher, den mit viel auf der hohen Kante, oder den 1000 Euro-Verdiener?

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          • zwar eine große „schnauze“ – begriffen aber überhaupt gar nichts!

            du kannst zwar anscheinend lesen und schreiben – gelesenes aber anscheinend nicht verstehen!

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          • Da quäle ich mich durch deine uninteressante, überlange Geschichte von Rapunzel und dem bösen Prinzen, antworte sogar ernsthaft, und dann das. Wenn du wenigstens akzeptabel flamen könntest, wäre dem ganzen noch etwas Spaß abzugewinnen, aber mit diesem 0815-Flame (passt überall) holst du ja keine Oma mehr hinter dem Ofen vor. ;)

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    • Ich hatte mit dem dreifachen gerechnet. Auch wenn ich mir sowas eigentlich nicht leisten kann. Rasen wird in Deutschland immer noch subventioniert. Aber Tagessätze statt Festpreis, wie bei anderen Verstössen auch, wäre ok.

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  2. Warst Du nicht auch der Kerl, der ohne Licht Fahrrad fährt?

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    • Ach ich fahre ohne Licht und ohne Schutzbleche in der Nacht auf Eis und Schnee, bei Graupenschauer noch Fahrrad.
      Eine Sache der Fähigkeit, sein Können einschätzen zu können, und entsprechend schnell/langsam/vorsichtig zu fahren.
      Wir Menschen sind doch keine Deppen!

      Wenn es glatt ist: Halt keine ruckartigen Beschleunigungen. (Im physikalischen Sinne. Also in alle Richtungen.) Wenn man also wo lang fährt wo man evtl. schnell stehen bleiben muss, dann fährt man halt so langsam, dass man das immer noch kann! Ist doch klar wie Kloßbrühe!

      Genau so wenn man nix oder weniger sieht. (Und von wegen nix sehen, wenn die Straßen alle beleuchtet sind wie Fußballstadien! Ich bin doch nicht blind!) Dann fährt man halt entsprechend.

      Es ist so einfach! Aber wir werden alle drauf trainiert einfach wie Idioten zu handeln, und nicht selber zu denken. Und auf der Basis wird dann argumentiert, wir wären dazu nicht fähig. Weil wir ja jetzt Idioten sind, die bei nächtlichhem Schneesturm ohne Licht nur zwei Modi kennen: Zuhause bleiben… oder voll durchbrettern als wäre es strahlender Sonnenschein auf der perfekten, menschenleeren Straße!

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  3. Bei mir wars so, dass ich mit 140 Km/h beim Überholen geblitzt wurde. Erlaubt waren aber nur 100 Km/h. Seit über 3 Monaten nichts bekommen…was für ein Glück :-)
    Das wären dann afaik nämlich keine Peanuts mehr gewesen.

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  4. Sind drei Monate nicht die Grenze? Wenn danach nix mehr kommt, ist aus die Maus, oder?

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  5. witzig .. mein piraten tape ist schwarz und klebt an meinem corolla rechts oben an der rückscheibe …

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