Die globale Musikverwertungslüge

Die australische Copyright Agency Limited, also die dortige Schwester der GEMA, hat im vergangenen Jahr mehr an ihre Mitarbeiter bezahlt (9,4 Millionen USD) als an Künstler (9,1 Millionen USD). Schrecklich, oder? Und das bei Einnahmen von 114 Mio. USD, so dass 76 Millionen an die Verlage gingen, mit der Massgabe, den Kreativen den vertraglichen Anteil zu übergeben. Ob die das tun werden? Und wie ist es, zum Vergleich, hierzulande?

Hier werden 68 % von etwa 800 Millionen Euro abzüglich rund 10 % Verwaltungskosten an 3000 Mitglieder abgegeben, ja, genau die 3000, die bereits „in fünf aufeinander folgenden Jahren Tantiemen in Höhe von mindestens 30.677,51 EUR pro Jahr“ erhalten haben. Also Verlage. Und die müssen davon auch nichts abgeben. Während die Mehrzahl der Mitglieder mit Ausschüttungen in Höhe des Jahresmitgliedsbeitrags abgespeist werden.

In diesem Zusammenhang bin ich natürlich sehr gespannt, wie sich der gerade ausgebrochene Krieg zwischen der Gema und dem Spiegel entwickelt. Letzterer hat sich zu einigen klaren Worten über die Geldwäschegesellschaft aufgerafft, ich rechne noch mit grösseren verbalen Ausschreitungen in den nächsten Tagen, sobald der Papiertext auch vollständig online steht. Ausnahmsweise zitiere ich daher die Gema. Weil ich weiss, dass ich euch damit eine Freude machen kann.

In der aktuellen Ausgabe Nr. 7/2010 berichtet „DER SPIEGEL“ unter der Überschrift „Melodien für Millionen“ (S.142) über angebliche Intransparenz, Ineffizienz und Ungerechtigkeiten bei der GEMA.

Der Artikel stieß aufgrund seiner Polemik, der einseitigen Darstellung und der teilweise unfundierten Recherche bei Musikurhebern und Verbänden auf heftigen Unmut und auf Unverständnis.

Das wird erst noch lustig. Oben im Bild übrigens die norddeutsche CDU-Politikerin Gitta Connemann, die im Spiegel-Gema-Krieg gerade zu einer Hassfigur der Musikmafia aufsteigt, weil sie kritische Fragen stellt. Aber mehr dazu ein andermal. (techdirt, contentsphere)

2 Kommentare

  1. Wow, Zeichen und Wunder!
    Zuerst greift ein Mainstream-Blatt die GEMA an, und dann macht sich auch noch eine CDU-Politikerin in diesem Zusammenhang sympathisch!
    Wo kommen wir nur hin?
    Wie konnte das geschehen?
    Fragen über Fragen!
    (Grübel…)

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  2. Oh bitte bitte, werden meine Gebete nun doch endlich erhört und jemand tritt mal auf diesen Geldwäscheladen ein, möglichst jemand, dessen Schuhe groß genug sind, dass es der verdammten Gema auch mal weh tut? Erst just dieses Wochenende erzählte mir ein Bekannter, der unter seinen eigenen Label und Labelcode veröffentlicht, dass er von der Gema wegen Plagiats angezeigt wurde, weil die nicht überrissen haben, dass er sowohl Urheber als auch Rechteverwerter seiner eigenen Sachen ist … na hoffentlich gehen die bald sterben wie EMI

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