Musikwirtschaft: Lösung für die digitale Frage

Die AG Musikwirtschaft der deutschen Piratenpartei sucht seit November letzten Jahres neue, funktionierende Geschäftsmodelle für das Informationszeitalter.

Was die fünfköpfige Arbeitsgruppe unabhängig von der AG Urheberrecht auf die Beine gestellt hat, verdient Beachtung und öffentliche Diskussion, weil es einen Lösungsansatz für das Problem aller legalen Nutzung von Musik im Internet darstellt.

In sehr kurzen Worten: Da die Marktmacht (über 80 %) der vier Majors sowie der Gema bisher einen freien Markt verhindert haben, muss ein gesetzliches Verbreitungsrecht für Internetanbieter analog zum Senderecht im Rundfunk geschaffen werden.

Jeder hätte demnach das Recht, mit einer solchen Verbreitungslizenz bereits veröffentlichte Musikstücke zum Verkauf als Download anzubieten. Natürlich müssen die Urheber und Rechteinhaber angemessen beteiligt werden.

Die Folge einer solchen Regulierung wäre ein freier Musikmarkt mit echter Konkurrenzsituation. Die Preise für Downloads würden zwangsläufig massiv fallen, bis zu einem Niveau, an welchem sich ein Download aus P2P-Quellen für den Durchschnittskonsumenten nicht mehr lohnt. Ich finde diesen Ansatz geradezu brilliant, habe aber Zweifel, ob er sich gegen die Lobbymacht den Content-Industrie durchsetzen könnte, die das aktuelle Kartell mit seinen Folgeproblemen ja errichtet hat.

(AG_Musikwirtschaft) (pic David Neale cc)

5 Kommentare

  1. Wie kann sich ein komplett kostenloser Download nicht mehr lohnen? Umsonst hergeben werden die Rechteinhaber die Musik ja wohl kaum wollen…

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  2. Wieder mal nur ’ne halbe Wurst… nur halb gelöst.
    Eine richtige Lösung hätte die tatsächliche Realität beachtet, und auch gerade eine Lösung gegen das Kartell gefunden. Sonst hat das ganze doch keinen Zweck.

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  3. Ausserdem fehlt noch ein Geschäftsmodell für die Erstveröffentlichung. Aber da hab ich schon was eich geiles parat. Werde ich denen mal vorschlagen. :)

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  4. Ich habe mal bei einer AG mitgearbeitet und glaubt mir wenn ich sage: wenn soviel da rausgekommen ist ist das viel! Idr hat einer eine Meinung die er vertritt, alle anderen sind blöd inkl deren Meinungen und es kann NUR sein Weg geben. Insofern Hut ab!

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  5. Ich sehe da ein großes Problem:
    Wer setzt die angemesse beteiligung der Urheber und Rechteinhaber fest?
    Ich denke mal eben die Urheber und Rechteinhaber.
    Und da die ja bisher so eine dermaßen Dickköpfigkeit bewiesen haben denke ich nicht das dereren gewünschte Anteil in einer Dimension wäre die einen vernünftigen Preis ausmachen würde.
    Dazu kommt die Technik-scheu von denen. Ich für meinen Teil würde mir niemals drm-verseuchten Mist kaufen. Saubere MP3, sonst nichts.
    Schönes Beispiel ist in dieser hinsicht Russland wo es schon viele MP3-CDs zu kaufen gibt.

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