Enke-Karikaturen: Presserat rügt Titanic

Als sich im November der Fussballer Robert Enke mit Hilfe eines Zuges das Leben nahm, und die Boulevardpresse wie üblich auf eben diesen Zug aufsprang, reagierte die Titanic (und später noch zweimal) mit den Mitteln der bösen Satire: Übertreibung, die über das Thema so weit hinaussschiesst, dass sie eine distanzierte Betrachtung der Situation ermöglicht.

Jetzt hat der Deutsche Presserat der Titanic eine Rüge erteilt (im Verhältnis dazu erhält die Springerpresse mehrmals wöchentlich solche Rügen, interessiert also keinen). Titanic-Chefredakteur Leo Fischer weist die Rüge zurück: „Wir werfen dem Presserat vor, sich auf Kosten der Tragödie Robert Enkes profilieren und seine Bekanntheit steigern zu wollen“. Und weiter:

„Die besagten Cartoons beleidigten nicht die Person Robert Enke, sondern verunglimpften vielmehr pauschal alle Fußballer, Bahnangestellte sowie die Fans von Hannover 96.“ Ich bin den Leute von der Titanic richtig dankbar für ihre Medienkritik. Ein Abgreifen von persönlichen Schicksalen wie im Fall Enke verdient eine eindeutige satirische Reaktion. (meedia)

2 Kommentare

  1. Zensur ist nicht die Antwort auf alles.

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  2. Sicherlich sind diese Karikaturen grob. Aber die Gefühlsduselei die nach dem Tod von Enke über das Land geschwappt ist war einfach unerträglich. Fussballer die ihre sensible Seite zeigen, nein, das möchte man nicht wissen.
    In den Blogs waren plötzlich alle Spezialisten für Depressionen, es war wiederlich.
    Dem Dank an Titanic kann ich mich nur anschliessen.

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