Pornografie und die Jugendschutz-Lüge

Prof. Dr. Kurt Starke ist in der DDR aufgewachsen und führte nach dem Zerfall der undemokratischen deutschen Republik seine bis dahin schon weltbekannten Sexualstudien weiter. Seine Bücher wie „Liebe und Sexualität bis 30“, „Schwuler Osten. Homosexuelle Männer in der DDR“, „Lexikon der Erotik“, „Sexualität des Mannes“ wurden über eine Millione mal gedruckt. Seine neueste Arbeit „Pornografie und Jugend – Jugend und Pornografie“ stellt die Jugendschutzbemühungen der Bundesrepublikaner in Frage.

In dem 110 Seiten starken Papier untersucht er den Zusammenhang von Pornografie und jugendlicher Entwicklung und findet nichts negatives. Im Gegenteil: Erst Schuldgefühle und Verbote schaffen ein Klima, das für ein Heranwachsen junger Menschen schädlich ist.

Über die geltenden Jugenschutzgesetze sagt er: „Aus Sicht der Sexualwissenschaft wie der Jugendforschung und in Anbetracht der Analysen in der vorliegenden Expertise sind die einschlägigen Paragrafen nicht nur unnütz und praktisch nicht durchsetzbar, sondern latent oder tatsächlich schädlich für Jugendliche. Gefahren für Jugendliche, vor denen das Verbot „einfacher Pornografie“ schützen könnte, sind wissenschaftlich nicht nachweisbar.“

Und weiter: „Das herrschende Strafrecht stellt einen tiefen Eingriff in die sexuelle Selbstbestimmung dar, die es ja eigentlich schützen sollte und zwar nicht nur negativ in ihrer Schadensdimension, sondern auch im Schutz ihrer Entfaltung.“

Lest die Arbeit selbst: Hier ist das PDF.

4 Gedanken zu “Pornografie und die Jugendschutz-Lüge

  1. Hmm, ist das nicht viel mehr eine Aufgabe, in der Gesetze nur ergänzen, in der eigentlich die Eltern bei der Erziehung die Hauptrolle spielen sollten…? Ich meine, so lange sie über achtzehn sind, was sie im sexualfähigen Alter ihrer Kinder sein sollten, haben sie doch alle Möglichkeiten, Ausserdem wer weiß schon, wie die Gesetze aussehen, die Kinder am Besten beschützen zu Zeiten wie diesen, zu Zeiten von Kinderstrich und Kinderpornografie im Internet, für jeden Perversen leicht zugänglich…

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    1. Die Herausforderung ist eben zu finden wo Schutz durch den Staat sein muss und wo Selbstebestimmtheit und Erziehungsauftrag der Eltern anfängt.
      Die Gesetzgebung orientiert sich da noch sehr stark an einem mMn. überholten christlich verklemmten Sexualbild. In vielen Punkten leider verstärkt von fundamentalistisch überspitzten Staaten wie vielen islamisch augerichteten Nationen oder eben den USA. Letztere ist ja mehr oder weniger unterbewusst sehr präsent durch die Mainstream Filmindustrie.
      Mehr Offenheit wie sie z.B. im „großen Feldversuch DDR“ ;o) in sexueller Hinsicht normal war wäre sehr wünschensdwert.

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    2. „Ich meine, so lange sie über achtzehn sind, was sie im sexualfähigen Alter ihrer Kinder sein sollten (…)“

      Das sexuelle Selbstbestimmungsrecht gilt aber ab 14. Und hier liegt die Diskrepanz.

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  2. Pingback: Unterwegs.

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