Christen und Moslems gemeinsam gegen Sexualkunde

Kanada, Bundesstaat Ontario: Die Schulbehörde hat den Lehrplan umgestellt. Ab dem ersten Schuljahr werden alle (alle!) Organe mit der korrekten Bezeichnung angesprochen, im dritten auch mal Wörter wie „Homosexualität“ erwähnt, in der sechsten und siebten Klasse, also einigermassen rechtzeitig zum Einsetzen der Pubertät, fallen auch Begriffe wie „Analverkehr“ oder „vaginale Feuchtigkeit“.

Prompt laufen Elterngruppen Sturm, in seltener Einmütigkeit fordern Christen und Moslems das Aussetzen dieses Lehrplans. Sexualerziehung, so die politisch hyperaktiven kanadischen Konservativen, sei eine Angelegenheit der Eltern.

Für uns klingt das alles ein wenig seltsam, schliesslich hat Deutschland eine ausgedehnte Phase der Säkularisierung und sexuellen Befreiung durchlaufen. Im östlichen Teil unserer Republik ging diese sogar erst vor 20 Jahren zu Ende. Trotzdem ist es Teil unserer Verantwortung, die Gegner der Aufklärung und Vernunft im Zaum zu halten. Schliesslich sind solche „konservativen“ Tendenzen auch in Europa quer durch alle Bevölkerungsgruppen vorhanden und können, wenn sie unkontrolliert bleiben, uns allen und vor allem den Kindern Schaden zufügen.

(via theglobeandmail) (pic uzar)

5 Kommentare

  1. Äh nein, das stimmt so nicht. Unser sozialistisches Brudervolk hatte zwar Schwierigkeiten, penetrationsfähige Plasteelemente für den ehehygienischen Gebrauch in den Fünfjahresplan einzuführen, aber die Sexualmoral war erheblich lockerer und unverklemmter als im Westen. FKK war bereits in den 1960-ern völlig normal, Sexualkunde gehörte zum Lehrplan der Grundstufe, die Menschen hatten mit Nacktheit überhaupt kein Problem. Wozu auch, es gab schließlich keine kirchlichen oder anderweitig rückschrittlichen Moralkoholiker, die den Leuten verboten, was sie selbst nicht durften.

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    • kannst du nicht richtig lesen oder hapert es ein wenig mit dem BEGREIFEN???

      denn nichts anderes deutete @Fritzens mit den „vor 20 Jahren“ an.

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      • Mr. knallbonbon hat schon wieder recht. der mann wird mir unheimlich. jetzt noch den trollfaktor etwas runter und der weg zum qualitätsjournalismuskommentator ist geebnet.

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  2. Genau… Eltern sind oft in regressivem Bewusstsein gefangen und wissen daher nicht, was wirklich dem Wohl ihrer Kinder dient. Der Staat als die Summe des Bewusstseins aller kann dies hingegen alleine schon auf Grund seiner zwangsläufig größeren Weisheit und Erfahrung besser beurteilen und darf daher keinem individuellen religiösen Aberglauben und keiner konterrevolutionären Selbstabgrenzung nachgeben.

    Bloß gut, dass dies langsam aber sicher auch schon Bischöfe innerhalb der Katholischen Kirche begreifen: http://bluthilde.wordpress.com/2010/04/23/mut-muss-gratis-bleiben-gegen-den-regressiven-heldentumsbegriff/

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  3. Ich frage mich, ob diese selbsternannten Inquisatoren wissen, was echter Glaube ist. Deren Glaube wurde doch eingeprügelt von alkoholischen Landpfaffnern und von Liebe Gottes keine Spur! Dies sind die wahren Kreuziger Jesu Christi und werden in der Hölle schmoren.

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