Pandora: Nicht wie andere Tiere

Kürzlich würde eine dritte Art der Klasse Cycliophora entdeckt. Das sind Tiere, die nicht so sind wie andere Tiere. Wissenschaftler sind sich nicht einig, was sie davon halten sollen. Seit 1995, als die erste der drei Arten entdeckt wurden: Symbion pandora.

Die etwa einen Drittel eines Millimeters „grossen“ Tiere leben festgesaugt an den Mundwerkzeugen bestimmter Hummer und ernähren sich von von mikroskopisch kleinen Essensresten. Zum Zweck der Fortpflanzung bilden die Pandoras entweder männliche, weibliche oder neutrale Larven aus, die frei herumschwimmen, aber keine Nahrung aufnehmen.

Die neutralen Larven setzen sich an geeigneten Stellen des Krustentier-Mundbereichs fest und wachsen zu vollständigen Cycliophoren heran. Die weiblichen bleiben im Inneren des Vater-Mutter-Tiers und warten auf heranschwimmende männliche Larven, die sich aber vor dem Chromosomenaustausch in mehrere kleinere männliche Larven teilen. Die weibliche Larve verlässt nach vollzogenem Akt (oder was die Pandoras dafür halten) den Vater-Mutter-Körper, sucht sich einen Punkt zum Festkleben und entwickelt anschliessend in ihrem Inneren aus dem befruchteten Ei eine weitere Larvenart, die dann nach dem Schlüpfen davonschwimmt, in der Absicht, einen neuen Hummer zu kolonisieren.

Und wir dachten, unser Verhältnis zu Sex und Beziehungen wäre kompliziert.

(via newscientist)

3 Gedanken zu „Pandora: Nicht wie andere Tiere

  1. Ein wunderbares Beispiel dafür, dass die Evolution Formen der Fortpflanzung (und damit des Lebens an sich) hervorbringen kann, die sich extrem von unserer Fortpflanzungsform unterscheiden. Warum das so wichtig ist?
    1. Es zeigt uns, dass außerirdisches Leben mit hoher Wahrscheinlichkeit wie grauhäutige Humanoide mit überdimensionierten Mandelaugen, Langhaarige Südländer mit markanter Stirn und einem Bat’leth in der Hand oder gar irgendein irdisches Tier in zweibeiniger Verion aussehen wird. Wir sollten uns also bemühen, eine realistische Erwartung an den vielleicht eines Tage möglichen Kontakt mit anderen Zivilisationen, aber auch an die Entdeckung „niederen Lebens“ im Universum zu entwickeln.
    Ich persönlich nutze das auch als ein Kriterium für die Qualität von Sci-Fi-Romanen. ;)
    2. Es zeigt, dass die von vielen Religionen vorgeschriebene, detaillierte Festlegung auf eine bestimmte Form der Kopulation völliger Bullshit ist. Nehmen wir mal rein hypothetisch an, dass ein solcher Gott existiert und er tatsächlich derart krankhaft auf eine einzige Kopulationsform fixiert ist, warum sollte er dann eine solche Vielfalt erschaffen. Oder ist er etwa der mormonishce Gott und hat einfach nur die Abweichler zur Strafe in Mikroben verwandelt? :D (Von den zahlreichen „Abweichungen von der Norm“ die bei anderen Spezies auftauchen, mal ganz abgesehen. Ich sag nur: Schwule Ganther!)

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