Nachtrag zum ersten Mai

(via verydemotivational)

5 Kommentare

  1. Das Problem ist noch immer, dass es echten Sozialismus oder Kommunismus physikalisch genau so wenig geben kann, wie echte Demokratie. Und Kapitalismus (mit komplett freiem Markt) ist nur ein anderes Wort für „das Gesetz des stärkeren“. Also auch Gesetzlosigkeit.

    Warum es das nicht geben kann? Weil Menschen nun mal Lebewesen sind. Was wir ignorieren, weil unsere Definition von „menschlich sein“ extrem „fucked up” ist. Menschen, wie alle Lebewesen, sind seit wortwörtlich Milliarden von Jahren darauf trainiert, mit allen Mitteln und Tricks die eigenen Gene (und jetzt über den zweiten Weg auch Ideen) weiterzuverbreiten. Manche haben es sogar geschafft, andere dazu zu bringen, ihnen zu dienen, und das als „sozial sein / menschlich sein“ zu verkaufen. („It stands to reason that where there’s sacrifice, there’s someone collecting sacrificial offerings. Where there’s service, there’s someone being served. The man who speaks to you of sacrifice, speaks of slaves and masters. And intends to be the master.“) (Darf nicht verwechselt werden mit „anderen helfen, da das indirekt auch einem selber nützt“. [auch bekannt als „win-win“])

    Und das gilt besonders für sogenannte „Führer“. Also alle die regieren, herrschen, „managen“, u.s.w. Also Personen, die von Natur aus gerne sagen wo’s langgeht und sich die Welt machen wollen wie’s ihnen gefallt. (Rein an sich nicht verwerflich. Jeder will das. Sonst würde seine Lebensphilosophie nämlich aussterben.)

    Gottseidank kann man heute Menschen aus der zentralen Mediatorenrolle des Führertums herausrechnen. Was äusserst interessanterweise dazu führt, dass Sozialismus, Kommunismus und Demokratie ein und das selbe werden. Nur das System, wo man alle Scheisse behandeln kann, weil man stärker oder reicher ist, klappt dann nicht mehr. Weil die Währung dann nicht mehr Geld oder Waffen wird. Sondern Vertrauen und Ansehen. Und die überleben nicht lange, wenn man sich unfair behandelt fühlt.

    Wie das gehen soll? Im Prinzip ist es extrem einfach. Nur da es auch ein extrem emergentes Prinzip ist, ist es sehr schwer zu erklären.
    Im Grunde geht es so: Man entwickelt ein Opensource-Peer-to-peer-Netzwerk, das als Basis für eine Online-Gemeinschaft dient. Darauf setzt man ein Konzept des Vertrauens zwischen Menschen. Also wer vertraut wem wieviel. Und wer hält wen in was für wie kompetent. Dann erlaubt man jedem, Sein eigenes Wertesystem zu definieren. Also Gesetze und alles was demjenigen noch so wichtig ist. Dieses wäre natürlich eine Unmenge an Arbeit. Doch dank des Vertrauenssystems kann man sein System auf dem von den eigenen vertrauenswürdigen Menschen basieren. Also z.B.: Grundlage: Deutschlandstandard 2010 von Professor Rechtsexperte Soundso, plus Kriegsrecht von demunddem, und Familienrecht von derundder. Dann noch bitte hier eine andere Entscheidung und da bitte alles soundso. Und fertig. Das sind fünf (!) Entscheidungen. Nicht 50000. Also von jedem effizient und angenehm zu machen. Und vor allem nur zu Missbrauchen, indem man Vertrauen missbraucht. (Was nicht lange hält.)
    Das Netzwerk ist nur durch ein Protokoll definiert. Die Software kann jeder selber auswählen und schreiben. Eine Referenzimplementation würde ich dann z.B. stellen. Quelloffenheit dürfte eine Selbstverständlichkeit sein. Und Simplistik. Aber das Protokoll wäre eh so einfach, dass man es problemlos auch manuell mit Textdateien und E-Mails machen könnte.
    Natürlich vollverschlüsselt. Wobei der Zugang genauso vom Vertrauen abhängt. Und man könnte natürlich auch selber mit Freunden Protokollerweiterungen nutzen, wenn man das wollen würde.

    Final kommt dann alles darin zusammen, dass Menschen mit verschiedenen Ansichten natürlich trotzdem zusammen leben müssen. Z.B. weil sie direkt nebeneinander wohnen, und zusammen die Straßenbeleuchtung finanzieren müssen. Und da kommen wir dann zur freien Entscheidung von Kompromissen. Also dass alle Menschen bei allen Dingen bei denen sie interagieren, auch gemeinsame Regeln in den zugehörigen Bereichen haben müssen, weil das sonst nicht klappt.
    Gottseidank sind Computer darin einsame Spitze, solche Nichtgemeinsamkeiten anzuzeigen, und damit den Menschen zu ermöglichen, zu wissen was geklärt werden muss. Das klären selber können aber nur die beteiligten Menschen übernehmen.
    Woraus sich ganz natürlich die einzige Form von „Strafe“ ergibt, die in einem solchen System nötig ist: Die Trennung. Das sich aus dem Weg gehen. Oder bei Gemeinschaften von der Größe eines Staates: Das Ausweisen (aus dem Land).
    Mit krasseren Wörtern: Wenn eine Gruppe von 10.000 Menschen findet, dass es völlig OK ist, andere Menschen umzubringen wenn ihnen danach ist, und diese 10.000 ihr eigenes Land haben auf dem sie leben, wer bin ich dann um ihnen zu sagen dass das nicht OK ist? So lange es meinem Leben nicht direkt oder indirekt schadet, geht mich das ’nen Scheissdreck an. Vor allem: Wenn ihre Gemeinschaft erfolgreicher ist als meine (das Konfliktthema muss ja nicht gleich Mord sein), dann habt die Ansicht per Definition durch die Natur via natürlicher Selektion recht. (Und da die Natur uns sehr soziale Wesen als absolute Gewinner der natürlichen Selektion ausgewählt hat, ist es sehr unwahrscheinlich, dass Asoziale Menschen weit kommen würden. :)

    Ja. Ich habe Jahre an dem System entwickelt. :)
    Wenn also jemand einen Fehler findet, ist es extrem wahrscheinlich, dass dieser schon bekannt und bedacht wurde, das System angepasst wurde, dann bemerkt wurde, dass die Erkennung als Fehler selber Fehlerhaft war, und es wieder rückgängig gemacht wurde. :)
    …oder dass es einfach nicht verstanden wurde. Entsprechend schwer ist somit ein umwerfen. Trotzdem bin ich natürlich für Hinweise auf echte Fehler äusserst dankbar. :)

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    • Die Frage die ich mir dabei stelle ist:

      Wer kontrolliert, dass diese „selbst ausgehandelten“ Grenzen eingehalten werden? Polizei?
      Oder wer darf Bestrafungen für Fehlverhalten etc. aussprechen? Gerichte?!?

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    • >Definition durch die Natur via natürlicher Selektion recht. (Und da die Natur uns sehr >soziale Wesen als absolute Gewinner der natürlichen Selektion ausgewählt hat, ist es >sehr unwahrscheinlich, dass Asoziale Menschen weit kommen würden. :)

      Ist halt die Frage ob man es verantworten kann z.B. körperlich behinderte Menschen auszusortieren weil „ineffizient“ sind und sie die Verlierer der natürlichen Selektion wären. (Ich kenne da wen in der dt. Geschichte der auch schon mal versucht hat in seinen Augen „Untermenschen“ (Juden, Schwule, Behinderte…) zu entfernen…)

      Das Prinzip „Wenn jeder an sich selbst denk, ist an alle Gedacht“ funktioniert leider nicht in der Praxis, weil es immer Gründe geben wird weshalb man nicht zurechnungsfähig ist. (und sei es nur ein (künstliches-)Koma wg einem Unfall etc.)

      beschäftige dich mal mit:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Direkte_Demokratie

      gruß

      N.

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  2. TLDR

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  3. […] Systemvergleich kompakt (via 11k2) […]

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