Ist Deathmetal staatsfeindlich, oder nur psychisch krank?

Der Lehrerberuf ist also nur nur bei Einordnung in die Leitkultur möglich. Thomas Gurrath (bildmitte) gründete die Deathmetalband Debauchery („Ausschweifung“) und veröffentlichte mit stark wechselnden Besetzungen bisher 7 Alben in der gemässigten Todesmetallzone. Ok.

Ausserdem will er Lehrer werden, zu diesem Zweck trat der inzwischen 29jährige ein Referendariat am Hegelgymnasium in Stuttgart-Vaihingen an. Seine Tätigkeit als Musiker hatte er nie verschwiegen, allerdings wurde er recht bald von der Schuldirektorin Barbara Graf herbeizitiert, die ihn im Lauf des Gesprächs als „psychisch krank“ (mit Attestpflicht) bezeichnete und seine Gewaltdarstellung „zum Kotzen“ fand. Ihre Forderung: Entweder Thomas verzichtet für 3 Jahre auf seine Musik, oder eben auf den Lehrerjob.

Glücklicherweise entschied sich der tapfere Todesmetaller für seine Band und gegen die Geschmackszensur. Rechtlich ist die Sache umstritten, zeigt aber grundsätzlich die Einstellung der Baden-Württembergischen Schulbehörden. Unten noch ein lustiger Videoclip und überhaupt alles Gute und viel Glück weiterhin für Thomas und seine Band.

(via metalhammer, laut)

12 Kommentare

  1. […] This post was mentioned on Twitter by Markus Grampp, 11k2. 11k2 said: Ist Deathmetal staatsfeindlich, oder nur psychisch krank?: http://wp.me/pjgMd-4sP […]

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  2. Hahahaha, naja wenns scheee macht. Villeicht sollten sies mal mit brauner Farbe probieren, würde besser zum Sound passen, nicht wahr?

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    • Ich finds gut, wenn man nicht aufgiebt und trotz Kehlkopfkrebs im Endstadium noch als Sänger auftritt ;o)

      Um mal advocatus diaboli zu spielen:
      Die Wahl der Worte und Mittel ist zwar schlecht, aber evtl. hat sich Frau Schuldirektorin davor gefürchtet mit dem Elternbeirat konfrontiert zu werden.
      Eltern können komisch sein, wenn der Lehrer ihrer Süßen das Zerstückeln junger Frauen als Kunst empfindet. Seltsam eigentlich.

      Die Freiheiten des einen hören halt nun mal da auf wo die Rechte des anderen anfangen und vielleicht finden manche Leute, dass das Recht ohne Albträume zu schlafen auch nicht so verkehrt ist.

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      • „Die Freiheiten des einen hören halt nun mal da auf wo die Rechte des anderen anfangen und vielleicht finden manche Leute, dass das Recht ohne Albträume zu schlafen auch nicht so verkehrt ist“

        Naja, leider wird es so gehandhabt, EIGENTLICH hören die Freiheiten des einen dort auf, wo sie die Freiheiten anderer verletzten. (aber wie gesagt, das ist schöne Theorie)

        Meiner Meinung nach, tut er es nicht (denn wären es echte Frauen, würde man ihn verdammt schnell aus den Verkehr ziehen).

        Des weiteren ist niemand gezwungen sich die Videos anzusehen und für die Klassenatmosphäre wäre es auch besser, wenn die Schüler nicht wissen wer ihr Lehrer ist,…
        wobei Marilyn Manson hat man das Lehrerdasein auch lange verboten und letztendlich ist dann alles gut gegangen und das obwohl die Schüler 100% wussten wer er war…
        (Ja, der macht ein auf Lehrer – für Kunst um genau zu sein)

        Natürlich sind Menschen kacke, aber ich hätte kein Problem wenn dieser Mann meine (nicht vorhandenen) Kinder lehren würde…
        Denn schließlich gibt es Richtlinien und einen Lehrplan – und ein Mensch der so in Kritik und unter Beobachtung steht wie er, wird ihn deutlich besser einhalten als die meisten Lehrer da draußen.
        (zumal er mittlerweile mehr über das deutsche Schulrecht wissen dürfte als viele seiner Kollegen, eben weil man ihn das verbieten will – wer sich gegen die Gesellschaft durchsetzen will informiert sich)

        Nur die „VideoAG“ sollte er nicht unbedingt beaufsichtigen >-<

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  3. sehr schön lassen sich hieran mal wieder die üblichen moralinsauren doppelstandards dieser „schicht“ – idioten ist irgendwie zu wenig – arschlöcher der sich mittig-wähnenden gesellschaftsfaschisten veranschaulichen:

    [ . . . „Sie kündigte eine Attestpflicht für mich an und sagte, sie werde die Lehrerschaft über mich informieren, damit sie wissen mit wem sie es zu tun hätten. Zusätzlich wurden alle Fachleiter informiert“, beschreibt der Referendar das Gespräch. ]

    . . . für sich selber nehmen sie aber in anspruch . . .

    [ Von Seiten der Seminarleitung und des Stuttgarter Regierungspräsidiums gibt es zu dem Vorfall aus „PERSONALRECHTLICHEN“ Gründen keinen Kommentar. ]

    aber einen kollegen, der sich nichts weiter hat zuschulden kommen lassen außer musik- und ein paar mehr oder minder geschmacklose (was ja eine rein subjektive und private angelegenheit ist) fotos und videos zu machen, bei allen anderen kollegen und vorgesetzten vorsätzlich anzuschwärzen und in misskredit zu bringen geht vollkommen in ordnung.

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  4. Frei nach Mark Twain:
    Wenn man bedenkt, dass wir alle verrückt sind, so braucht man sich über Death Metal nicht zu wundern.

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  5. Also ich hätte den lieber als Lehrerkollegen als so manchen Zeitgenossen, der seine psychische Störung an den Schülern auslässt.

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  6. So sind sie halt, die gut christlichen Länder. Ein totes Folteropfer an einem Holzkreuz in voller Pracht in die Klassenzimmer hängen, aber empört aufspringen, wenn jemand in seiner Freizeit in einer Metal-Band spielt. ;)

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  7. In meinen Augen ist das der übelste Fall von Mobbing -oder schlicht Denunziation und Rufmord- von dem ich sair langem gehört habe. Immerhin steht in der Verfassung die Freiheit von Lehre und Kunst an recht prominenter Stelle.
    Aber das gilt vermutlich nur immer schön eines auf einmal und nicht Lehre und Kunst gleichzeitig und in der Schule sowieso nicht. Aus Sicherheitsgründen und weil wir das schon immer so gemacht haben.
    Ich vermute, das Deutsche Spiessbürgertum &trademark; wird noch weniger jemals aussterben, als die Kakerlake…

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  8. […] kriegt man schon Auftritts- und Berufsverbot, wenn man nachgesagt bekommt, dass man in einer Deathmetalband spielen würde. (via […]

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  9. Death Metal ist staatsfeindlich, psychisch krank und dabei noch absolut geil 8)

    Aber ich verstehe nicht, wie man eine Person so denunzieren kann?
    Ich hatte 2 Jahre lang eine psychisch kranke Lehrerin, die die meiste Zeit in Behandlung war. Die hat man Unterrichten lassen, aber ihn nicht?

    einigkeit und recht und Freiheit .. Waren wohl doch nur von kurzer Dauer – Aber das will wohl keiner hören!

    Man rufmorde mich wegen meinen Tippfehlern. Ich bin ein schlechter Mensch

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  10. […] wobei Marilyn Manson hat man das Lehrerdasein auch lange verboten und letztendlich ist dann alles gut gegangen und das obwohl die Schüler 100% wussten wer er war… (Ja, der macht ein auf Lehrer – für Kunst um genau zu sein) … mehr oder minder geschmacklose (was ja eine rein subjektive und private angelegenheit ist) fotos und videos zu machen, bei allen anderen kollegen und vorgesetzten vorsätzlich anzuschwärzen und in misskredit zu bringen geht vollkommen in ordnung. … kredit+für+schüler=100 – Google Blog-Suche […]

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