Filesharing richtet wirtschaftlich keinen Schaden an

Die ORF Futurezone soll zwar nach dem Willen der österreichischen Verlage als lästige Konkurrenz demnächst abgeschaltet werden, hat aber trotzdem noch schnell ein Interview mit dem legendären Harvard-Professor Felix Oberholzer-Gee drin. Dieser hatte 2004 zusammen mit seinem Kollegen Koleman Strumpf die Studie „The Effect of File Sharing on Record Sales An Empirical Analysis“ (PDF) veröffentlicht.

Tatsächlich waren die beiden Forscher die ersten, die sich dem Problem Filesharing mit wissenschaftlicher Methode genähert haben. Hier sind mal ein paar Antworten aus dem überhaupt sehr lesenswerten Interview:

Wir waren die Ersten, die sich nicht an Umfragedaten orientiert haben, die etwas unzuverlässig sind. Wir haben analysiert, wie die Leute wirklich die Tauschbörsen nutzen. Dafür haben wir die Logfiles von Millionen von Downloads untersucht.

Filesharing bezieht sich hauptsächlich auf ganz populäre Musik und richtet wirtschaftlich keinen Schaden an.

Der entscheidende Punkt ist, dass wenn ein Produkt in einer Volkswirtschaft günstiger wird, die Zahlungsbereitschaft für sogenannte komplementäre Güter steigt. Das heißt, wenn Musik sehr günstig wird, nimmt meine Zahlungsbereitschaft für iPod, Konzerttickets und Merchandising-Produkte zu.

Da wird schnell klar, wer in einer Krise steckt. Es sind die großen Musikunternehmen, die sich traditionell darauf verlassen haben, dass das Einkommen aus dem Verkauf von Tonträgern kommt. In der Tat sinken dort die Umsätze, da gibt es nichts schönzureden. Was man aber auch sehen muss: Der Markt für Komplementärgüter hat sich in den letzten Jahren ganz toll entwickelt.

Der Ursprungsgedanke, dass wir ein starkes Urheberrecht bräuchten, um die Vielfalt auf dem Markt zu fördern, stellt sich als vollkommen falsch heraus.

Der Musikindustrie geht es besser denn je zuvor.

Dem hab ich jetzt ausnahmsweise nichts hinzuzufügen.

(futurezone) (pic Stephanie Mitchell/Harvard)

1 Kommentar

  1. Naja das werden die musikunternehmen leider nie verstehen udn auch nicht hören wollen, sogar der amerikanische staat hat doch schon offizelle festgestellt das es eigentlich keinen schaden gibt dennoch lässt er weiter die ganzen klagen zu.

    Man sollte ja nur die ganzen zahlen zusammen rechnen wieviele download wieviel verlust die bei einem download erkennen usw. Ich frage mich auch was die machen würden wenn wirklich mal bei einem film 95% der leute die ihn geladen haben es zugeben, jedem 20dollar berechnen? oder jeden anzeigen und desmal 1000dollar und knast fordern?

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