Das Methan-Loch in der Nordsee

Das Erdgas Methan beeinflusst den Treibhauseffekt der Erdatmosphäre etwa 20-30 mal stärker als CO2, sollte also unsere Aufmerksamkeit haben. In der letzten Zeit haben mich immer wieder Leute gefragt, ob ich schon was von einem Loch in der Nordsee gehört hätte, aus dem sehr viel Methan ausströmt.

Tatsächlich ergabe eine Stunde googeln auch ein klares Bild: 1990 bohrte Mobil Oil (heute: Exxon) etwa 140 km östlich der schottischen Küste nach Erdöl, traf statt dessen aber auf Erdgas. Folge: Ein sogenannter „Blow-Out“ bei 57°33’N, 1°37’E. Klingt irgendwie nach Wal-Romantik, bedeutet aber statt dessen, dass Erdgas in grosser Menge ausströmt; im konkreten Fall hat der Krater im Nordseeboden 75 Meter Durchmesser. Üblicherweise löst sich Methan im Meereswasser und richtet dort keinen nachhaltigen Schaden an.

Ausser, wenn da viel zu viel rauskommt, wie in unserem Fall: Etwa ein Viertel bis ein Drittel des Methans blubbert an die Oberfläche, Wissenschaftler schätzen die Menge auf ca. 1000 Liter pro Sekunde; das entspräche 720 Gramm bzw. 0,72 kg (Bei einem Gewicht von 0,72 Gramm pro Liter). Oder 43,2 Kilo pro Minute. Oder 2,592 Tonnen pro Stunde. Oder 62,208 Tonnen Methan pro Tag, 24 Millionen Tonnen pro Jahr.

Mal 20-30, also rund mal 25 entspricht das 600 Millionen Tonnen CO2 jährlich. In ganz Deutschland werden im selben Zeitraum von je 365 Tagen etwa 900 Millionen CO2 erzeugt. Dieses eine Exxon-Methanloch verursacht also 2/3 des Treibhauseffekts wie alle Autos, Schiffe, Flugzeuge, Häuser, Fabriken in Deutschland (und was sonst noch Kohlendioxid abgibt).

Ganz nebenbei: In die Nordsee fliesst aus schlampig montierten Bohrinseln jährlich genau so viel Rohöl wie ein havarierter durchschnittlicher Tanker enthält. Und das, obwohl jede Nordseebohrinsel im Hoheitsgebiet eines Anrainerstaats steht.

(wikipedia, zeit,  earth-dots, idw, greenpeace)

und mehrere links zum thema bei fefe.

(pic unten c0) (pic oben : google maps)

9 Kommentare

  1. Halb so wild. In 2-3 Jahrzehnten ist das sowieso alles leer. Dann stört das kein mehr.
    Spaß beseite, es ist wirklich erschreckend was so alles still und heimlich passiert auf der Welt. Ich persönlich hab es aufgegeben mich darum zu kümmern oder zu interessieren.
    Seien Wir ehrlich, die Erde ist am Arsch. Europa/Amerika soll Treibhausgase reduzieren und auf der anderen Seite planen China/Indien hunderte neuer Kohlekraftwerke. Das passt für mich nicht zusammen.
    Mein Motto lautet: Lasst uns mit wehenden Fahnen untergehn! :)

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    • Dein Zynismus ist zum Kotzen.

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    • Hallo Guten Tag
      gibt es eine Interessengemeinschaft die an dem Verschluss solcher Bohrlöcher interessiert ist? bzw, die Idee solch eines Unternehmens verwirklicht?
      Habe mit BP in Mexico (Deep Water Horizon) zu tun gehabt wegen einer Idee, in Deutschland gibt es nur Geldgeier die bedacht darauf sind ein Patent anzumelden, leider geht es nur um Verdienst Einnahmen usw, habe eine nette Mail vom weissen Haus USA die nichts sagt und von Minister Röttgen, die besagt kein Interesse weil nicht unsere Sache in der Nordsee.

      Mein Wunsch ! : mit Leuten die Entscheidungen treffen können zusammenkommen.

      Tom

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  2. Ich denke nicht das die erde am arsch ist, der umwelt ist das egal, sie wird sich umstellen, aber die menschheit ist am arsch, Uns wird das wohl nicht mehr so richtig heftig treffen aber so 2-3 generationen weiter dann wirds hart für die.

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    • Es gab hier Zeiten, da war Sauerstoff ein tödliches Gift, in einer Methan/CO2-Athmosphäre. Vielleicht wird das ja wieder so, wenn sich die Pflanzenwelt einfach darauf umstellt.

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      • Winziges kleines problem: Die Pflanzenwelt kann sich so schnell nicht umstellen, wie der Mensch alles verändert. Normalerweise dauern Klimaveränderungen und so mehrere zehntausend jahre, und nicht ein paar hundert,und so wie der mensch daran arbeitet alles werden wir unsere Umwelt sehr schnell verändert haben.

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  3. Die Welt ist am Arsch, der Mensch ist am Arsch…ich finde, das ist eine faule Ausrede, sich aus allem rauszuhalten und um nix kümmern zu müssen. Ich kenne viele Menschen, sehr viele Menschen, die sich für eine gesunde und gerechte Welt einsetzen und damit auch viel erreichen. Ich für meinen Teil werde weiterhin Energie sparen, Erdölprodukte möglichst meiden, mit dem Fahrrad anstatt mit dem Auto fahren und jedem der es hören will sagen: Schau auf dich, schau auf die Umwelt und auf deine Mitmenschen und dann kannst du was erreichen!

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