Schokoladenmonopol

Der britische Finanzhai Anthony Ward hat mit Hilfe der von ihm mitgegründeten Hedge-Funds-Firma Armajaro Holdings 241.000 Tonnen Kakaobohnen aufgekauft, das entspricht derzeit 785 Millionen Euro.

Diese Menge genügt, um eine künstliche Verknappung herbei zu führen, nachdem die Ernten in den westafrikanischen Haupterzeugerländern mehrmals hintereinander schlecht ausgefallen waren. Die in Lagerhäusern in Britannien, Deutschland und Holland gestapelten Kakaosäcke führten zu einem Preisanstieg, die Tonne kostet heute etwa 3260 Euro und damit mehr als doppelt so viel als noch vor drei Jahren.

Turbokapitalismus funktioniert auch mit Schokoriegeln.

(via telegraph) (pic mufflevski cc)

14 Kommentare

  1. na, sowas :-)
    Schokolade als Spekulationsobjekt wiederum
    finde ich viel naheliegender als Papiergeld ;-)

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    • Ja, denn im Gegensatz zu Papiergeld hat Kakao wenigstens einen realen Wert. :)

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  2. Schokoriegel enthalten aber gar nicht so viel Kakao, eher Zucker, also Einfachzucker aus Zuckerrüben. Und die sind ja dank Subventionen reichlich auf dem Markt.

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    • Und nicht zu vergessen, Billigfett statt echter Kakaobutter. Und allergieauslösendes Proteinfetzenpulver (was mal, vor vielen vielen Verarbeitungschritten, Milch mit Medikamenten war).
      Kakao wird da eher zum Gewürz…

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      • Und aus den Missernten der Ärmsten der Armen Profit zu schlagen
        geht Euch am Arsch vorbei?
        Hautsache BIO Logo???????????

        http://www.finanzen.net/rohstoffe/kakaopreis

        Spekulation auf Lebensmittel halte ich generell für verwerflich.
        Ich habe nichts gegen dem Markt an sich, nur wenn er (von viel seelemlosen Geld) manipuliert wird, hört es echt auf.

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        • Richtig.
          Auch wenn dabei grade „nur“ um Kakaobohnen geht, morgen vielleicht Reis, Weizen oder andere lebensnotwendige sachen.
          Handel schön und gut, sowas aber definitiv nicht.

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        • „Ich habe nichts gegen dem Markt an sich, nur wenn er (von viel seelemlosen Geld) manipuliert wird, hört es echt auf.“

          Denn Satz muss man sich auch mal auf der Zunge zergehen lassen.

          Politik finde ich auch ganz ok, aber wenn Politiker mitmachen find‘ ich’s doof.
          Oder Straßenverkehr – aber bitte ohne Autos…

          Um Homer S. zu zitieren: „Duh“

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        • Kakao ist meiner Meinung nach kein Lebensmittel, sondern ein Luxusgut – so what?

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    • IMHO ist das so nicht richtig: Es werden und wurden für den Zuckerrübenanbau KEINE SUBVENTIONEN gezahlt!
      Allerdings wurde bis 2005 die EU-Anbaumenge reguliert und zusätzlich durch Importzölle die international billigere (Rohrzucker)Konkurrenz ausgebremst. Sprich der Preis wurde künstlich hoch gehalten, so dass der europäische Anbau wirtschaftlich war.
      Wenn man dies „Subvention“ nennen möchte, dann zahlte sie zumindest direkt der Verbraucher.
      Seit 2006 ist der Protektionismus schrittweise aufgebrochen, der Anteil der regionalen Zuckerrübenproduktion gegenüber Zuckerrohr stark zurückgegangen (in diesem Zusammenhang fließen tatsächlich „Umstrukturierungsunterstützungen“ an die Landwirte und Verarbeiter), die großen Zuckererzeuger haben sich von brasilianischen Wettbewerbern übernehmen lassen, die Ausbeutung der 3. Welt ähh ich meine die Öffnung des Marktes für Entwicklungsländer wird vollzogen und ich kann endlich Zucker kaufen, der aus echter Brandrodung stammt. Jedenfalls solange der Benzinpreis nicht steigt und das Zeug lieber zur Ethanolerzeugung genutzt wird.

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      • Da magst du recht haben, aber ich würde Protektionismus hier schon mit Subventionierung gleichsetzen. Und die südliche Hemisphäre hat keine Chance, ihre Märkte gegen die Übermacht der großen Konzerne zu schützen, allein schon wegen der Vorgaben des IWF und der Schuldenfalle, in der praktisch alle „Drittweltländer“ sitzen. Wer tatsächlich aus der Brandrodung seinen Profit zieht, sind wohl nicht die Kleinbauern.

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        • Sicher gibt es da auch Defizite. Ich würde jedoch in puncto Lebensmittel erstmal dem „Bio“ gedanken verfolgen und regionalen Anbau bevorzugen, sofern möglich. Die Brandrodung habe ich auch nur zitiert, da ich irgendwo aufgeschnappt habe, dass in Brasilien innerhalb von 1-2 Jahren die Fläche Frankreichs (!) für den Zuckerrohranbau gerodet wurde – wenn auch hauptsächlich zur Ethanolerzeugung…

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  3. ich hoffe mal, dass der preisanstieg auch den erzeugern zu gute kommt.

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  4. naja solange die schokolade nicht schlächter wird

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