Tschechien: Gesetzesentwurf gegen Creative Commons und Rechte der Urheber

Noch ist nichts entschieden: Wie Zeropaid schon letzte Woche berichtete, hat der Entwurf für eine neues tschechisches Urheberrechtsgesetz für Entsetzen gesorgt. Dem Papier zufolge sollen offene Lizenzmodelle erheblich erschwert werden. Der Rechteinhaber (früher nannte man das „Künstler“, aber egal) müsste dann nachweisen dass das Werk von ihm stammt und die Creative Commons Lizenz bei der zuständigen (tschechischen) Verwertungsgesellschaft eintragen lassen.

Ein Nutzer von Creative Commons Inhalten müsste seinerseits nachweisen, dass das Werk als solches eingetragen ist. Ach, bezieht sich natürlich auch auf OpenSource-Lizenzen wie GNU. Zusätzlich will das Gesetz die Urhebertantiemen aus Verleih (zB aus öffentlichen Büchereien) von 100 % auf 60 % senken und die anderen 40 % an Verlage weiterleiten.

Inzwischen mehren sich die Stimmen, die den Gesetzesentwurf im Widerspruch zur Berner Konvention sehen , die Urheberrechte international festschreibt. Hm, diese Neo-Stalinisten und Copyright-Nazis (siehe Bild) aus der Medienindustrie lassen sich immer neue dreckige Tricks einfallen.

(via zeropaid)

5 Kommentare

  1. Nice Pic!
    Am besten gleich nachdem man etwas erschaffen hat, direkt an den Staat abdrücken und Hand aufhalten, für das bisschen was noch über bleibt. Mehr hat ein Künstler bald nicht mehr zu erwarten…

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    • Echt geiles Bild! Made my day, ich hab wirklich gelacht!

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  2. Rechteinhaber=Künstler?

    Das war noch nie das selbe. Die Vorläufer des Urheberrechts sicherten den Verlegern/Druckereien Rechte zu und nicht den Autoren. Irgendwann im Zuge der Aufklärung wurden dann den Autoren bzw. Urhebern auch Rechte an ihren Werken zugesichert. Da sie aber die Verwertungsrechte bzw. Nutzungsrechte auch weiterverkaufen können (bzw. müssen, wenn sie in der Medienindustrie Erfolg haben wollen), sind die Inhaber der Verwertungsrechte fast nie die Urheber sondern Verlage. Wenn ein Künstler geschäftstüchtig ist, gründet er seinen eigenen Verlag, sobald er bekannt ist, aber das ist natürlich nicht ganz so einfach.

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    • Falsch. Es gibt hier zwei Arten von verlogenem Pseudorecht:Das des Künstlers. Und das des Distributors. Und der kleine Witz, den Fritz machte (hey, das reimt sich), ist, dass früher mal der Künstler derjenige gewesen sein soll, der Rechte an seinem „Werk“ (kompletter Fantasiebegriff) hat. Während gewisse „Leute“ das heute in Richtung Distributoren verschoben haben / sehen wollen.

      Beide „Rechte“ sind natürlich ausgemachter Schwachsinn, und in der Realität nicht haltbar. Niemand besitzt Informationen. Besitz ist das Wort, für Dinge (DINGE!! NICHT Ideen!!!), die jemand unter Kontrolle hat.
      Da das bei Informationen per Definition physikalisch unmöglich ist, (wenn man ihre Existenz beweisen will, muss man die Kontrolle abgeben), kann man Ideen auch nicht besitzen.

      Das einzige was geht, ist wenn Gruppen, die tätsächlich die Macht haben, Leute zu kontrollieren (also Firmen und Firmenvertreter wie Regierungen), bestimmten Personen unfaire Privilegien einräumen. Also einfach gesagt: „Wenn du Informationen bekommst, sollst du lügen, und so tun, als hättest du eine reale Leistung bekommen, und dafür Gegenwert erbringen. Oder ich schlag dir die Fresse ein!“

      Wie das heutzutage überhaupt zu sowas kommen kann?
      Indem Leute immer noch zu blöd und faul sind, zu raffen, dass Volks„vertreter“ nicht funktionieren, da alle Lebewesen im gesamten Universum per Definition in einer Welt limitierter Resourcen, nur ihre eigenen Interessen verfolgen. (Alle existierenden Lebewesen existieren, weil sie seit Anfang aller Zeiten genau so handelten. Die anderen wurden ausselektiert.)
      Also sind sie zu gelenktem Vieh geworden. Und gelenktes Vieh handelt halt in der Gesamtmasse als Körper des lenkenden „Vertreters“. Der arbeitet für sich, und erfindet munter Privilegien und Vorteile die ihm so viel Resourcen (Raum, Zeit, Energie, Materie, thermodynamische Ordnung) wie möglich verschaffen. Bis sich die Balken biegen und brechen.

      Alles ganz natürlich also. Kein Grund zur Aufregung. Alles fließt. Alles ist was es ist. Nicht mehr.

      Unser Ziel ist nun, die „Vertreter“ zu werden. *riesenfettgrinst*
      Fritz ist da ja schon fleissig dabei.

      Ich auch.
      Wie steht es mit dir?
      Rumjammern? Oder was für sich tun?

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      • Ich glaube, unsere grundsätzliche Meinung vom „geistigen Eigentum ist gar nicht so verschieden. Aber du hast weder Ahnung vom geltenden Urheberrecht oder seiner Geschichte noch irgendeine Vision diesbezüglich und bist noch nicht mal in der Lage, dich vernünftig auszudrücken.

        Und zu dem Satz „da alle Lebewesen im gesamten Universum per Definition in einer Welt limitierter Resourcen, nur ihre eigenen Interessen verfolgen“: Menschliche Kultur (um die es hier geht) hat sich gemeinschaftlich entwickelt, der Mensch ist eben nicht nur Individuum sondern auch ein Gemeinschaftswesen. Das „Individuum“ Mensch muss erst mal sein Überleben sichern, klar. Aber ohne das „Gemeinschaftswesen“ Mensch gäbe es keine Kultur. Wenn das wirklich deine Einstellung ist, tust du mir echt leid. Hast du noch nie sowas wie Liebe oder Freunschaft erfahren?

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