Killerspiele jetzt auch schuld an mordenden Nazis

Im südschwedischen Malmö steht gerade in stadtbekannter Ausländerhasser vor Gericht. Er hat wohl einen dunkelhäutigen Einwanderer erschossen und Mordanschläge auf fünf weitere verübt. Die Polizei ermittelt in anderen, ähnlichen Fällen, eine Mordwaffe wurde in der Wohnung des Angeklagten sichergestellt. Jetzt meldet sich der, aus dem Yemen stammende, und wegen zahlreicher Skandale bereits einmal aus dem Parlament suspendierte, britische Labour-Abgeordnete Keith Vaz (pic) zu Wort. Das Parlament, so mahnt er, sei besorgt, weil die rassistische Mordserie in Malmö in Zusammenhang mit dem „gewaltdarstellenden“ Videospiel Counter Strike gebracht werde.

Als Beleg für den zitierten Zusammenhang führt er an, dass das Spiel bereits mehrfach mit Gewalttaten in Zusammenhang gebracht worden wäre. Wobei hier anzumerken ist, dass in allen Fällen von vermutetem Zusammenhang zwischen dem Besitz von Counter Strike und Schusswaffengebrauch mit tödlichem Ausgang polizeiliche Ermittlungen ergeben hatten, dass ein eben solcher Zusammenhang nicht besteht.

Aber was solls: Das Behaupten von „tödlicher Gefahr durch Killerspiele“ unter Bezug auf zurückliegende Behauptungen dieser Art (Belege gibt es auch nach 20 Jahren Killerspieleforschung genau null) bringt Politiker zuverlässig in die Presse. Jedenfalls den Teil der Presse (a.k.a Mainstream), der sich darin gefällt, neutral zu wirken und statt dessen Erfüllungsgehilfe für faktenbefreite Selbstprofilierer spielen zu wollen.

Den zarter besaiteten 11k2-Lesern sei versichert, dass die Verwendung des Wortes „Killerspiele“ hier eine rein satirische Funktion hat. Im Gegenteil: Es ist mir nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit möglich, Leute wie etwa Keith Vaz, Christian Pfeiffer, Günter Beckstein, Joachim Herrmann, Wolfgang Schäuble und in diesem Punkt leider auch Renate Künast vom Verdacht freizusprechen, zugunsten billig erworbener Publicity einen Keil mitten in unsere Gesellschaft zu treiben, Computerspieler und deren Verwandte zu verunsichern, und den wichtigsten Teil der gegenwärtigen Unterhaltungskultur zu ghettoisieren.

In kurzen klaren Worten: Ich fordere die Abschaffung des sogenannten Jugendschutzes (vor Medien gleich welcher Art), weil er nur auf Ängsten und Unterstellungen beruht und keinerlei Nutzen, sondern nur Schaden für unsere Gesellschaft bringt.

(via guardian, rps) (pic keith vaz)

 

 

 

 

14 Kommentare

  1. Sieg Heil und fette Headshots..

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    • Brrraun, brrraun, brrraun bärüllt därr Crischi-Mann… ;))

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      • Sorry, mehr ist mir zu diesem lächerlichen Typen da nicht eingefallen ^^

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  2. Es gibt keinen Jugendschutz. Gäbe es einen, wäre RTL durchgehend familienfreundlich.

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    • Was soll denn „familienfreundlich“ überhaupt heissen? Verlogene „politische Korrektheit“? Zensur von „Mumus“ und „Pipis“ aus Gründen religiöser Schizophrenie? Zensur von Gewaltdarstellung aus den gleichen falschen Gründen wie bei Spielen? Oder nur ganz allgemein Zensur von allem, bei dem das Viehvolk denkt, es müsse jetzt empöhrt reagieren, wenn Kinder das sehen, weil ihnen das so eintrainiert wurde?

      Wieso denken wir „zivilisierten Staaten“, Kinder möglichst lange in einer möglichst bescheuerten Fantasiewelt zu halten, würde sie am besten auf das Leben vorbereiten?? Während selbst im türkischen Hinterland 12-.jährige Kinder genau Bescheid wissen in Sachen Politik und Sozialleben, und im ganzen weiter entwickelt sind als hier 18-jährige, die noch immer Kindergartenspiele spielen.

      Wisst ihr, was Kinder haben, um mit dem Mist im realen Leben klarzukommen, und lernen zu können, was gut und schlecht für sie ist? Eltern!
      Aber wenn selbst die Weisheit nur vom Hörensagen kennen… :/

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      • Sind das die 12-jährigen, die mit ihren 8-jährigen Mitschülern Vergewaltigungsszenen nachspielen, nachstellen und was weiss ich noch was??
        SELBER AUSGEDACHT haben sie sich das wohl kaum…

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  3. LOL.
    > Als Beleg für den zitierten Zusammenhang führt er an, dass das Spiel bereits mehrfach mit Gewalttaten in Zusammenhang gebracht worden wäre.
    FAIL!

    Da sag ich nir:
    Keith Vaz ist ein Kinderficker.
    Keith Vaz ist ein Kinderficker.
    Keith Vaz ist ein Kinderficker.

    Und nun sage ich:
    Keith Vaz ist ein Kinderficker. Als Beweis führe ich an, dass Keith Vaz schon mehrfach mit Kinderficken in Verbindung gebracht worden ist. :P

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  4. Janee, warum denn gleich den kompletten Jugendschutz abschaffen?

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    • da haste recht; ein bisschen darf sein, ich mein, Alien zum beispiel würde 6jährige kinder zu tode erschrecken und von chainsawmassacre können die kleinen alpträume bekommen. Aber wenn man das tony hawk-game ab sechzen macht weil man mit tomaten auf passanten wirft; ich weiss nicht

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  5. Fritz: du sprichst mir einmal mehr aus der Seele. Shui pour!

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    • Wollte mal meinem Vater imponieren, Vorführung PCSpiel F15.
      Schaffte es auch halb Bagdad plattzumachen, leider erwischten mich 2 SAMs, und diese MIG gab mir den Rest.
      (nur noch 1 Triebwerk…)
      Der war dann nicht soo beeindruckt……obwohl das ja Sinn der Sache war…..;))))))))

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  6. In kurzen klaren Worten: Ich fordere die Abschaffung des sogenannten Jugendschutzes (vor Medien gleich welcher Art), weil er nur auf Ängsten und Unterstellungen beruht und keinerlei Nutzen, sondern nur Schaden für unsere Gesellschaft bringt.

    Chance verpasst. Hättest auf dem BPT einen Antrag stellen können. Naja aber der nächste kommt bestimmt :-)

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