Der verfickte Jugendstaatsschutz

Also: Ich hab mich zum Terror-Thema JMStV ein wenig umgesehen, die Reaktionen in der freien Presse sind ja schon zahlreich. Der Grundtenor netzrechtlich erfahrener Anwälte: Da passiert schon nichts, problematisch sei der JMStV eher in allgemein zensurpolitischer Hinsicht. Das denke ich auch. Mein eigener Kurs für 2011 ist daher:

11k2 bleibt weiter auf einem WordPress-Server in den USA gehostet, wo freie Rede noch ein Grundwert ist, ich verbreite nach wie vor keine gewaltverherrlichenden oder menschenverachtenden Inhalte, sondern berichte maximal darüber. Gerne in sehr drastischen Formulierungen, auch über Pornographie und vor allem das Problemthema Kinderpornographie, wobei die illustrierenden Abbildungen samt und sonders weniger problematisch sind als in der frei zugänglichen Springerpresse. Ich fühle mich insofern also sicher.

Ach, und WordPress Happiness Engineer James schreibt mir auf meine Anfrage hin: „Fortunately, we’re a US-based company with US-based servers governed by US law, so that won’t have any effect on us.“ Wie beruhigend.

Wer mehr zum Thema lesen will, ich empfehle das Lawblog, einen längeren Kommentar zum Thema hab ich auf Gulli veröffentlicht. Von den Kollegen dort kommt übrigens ein schicker Vorschlag, einen auf super-gesetzestreu zu machen: Tagsüber, von 6:00 bis 22:00 lokaler Zeit einen „Zensiert“-Screen auf dem eigenen Blog zu zeigen, plus Link auf den Google-Cache. Nehmt das, Internetausdrucker! Ha!

 

8 Kommentare

  1. Danke, das habe ich gebraucht…war den ganzen Tag am Simmern.

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  2. Aah, Du bist also dieser „fnberger“, Herr Effenberger! Wie schön! Da möchte ich doch weitergeben, was man mir einst in meinen Begrüßungsthread im Gulli geschrieben Hat:

    Willkommen im Dreck! :-)

    Gruß, LessLeth..äh, Weedinator

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  3. Ich dachte, es ging nicht um den Serverstandort, sondern um den Hauptwohnsitz des Publizierenden? Darüber herrschte ja zumindest gestern noch ziemliche Unsicherheit.

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  4. was anderes als „grenzenlos dumm“ fällt mir zu unserer Regierung in Zusammenhang mit dem Internet einfach nciht mehr ein

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  5. […] 11k2: Der verfickte Jugendstaatsschutz […]

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  6. . . . ist aber noch gar nichts verglichen mit dieser SAUEREI die gerade gesponnen wird:

    „Ein neues Monopol mit irreführendem Namen“
    Peter Mühlbauer 03.12.2010

    Die „Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht“ (IGEL) will über eine Gefahr aufklären, die den deutschsprachigen Teil des Internets stärker gefährden könnte als der JMStV
    Im Trubel um den Jugendschutz-Medienstaatsvertrag (JMStV) ist eine andere massive Bedrohung des deutschsprachigen Teils des Internets etwas in den Aufmerksamkeitshintergrund geraten: Das „Leistungsschutzrecht“, mit dem Presseverlage Verbotsrechte beanspruchen wollen, die weit über das Urheberrecht hinausgehen und zu deren Hauptopfern vor allem Blogger gehören könnten.

    unbedingt weiterlesen:

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33771/1.html

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  7. Geniale Überschrift! : D

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