Wie Facebook vertrauliche Kundendaten bekommt

Facebook ist wirklich prima, um lokale Veranstaltungen im Kalender zu behalten. Und als Zwischendings aus Email und SMS. Jetzt erschreckt mich das soziale Netzwerk mit einer Warnung, mein Konto hätte eine sehr niedrige Sicherheitsstufe. Moment?! Da gabs doch das ganze Gerede um diesen unsicheren Umgang mit privaten Daten auf Facebook, das prüf ich lieber gleich nach. Und tatsächlich:

Das Zuckerberg-Imperium bietet mir drei Schritte, um „mein Konto sicherer zu machen“.

Erstens, eine zweite Emailadresse anzugeben. Zweitens, mich „für Facebook-Handy anmelden“. Da lässt sich aber nur O2 auswählen. Bekommen die dann meine Kundendaten zuvermarktet?

Und drittens, eine Sicherheitsfrage mit sechs seltsamen Optionen.

Wenn ich alles eintrage, hat Facebook eine zusätzliche Handvoll persönlicher Informationen über mich. Mein potentieller Vorteil: Ich kann mein Passwort vergessen. Aber das wird mir dann doch zugeschickt?

Ich denke, ich kann den Vorgang erklären. Das schöne Wort dafür ist „social engineering“. Das böse Wort dafür ist „Leute unter Missachtung aller Datenschutzgesetze übern Tisch ziehen, damit man noch mehr Geld mit der Quervermarktung ihrer privaten Daten machen kann“. Und das wiederum ist keine Überraschung. So sind Datenkraken nun mal.

Update: Ich hab ne längere Version dieses Beitrags für die Telepolis geschrieben.

22 Kommentare

  1. „Wir haben Sie gewarnt!“
    Nein, ganz im Ernst – schön, dass immer noch jemand unermüdlich darauf hinweist. Aber wer immer noch nicht gepeilt hat, dass FB eine ausgesprochen fiese Tour fährt und hinter der starren Maske ungefähr so freundlich wie der Metzger zum Kalb ist, dem ist praktisch auch nicht mehr zu helfen. An Leute, die ihre Privatheit für Sicherheit drangeben ist man praktisch schon gewöhnt, an diejenige stockdumme Mehrheit, die sich mit ein paar doofen Spielchen und banalen „Statusmeldungen“ zufrieden gibt, wird man sich wohl auch gewöhnen müssen. Auch ohne dazugehören, oder das ganze irgendwo gutheissen zu müssen. Selbst, wenn dabei Menschen aus dem persönlichen Umkreis unweigerlich in der eigenen Achtung ins Untragbare sinken – irgendwo muss die Allgemeine Dämlichkeit, die man zu tolerieren bereit ist einfach enden. Bei FB war dieser Punkt für mich vor nicht allzu langer Zeit erreicht. Entgehen tut einem nun wirklich nicht viel, denn die wirklich relevanten Dinge werden auch ausserhalb solcher Gated Communities veröffentlicht.

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  2. musste auch laut lachen.
    ihr konto ist UNSICHER. (ACH NEE, ES IST FACEBOOK)
    bitte geben sie uns ihre emailadresse und ihre telefonnummer.

    lachhaft.
    wenn es nicht so ernst wäre.

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  3. +gähn+

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  4. Ersteres und Zweites, ok. Hat nichts mit Sicherheit zu tun.
    Die Fragen finde ich aber (bis auf die Führerscheinnummer) vollkommen ok.
    Bei fast jeder Sicherheitsabfrage kommt „Mädchenname der Mutter“. Hier sind die Daten etwas schwieriger zu bekommen bzw teilweise so privat das sie kaum jemand herausfinden kann.

    Und es ist halt wie immer: Wer kaum Daten angibt kann auch kaum welche „verlieren“.

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    • Dann solltest du aber eine 2. E-Mail Adresse für Bekannte, die FB benutzen haben, denn spätestens die tragen dich in die FB Datenbanken ein..

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  5. Ich wollte mich letztens anmelden mit einem plausiblen Pseudonym (für Freunde). Facebook wollte dann aber gerne mein Profil authentifizieren, damit nur „echte Menschen mit echten Menschen“ kommunizieren können. Meine Möglichkeiten: Angabe einer Telefonnummer, unter der ich angerufen werden kann oder – falls man kein Telefon besitzen sollte – einen Scan des Personalausweises. Danke, Facebook!

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  6. Es gehört schon einiges dazu, um bei FB anonym zu bleiben/sein. Fake-Accs lassen sich relativ gut erstellen, aber ob es soweit erst kommen muss? Wer clever ist/war hat sowieso irgendeine Trash-Mail-Adresse angegeben, was anderes wäre grob fahrlässig.

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  7. Bei diesen Fragen sollte man eh nicht die Wahrheit angeben. Ich nehme immer was ganz anderes, z.B. Name des Haustiers, Antwort ist Name der ersten Freundin. :D Oder statt dem Lieblingslehrer ein Schauspieler. Ist doch bescheuert da z.B. den echten Namen des Haustiers anzugeben, den jeder Bekannte kennt, und die hätten auch am ehesten die Möglichkeit an meine Emails zu kommen.

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  8. Fehlt nur noch das I wie z.B. bei INTRUDER, dann wärs letzlich FBI, hahaha…

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  9. mal ganz im Ensnt gefragt, wer gibt denn bei so einer Sicherheitsfrage wahrheitsgemäße Antworten ein? Ein gepflegtes „Blabla“ tuts doch auch, oder peile ich mal wieder nix???

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  10. Die eigentliche Frage ist doch: ist es denn wirklich ein Muß, Teilnehmer bei Gesichtsbuch zu sein? Ist es wirklich so hip, dem Zuckerberg in den Arsch zu kriechen und damit für ihn noch Unmassen Vermögen zu generieren?

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  11. @sweetkoffie blabla tut es auch

    @Die Anderen : Lest euch doch mal die AGBs durch bevor ihr euch registriert und fangt nicht an laut zu mimimimimi zu schreien.

    @Riesenhuber : Man braucht FB nicht, aber man braucht auch kein Handy. Ich nutze FB weil man schnell vielen Freunden bescheid sagen kann, wenn eine spontane Party steigt.

    Des Weiteren habe ich schon oft alte Freunde durch FB wieder gefunden.

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    • Dito.
      Wenn man nur Freunde in direkter Umgebung hat braucht man FB mit Sicherheit nicht. Wenn man seine freunde allerdings weiter nation und international verteilt hat kann sowas schon helfen. Man muss ja nicht gleich jeder dahergelaufenen „Anwendung“ seine Daten in den Rachen werfen. Macht man im Real Life ja auch nicht.

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      • Genau. In den „Apps“ wird ja auch daraufhin gewissen, das manche die Daten aus dem Profil nehmen etc.

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        • Übrigens wäre das „darauf hingewiesen“ :)

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    • oh mann, und ich doofi gebe allen meinen „echten“ freunden, bekannten und auch verwandten WELTWEIT – usa, england, australien, neuseeland, korea, japan – per verschlüsseltem formblatt durch EMAIL meine neusten nachrichten (egal um was es sich handelt) etc. weiter. UND DIE MIR.

      ja was sind denn wir nur für rückständige BLÖDMÄNNER und weigern uns einfach alle welt unseren privaten (u.a. auch oftmals nur reinen mist) mitlesen zu lassen.

      nee nee nee, aber wirklich auch . . . TS . . .

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  12. .-) nur bei all dem Wissen über das Gesichtsbuch frage ich mich, warum alle noch auf diesen Zuckerberg steigen, wo es später fette Bauchschmerzen gibt.
    Wenn dir von Rollmöpsen übel wird höre auf sie zu essen.
    Wenn ein Hai dein Bein will, strecke es ihm nicht entgegen.

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    • Ganz einfach: Vieh hat gewollt und absichtlich keine eigene Meinung, sondern folgt blind dem Massenkonsens. Wenn dann jedoch praktisch jeder Vieh ist, dann kann etwas zu folgen nur von einem der wenigen stammen, die noch selbstständig denken, und gleichzeitig sehr laut und selbstsicher sind. Wobei die lauten auch nur direkte Freunde des selbstsicheren sein können.

      Im Prinzip ist es immer noch exakt das selbe Schema wie bei Hitler (der sehr laute und selbstsichere) und den Mitläufern damals. Toll ’ne? Wie absolut keiner was draus gelernt hat…

      Ich kann nur empfehlen, selber zu lernen wie man sehr selbstsicher und laut wird. Besser man selbst als jemand anders, oder?

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  13. Ich bin raus bei FB. Das geht mir wirklich alles zu weit. Hatte letztens das ausschlaggebende Ereignis:

    http://girlmeetspearl.wordpress.com/2010/12/02/der-tagliche-facebook-wahnsinn/

    Ich soll meine Kreditkarte hinzufügen???
    Da fällt einem eigentlich schon nichts mehr zu ein…

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  14. Also ich halte mich von Failbook immer noch fern, wie von einem explodierenden Pestbeulenvulkan. Und jeder der es benutzt definiert sich damit selber automatisch als Untermensch ohne jegliche verbleibenden Rechte. Nicht weil er kein Recht dazu hätte, sonders weil er selber diese Rechte garnicht möchte.
    Schade dass ich nicht der erste war, der da Cross-Site-Scripting nutzte. Ich hätte denen Kinderpornos und Terroristen-E-Mail-Kommuniktation draufgeladen, und sie dann dafür allesamt ausweisen lassen. Aus *allen* Ländern.

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  15. […] Wie Facebook angelt […]

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