Francis Ford Coppola erklärt, was an Copyright falsch ist

Der US-Filmemacher Coppola beschrieb kürzlich in einem Interview das Scheinproblem der gestohlenen Ideen und Kunstgriffe anhand einer Anekdote als dem Leben des französischen Schriftstellers Honoré de Balzac.

Dieser habe einmal auf den offenkundigen “Diebstahl” einiger seiner Zeilen durch einen jüngeren Autor beteuert, dadurch zu Tränen gerührt worden zu sein: “Ich war so glücklich darüber, dass dieser junge Mensch etwas von mir nahm”. Weil es das nämlich sei, das sich Kunstschaffende im Grunde wünschen, führt Francis Ford Coppola aus. Künstler wollen, dass man von ihnen nimmt, damit die Jüngeren, Nachkommenden das Bestehende verwenden, in ihren eigenen Begriffen ausdrücken und so zu ihrem eigenen Stil finden können. Ihm sei ausserdem klar, dass nichts Schlechtes am Kopieren berühmter Vorbilder sei, im Gegenteil, es sei der unvermeidbare erste Schritt zu eigener kreativer Leistung.

Richtig, und genau diesen Vorgang muss das Urheberrecht ausdrücklich zulassen. Selbst wenn die Anwälte der Kulturverwerter sich angesichts dieser Freiheit der Kunst in Schmerzen auf ihren Schreibtischen krümmen. Das wäre kein zu hoher Preis.

(the99percent via techdirt) (pic Rita Molnár cc by sa)

5 Kommentare

  1. . . . aber mit genau dem – also dem zitieren erfolgreicher werke – ging vor ungefähr ca. 25+ jahren die ganze schoße, einer andauernden hexenjagd gleich, so richtig los. nämlich als vornehmlich rap, hiphop und erste (richtige) electronic-künstler damit anfingen SOUNDBITS und SAMPLES zusammen-zuschneiden und zu verwenden.

    aber auch etliche andere. man erinnere sich nur mal zurück an die 1984 initiierte “Huey Lewis VS. Ray Parker Jr. = Ghostbusters / I Want A New Drug” Klage-Farce, nur weil die 2 songs angebl. ähnliche BEATS und BASSLINES hatten die Ray Parker kopiert haben soll!!!

    kaum wurden diese arten music auch nur ansatzweise erfolgreich schon standen die ganzen gierhälse und nimmer-satten COPYRIGHT-mutherfucker vor den gerichten schlange und verklagten jeden und alles.

    hier sei an den 1991ziger disput zwischen “Gilbert O’Sullivan VS. Biz Markie” wegen dem ein paar sekunden dauernden “Alone Again” sampel in BIZ’s “Alone Again” Track errinert. denn hier beginnt erst richtig die COPYRIGHT-abzocker- timeline (weil damit ua. regelrecht ein präzedenzurteil kreiert wurde – eigentlich regelrecht aus den fingern gesaugt wurde!).

    man stelle sich das mal leibhaftig vor. wegen einem ca. 5 bis 6 sekunden lang andauerndem sampel war die bis dahin erfolgreiche karriere von Biz Markie quasi über nacht ruiniert und er selbst am rande des bettelstabes angelangt (wegen der immensen forderungen und den gerichtskosten die alle an ihm hängenblieben). und so erging es dann im laufe der zeit sehr sehr vielen anderen ebenfalls.

    und das nur damit sich irgendwelche abgeschmackten frettchenfressen (copyright-schacherer), meist talentlose blödmännern und frauen (die es trotz fast nichtskönnen vllt. einmal im leben schafften einen hit zu landen) und ihre scheißhaus-anwälte sich im geld (anderer) suhlen konnten und können.

    damit waren dann diesbezüglich die dämme gänzlich gebrochen und diese ganze kacke griff um sich wie ein seuche – und zwar auf alle bereiche des künstlerischen schaffens.

    im prinzip nur zum kotzen das ganze!

  2. Was viele noch nicht so richtig realisiert haben:

    Manche Menschen setzen Kinder in die Welt, und werden dadurch unsterblich.
    Andere setzen Ideen in die Welt, und werden durch diese unsterblich.

    (Und manche tun beides.)

    Unsere Ideen sind zu einer höheren Form des Lebens geworden. Ähnlich den „Energielebewesen“ in Filmen.
    Der Raum in dem diese Wesen leben, sind unsere Köpfe und andere Medien. Und sie wollen ebenso wachsen und sich weiterentwickeln.

    Kopieren ist also eine Form der Fortpflanzung.
    Und genau wie bei Sex, ist das fast schon ihr der Hauptlebenszweck.

    Deshalb ist die Kontrolle über das Kopieren im Prinzip das Informations-Ànalog zu… Eugenik – Der Kontrolle über das Fortpflanzen.

    Ich muss mir ein T-Shirt drucken lassen:
    DRM is eugenics for ideas

    • Prinzipiell ein guter Scherz, allerdings gegenüber “eugenics” ein Stück unfair, da es hierbei eigentlich um was positives geht (oder zumindest gehen kann). Nur hat die destruktiven Ziele und Mittel von vorallem die Nazis zu einem unverdient schlechten Ruf geführt. Man könnte vielleicht stattdessen“dysgenics” nehmen, oder irgendwie rüberbringen, dass hierdurch die “Artenvielfalt” oder das “natürliche Wachstum” künstlich eingeschränkt wird.

  3. [...] This post was mentioned on Twitter by A. Lias, 11k2. 11k2 said: Francis Ford Coppola erklärt, was an Copyright falsch ist: http://wp.me/pjgMd-5PN [...]

  4. sorry leute, aber so lange man (vor allem als kleiner wirtschaftsschwacher künstler) nicht von seinen “kleineren” werken leben kann, müssen die werke auch geschützt bleiben. das einzige was ein künstler hat, ist schliesslich seine “intellektuelle” schöpfungskraft bzw. das daraus resultierende gut.

    das UrhR berüchsichtigt theoretisch alle interessensseiten relativ ausgewogen. in der praxis allerdings ist der wirtschaftsstärkere am zuge seine rechte in unseren rechtssystem besser zu verteidigen.

    ein herr coppola mag in seiner inzwischen erreichten position das gegenwärtig populare thema aufgegriffen haben, aber auf die jährlich fliessenden tantieme und lizenzzahlungen, die sich auf erfolgreiche werke der vergangenheit stützen, würde er bestimmt nicht verzichten wollen. andernfalls würde er von seinem wohlstand beträchtlich abspecken müssen.

    auf der anderen seite ist es richtig, das künstler auf verbreitung und würdigung ihrer werke angewiesen sind. dies schliesst die “berücksichtigung” ihrer werke – wie im beispiel des kommentar-beitrages von `knallbonbon´ aufgeführt – durch remixing, sampling etc. mit ein und schaffen dadurch einen wichtigen und anerkennden beitrag in der verbreitung von werken.
    aber es kann nicht sein, das diese, eine idee aufgreifenden künstler, wie z.b. ein remix-künstler, von dem ursprünglichen werk alleine profitieren würde, wenn er von dem dann entstandenen neuen werk widerrum alleine profitieren sollte.

    das UrhR berücksichtigt und FÖRDERT sogar derlei umstände. denn es sieht neben dem ausdrücklichen schutz des autoren unbedingt auch die zugänglichmachung für die allgemeinheit vor, der weiterentwicklung des gutes (das werk) zum wohle aller.

    der im beispiel aufgeführte remixer soll ein UrhR geschütztes werk UNBEDINGT nutzen, denn das macht schliesslich die weiterentwicklung aus. was er in respekt zu dem ursprünglichen werkschöpfer allerdings berücksichtigen soll, ist dann die entsprechenden rechte aber auch abzugelten. also eine lizenz erwerben.

    was bedeutet das nun aber für den “gemeinen” teilnehmer am kulturellen leben, der nicht am professionellen kreislauf der werkschöpfung UND wertschöpfung beteiligt ist? dieser teilnehmer nutzt lediglich DAS gut, welches von dem autoren und dem darauffolgenden remixer – wenn wir bei dem obigen beispiel bleiben wollen -. der allgemeine teilnehmer zieht also seinen nutzen daraus, das er das werk für sein individuelles wohlergehen nutzt ohne aber selbst einen beitrag zu leisten, ausser eben für sein persönliches wohlergehen.

    und nun die frage:

    warum sollten die “intelektuell” arbeitenden künstler, die schliesslich auch von irgendwas leben müssen, dem “endverbraucher” ihre leistung frei zur verfügung stellen? und wenn sie das tun sollten, wovon sollen sie dann leben?

    wenn diese frage beantwortet ist, dann dürfte man im stande sein über allgemeingut auch nachzudenken.


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