Piraterie verdoppelt Umsätze

Daniel Amitay veröffentlichte das iPhone-App „Punch ‚Em“, das es dem Telefonbesitzer ermöglicht, dem von der Kamera des Geräts aufgenommenem Bild Umstehender eins reinzuhauen. Er stellte weiterhin fest, dass mehr Geräte (etwa zur Jahresendkaufrauschsaison) nicht automatisch zu mehr App-Verkäufen führten.

Erst als die gecrackte Version erhältlich war, stiegen seine Verkaufszahlen an, in einem milden Verhältnis zur frei genutzten Ausführung (ca 1:20), aber immerhin auf über das Doppelte des Umsatzes ohne „Piraterie“. Wir sehen: Sharing ist nicht nur das neue Radio, sondern auch die neue Fernsehwerbung, und führt zu mehr statt weniger Umsätzen.

Warum ich schon wieder ein Beispiel dafür bringe, obwohl wir (hier im 11k2versum) längst wissen, dass es so ist? Weil diese Wahrheit immer noch eine Nischenwahrheit in unserer Gesellschaft ist, und gegensätzlich zur offiziellen Wahrheit, derzufolge Sharing die Umsätze vermindern würde. Was, wie wir inzwischen mehrfach gesehen haben, falsch ist.

(via techdirt)

6 Kommentare

  1. Vielleicht sollte das mal jemand dem Herrn Gorny erklären. Der scheint so seine Schwierigkeiten mit Zahlen und Verhältnissen zu haben.

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  2. Was man unbedingt dazu auch wieder erwähnen muss: Die Leute die das Ding frei kopiert* haben, würden es auch dann nicht lizensieren, wenn das frei kopieren nicht möglich wäre. Weil sich der (subjektive) Wert des Dings für sie ja nicht ändert. Wenn man denkt, das ist das Geld nicht wert, denkt man dass es das Geld nicht wert ist. Punkt. Mit kopieren können oder nicht hat das nix zu tun.

    Und deswegen schadet es auch niemandem. Weil niemandem was entgeht.
    Wie oben gesehen ist sogar das Gegenteil der Fall.

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    • Oh, hab die Fußnoten vergessen:
      * frei kopieren: Das ist der korrekte Begriff für das Sozialkampfwort „Piraterie“. Es ist traurig das das Wort selbst von denen benutzt wird, die vermeintlich dagegen ankämpfen.
      • lizensieren: Man kann Software per Definition nicht kaufen. Da man sie nicht besitzen kann. Alles was man tut, ist (imaginäre) Rechte erwerben, die von einer Lizenz (eine Art Vertrag) bestätigt werden.

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  3. ein artikel darüber hab ich Schon auf ifun.de letzte Woche gelesen, dabei sind in den Kommentaren, wie so oft dort, die jailbreaker zerrissen und als kinder abgestempelt worden…

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  4. Nunja, aber stell dir mal vor das der Daniel Amitay sich sein Leben nicht selber finanziert sondern die Kohle von Investoren verjubelt. Um von denen im voraus Geld zu bekommen muss man denen das Projekt natürluich schmackhaft machen, was zumeist auch mit dem Mittel der Übertreibung passiert. Wenn jetzt nach dem verkauf weniger Umsatz wie vorhergesagt gemacht wurde muss man sich natürlich erklären. Also die Wahrheit sagen oder irgendwelche Ausreden erfinden.
    Na und welche Ausrede ist demnach am einfachsten? Richtig: Hätten die bösen Raubkopiere alle gezahlt hätten man ein fettes plus gemacht. Und wenn man schonmal dabei ist kann man dann auch gleich mehr Geld bei den Investoren locker machen da man jetzt ja noch einen supertollen (teuren) Kopierschutz einbauen muss damit der nächste Umsatz ganz bestimmt in diesen Schwindeleregenden Höhen angesiedelt werden kann.
    Die meisten Investoren kennen schließlich nur ihr Geld und das was dazugehört. Technik oder das Geschehen drumherum befindet sich in einer anderen Welt.

    Bytheway, wie kann man die Anzahl der Raubkopien so taggenau bestimmen?

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  5. ich find’s immer wieder interessant, Meinungen in der Richtung zu hören oder zu lesen. Meine 2 Cent: ich besitze eine gekaufte Originalversion (zugegeben eine ältere, Win2k-taugliche) von Adobe Photoshop. Hätte es nicht die Möglichkeit gegeben, mir das Ding vorher genau anzuschauen, hätte ich das Programm auch nicht „gekauft“. Das Gleiche gilt auch für einige Tonträger. Ich finde nur die Bezeichnung „Piraterie“ in dem Zusammenhang etwas geschmacklos, denn warum bin ich ein Pirat, wenn ich ein Produkt kaufe, das ich mir als Nicht-Pirat nicht gekauft hätte? Ist Piraterie nicht „Freibeuterei“? Ich bin kein Freibeuter…

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