Blogs schlecht, Tageszeitungen gut

An bayrischen Grundschulen sollen Schüler seit diesem Schuljahr Medienkompetenz in Form eines Medienführerschein erwerben. Aus der vom Verband Bayerischer Zeitungsverleger (VBZV) finanzierten Schulbuch “Schau genau hin” erfahren wir: “Informationsseiten von Zeitungen oder Sendeanstalten unterliegen dem Presserecht (Sorgfaltspflicht der Presse) und sind daher in der Regel geprüft.” Im Gegensatz zum sonstigen “Internet”. Ach. Und was ist mit der Tageszeitung der von mir bewohnten, verschlafenen Kleingrossstadt und ihrem wirklich unterirdischen journalistischen Niveau? Und mit den vielen anderen Bespielen für gut bezahlten Schmierenjournalismus? Anders gesagt: Medienkompetenz ist ein anderes Wort für Erziehung zum Konsum. Oder nicht? (via stefan niggemeier)

9 Kommentare

  1. Die Zeitung aus Papier wird ja von einem Redakteur entscheidend mitbestimmt. Das ist nur eine einzelne Person und die kann man von Seiten der Politik noch einigermassen beeinflussen. Außerdem hat er meistens igrendwas studiert und das beeindruckt ja immer. Das schier unendlich große Heer der Blogger kann man aber schlecht kontrollieren. Selbst die Impressumspflicht ändert daran nichts, denn wer liest und kontrolliert die denn alle?

    Deswegen ist es doch ganz klar, dass Zeitungen “gut” und Blogs “böse” sind. Mensch, das ist doch nicht so schwer. Kontrollmöglickeiten = “gut”. Unzensierte und wild wuchernde Meinungen und Sichtweisen = “böse”

    • auch ganz passend zum thema “qualität und unabhängigkeit seitens der presse”:

      Informationsdiktat in Medienredaktionen – Deutschland

  2. Man muss nicht immer alles schlecht. Die Richtung stimmt!

  3. Also, das muss man nicht schlechtreden, nicht per se. Medienkompetenz umfasst ja eben, dass man ein Medium kritisch betrachtet und nicht alles schluckt, was drin geschrieben steht, ob das jetzt die Bild, die Zeit oder eben irgendein Blog ist. Und da kann ja nun wirklich jeder alles reinschreiben.

  4. Also erstmal: Schulbücher (Inhalt &alles) werden von Zeitungsverlegern finanziert!
    Hmmm .. alleine das ist schon kriminell!!
    Als nächstes sollte Reemtsma ein Schulbuch über den positiven Einfluss des Rauchens finanzieren !!!!
    Eltern sollten das beukotieren … Keine lobby (oder auch nicht lobby HAHA) sollte Einfluss auf die Lerninhalte haben … oder ist hier Iran ?
    Ich sage dazu nix mehr !!

  5. @ReBOOT
    Stimme Dir voll und ganz zu – das war auch mein erster Gedanke! Es ist heutzutage leider schon gang und gebe das Firmen z.B. die Sparkasse, den Neuanfängern kleine Präsente in die Schultüte packen. Hmm … frage mich wann die erste Brauerei Freibier für ein Schulfest sponsort.

  6. [...] This post was mentioned on Twitter by A. Lias, 11k2. 11k2 said: Blogs schlecht, Tageszeitungen gut: http://wp.me/pjgMd-5Ug [...]

  7. Die Internetgemeinde und viele weitere Menschen hat jahrelang gefordert, dass Medienkompetenz eingeführt werden sollte. Nun machen sie es, doch über die Inhalte haben viele Menschen nicht geredet. Logisch, dass das sonstige “Internet” nicht gut wegkommt, besonders wenn jetzt die Medientrommeln für “Cyber”-Attacken aus dem Internet kommen und Wikileaks auf einmal alle Menschen nackt macht. Ups, da rede ich ja schon wie Joachim Herrmann.

    Was in der Schule gelehrt wird, ist Ländersache, dass es also in jedem Bundesland andere “Medienkompetenz” geben wird, steht leider fest. Und da kann sich dann die jeweilige Landesregierung austoben, weil es ein sehr neues (und wichtiges) Feld ist, dass es zu besetzen gilt. Am besten vor irgendwelchen Meckeren und Wutbürgern.

  8. loool. „Sorgfaltspflicht”. Ein Augenwischerei-Wort.

    Wer Überwacht denn? Was hat der Überwacher für Eigeninteressen? Und vor allem: Wie ist das Vertrauensverhältnis zwischen dem Überwacher und dem Empfänger?

    Dafür ist es nämlich völlig irrelevant, ob da jemand überwacht oder „Sorgfältig” ist.

    Vertrauenswürdigkeit ist das Stichwort.

    Und klassische Medien sind da nichts weiter als Propagandastellen.

    Ein schöner Trick: Wenn jemand was meldet, das ihm erwiesenermaßen komplett gegen den Strich geht, dann hat man prinzipiell einen guten Indikator für Glaubwürdigkeit. :)
    (So lange man sich in dessen Interessen nicht irrt. Und deswegen sollte man seine Feind besser kennen als seine Freunde. ;)


Comments RSS TrackBack Identifier URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 884 Followern an