Google macht das Internet 50% schneller: SPDY

Die Überschrift ist natürlich eine plakative Verkürzung. Was die Google-Ingenieure da entwickelt haben, ist zwar ein grosser Schritt für die Menschheit, wirkt sich aber zunächst nur auf den Datentransfer zwischen Google-Browser Chrome und den Google-eigenen Webseiten aus. Weil beide SPDY (sprich: „speedy“) unterstützen.

Und SPDY ist auch kein Akronym, sondern ein Beispiel für geekige Onomatopoesie, wenn nicht gar ein Ideophon (darüber sollen sich meinetwegen andere streiten).

Im Wesentlichen ist SPDY eine Codebasis, die auf TCP aufsetzt und Flaschenhälse in HTTP umgeht. Letzteres wurde nämlich nicht wirklich für die relativ grossen Datenmengen und schnellen Kommunikationsformen konzipiert, die wir heute verwenden.

Rein technisch gesehen scheint es zu funktionieren. Aber was bedeutet es für unsere Kommunikationsgesellschaft, wenn die grundsätzlichen Funktionen der Interwebitubes geforkt werden? Ich traue Google natürlich zu, vom Mantra des „Do no evil“ getragen die SPDY-Forschung völlig in die Open Source zu überführen. Und ich begrüsse alle Anstrengungen, das Internet als Rückgrat unserer Zivilisation zu verbessern.

Aber wer schaut den Zauberlehrlingen auf die Finger? Wenn die Feder mächtiger als das Schwert ist, müssen wir SPDY dann vorsichtiger behandeln als Siedewasserreaktoren? Keine Frage, eine (Informations-)Kernschmelze bei Google würde die Menschheit nachhaltiger betreffen als die (nukleare) in Fukushima. Trotzdem gibts in beiden Fällen keinen Weg zurück.

„I’m sorry, Dave. I’m afraid I can’t do that“. Willkommen, SPDY!

chromium via conceivablytech via hackernews, pic: 2001: A Space Odyssey

4 Kommentare

  1. In einem würde ich dir wiedersprechen, es gibt immer einen Schritt zurück, es kommt immer auf die Sache des Standpunktes und dem Versändis über Zeit an.
    So kann man verschiedene Standpunkte haben ob Fukoshima z.B. ein Rück-oder Vortschritt ist. So sieht es auch bei „i m a devil“ google aus. Abgerechnet wird zum Schluss.

    Gefällt mir

    • Es gibt immer einen Schritt zurück? Ja? Dann schau dir mal Goatse an. Und dann versuch, das anschauen rückgängig zu machen.
      Es gibt nunmal kein „unsee“. Und thermodynamisch geht es sowieso nur richtung Chaos und Hitzetod. Nie zurück.
      Von daher gibt es physikalisch gesehen leider nicht immer einen Schritt zurück.

      Gefällt mir

  2. zu schell getippt Vortschritt= Fort…
    und ein fehlendes „t“ der Vollständigkeit halber

    Gefällt mir

  3. schmunzel, die Erde war auch mal eine ganze Zeit eine Scheibe .-)

    Gefällt mir


Comments RSS TrackBack Identifier URI

Kommentar schreiben

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.