Wo der Prophet versagt hat

Die US-TV-Reporterin Lara Logan hat am Wochenende in einer Ausstrahlung ihres Senders CBS erzählt, was am 11. Februar auf dem Tahrir-Platz in Kairo wirklich passiert ist. Bisher wussten wir, dass sie „sexuell belästigt“ worden war – eine eher unpräzise Formulierung.

Jetzt hat sie beschrieben, dass sie auf einer Anti-Mubarak-Demo im Zug der Jasmin-Revolution von einer grösseren Gruppe Männer angegriffen wurde, die sie von ihrem Kamerateam mit Bodyguards trennten, ihr die Kleider vom Körper rissen, sie (in ihren eigenen Worten) „mit ihren Händen vergewaltigten“, „von vorne und hinten“ und an ihren Haaren und Gliedmassen zerrten, so dass sie schwere Zerrungen und Prellungen davontrug, aber keine Knochenbrüche. Das hielt etwa 25 Minuten an, bis sie vom Wogen der Menge an einen Zaun gedrückt wurde, wo eine Gruppe einheimischer Frauen sie beschützte, bis Soldaten des ägyptischen Militärs sie auf einen Panzer zerrten, in Sicherheit. Die „sexuelle Belästigung“ war also eher etwas zwischen Massenvergewaltigung und versuchtem Lynchmord.

Wo, um zur Überschrift zurück zu kehren, der Prophet (Friede sei mit ihm), versagt hat, ist das Etablieren von moralischen Grundsätzen auf dem Umweg eines religiös gestalteten Weltbilds. Für meine überwiegend säkularen Leser nicht überraschend, aber dadurch nicht weniger bedauerlich, da der von Herrn Mohammed im Jahr 632 westlicher Zeitrechnung an der Küste des Roten Meers abgeschlossene Koran weit weniger bizarr und psychotisch formuliert ist als seine beiden buchreligiösen Vorläufer aus dem palästinensischen Raum. Die (irgendwie islamisch geprägten) Männer auf dem Tahrir-Platz haben sich verhalten wie niedere Tiere, also entwicklungsgeschichtlich noch bevor ihre Spezies sozialen Kontext entwickelte.

Wir wissen natürlich nicht, welche vergleichbaren Szenen sich in deutschen Konzentrationslagern, sowjetischen Gulags, katholischen Klöstern, US-Militärbasen in Vietnam oder im Irak und den anderen Kriegszonen der jüngeren Geschichte abgespielt haben. Eine Folgerung daraus ist für mich, den Ordnungsvertretungs-Anspruch der diversen Religionen (wieder einmal) vollständig zurückzuweisen. Statt dessen müssen wir annehmen, dass nur so lange alles ruhig und geordnet abläuft (und niemand verletzt wird), wie eben alles ruhig und geordnet erscheint. Sobald die sozialen Bezüge beschädigt werden, sei es durch Krieg oder Revolution, ist die Chance gross, dass ein signifikanter Teil der Bevölkerung (bzw der Männer jüngeren und mittleren Alters) komplett durchdreht und Verhaltensmuster produziert, die wir eher in der Anfangsphase unserer Spezies vermuten würden als nach zwei Millionen Jahren Anlauf plus mindestens 10.000 Jahre ackerbaubedingte Gesellschaftsentwicklung.

Insofern hat der Prophet (Friede sei mit ihm), gar nicht versagt, oder eben nicht mehr als alle anderen, die dasselbe versucht haben. Wir lernen: Nicht nur Demokratie, sondern überhaupt Zivilisation ist ein kostbares Gut, um das wir jeden Tag zu kämpfen bereit sein müssen.

Meinen Respekt an Lara Logan für ihr mutiges Eintreten für diese Wahrheit.

cbsnews

8 Kommentare

  1. Warum vergewaltigten sie die weisse Frau und nicht umstehende Muslima?
    Naja, warum wohl? Weil sie in ihren Augen eine ungläubige Hure ist, die man sich natürlich als Sexklavin nehmen kann.

    Siehe auch die Geschichten aus England. Ein Zufall?

    Natürlich finded man Beispiele in anderen Religion auch, der wahre Grund liegt darin, dass der Mensch sich fälschlicherweise Mensch nennt, ohne die damit verbundenen Implilkationen zu beachten. Biologisch gehört man natürlich zu den „Menschen“ aber hinter dem Begriff steckt viel mehr.

    Der Prohphet selber hat also sehr wohl versagt, da er in seinem Buch das versklaven von Ungläubigen erlaubt, vorallem Sexsklavinnen, und so die verbrecherischen Vergewaltiger aus dem Orient auf seinen bequemen „Wahrheiten“ beharren. Jegliche kulturelle Evolution missachtend.
    Also dienten die überholten Worte des Propheten als Legitimation für Verbrechen.

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    • So ein Schwachsinn kann nur von einem Nazi kommen. (Auch nicht besser als deren Extrem.)

      Alle in einen Topf was?
      Du hast einen Penis. Fast alle verurteilten Vergewaltigter hatten einen Penis. Ein Zufall?
      Oder sollte man dich nicht lieber gleich wegsperren, aufgrund wilder Verallgemeinerungen.

      Muss ich dich dran erinnern, dass, als der Koran geschrieben wurde, Sklaverei *überall* an der Tagesordnung war. Wir (als Menschheit) haben uns weiterentwickelt. Um böswillige Manipulationen ihres Buches (wie bei der Bibel) zu vermeiden, achtete man wie Adler drauf, dass bloß nichts verändert wird. Dummerweise erhielt man so auch archaische Konzept.
      Aber besser als alte böse Konzepte PLUS neue böse Konzepte. Die Kreuzritter und Inquisitoren waren ja auch nur eine mordende und vergewaltigende Horde.

      Tatsächlich ist es in obigem Fall viel simpler. Siehe dazu mein (irrtümlich unter falschem Namen geposteter) Kommentar.

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    • Wieso Nazi?
      Es geht darum, dass wilde Affen irgendeine Sammlung von Kurzgeschichten für bare Münze nehmen, WEIL es IHNEN das Leben bequem macht.
      So war das natürlich mit Kreuzrittern etc. auch.
      Nur wie du selbst sagst, haben sich die westlichen Kulturen entwickelt und es kommt den meissten Menschen nicht mehr in den Sinn eine „andere“ auf öffentlichen Versammlungen zu vergewaltigen.
      Wenn das Buch jedoch den Alltag bestimmt passiert sowas natürlich schneller, da die Gesellschaft nicht abstreiten kann, dass die Wahrheit des Buches sowas ja „empfiehlt“.

      Als „christlich“ gepräptes Land könnte man ja auch darauf kommen irgendwelche Bibelstellen als Legitimation für allerlei Verbrechen heranzuziehen, aber man tut es nicht.

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      • Wieso Nazi? Weil BAReFOOt sich gerne benimmt wie die Axt im Walde, deshalb. Stör Dich einfach nicht dran, ich kann an deinem Post nichts Falsches entdecken. Und daß die „Loverboys“ (was für ein Euphemismus!) in England, Holland und sonstwo, unabhängig von der ethnischen Herkunft, zu 98% aus islamischen Ländern stammen, ist natürlich kein Zufall! Allerdings werden die Mädchen dort wohl kaum auf Anweisung, oder auch nur unter der Duldung der Umma versklavt. Ausnahmen, wie dieser Imam aus Australien, der zur Vergewaltigung unverschleierter Frauen aufgerufen hat, stellen nur Auswüchse dar, nicht die Basis.

        Bei sexueller Gewalt, wie sie Lara Logan widerfahren ist, geht es übrigens nicht um den Sex, sondern um die Gewalt. Sex als demoralisierende Waffe, so kennt man’s von überall, wo die Scheiße auf den Vetilator trifft.

        Und, noch zu Lara Logan; bei aller Abscheulichkeit sollte man eins nicht überlesen, nämlich das hier:

        „wo eine Gruppe einheimischer Frauen sie beschützte, bis Soldaten des ägyptischen Militärs sie auf einen Panzer zerrten, in Sicherheit.“

        Das waren bestimmt auch Muslime, von daher besteht besteht noch Hoffnung…

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  2. Ich kann dir nur sagen, dass es im Jugoslavien-Krieg laut augenzeugenberichten auch KZ- und SS-ähnlich abging.
    Ich nehme mittlerweile einfach an, dass das immer so ist.

    Weil wir Menschen nunmal dauernd uns selbst unterdrücken. Vor allem religiöse und andere mit starren Ideologien. Und irgendwann platzt es dann halt raus.
    Sex ist halt der stärkste Instinkt, neben Hunger. Und das ist auch gut so.

    Was dies Fast-Vergewaltiger brauchen, ist eine Psychotherapie gegen die Selbstunterdrückung und dann viel von allen beteiligten gewollten wilden animalischen versauten Sex.

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    • Mist. Vergessen, den Namen zurückzustellen. ^^

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    • Du meinst also diese Gruppe von Ägyptern hatten keinen Sex?
      Unwahrscheinlich.

      Sex ist meiner Meinung nach heutzutage ein total sinnloser Instinkt. Ein Rudiment der Steinzeit, genauso wie Gier und andere niederen Boshaftigkeiten.

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      • das glaube ich nicht. ohne diesen instink würde es in den zivilisierten gesellschaften wohl keine nachkommen mehr geben ^^

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