Counter-Strike in Abbottabad

Spielen Taliban in Counter-Strike immer als Terroristen? Spielen Taliban überhaupt Counter-Strike, haben sie überhaupt Computer? Glücklicherweise konnten diese wesentlichen Fragen geklärt werden, mit Hilfe eines Gamers aus Abbottabad.

Azim Durrani ist 20, hat eine Xbox, spielt am liebsten Battlefield, aber auch mal Bulletstorm oder Unreal Tournament. Er war sehr überrascht, zu erfahren, dass Osama Bin Laden nur wenige Strassen entfernt gelebt haben soll, im ansonsten idyllisch friedlichen Abbottabad. Das Städtchen im äussersten Norden Pakistans ist mittlerweile frei von ausländischen Medienvertretern, diese wurden von den örtlichen Behörden und der Armee aus der Stadt gewiesen. Azim hörte in der Nacht des Überfalls Schüsse und eine Explosion, und erfuhr die ganze Geschichte von seinem Onkel, der nahe beim Wohnhaus der Familie Bin Laden lebt. Ausserdem weiss Azim aus erster Hand, dass junge Taliban gerne Counter-Strike spielen, immer als Terrorist und um ihre Sinne zu schärfen, ihr Gedächtnis und ihr Reaktionsvermögen zu trainieren und überhaupt um mit Computern unschlagbar zu sein.

Aber das erzählen Teenage Gamer aller Kulturkreise, da müssen wir uns also keine Sorgen machen. Schwierig wird es erst, wenn sie die friedliche und sozial orientierte Tätigkeit des Computergaming aufgeben für die gewaltsame Ideologie ihrer Väter und Grossväter. Ich denke, wir sollten dafür sorgen, dass alle Teenager dieses Planeten genug Computerspiele haben. Und Wasser, Nahrung, Medikamente, Bildung. Und dafür, dass sie vor den Imperialisten und Ideologen unserer Ära unbehelligt bleiben und zu unbelasteten, freien Menschen heranwachsen können. Azim Durrani hat jedenfalls seinen Beitrag dafür geleistet, dass die Welt ein klein wenig besser wird.

kotaku

Pic oben: Die neue Abbottabad-Counter-Strike-Map der GameBanana-Modder, mitte: Azim, unten: Das Städtchen auf Google Maps.

3 Kommentare

  1. Sieht aus wie Source. Menno.

  2. Jetzt wirfst du den Ego-Shooter-Hassern mit deinem artikel auch noch nen Knochen zum Knabbern zu :-X

  3. “Ausserdem weiss Azim aus erster Hand, dass junge Taliban gerne Counter-Strike spielen, immer als Terrorist und um ihre Sinne zu schärfen, ihr Gedächtnis und ihr Reaktionsvermögen zu trainieren und überhaupt um mit Computern unschlagbar zu sein.”
    Wasser auf den Mühlen der “Killerspiel”-Gegner. Habe ich mir aber denken können. Immerhin bietet sogar die US Army einen Ego-Shooter als Werbeinstrument und Trainingsspiel an. Ich persönlich spiele solche Spiele, weil sie Spaß machen und um mich immer wieder zu vergewissern, dass ich Krieg abscheulich finde.


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