Rumdestille gewinnt Markenstreit, verliert Geschäftsbasis

Es gibt da wohl eine Spirituosenmarke namens Pusser’s Rum, deren Destille sich vor einigen Jahren den Markennamen „Painkiller“ für Drinks und Verwandtes schützen liess. Jetzt verklagte der Schnapshersteller eine New Yorker Bar des gleichen Namens auf Unterlassung, und bekam Recht. Die Bar hat sich in PKNY umbenannt und den betreffenden Drink von der Geränkekarte gestrichen, Pusser’s allerdings fällt wirtschaftlich gerade vom Barhocker, weil Barkeeper den Anbieter jetzt flächendeckend boykottieren.

Das ist der Weg. Nachdem unser politisches System zusehends von „Demokratie“ zu „Kapitalismus“ morpht, ist die Abstimmung an der Ladenkasse mindestens so wichtig geworden wie die an der Wahlurne. Man kann sich natürlich in beiden Wahlgängen auf den Standpunkt stellen „ist doch eh egal, die machen doch sowieso, was sie wollen“, und damit freiwillig die Opfer-Position einnehmen, muss aber nicht. Man kann auch hier und da mal gemeinschaftlich und gezielt einen besonders blöden Kapitalisten in den Ruin treiben, es ist gar nicht nötig, alle zu treffen, um die Geschäftsmoral etwas nach oben zu bekommen. techdirt

6 Kommentare

  1. das funzt aber nur bei kleinen herstellern/firmen. konzerne wie zB. nestle lachen sich über so was schief. die gründen 3 neue tochtergesellschaften – verlagern die produktion – fabulieren 20 neue marken in die welt und verkaufen weiterhin (mit marginalen verlusten) ihren genau gleichen scheißdreck in anderer verpackung . . .

    . . . und sitzen die sache (welche auch immer) solange aus (und arbeiten mit den kauf-journalismus der großen meinungsmacher-medien-unternehmen zusammen) bis die meisten leute die sache vergessen haben und machen dann genauso weiter wie vorher – wenn nicht sogar noch dreister.

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    • Wieso verteidigst du den Feind? Krieg wird im Kopf geführt! Und du wedelst hier schon mit der weissen Fahne, bevor es losgeht.
      Erinnert mich irgendwie an die braune Zeit „Gegen so eine Übermacht kann man doch nix ausrichten“ wurde da über die Nazis gesagt. Dabei warens nur eine kleine Minderheit von Irren. Der Rest hat nur einfach nix gemacht. Obige Ausrede war damit der Grund warum „nix auszurichten war“.

      In meinem Kopf verliert Nestle immer. Und wenn du was ändern willst, solltest auch du genau da (im Kopf) anfangen.

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      • och, machen kann/könnte man schon was – nur (schon lange) nicht gewaltlos! ABER muss ich das unbedingt bei jedem posting explizit zum ausdruck bringen?

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  2. Ich finde Boykott ist eine sehr effiziente Form des Widerstands. Es müssen nur genug Menschen mitmachen, dann tut es auch Konzernen wie Nestlé weh.

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  3. Ich hab mich bei solchen Dingen schon immer gefragt, wer sich denn die ganzen neuen Namen für irgendwelche Sachen ausdenken soll. Immerhin leben bald sieben Milliarden Menschen auf diesem Planeten und sie alle könnten auf die Idee kommen, einen Laden namens „Painkiller“ aufzumachen, ohne zu wissen, ob das jetzt geschützt ist oder wie oder was. Solange eine Verwechslung ausgeschlossen ist, sollte jegliche Namensgebung erlaubt sein.

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