Geistiges Eigentum lässt virtuelle Kuscheltiere verhungern

So weit ist es also gekommen. In Second Life, dem wahrscheinlich bizarrsten MMO dieser Galaxis, kann man die virtuellen Kuschelhasen mit dem neophonen Namen Meeroos von den Malevay Studios kaufen. Plus das für die Virtualniedlinge benötigte Futter. Soweit, so second life. Kennen wir. Furries und so. Nur haben inzwischen böse Griefer herausbekommen, wie man das Futter herstellt. Also den Code für das Meero-Futter-Script geknackt. So dass sie eigene Tiernahrungshandlungen eröffnen und unberechtigt raubkopierte Leckereien verticken konnten.

Und damit die sauer verdienten Linden Dollars unschuldiger Meero-Besitzer einschwenken. Reaktion des Rechteinhabers Malevay Studios: Man beschwert sich beim SL-Betreiber Linden Labs. Der schliesst die Fake-Futter-Accounts, die von erbosten Meeroo-Besitzern gemeldet wurden. Einschliesslich des „echten“ Original-Accounts. Womöglich eine Fehlmeldung. Ein Denunziantions-False-Positive. Oder ein Griefer.

Folge: Es gibt kein Futter mehr für die kleinen Nichtwelt-Kuschler, die ihre Besitzer mit grossen, traurigen, hingrigen Augen anschauen und bei Unterschreiten eines Mindest-Nahrungslevels abhauen. Futter suchen, egal wo. So dass die rechtmässigen Meeros-Halter ihrerseits mit grossen, traurigen, tränenerfüllten Augen ihren entschwindenden Bildschirmhopplern nachschauen. Ein Drama epischen Ausmasses. Inzwischen hat Linden Labs die Sperrungen rückgängig gemacht, um nicht all zu viele Meeros-Freunde in Depressionen zu stürzen. Ah. Ok.

Ich entschuldige mich an dieser Stelle noch bei meinem Lesern dafür, dass diese Second-Life-Story keine für dieses Party-MMO übliche perverse cyber-erotische Komponente hat (oder doch?) und möchte dennoch die grundsätzliche Frage stellen: Warum können wir alle nicht einfach Freunde sein?

new world notes

2 Kommentare

  1. what you see is what the fuck?!?

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  2. Ich entschuldige mich an dieser Stelle noch bei meinem Lesern dafür, dass diese Second-Life-Story keine für dieses Party-MMO übliche perverse cyber-erotische Komponente hat.

    INB4 „I’d hit that!“. ;)

    Warum können wir alle nicht einfach Freunde sein?

    Weil Ressourcen begrenzt sind, Fritz. (Zumindest reale Materie und Energie. Informationen nicht.)
    Und der fetteste, mit den meisten Ressourcen und Kindern, ist der, der nicht ausstirbt.
    Beispiel China: Es gibt zig Millionen zu wenig Frauen. Also werden zig Millionen Männererblinien aussterben.
    Und keiner mag aussterben. Einer muss es aber.

    Unabhängig davon ist es natürlich klüger, so lange noch genug Ressourcen da sind, zusammenzuarbeiten (dazu gehört logischerweise auch zu teilen [OK, die meisten tricksen eher, mit Trugbildern und Glasperlen.]). Aber nur deswegen, weil man dann nicht so schnell ausstirbt. Naja, bis es dann nur noch diese beiden gibt.
    Beispiel Menschheit: Nur der Homo Sapiens hat überlebt. Nachdem er davor mit dem Neandertaler zusammengearbeitet hatte.

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