Der Papst als Nazi

Die Hollywood-Schauspielerin Susan Sarandon, definitiv kein Teenager mehr, hat am letzten Samstag auf einer öffentlichen Plauderrunde zum Hamptons International Film Festival im US-Bundesstaat New York den amtierenden Papst Josef Benedikt den Sechzehnten als Nazi bezeichnet. Und als sie von peinlich berührten Mitplauderern unterbrochen wurde, gleich nochmal.

Jetzt ist es natürlich gemein, jemanden als Nazi zu beschimpfen, nur weil er als Kind in der Hitlerjugend war. Traf das damals nicht auf alle Kinder zu, Juden und Kommunisten ausgenommen? Hätte Susan in ihrer irgendwie nachvollziehbaren Empörung nicht besser „Kinderficker-Inschutznehmer“ sagen sollen? Oder „Aids-Ansteckungs-Befürworter“, „Frauen-Feind“ oder „ewiggestriger Mittelalternostalgiker“? Ja, schon. Aber „Nazi“ ist einfach kürzer. Ich finde, wir sollten unserer lieben Schwester Susan diesen verbalen Kurzlink nachsehen. Um der Liebe Christi willen. Oder einfach nur, weil wir im dritten Jahrtausend leben und Godwins Gesetz nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken ist. LAtimes, stir, pic Mary Harrsch cc by nc sa

6 Gedanken zu „Der Papst als Nazi

  1. Godwins Gesetz? Das is jetzt aber auch gemein, Fritz, denn das hieße ja zwangsläufig, dass a) die lockere Diskussionsrunde aus dem Ruder gelaufen sei und b) dass Susan den Kürzeren zieht. Zudem meinte Godwin glaube ich die Diskreditierung eines Diskussionsgegners und nicht einer anderen Person.

    Ja. Ich weiß. Ein wenig spitzfindig.

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  2. „Kinderficker-Inschutznehmer“, „Aids-Ansteckungs-Befürworter“, „Frauen-Feind“ und „ewiggestriger Mittelalternostalgiker“ lassen sich doch super mit „Nazi“ zusammenfassen oder?

    der papst ist durch seine weltansichten teilw. zum hassobjekt geworden.
    wer sind noch hassobjekte? natürlich! nazis! und dann noch die info das ratzinger mal in der HJ war. da bietet es sich doch geradezu an mit der nazikeule auszuholen um seinen ärger luft zu machen.

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    1. Das sind nicht die Weltansichten des Papstes, sondern das ist die Weltansicht der Katholiken. Der darf auch LÄNGST net alles sagen was er denkt, der Papst. Aber gut daß es ihn gibt, weil wen sollte man sonst beschimpfen bei den Katholiken? Den Bischoff?

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  3. Bitte keine Missverständnisse! Ich bin kein Kathoik und auch kein Bayer. Pabst Benedikt (Kardinal Ratzinger) ist Bayer und ich möchte an dieser Stelle eine Lanze für ihn brechen.
    In bayrischen Sprachgebrauch bezeichnet man den designierten Hoferben, der zwar den Betrieb leitet, aber sich dem Wort seines Vaters beugen muß, als Nazi (gesprochen: Noazi).
    In diesem Sinne ist es eigentlich genau die Position, welche dieser Mann ausfüllt und man/frau sollte keine Mediensternchen überbewerten, die nur mit Halbwissen glänzen.

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  4. „europäische-menschenrechtskonvention-ratifizierungs-verweigerer“

    ist auch noch eine schöne bezeichnung für den heiligen stuhlgang-

    im prinzip sagt das ja alles – und mehr als überdeutlich – aus, oder?

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