GEMA verhindert weiter, dass Musiker Geld verdienen

Wann immer ich im Web ein Video mit Musikanteil sehen will, ist die Chance gross, dass statt der interessanten kulturellen Entdeckung nur dieser Text gezeigt wird: Die Gema blockiert weiter, dass Musiker bekannt werden, indem sie ihre Arbeit auf dem weltweit wichtigsten TV-Sender, YouTube, vorstellen.

Sollen wir Konsumenten statt dessen einfach das kaufen, was im Ladenregal steht? Ist das ihr geheimer Plan? Um euch nochmal den Rahmen aufzumalen:

In Deutschland werden jährlich etwa 1,4 Milliarden Euro für den Kauf von Musik (CDs, Downloads, DVDs) ausgegeben. Die Gema, eine Organisation, die von allen, die mit Musik zu tun haben, Geld verlangt und dieses an einige wenige wieder ausschüttet, nimmt – pro Jahr – 900 Millionen für „Musikrechte“ ein.

Im Gegensatz dazu werden in Deutschland jährlich knapp 10 Milliarden mit Büchern und Fachzeitschriften, und etwa 9 Milliarden mit Zeitungen verdient. Die für die „Rechtewahrnehmung“, hier mit über 50% Anteil die Abgabe auf Kopiergeräte, durch die VG Wort liegt bei jährlich etwa 120 Millionen Euro.

Die Ausschüttung an den einzelnen Autor durch die VG Wort ist trotzdem grösser als an einen Komponisten durch die Gema. Ausser, letzterer ist Popstar oder Klassikkomponist. Die bekommen Boni. Die Regeln werden bei der Gema übrigens nur von Mitgliedern gemacht, die in den vergangenen 5 Jahren jeweils mehr als 31.000 Euro an Tantiemen erhalten haben – wobei die Hälfte der Ausschüttungen nicht an Komponisten, sondern an Verlage geht. Diese nicht demokratisch kontrollierte, unsere Kultur parasitär schädigende Organisation muss abgeschafft werden.

(alle Zahlen sind sehr stark gerundet, googelt selber, wenn ihrs genau wissen wollt)

23 Kommentare

  1. So hart es klingen mag, aber jeder Musikschaffende der sich freiwillig (GEMA-Mitgliedschaft ist kein Zwang) dieser Bande anschließt ist selber Schuld.

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    • Ein verhältnismäßig lasches Argument, wenn ich meine Musik in einem Verlag veröffentlichen will, und das kann sogar mein eigener sein, dann komme ich um eine Zwangsmitgliedschaft nicht herum. Genau so unsinnig wie der Rat, man müsse nur aus der Kirche austreten, um sie finanziell zu schädigen – sie bedient sich trotzdem an meinen Steuergeldern.

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      • Verlag? Die 80er haben angerufen. Sie wollen ihre Geschäftsmodelle zurück!
        Echt ey. Wir leben im 21ster Jahrhundert. Wer brauch da so ’nen anachronistischen Scheiss wie Verlage?
        Kickstarter.com, ’ne lokale Marketing-Firma mit globaler Onlinekompetenz, PayPal o.ä., und ’ne Webseite, und fertig! Gegen einen kleinen einmaligen Festbetrag such ich das alles sogar für dich raus!
        Verlag… haha… du bist ja geil!

        Oh, und wenn du aus der Kirche ausgetreten bist, wie genau bedient sich die Kirche dann an den Steuergeldern? Würd ich gern mal wissen. Denn meines Wissens nach ist das Unsinn.
        (Ha, bin ich froh dass ich nie getauft wurde. :D)

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        • Halhalt. Musikverlage sind eine unverzichtbare Einrichtung, weil… weil…, ääh…

          LEIDER IST DIESER KOMMENTAR IN DEINEM LAND NICHT VERFÜGBAR!

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        • Ja hallo erstmal, und herzlich willkommen in diesem Wirklichkeitsdings™. Zu dem übrigens auch das Verwertungsrecht gehört, und wenn Du als Musiker Deine eigene Musik auf Deiner eigenen Website veröffentlichst (oder auf Speichersticks, via App oder Game distribuierst), dann kannst Du Deine Werke in materieller oder nicht materieller Form verkaufen, vermieten, bearbeiten oder aufführen lassen aufgrund dieses Verwertungsrechts. Ich brauche zwingend einen Verlag, wenn ich nach nationalem oder internationalem Recht überhaupt einen Lizenzanspruch durchsetzen will. Jeder Klingelton, den irgendeine Downloadseite anbietet, ist verlagsrechtlich lizenziert.

          Und interessier Dich bei Gelegenheit mal für den geltenden Staatskirchenvertrag und das Landeskirchenrecht. Jeder Priester und Bischof, Religionslehrer und Hochschullehrer für evangelische oder katholische Theologie wird aus Steuermitteln bezahlt. Jeder Erzieher, Kranken-, Alten-, Behindertenpfleger in einer kirchlichen Einrichtung wird aus Steuermitteln bezahlt. Weite Teile von Neubau, Ausbau und denkmalpflegerischen Maßnahmen an Kirchengebäuden, kirchennahen Bauten und Zweckbauten der Kirchen werden zum überwiegenden Anteil aus Steuermitteln bezahlt. Frag Dich, wer den Polizeieinsatz bezahlt, wenn Ratzinger nach Deutschland reist. Du kannst Jude, Muslim, Buddhist, Pastafarianer oder Atheist sein, wenn Du in Deutschland Steuern bezahlst, fütterst Du die Kirche.

          Danke fürs Gespräch.

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          • Ich brauche zwingend einen Verlag, wenn ich nach nationalem oder internationalem Recht überhaupt einen Lizenzanspruch durchsetzen will. Jeder Klingelton, den irgendeine Downloadseite anbietet, ist verlagsrechtlich lizenziert.

            Mit Verlaub, aber das ist schlichtwegs Unsinn. Dazu brauchst du weder einen Verlag noch im Entferntesten die GEMA.

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          • Eeeem, nur weil etwas Gesetz ist, musst du dich noch nicht dran halten! Und wenn nicht die verbotene Handlung anderen schadet, sondern das Gesetz was sie verbietet, dann ist es sogar deine Pflicht, dich nicht dran zu halten.
            Oder würdest du immer noch so argumentieren, wenn es ein Gesetz gäbe dass einen verpflichtet, Juden und Schwarze umzubringen wenn man sie sieht?

            Eeeeem 2: Niemand kann Informationen verkaufen, vermieten, besitzen oder stehlen. Genau so wenig wie du „angestrichene Wand“ verkaufen kannst. Du kannst nur „Wand anstreichen“ verkaufen. Was eine Dienstleistung ist. Dass die Gesetze die Realität ignorieren und auf der Wahnvorstellung der „intellectual property“ aufbauen, zeigt nur, dass es deine Pflicht ist, dich nicht an diese zu halten.

            Eeeem 3: Ein „Lizenzanspruch“ setzt die Validierung des Konzepts der „intellectual property“ voraus. Und damit eine Selbstzuordnung vom (legalisierten) organisierten Verbrechen. Niemand mit einem gesunden Menschenverstand würde so ein Geschäftsmodell je verwenden. Weil es aus exakt den gleichen Gründen nicht funktionieren kann, wegen denen auch DRM niemals funktionieren kann. Per Definition! Wenn ich den Dienst der Musikmachung leiste, werde ich dafür bezahlt. Die dabei entstandene Musik ist immer frei. Egal wer was sagt. Da kannst du dich auch auf den Kopf stellen und die Luft anhalten bis du blau wirst… das wird nie anders sein.

            Also ist ganze Scheisse mit dem „Verlagsrecht“, „Lizenzen“ „Verlagen“, dem „Verwertungsrecht„ oder dem Unbegriff „immaterielle Güter“ so weit von irgendwas in der Realität angesiedeltem entfernt, dass es keinen Sinn macht den Weg überhaupt weiter zu diskutieren.

            Schaff erstmal deine sozial konditionierten Wahnvorstellungen ab. Und schau dir dann die physikalische Realität selber an. Mit eigenen Sinnen!

            Dann können wir weiterreden.

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    • Wieso klingt das hart? Dummheit gehört bestraft. Das ist was gutes.

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    • Biete deine Musik doch umsonst an? problem solved.

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      • Eeem, das ist als würdest du sagen „Lass die Gravitation doch dich anziehen? problem solved.“.
        Etwas anderes ist garnicht möglich!

        Die Dienstleistung des Musikmachens dagegen… Die kann man umsonst und auch für Geld anbieten.

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  2. Fritz, Empfehlung des Monats:
    ProxTube!
    Klappt bei mir super, und umgeht die ganze GEMA-Scheisse vollautomatisch.

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    • thx, ausgezeichnet!
      Andererseits bin ich der Meinung, dass man versuchen sollte Probleme vorzugsweise zu lösen, anstatt aus dem Weg zu gehen ^^

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      • Hab auch garnix anderes behauptet. :)

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  3. Proxyserver umgehen GEMA- Sperren

    Die GEMA kann auf Youtube lediglich User mit deutscher IP aussperren lassen. Wenn ein Proxyserver also in den USA gehostet ist, fällt die Sperre weg. Daher mal nach „proxy liste“ googeln, einen der Proxys auswählen, die URL des gesperrten Videos dort eingeben und der GEMA eine lange Nase drehen.

    Zu empfehlen:

    Unblock Websites

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  4. Die GEMA kassiert für eine Veranstaltung, auf der nur CC-Musik lief:
    http://www.kraftfuttermischwerk.de/blogg/?p=30917

    und
    http://neumusik.com/2011-11-fur-viele-musiker-ist-die-gema-ein-verlustgeschaft/

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  5. vor ein paar tagen folgte ich dem youtube link zu einer ca. 30sec langen sequent aus einem fussballspiel wo der torwart ein lustiges tor kassiert.

    musste es ueber den proxydienst Hidemyass schaun.

    in den ca. 30sec ist KEINERLEI musik zu hoeren, nur das johlen der zuschauer und vuvuzelas …

    WTF?? wessen rechte schuetzt die gema da denn? die vuvuzela-troeter? oder hat sich da youtube mit irgendeinem automatisierten analysetool selbst ins knie geschossen?

    naja, ich erwarte in zukunft noch mehr schwachsinn, irgendwo las ich letztens dass schon wieder ueber „oeffnungszeiten im internet“ diskutiert wird … *triple-facepalm*

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  6. die GEMA muss abgeschafft werden. nicht die dienstleistung an den musikern steht im vordergrund, sondern die hemmungslose selbstbereicherung an den werken anderer.
    sogar an den kopien von songtexten!
    ich bin ja absolut nicht religiös, aber es war schon ein schwerverdaulicher brocken ironie, das es dabei ausgerechnet um kopien von songtexten über den hl.st.martin ging, der seinen mantel mit einem bettler teilt…

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    • Diese parasitären Vampyre müssen gepflockt werden!
      Wie kann es sein, dass in einem (dekorativen) Rechtsstaat, ein privater Verein irgendeine „GEMA-Vermutung“ durchsetzen kann?
      Und dann auch noch so perfide.

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  7. Kein Mensch mag die GEMA. Und natürlich müssen die Praktiken der GEMA – völlig zu Recht – kritisiert werden. Allen, die hier allerdings die Meinung vertreten, dass Musikschaffende, die Musik zu schaffen nicht nur als Hobby betreiben, sondern diese gerne auch einem größeren Publikum zugänglich machen und letztlich auch vergütet haben wollen (über Radio, Lizenzierung, Tonträgerherstellung und Vertrieb… eben alles wofür man die GEMA braucht), kollektiv und pauschal einfach mal selbst Schuld und dumm seien, sei als kleine Einstiegslektüre in die Materie etwa dies http://www.motor.de/motormeinung/motor.de/die_unendliche_geschichte.html oder dies http://www.spreeblick.com/2011/11/10/urheberrechtsdebatte-offener-brief-von-mark-chung-an-berthold-seliger/ empfohlen.

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  8. Geh’ma ma die GEMA abschaffen, und dann geh’ma weitermachen, weil die GEMA ist net der einzige Dreckladen.

    Sorry für den Barefoot-Ton, heut‘ war mir aber mal danach. Nutze ich diesen Blog mal als Ventil für persönliche Spannungen, für die der Blog nix kann ;)

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  9. Der nächste teuflische Plan der GEMA…jetzt auf dem Weihnachtsmarkt in Bochum
    http://www.derwesten.de/region/weihnachtsmaerkte-fuerchten-wegen-gema-gebuehren-um-ihre-musik-id6067218.html

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  10. @BAReFOOT

    Ich würde Geistiges Eigentum nicht als Wahnvorstellung bezeichnen, sondern eher als täglich Brot jedes Künstlers!Ob das jetzt ein Grafiker, Musiker, Komponist, Autor oder Maler ist.
    So im gesamten kommt es mir eher so vor,dass du nur gequirlte Scheisse laberst, gegen alles und jeden sein willst und natürlich von allem Ahnung haben willst, was ja offensichtlich nit der Fall ist.Du Rebell^^

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  11. SCHEISS GEMA ABZOCKE!

    WEG MIT DER GEMA!

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