Deutschland, Plutokratie, BGE und umsatzbezogene Wertschöpfungssteuer

Der Verteilungsbericht 2011 des DGB macht uns klar, dass in den letzten 15 Jahren die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland immer weiter aufging (PDF). Auszüge:

Die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung konnten im letzten Jahrzehnt ihren Anteil am gesamten Nettovermögen von 58 auf 61 Prozent erhöhen.

Das reichste Prozent der Deutschen besitzt 23 Prozent des Nettovermögens.

Mehr als zwei Drittel (70 Prozent) der Erwachsenen besitzen gerade mal neun Prozent des Nettovermögens, jeder vierte (27 Prozent) besitzt gar kein Vermögen oder ist verschuldet.

Die Reallöhne sind in Deutschland im Zeitraum von 2000 bis 2009 um 4,5 Prozent gesunken.

Der Anteil der Unternehmens- und Vermögenseinkommen am Volkseinkommen ist von 27,9 Prozent im Jahr 2000 auf heute 33,5 Prozent gestiegen.

Nur 5,1 Prozent des deutschen Steueraufkommens stammt aus der Unternehmensbesteuerung, im OECD-Vergleich der niedrigste Anteil.

Ein möglicher Weg aus diesem Dilemma wäre die Einführung einer linearen, umsatzbezogenen Wertschöpfungssteuer, ausgeglichen durch ein Bedingungsloses Grundeinkommen.

Erklärung des Modells: Die gesamten Steuereinnahmen betrugen 2010 in Deutschland 530 Mrd €. Bei einem Bruttoinlandsprodukt von 2500 Mrd € plus einem Exportüberschuss von knapp 1000 Mrd und einem Importvolumen von 800 Mrd läge die zu besteuernde Summe bei etwa 4300 Mrd €, so dass auf alle Waren und Dienstleistungen eine gleichmässige Steuer von 12,3 % zu legen wäre; in diesem Fall könnten (theoretisch) alle anderen Steuern wegfallen.

Vorteil: Alle Umsätze, auch die von Importen, würden besteuert, nicht nur die von Unternehmen und Personen, die im Inland ansässig sind, ebenso Exporte; Steuerfluchtoasen würden dadurch wegfallen.

Bei Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens von 1000 Euro pro Monat für jeden Bundesbürger, was ein Transfervolumen von knapp 1000 Mrd Euro bedeuten würde, läge der Pauschalsteuersatz auf alle Umsätze bei 16 %.

Die Zahlen sind ungenau und dienen nur als Beispiel. Trotzdem kann man an daran sehen, dass sowohl BGE als auch Steuergerechtigkeit zu massvollen Tarifen zu haben sind. Zentraler Nachteil: Unterrnehmen mit Sitz im Ausland müssten auf einmal Steuern für Waren und Dienstleistungen bezahlen, die hier im Inland abgesetzt werden. Zentraler Vorteil: Die Binnennachfrage würde explodieren, weil die strukturwandelbedingte Armut abgeschafft ist. Ich bitte um Diskussion des Modells.

14 Kommentare

  1. Ich kann nur sagen: Das Modell klingt erstmal sehr geil!
    Die Kreativität und Innovation würde auch stark steigen, weil Menschen nicht mehr in stupide schlechtbezahlte Berufe gezwungen würden, und die Energie in eigene Ziele stecken könnten. Denn Menschen wollen sehr gerne ihre Traume verwirklichen. Und die Träume sind nicht nur „faul in der Sonne rumliegen“. Denn jeder der das schonmal getan hat, weiss dass das sehr schnell verdammt langweilig wird, und man dann „was großes“ schaffen will. Und das kommt meist anderen zugute.

    Bitte um Umsetzung! Verspreche sehr viele „Große“ Schaffenswerke. :)

  2. Das ganze wäre echt genial. Aber denke mal das es locker noch 20Jahre und mehr dauert bis man vernünftig über so was reden kann.

    • Nur wenn man davon ausgeht, dass das Volk endlich mal die Geier erschiesst, als wären es Tontauben.

  3. Klar wäre solch ein System genau die Reform die nötig wäre. Doch erstens wird die Einführung dieses Systems mit Garantie von den 1% nicht goutiert. Demzufolge ist sie politisch nicht hinzukriegen.

    Zweitens ist es schwierig, weiterhin mit dem Euro und den Spielregeln des Finanzwesens zu funktionieren. Diese Spielregeln führen unweigerlich zu der jetztigen Situation.

    Also schlage ich vor, Das wir, die 99%, die Sachen selber in die Hand nehmen und am ganzen etablierten Kuchen vorbei ein neues System einführen.

    Weltweiter Wohlstand für alle – im Einklang mit der Natur

    Die Natürliche Ökonomie hat die Natur zum Vorbild, mit ihrem ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen. Dieser sich selbst regulierende Kreislauf funktioniert seit Milliarden von Jahren. Übertragen auf die Wirtschaft ist er ein Schlüssel zu nachhaltigem Wohlstand in Harmonie mit der Natur.

    Das Naturgesetz von Werden und Vergehen

    Vom Atom bis zur Galaxie, alles in der Welt folgt Zyklen, alles entsteht und vergeht wieder. Allein die Dauer der Lebenszyklen ist unterschiedlich. Der natürliche Kreislauf von Werden und Vergehen ist unausweichlich. Alle menschlichen Versuche, ihm zu entgehen, brachten nur Tod. Um des Goldes wegen, das man als wertbeständiges Zahlungsmittel schätzte, wurden fast die gesamten indigenen Völker Amerikas kaltblütig ausgerottet. Die heutige Goldgewinnung richtet verheerende Umweltschäden an. Auch der Versuch, wertbeständiges Geld zu schaffen, das sich möglichst noch mit Zinsen vermehrt, führt regelmäßig zu Katastrophen, die wir als Kriege, Börsencrash oder Inflation kennen.

    Ewiges Wachstum auf begrenztem Raum

    Leben ist vergänglich, Tod ist beständig. Das ist die eine Seite. Andererseits gelingt der lebendigen Natur ein Kunststück, von dem die Ökonomen nur träumen können: Ewiges Wachstum auf begrenztem Raum. Dieses ewige Wachstum, dieses ewige Werden ist mit dem ewigen Vergehen untrennbar verbunden.


    Mit der Natur zusammenarbeiten

    Wenn wir auch nur die geringste Chance haben wollen, auf dieser Welt bessere Lebensumstände für alle Menschen und unsere Mitgeschöpfe zu schaffen, müssen wir diesen Kreislauf von Werden und Vergehen freiwillig und planmäßig als festen Bestandteil in unser Wirtschaftssystem integrieren. Alles andere ist und bleibt Flickschusterei. Haben wir allerdings diesen Paradigmenwechsel in unserem Denken vollzogen, lösen sich alle geldbedingten Wirtschaftsprobleme fast von selbst. Denn ab sofort arbeiten wir nicht mehr gegen die Natur sondern mit ihr zusammen.

    Lebensgeld: Geldschöpfung durch das Leben selbst

    Unser derzeitiges Geld wird im Wesentlichen durch Kredit geschöpft. Durch Zins und Zinseszins wachsen die Guthaben und die Schulden exponentiell. Aufgrund des oben beschriebenen Naturgesetzes wird es also immer wieder zum Kollaps des Finanzsystems kommen.
    In der Natürlichen Ökonomie erfolgt die Geldschöpfung durch das Leben selbst. Sie ist sozusagen ein Geschenk des Lebens an jeden Menschen.

    Die Einheit “Dank”

    Aus diesem Grunde – und zur Unterscheidung zu unseren heutigen Währungen – nennen wir die Lebensgeld-Währung im folgenden „Dank“. Der Einfachheit halber definieren wir vorläufig den Wert des Dank als identisch mit dem Euro. Diese vorläufige Definition wird im weiteren Verlauf durch eine neue ersetzt, die dem Leben besser entspricht.

    Dreifache Lebensgeld-Schöpfung

    Die Regeln für die Lebensgeld-Schöpfung sind denkbar einfach: 


    Für jeden Menschen schöpft die Gesellschaft monatlich 3.000 Dank.

    Die ersten 1.000 Dank sind sein persönliches bedingungsloses Grundeinkommen: Tausend Dank weil du bei uns bist!

    Die zweiten 1.000 Dank dienen als bedingungsloses Staatseinkommen.

    Die dritten 1.000 Dank gehen an den Ausgleichs- und Umwelt-Fonds (AUF) zur Sanierung der Altlasten. Damit steht ein zusätzlicher Topf in Höhe des gesamten Staatshaushalts für die Umwelt zur Verfügung. Umweltschutz und Umweltsanierung werden sich zu den lukrativsten Wirtschaftszweigen entwickeln.

    Steuerfreiheit und Bürokratieabbau

    Die zweiten 1.000 Dank reichen aus, um alle Staatsausgaben einschließlich gesundheits- und Sozialwesen zu tragen. Eine überschlägige Rechnung beweist dies: 1000 Dank * 12 Monate * 80 Millionen Menschen sind 960 Milliarden Dank. Wir liegen also genau in der heutigen Größenordnung (Beispiel Deutschland). Steuern und Sozialabgaben sind nicht erforderlich. Außerdem entfallen die Sozialausgaben des Staates, weil jeder Mensch bereits durch sein Grundeinkommen versorgt ist. Ganz von selbst ergibt sich ein enormer Bürokratieabbau.

    Leistungsanreiz durch steuerfreien Verdienst

    Die Kombination von Grundeinkommen und steuerfreiem Verdienst bewirkt einen hohen qualitativen Leistungsanreiz. Frei von finanziellem Zwang kann jeder die Ausbildung wählen, die ihm am besten liegt. Je höher die Qualifikation, desto besser die Bezahlung. Es lohnt sich daher das lebenslange Lernen in Verbindung mit zeitlich reduzierter und dafür qualitativ hochwertiger Arbeitsleistung. Jeder hat die Möglichkeit, sich zu einem einzigartigen Lebensunternehmer zu entwickeln. Die weniger qualifizierten Arbeiten werden ohnehin immer mehr von Maschinen erledigt.

    Geldwertstabilität durch planmäßige Vergänglichkeit

    Durch die monatliche Geldschöpfung würde die Geldmenge laufend ansteigen, was Inflation – d.h. unfreiwillige Vergänglichkeit – zur Folge hätte. In der Natürlichen Ökonomie werden deshalb von jedem Konto monatlich 5,6 % des Guthabens als Vergänglichkeitsabgabe abgebucht. Das sind exakt 50 % im Jahr. Von jedem Dank ist also nach einem Jahr genau die Hälfte vergangen. Trotzdem sind Wert erhaltende Geldanlagen möglich

    Auch Bargeld ist möglich (Variante FREE)

    Falls noch Bedarf an Bargeld bestehen sollte, lässt sich dies mit der dynamischen Währung “FREE” realisieren, die ihren Wert gegenüber dem Dank ändert und zum aktuellen Kurs bezahlt wird.
    Geldmenge und Geldwert bleiben etwa so wie heute
    Zur Abschätzung der absoluten Geldmenge und damit verbundenen Wertstabilität soll uns wieder eine überschlägige Rechnung helfen:

    Die Summe aller Guthaben in Deutschland wird zur Zeit auf 4 bis 5 Billionen Euro geschätzt. Die Geldmenge der Natürlichen Ökonomie wird sich genau auf den Wert einpendeln, wo sich die monatliche Geldschöpfung von 3.000 Dank pro Person und die monatliche Vergänglichkeit von 5,6 % die Waage halten. Dies ist bei ca. 60.000 Dank pro Person der Fall, denn 5 % von 60.000 sind 3.000. Hochgerechnet auf ca. 80 Millionen Menschen ergibt sich ein Gesamtguthaben von 4,8 Billionen Dank. Auch hier liegen wir sehr genau in der heutigen Größenordnung. Der Geldwert dürfte also in etwa so sein wie heute.

    Neue Finanzdienstleitungen

    Die Vergänglichkeit des Geldes lässt neue Finanzdienstleistungen entstehen. Wer sein Vermögen erhalten will, muss aktiv werden; entweder mit Vergabe von Krediten oder mit Geschäftsbeteiligungen. Da wohl viele ihren Geldwert speichern wollen, dürfte das Angebot an Krediten sehr hoch sein.
    Win-Win für alle

    Nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage lassen sich Kreditzinsen kaum verlangen. Und gerade bei zinsfreien Krediten ist die Win-Win-Situation offensichtlich: Der Kreditgeber hat seinen Wert erhalten, der Kreditnehmer zahlt keine Zinsen.

    Das Geld fließt, wo es gebraucht wird

    Banken und andere Finanzdienstleister vermitteln Kredite und Geschäftsbeteiligungen in Echtzeit. Das Geld fließt sofort dort hin, wo es gebraucht wird, denn liegendes Geld würde Verlust bedeuten.

    Die geschöpfte Geldmenge eines Landes ist immer proportional zur Bevölkerungsanzahl. Der Geldwert ist also in allen Ländern gleich. Billigländer wird es nicht mehr geben.
    Arbeitslosigkeit verwandelt sich in selbstbestimmte Zeit
    Im Zuge der fortschreitenden Rationalisierung ist es unsinnig, gegen Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Warum auch? Es wurde bislang eh zu viel produziert. Die Industrie kämpft um Absatzmärkte und die Müllhalden vergrößern sich. Damit ist jetzt Schluss: das Grundeinkommen bedeutet das Ende der Zwangsarbeit und zwanghaften Produktion überflüssiger Güter.

    Vielfältige Möglichkeiten

    Wir alle bekommen mehr freie Zeit geschenkt. Wie wir sie nutzen, ist jedem selbst überlassen. Die Möglichkeiten sind vielfältig: Urlaub, Bildung, Kunst, Musik, Handwerk, Sport, Forschung, freiwilliges Engagement… oder einfach Zeit für einander haben.
    Ausgezeichnetes Arbeitsklima, keine Schwarzarbeit
    Das Arbeitsklima ist überall ausgezeichnet, denn niemand ist gezwungen zu arbeiten. Die Arbeit- und Auftraggeber werben um ihre Mitarbeiter. Arbeit ist sinnvoll und macht Freude – oder sie findet nicht statt. Schwarzarbeit existiert per Definition nicht mehr, weil es keine Steuern gibt.


    Umweltschutz und Welternährung

    Umweltschutz und Welternährung sind keine Frage des Könnens sondern des Wollens. Und „Wollen“ erreicht man in der freien Marktwirtschaft durch wirtschaftliche Anreize. 


    Der Ausgleichs- und Umwelt-Fonds (AUF)

    Der Ausgleichs- und Umwelt-Fonds (AUF) stellt für den Ausgleich der ökonomischen und ökologischen Altlasten in jedem Land einen zusätzlichen Topf in Höhe des gesamten Staatshauhalts zur Verfügung. Dadurch entstehen in diesem Bereich die lukrativsten Wirtschaftszweige. Die Lösung dieser Probleme ist daher nur eine Frage der Zeit.

    Grund und Boden

    Wegen der Vergänglichkeit des Geldes wird Land wahrscheinlich nicht mehr verkauft, sondern langfristig verpachtet. Das bringt dem Eigentümer ein kontinuierliches Einkommen.


    Strenge Umweltauflagen

    Allerdings wird Besitz von Grund und Boden mit strengen Umweltauflagen versehen. Wer eigenes oder gepachtetes Land selbst bewohnt oder bewirtschaftet, erfüllt diese Auflagen mit Leichtigkeit. Doch großer Landbesitz, der nicht ökologisch bewirtschaftet wird, wird schnell zur Last und lohnt sich nicht als Wertanlage. Es ist wahrscheinlich, dass Grundbesitzer ihr Land an die Gesellschaft abgeben werden, die sich dann um die Renaturierung kümmert.

    Ausgleich zwischen armen und reichen Ländern

    Die Industrienationen haben Güter im Überfluss und suchen nach Absatzmärkten. Durch die monatliche Geldschöpfung besitzen die bisher armen Nationen genug Geld, um Güter, Technologie und Know How einzukaufen. Dadurch können sie ihre Entwicklung sanft angleichen. Anschließend produzieren sie ihren Bedarf zum großen Teil selbst. Die Wirtschaft beruhigt sich. Das schont wiederum die Umwelt.


    Das System reguliert sich selbst:

    Werden in einem Bereich die Güter knapp, steigt deren Preis.
    Das Grundeinkommen wird nicht mehr allein zum Lebensunterhalt ausreichen.
    Folglich wollen manche Menschen mehr arbeiten.
    Die besten Arbeitsangebote gibt es in den Bereichen, wo die Güter knapp sind.
    Diese werden nun wieder vermehrt produziert.
    Die Preise sinken, bis das Gleichgewicht wiederhergestellt ist.

    Die größte und friedlichste Revolution der Welt

    Was sich hier so einfach und logisch liest, ist vielleicht die größte und zugleich friedlichste Revolution in der Geschichte der Menschheit. Jeder der oben angesprochenen Punkte bringt nur Vorteile für alle Beteiligten. Niemand kommt zu Schaden.
    Und das alles, weil wir nicht mehr versuchen, die Naturgesetze zu ignorieren. Sobald wir nicht mehr gegen die Natur arbeiten, sondern mit ihr, trägt sie uns automatisch hinauf zu nachhaltigem globalen Wohlstand.

    Los gehts. Packen wirs an.

    • Du hast die Geier vergessen, denen es sehr wohl schaden würde (aus ihrer Sicht). Deswegen heisst heisst anpacken die Gewehre zu laden.

      • Was meinst Du wohl wie lange Du (oder ich) noch lebst wenn jeder den erschießt den er für einen Geier hält?

        • Was soll das werden? Ein Versuch Massenmörder zu verteidigen?

  4. Kann mir – ganz ernst gemeint – mal jemand verdeutlichen wie man verhindern will, dass ein BGE nicht in kürzester Zeit durch Inflation aufgefressen wird?

    Wenn man sich folgendes Modell vorstellt:
    Ein Dorf (als Beispiel für eine einigermaßen autarke Volkswirtschaft) besteht aus 1000 Einwohnern und einem Tante-Emma Laden. Hier werden zu aktuellen normalen Preisen Sachen verkauft. Plötzlich bekommt im Dorf jeder 1 Mio. Euro geschenkt (als Beispiel für das BGE, das ja an nichts gebunden ist).
    Wie lange wird es wohl dauern bis der Dorf-Krämer seinen Kram nicht mehr zu Normalpreisen anbietet sondern die neue finanzielle Situation seiner Kunden reflektiert (=Inflation). Letztere haben ja erstmal kein Problem damit z.B. für ein Brot statt vorher EUR 2 nun z.B. EUR 10 oder mehr zu bezahlen.

    Klar ist das Modell stark vereinfacht, aber ich fürchte den Kern trifft es schon. Letztendlich muss das Einkommen doch in irgend einer Form widerspiegeln, was man persönlich als Arbeitsleistung erbracht hat (gern auch schon früher, mit einzahlungsabhängigem ALG,etc.). Alles was ich – und alle anderen – geschenkt bekomme, muss ja irgendwo “erwirtschaftet” worden sein. Wenn nicht wäre es nur gegenwertlos gedrucktes Papier und damit praktisch die Definition von Inflation…

    • Nee. Arbeit und Einkommen sind bereits entkoppelt. Das Prinzip hier ist: Wir, das Volk, vermieten unser Land zur Benutzung durch Unternehmer, und zwar in Steuern auf Umsätze jeder Art.

      • Das setzt aber natürlich voraus, dass das Unternehmen dann immer noch den Boden/Infrastruktur/etc. mieten will.

        Um bei meinem Beispiel oben zu bleiben wäre das Unternehmen ja der Tante-Emma-Laden.
        Wenn der jedem Bewohner die 1 Mio. zahlen müsste, wären entweder seine Waren sehr schnell sehr teuer oder er würde in ein anderes Dorf umziehen…

    • Außerdem hat der Krämer das ja gar nicht nötig, schließlich ist er selber Millionär, oder?

      • Der Krämer steht im Beispiel abstrahiert für den der arbeitet bzw. mehr will als “nur” seine Mio./BGE.
        Über kurz oder lang wird er ungefär das Geld haben was vorher die Einwohner hatten (auch wenn es stetigen Nachfluss gibt) – oder zumindest signifikant mehr. Und wenn der dann irgendwo in Konkurrenz mit den Einwohnern tritt wird er für Sachen die er haben will mehr ausgeben können und die BGE-ler haben wieder gelitten.
        Um die BGE-Idee am Leben zu halten müsste man also auch die Prese fest legen damit die nicht inflationär aus dem Ruder laufen….

  5. Leute, natürlich soll doch jeder Weiter Arbeiten wollen. Grundeinkommen ist doch nichts anderes als heute Hartz 4. Nur halt etwas höher. Dafür gibts halt keine Ausnahmen keine Anträgestellen usw. Jeder bekommt es. Aber jeder wird damit nur Überleben können. Wer Luxus will muss weiter Arbeiten.

    Klar wird dann auch vieles teurer, damit muss man Leben. Aber wir vernichten einen großenteil der Bürokratie und der Existensängste weil jeder erstmal so weiter leben kann. Ausserdem kann dann jeder ohne Rechtfertigung so arbeiten wie er es braucht, und wenn man Künstler ist und mal einen guten monat hat wird keiner kommen und sagen du hast zu viel verdient. und das zuviel kassieren wir nun ein.

    Wenn es jemand schafft ein Land zu erzeugen das allen so ein Einkommen bringt das keiner mehr arbeiten muss, dann kann er wohl Gold aus dreck erzeugen.

  6. […] Ich habe in einem früheren 11k2-Artikel ausgerechnet, wie hoch diese Miete ungefähr wäre: Für ein Grundeinkommen von 1000 Euro pro Bürger betrüge die Wertschöpfungssteuer auf alles gerade mal 4 % – oder eben 8 %, wenn wir jedem gleich 2000 Euro auszahlen. Zusätzlich zu 12 % Wertschöpfungssteuer auf alles, um den bisherigen öffentlichen Haushalt zu finanzieren. 11k2 […]


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