Einkaufen auf der anderen Seite der Welt

Aus unserer Serie: Postkapitalistische Geschäftsmodelle des frühen Informationszeitalters. Heute: Krochet Kids. Frauen in der Dritten Welt, etwa in Uganda, Peru häkeln und schneidern Mützen und Klamotten, schreiben ihren Namen auf den Einnäher und bekommen 40 % des Verkaufspreises in Form von Arbeitslohn, Krediten und Bildung.

Der Geschäftsbericht steht als PDF online. Damit können sie ihre Familie ernähren, sind nicht mehr auf Spenden angewiesen und haben eine Zukunft. Eine Häkelmütze kostet um 30 US-Dollar, ein T-Shirt 20 bis 25, ein Sweater oder Hoodie um 40. Sowas geht natürlich nur mit Internet, und mit Enthusiasten, die es für eine gute Idee halten, Leuten in der Dritten Welt einen angemessenen Anteil am Wirtschaftskreislauf einzuräumen. Ich hoffe, das entwickelt sich weiter und ich kann demnächst meine Kafeebohnen, Bananen, Baumwoll-T-Shirts direkt in Costa Rica ordern, so dass ich garantierte Qualität bekomme (dafür sorgt die Plattform) und der Erzeuger eine korrekte Bezahlung (dafür sorgt sie auch). Und ich bin gespannt, welche post-juristischen Verrenkungen sich die Multinationalen Konzerne einfallen lassen, um ein solches dezentrales, faires Vertriebsmodell – ich nenn’s mal WorldBay – zu verdrängen. In anderen News vom selben Tag: Geile Sache, so ein 21stes Jahrhundert.


krochetkids via good
http://www.krochetkids.org/

3 Kommentare

  1. Also bei uns gibt es das schon ewig, und es nennt sich „Fairtrade“ o.ä.. (Es gibt glaub ich zwei.)
    Und ja, die machen auch Textilprodukte. Gibts sogar im Lidl zu kaufen.

    Interessant ist, wie sehr das auch hierzulande z.B. mit unseren Bauern geschieht. Die die Preise von Monopolbetrieben *vorgeschrieben* bekommen. Sie können ja sagen, oder finden keine Abnehmer.
    Und die Preise sind einfach eine komplette Beleidigung. Vom Milchpreis bekommen die einen so lächerlich kleinen Anteil…

    Im Prinzip kann man also durch direkt beim Bauer kaufen ’ne Menge sparen, und er mach immer noch ’ne Menge mehr Gewinn.

    Ausserdem spart man einen Haufen Transport-, Verpackungs- und Kühlungskosten.

    Ich glaub auch, wenn Afrika endlich verlässliches preiswertes Internet, und den dazu benötigten Strom bekommen würde, könnte die wirtschaftlich keiner mehr aufhalten.
    Denn auch wenn de mitten in der Sahara in einem Zelt wohnst… Wenn de Internet hast, und damit umgehen kannst, kannst du dich unbegrenzt fortbilden, und Geld machen.

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  2. Und wer bekommt die 60%?!?! Und was ist ein Kredit für ein Lohn?!? „Hier, du darfst 2x Arbeiten für das gleiche Geld!“.

    BareFoot: Wenn das mit dem Internet so ist, dann wird der Westen werden wir schon dafür sorgen, dass Afrika niemals Internet bekommt.

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  3. 12 Dollar für ne Mütze? Da würde sich jeder H4-Bezwieher in Deutschland drüber freuen. Und was sind denn anstatt von Lohn „Krediten und Bildung“ ? Das hört sich genauso nach Abzocke an, als alles andere auf der Welt.

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