Coca Cola ist böse. Heute: Swasiland

Das letzte afrikanische Königreich ist in etwa so gross wie Bayern, BaWü, Hessen und RLP zusammen. Swasiland hat soviele Einwohner wie München und Köln kombiniert (aber weniger als Hamburg), die Hälfte davon ist HIV-infiziert, ebensoviele leben von dem, was sie selbst anbauen. Meinungs- und Pressefreiheit existieren nicht, ebenso wenig wie Frauenrechte. König Mswati III. schenkte sich selbst zum Geburtstag schon mal acht direkt eingeflogene Mercedes-Limousinen mit vergoldeten Nummernschildern, er hat 13 Ehefrauen und hält jährliche Tanzwettbewerbe ab, wo er sich jedes Mal unter Tausenden barbusiger Jungfrauen eine weitere aussucht. Der grösste Steuerzahler des Landes ist seit 10 Jahren Coca Cola mit einer Getränke-Konzentrat-Fabrik.

Noch nicht erschossene swasische Demokratie-Aktivisten fordern die Schliessung des Werks, weil damit der totalitäre Monarch seiner einzigen echten Einnahmequelle beraubt würde. Ach, und theoretisch gehört das Land zum Commonwealth, also sollte Mswati III. ans Telefon gehen, wenn Queen Elizabeth II. anruft.

Kurze Erklärung für meine depressiver gestimmten Leser: Natürlich sind alle Konzerne irgendwie böse. Aber das ist kein Grund, sie nicht zu dissen, wenn man sie beim Bösesein erwischt. Also denkt an Swasiland, HIV und 1,3 Millionen entrechteter Bantu, wenn ihr nächstesmal Coca-Cola-Produkte im Super-oder Getränkemarkt seht.

guardian, pics wikimedia, pd (Das untere Bild musste irgendwie mit rein)

17 Kommentare

  1. Mit Berlusconi hatte sie so ihre Probleme, deshalb kommt mir das Lächeln auf dem Foto ziemlich… ambivalent vor. Integrität is schon nich ohne…

  2. Bantus? Reitet man darauf nich in einer weit entfernten galaxis? george lucas ist nicht nur der imperator des kommerz, nein, er ist auch noch rassist ^^ bööööse.

    • Nee, ich glaube die hiessen anders.

      • stimmt, waren banthas.

    • Und der mit den rassistischen Gedanken bist du. :P

      • und nun, merch kiddie? muss ich jetzt ein schlechtes gewissen haben? hab keine angst, bei mir bekommen alle gern und viel ihr fett weg. ausgleichende gerechtigkeit und so.

        da ja laut meiner imperialistisch-analresorbierten arbeitslageraufseher eh nichts aus mir wird, ich also sozialer abschaum bin, darf ich rassist sein. opferrolle und daraus resultierendes, generiertes täterhandeln ist ja eh was traditionell deutsches.. und das prekariat darf doch heute sowieso alles!

        auf jeden fall muss ich mir noch keine sorgen machen, operation blitzkrieg anheim zu fallen, so weit isses noch nicht gekommen, f00tie-maus :-* aber danke für deine besorgnis.

  3. Jaja… Konzentrate-Werke. Das Herz der Coca-Cola-Company. Davon gibt es in Europa nur eines. In Irland.
    Das ist nämlich immer ’ne Super-Geheimniskrämerei. Obwohl das Rezept schon lange draussen ist. Aber wenn man weiter so tut als sei es das nicht, fallen die Leute vielleicht drauf rein.

    Open Cola schmeckt sowieso besser.

    • Iss lieber’nen Apfel :P

  4. Warum bombardiert USA die nicht und sorgt für Demokratie?

    • Kein Öl?

      • aber coca cola! :D

  5. In einem Staat der die Menschenrechte verletzt darf demzufolge keiner Steuern zahlen oder er macht sich der Mittäterschaft schuldig. Wie sieht’s dann also mit Lebensmittelproduzenten oder der Medizinbranche aus? Sollen die auch aufhören zu arbeiten?

    • Du weisst, dass das ein Scheinargument ist.

  6. Swaziland ist viel kleiner als Bayern.
    Wikipedia: Das Königreich Swasiland ist mit einer Fläche von 17.363 Quadratkilometern der zweitkleinste Staat auf dem afrikanischen Kontinent.
    Bayern dagegen hat ca. 70 000 Quadratkilometer.

  7. Den Rest der “Fakten” halte ich übrigens für genauso gut recherchiert wie die Flächenangabe.

  8. Und was hat die HIV Rate bitte mit CocaCola zu tun? Eine HIV Rate von 40-50% unter der schwarzen Bevölkerung ist nichts besonderes in Südafrika, das ist in den Nachbarländern genau gleich miserabel, auch ohne CocaCola Fabrik. Und die Vielweiberei in anderen Kulturen anzuprangern ist auch typisch deutsch und peinlich. Solange die Frauen nicht gezwungen werden, sondern sich beim Tanzwettberwerb qualifizieren finde ich das nicht tragisch. Vor allem haben wir kein Recht, denen vorzuschreiben wie sie bitte leben sollen. Bekommst Du Geld von Pepsi dafür, sowas zu schreiben, oder was ist eigentlich die Motivation dahinter?

  9. Haha, hab mich eben dran erinnert und das Ding wieder ausgegraben. Unglaublich dass jemand, der sich selbst als Journalist und Politiker sieht, so nen Artikel unkorrigiert im Netz stehen lässt. Die “Fakten” durchweg falsch und nicht recherchiert, und die vermittelte Meinung strotz nur so vor “white supremacy”. Kompliment, das ist das armseligste Stück Auslandsberichterstattung das ich jemals gelesen habe.


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