Megaupload: Hintergründe

Der Filehoster Megaupload ist seit gestern abend nicht mehr im Netz zu finden, dessen Chef Kim Schmitz und mehrere seiner Mitarbeiter sind in Neuseeland und anderswo verhaftet worden. Das private Anwesen Schmitz‘ und das Firmenvermögen wurden beschlagnahmt. Die Aktion geht auf das US-Justizministerium (DoJ) und angeblich zweijährige Ermittlungen des FBI zurück. Den Megaupload-Mitarbeitern wird folgendes vorgeworfen:

Verschwörung zu organisierter Kriminalität, Verschwörung zur Copyrightverletzung, Verschwörung zur Geldwäsche, und kriminelle Copyrightverletzung.

Die über 60-seitige Anklageschrift (scribd) enthält darüber hinaus zahlreiche Vorwürfe von unterschiedlicher juristischer Stärke. Was davon zutrifft, könnte im kommenden Gerichtsverfahren geklärt werden; ob die Angeklagten allerdings einen fairen Prozess zu erwarten haben, lässt sich derzeit nicht sicher sagen. Was mit den Milliarden von legal gehosteten Files passiert, ist unbekannt.

Weder das sogenannte „Betamax-Urteil“ (a.k.a.Sony Corp. of America v. Universal City Studios) von 1984 als auch die Regeln des Digital Millennium Copyright Act von 1998 kommen hier zur Geltung; der Verdacht auf Rechtsbeugung durch Lobbyismus besteht trotz aller Anekdoten über das schillernde Hochstaplerleben des Megaupload-Gründers. Die Polizeiaktion einen Tag nach dem weltweiten Protest gegen SOPA und eine Erweiterung der Vorrechte für die Copyrightindustrie nährt die Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit dieser Entwicklung weiter.
Hier sind einige Quellen:

arstechnica, arstechnica, techdirt, guardian, departmentofjustice, fbi, washingtonpost

9 Gedanken zu “Megaupload: Hintergründe

  1. „schillernde Hochstaplerleben“ welch eine Untertreibung oder der Autor hat keine Ahnung, wenn ich bedenke wieviele Leute Kim in guter Verbindung mit Herr GvG damals vor Gericht brachte finde ich die Verhaftung mehr als gerecht, ist ja eh nur noch er über

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    1. du schreibst „gerecht“ und bist dafür, dass er es schon irgendwie verdient hat, auch wenn es ihn damals nicht getroffen hat, trifft es ihn ja jetzt zu „recht“.
      am besten sollte man ihn auch noch zwei mal für eine tat verurteilen oder?

      ich weiß wer gvg ist (oder war?) aber was schmitz im einzelnen gemacht hat, weiß ich nicht. gerne einen videolink zur aufklärung/wissensbildung. danke.

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    2. was den gravy angeht; über die toten nur gutes!

      …ich fand’s auf jeden fall immer spannend und oftmals sehr erheiternd, wenn er sich auf gulli.com in diskussionen (meist in der news-sektion) eingemischt hat. man kann getrost behaupten, er ist bis zum schluß seiner linie treu geblieben, und das ist doch was! :))

      und über kim habe ich gerade das hier gefunden (welt online):

      „In einem Bericht der BBC wird behauptet, er habe das Kreditlimit von Bundeskanzler Kohl mit einem Hackerangriff auf null gesetzt.“

      sooo schlecht kann der also nicht sein… ;)

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      1. Es gibt einen Unterschied zwischen „Wird behauptet“ und „Hab ich mit eigenen Augen gesehen“. Und nochmal einen zwischen „Hab ich mit eigenen Augen gesehen“ und „ist tatsächlich passiert“.

        Wir können getrost sagen: NIEMAND, Nicht du, nicht ich, nicht das BBC, nicht Fritz, und nicht irgendwer beim FBI oder der Medienmafia hat das Wissen, das es ihm erlaubt, auch nur annähernd irgendeine Aussage jedweder Richtung über die Sache machen.

        Folglich ist ALLES, jede einzelne Zeile zu dem Thema (und zu praktisch allen Themen) reine und pure Propaganda, mit dem Zweck, eine bestimme Ansicht zu verbreiten. Und sonst nichts.

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  2. der Verdacht auf Rechtsbeugung durch Lobbyismus besteht

    „Verdacht“?? Was du nicht sagst! Ernsthaft??
    Danke Hauptmann Offensichtlich!

    Das finde ich so extrem hart: Selbst wenn es herausSCHREIT und für alle 100%ig offensichtlich und komplett unwiderlegbar eindeutig ist, dass hier die organisierte Kriminalität (Medienmafia) der Puppenspieler ist, und alles komplett illegal ist, kommen die „guten“ immer noch mit so Aussagen!

    Kein Wunder dass die Bösen immer gewinnen. Denn die Guten sind zu blöd dazu.

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  3. Was man unbedingt erwähnen muss: Kein EINZIGER der „festgenommenen“ ist US-Bürger.
    Also WAS ZUM TEUFEL hat das FBI damit zu tun??
    Ganz klar: Team America – World Police!

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  4. Mal eine theoretische Frage, wäre es möglich das FBI wegen Enteignung in einer Sammelklage zu bekommen, da ja doch der Zugang zu legalen Dateien den Eignern entzogen wurde.
    Oder zumindest dass sämtliche Daten an die Eigentümer zurückgesendet werden müssen, also eine unglaubliche Wuselarbeit, welche wohl einiges an Arbeitseinsatz mit sich bringt… ;-)

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