Piraten für Fefe!

In den letzten Tagen hatte sich eine fast schon nervös zu nennende Online­diskussion zum leidigen Thema Wulff-Nachfolge entwickelt; die Diskussion wurde allerdings hauptsäch­lich von einem jungen Hamburger Program­mierer geführt und über ein anerken­nenswerterweise von ihm selbst gestaltetes Blog an seine Freunde (über deren Anzahl keine belegbaren Fakten verfügbar sind) gerichtet. Der junge Felix (links oben eines seiner wenigen Portraits, er gilt als kamerascheu) nämlich hatte nämlich (was ihn sympathisch macht) seinen Lieblingskabarettisten Georg Schramm als Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten vorgeschlagen, was aber bei anderen jungen Programmierern in seinem weiteren Bekanntenkreis nicht auf die erhoffte Euphorie traf.

Eine schlimme, subjektiv schmerzlich empfundene Zurückweisung, die zu nicht völlig unverständlichen emotionalen Überreaktionen führte. Man muss sich einmal in die Situation dieses jungen Menschen hineinversetzen: Zur sozialen Ausgrenzung wegen Übergewichts, Computersucht und zunehmendem Aufmerksamkeitsdefizit gesellt sich nun auch noch die kalte, herzlose Reaktion auf seinen gutgemeinten, ja rührenden Vorschlag vor allem durch weite Teile der nicht für besondere Sensibilität bekannten Piratenpartei.

Ich möchte mich daher persönlich an den Bundesvorstand der Piraten Deutschland wenden und für eine Geste der Verständigung werben. Für so viele junge Menschen in unserem Land ist die Piratenpartei ein Hoffnungsträger, ein Wegweiser und auch irgendwie ein Vorbild. Könnte der Bundesvorstand der Piraten nicht in diesem speziellen Fall ein Signal der Versöhnung senden, etwa durch Ernennung Fefes zum Ehrenbundesvorsitzenden, zum Bundespräsidentenpräselektor, oder wenigstens zum Bundestroll? Wäre ein so symbolischer Akt etwa zuviel verlangt, wenn er doch diesem vor seinem kalten Computer-Bildschirm sozial und emotional verarmenden jungen Menschen so viel bedeuten würde? Zeigt Herz! Piraten für Fefe!

pic Shannon Aileen

19 Kommentare

  1. Des mit der Adipositas ist unter der Gürtel…, nee, drüber, äh, also: gemein. Macht ma ned. Wenn meine Freundinnen mich „Hungerhaken“ nennen, weiß ich immerhin, dass es aus Neid geschieht.

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    • Ach man sollte das nicht zu ernst nehmen wenn der eine blogende computer-nerd etwas über den anderen blogenden computer-nerd schreibt.

      Ich lese beide blogs regelmäsig und fast so gerne wie Titanic.

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  2. Tja, ich finde, dass Fefe vollkommen Recht hat. Außerdem sehe ich in Deinem Blogpost hier keine Argumente, die mir irgendwie erkären würden, womit Fefe Unrecht hat oder was er vielleicht nicht bedacht hat.

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    • lasst uns alle eine sandale gen himmel halten, denn das ist sein zeichen.

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    • Stimme ich zu.

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    • Ja, das war ein reinstes ad hominem.
      felix hat doch geschrieben, dass er garnicht erwartet, dass schramm ein ernthafter kandidat ist, er sollte nur der presse den spiegel vor auge halten?

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  3. Oh Mann, das ist doch ein Kindergarten.
    1. Die Piraten laufen prinzipiell nicht im Gleichschritt. Also gibt es immer Diskussionen. Das soll so.
    2. Wenn die Piraten „bereit für die politische Bühne“ sind… nach Definition der ewig gestrigen… dann sind sie gestorben. Dass die Piraten eben nicht so sind, ist gut so, und der Hauptgrund warum die meisten Menschen die Piraten so Unterstützen! Weil dieser Mangel an „Neutralität“ (die ja per Definition immer eine Lüge ist), eine ungewohnte Verlässlichkeit bedeutet: Man weiss, woran man ist
    Wird das kaputt gemacht, ist die PP tot.

    Hoffen wir mal, da ist keiner blöd genug zu.

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    • Felix kritisiert nur, dass das die Piraten dadurch sehr träge sind, und eine meinung erst finden, wenn das thema wieder vom tisch ist.

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      • er tut allerdings auch recht wenig um eine veränderung zu bewirken. er könnte sich ja in ein hohes amt der partei wählen lassen um dann zu demonstrieren wie alles richtig geht. dieses unterfangen meidet er jedoch, weil ihm bewusst ist, dass seine leistung dann messbar wird und persönliche erfolge so nur sehr schwer zu erlangen sind. von der ferne verantwortungslos klugscheissen kann ich auch, wie man an diesem comment hier unschwer erkennen kann.

        wer ist eigentlich dieser fefe, von dem ihr dauernd redet?

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        • Wenn die Argumente ausgehen kommt immer: „Mach es doch besser wenn Du kannst“, vom kleinen Kindergartenkind bis zum hochrangigen Politiker immer wieder gerne genommen.

          Die Kritik von Fefe finde ich eher konstruktiv, daher legitim.

          Piraten sind für mich derzeit „alternativlos“ ;) auch wenn sie sich in vielen Bereichen verständlicherweise immer noch sehr amateurhaft anstellen. Die Anmerkung erlaube ich mir obwohl ich an deren Stelle noch sehr viel hilfloser wäre.

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          • bessermachen? öh. ja klar, warum auch nicht. liegt doch nah. theoretiker haben wir doch sowieso schon viel zu viel. ich frag mich da eher was an „ihr seid alle versager“ konstruktiv sein soll?

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          • „vom kleinen Kindergartenkind bis zum hochrangigen Politiker“
            Du siehst zwischen diesen beiden Bevölkerungsgruppen ernsthaft einen Unterschied? ;)

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  4. Als einer der „3 Millionen“ der die Piraten wählt und den FeFe liest, muss ich Dir da widersprechen. Ob Schramm oder nicht, im Kern hat der FeFe schon recht. Die Medien müssen gespielt werden und das beherrschen die Freibeuter noch nicht, von daher nehmt es konstruktiv…..

    @wonderspa: Danke für das „Alternativlos“ ;-) das sehe ich auch so.

    CPM

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  5. Naja immerhin hatte er einen Kandidaten. Auch wenn es ja Löblich ist über alles zu diskutieren, lässt sich nicht abstreiten das bei solchen plötzlichen ereignissen man schnell handeln muss. Natürlich wäre nie gewählt worden was die Piraten nennen, aber man hätte kurz Presse bekommen und somit ansehen.

    Von daher sollte man mal überlegen ob man nicht irgendeine Instanz schafft die in Kürzester Zeit irgendwas raushauen kann. Den wer zu spät kommt wird oft nicht gehört.

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  6. Tut mir leid, Fritz, ich muss auch sagen, dass fefe in diesem Fall leider völlig Recht hatte: Der Kandidat der Piraten (hätte es denn schnell einen gegeben) hatte bzw. hätte nie eine Chance gehabt, ergo hätte einer her gemusst, der wenigstens für eine kurze Zeit das Medieninteresse gen Piraten lenkt und deren Werte sauber und prägnant rüberbringt. Schramm wäre wirklich eine gute Wahl gewesen.

    Ich finde es eher doof, dass hier jetzt auf einem Kritiker, der wohlgemerkt seine Kritik konstruktiv äußert, herumgehackt wird, bzw. der hier jetzt wie ein doofer kleiner Junge hingestellt wird. Das ist eigentlich das Gebaren, das die taz bei den Piraten gerne mal an den Tag legt, nachahmungswürdig finde ich das nicht.

    Die Piraten hätten ja auch jemand anderen vorschlagen können, der ähnliches Medieninteresse generiert, und sich auch im Sinne der Piraten ausdrücken kann, warum auch nicht? Diese Konsenskandidatengesuche is voll fürn Arsch – zumindest für die Piraten. Schnell hätte es gehen müssen, auch da hat fefe Recht!

    Mir wäre lieber gewesen, Du hättest das hier nicht geschrieben. Schlecht recherchiert außerdem, fefe lebt in Berlin.

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  7. Liebe Leser! Ein wenig enttäuscht bin ich schon. Darüber dass ich wertvolle Lebensarbeitszeit aufwenden muss, um Grundsätzliches und Bekanntes zu erklären. Also gut (*seufz): Ich mag fefe, habe ihn in meiner Blogroll und lese täglich sein Blog. Er leistet Wertvolles für unser Land (keine Ironie) und muss dafür gelobt werden. Sein Vorschlag, die Piraten sollten Georg Schramm zum Bundespräsidentenkandidaten ernennen, klingt gut, und hätte seine Vorteile. Nur haben die Piraten das nicht gemacht; vor allem weil sich dafür nicht in der Kürze eine Mehrheit erkennen liess. Ok. Democracy is a bitch, selbst liquid meinungsbildung is a bitch. Diese angebliche Entscheidungsträgheit ist Vor- und Nachteil gleichzeitig. Es ist nämlich durchaus eine gute Idee, dem Bundesvorstand nicht zuviel Kompetenz zu geben. Ob die „verpasste Chance“ der Nominierung so viel Bedeutung hat, wie von fefe beschrieben, kann man nur raten. Mir kam es nach seinem dritten Sermon zum Thema eher so vor, als wäre sein verletzter Stolz das Problem. Und wenn es das nicht war, dann klang es zumindest so. Also hielt ich es für völlig angemessen, den Nerfbat der Onlinetrolleria auszupacken und einen Dissrant zu schreiben. Sozusagen sujet-immanent. Und die Piraten werden auch in Zukunft dadurch auffallen, das sie mitunter Dinge _nicht_ machen. Anderer Politikstil. Jetzt klarer?

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    • Nö. Immer noch schwach. Naja, wirst ja auch nicht jünger…

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    • also tut mir leid fritz, aber ich bin leider gottes vollkommen deiner meinung. fefe hat schon bei wikipedia zwar recht, aber dennoch nich überzeugt, jetzt tut er es genau so wenig. man kann halt nur eins von beiden … entweder die welt retten, oder darüber philosophieren.

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  8. Fefe Berlin nichts Hamburg. ;)

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