Nicht vergessen: Schwarzer März

Der schwarze März ist da. Die netten Leute von Anonymous haben vorgeschlagen, den letzten Monat des laufenden Geschäftsjahres mit einer Delle zu versehen (siehe auch 11k2). Zumindest für die Konzerne, die uns ACTA, PIPA, SOPA, „Raubkopierer sind Verbrecher“ und andere Unverschämtheiten reinpressen. Also in erster Linie Rechteverwerter, die vier grossen Musikkonzerne, die Filmstudios, die Megaverlage und Softwaregiganten. Oder Lebensmittelmonopolisten wie Monsanto, Nestle, Kraft, Unilever. Oder Energiegiganten, die an Umweltverschmutzung und Radioaktivität verdienen. Ich kann mir gut vorstellen, mal einen Monat lang noch bewusster keine Konzernware zu kaufen, sondern nur noch lokal Produziertes, Indie und DIY. #OccupySupermarktkasse. Und ich wünsche euch viel Spass beim Versuch, sowas auch zu machen.

16 Kommentare

  1. Vor allem lokale Indie-Konzerte/-Aufführungen, Kickstarter-Projekte, oder einfach etwas Geld an talentierte Freunde sind eine gute Sache. :)

    (Medien von Indie-Leuten zu „kaufen“ ist aber genau so eine schlechte Sache. Weil man damit die Lüge des „geistigen Eigentums“ weiter validiert, und somit trotzdem zum Kollaborateur der organisierten Kriminalität wird.)

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  2. Grundsaetzlich ne schoene idealitische Einstellung… Aber, wenn keiner mehr zb. tankt – von was leben dann die Tankstellenbetreiber? wenn keiner mehr zb. Musik von grossen Konzernen kauft – von was lebt dann die Buchhalterin? wenn keiner mehr Lebensmittel bei Nestle kauft – von was lebt dann die Putzfrau, welche die Bueros putzt?

    (mal abgesehen, dass ich IMMER regional kaufe, weils einfach besser schmeckt… nur Klopapier, das hab ich regional noch nicht gefunden ;-)

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    • Und wenn keiner mir meine Glasperlen abkauft? Wovon lebe ich dann?! Dabei kann ich doch nichts anderes :( Und kann au nigs neu’s lerne.. mir einfache Mensche habbe hald geine Dugend.. Das wierd nix..

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  3. Trifft sich ja gut. Habe gerade immerhin €18.- für einen -vorbildlich copyrightfreien- Arduino ausgegeben und das sollte eigentlich genug Spielzeug für diesen Monat sein. Oder für ein paar mehr, bei dem, was von meinen Assembler-Kenntnissen noch übrig ist.
    Ich glaube fast, es wird schon den halben Monat dauern, ordentliche, gemeinfreie Dokumentation dafür aufzutreiben – und natürlich Schrittmotoren aus alten CD-Laufwerken auszubauen…

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  4. „Ich kann mir gut vorstellen, mal einen Monat lang noch bewusster keine Konzernware zu kaufen, sondern nur noch lokal Produziertes […]“.
    Vorstellen kann ich mir auch ’ne Menge. Das Problem ist nur, dass mir regelmäßig die Kinnlade runterknallt, wenn ich etwa bei uns aufm Wochenmarkt einkaufen gehe: das Perfide an Monsanto, Nestle, Kraft, Unilever und Co. ist ja gerade, dass deren Scheiß so konkurrenzlos günstig angeboten wird.

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    • Es geht hier eigentlich auch nur um „Medienfirmen“. Also die „Contentmafia“.

      Du betrachtest das ganze aber einseitig. Z.B. ist das Gemüse vom Großhersteller nicht wirklich billiger. Es ist nur größer… weil mehr Waser und andere Füllstoffe (wie Zucker) drin sind.
      Genau so bei Jogurt, wo Zucker mittlerweile nicht des Geschmacks sondern des Volumens wegen drin ist. Oder Würste und Hackfleisch, wo nach Wasser, Fett, und Kollagen kaum mehr echtes Fleisch übrig bleibt. (In UK sinds nur noch 18%!) Wie sagt man: Wurstmacherei ist die Kunst, Fett und Wasser zu einer festen Masse zu vereinen.)
      Nicht zu vergessen dass die Tiere von denen es stammt bis oben voll mit Wachstumshormonen und Antibiotika gepumpt wurden, und es deswegen Bakterien gibt, die komplett gegen alles resistent sind!

      So ist das mit allem. Qualität kostet. Und Großkonzerne machen einfach das Gegenteil von Qualität. Oh, und sie zahlen keine Steuern. Das heisst, dass du sie indirekt über die Steuern mitfinanzierst. (Da sie die staatlichen Dienste ja kostenlos bekommen.)

      In Wirklichkeit machen die Großkonzerne mehr Profit. Was heisst, dass sie in Wirklichkeit *teurer* sind.

      Ich kann nur empfehlen, einfach so wenig wie möglich verarbeitetes zu kaufen. Nicht mechanisch zerkleinert, nicht fermentiert oder erhitzt, und schon garnicht konserviert (dazu gehört auch Weissmehl) oder präpariert (Zucker ist ein Präparat).

      Da es sich nicht um Aufgeblähtes handelt, brauchst du auch weniger. Und du isst auch gleich viel gesünder.

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      • gut erklärt.

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      • Oh oh, wie peinlich. Ich hab „Wasser“ mit einem S geschrieben.

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  5. Dimitris Stimmenanalyse ergab, da sprichen eine Dragan. Und das abn ohnä CSI gelöst. Muss also Migrantensohn seine Stimme für seine deutschen Brüder erheben, weil da Sepp und die Marie lieber Kuhfladenbrot backen.

    Wer rumjammert, aber ein Kundenboykott für idealistisch hält, ist ein fauler Opportunist und sich zu schade ein Produktettiket zu lesen, aber zum Progrommarsch lassen sie sich dann wieder gerne mitreißen.

    Abgesehen davon kann jeder, jeden Monat und immer darauf achten was er für Produkte erwirbt, wie und wann er das tut.

    Wenn man all die fraglichen Produkte am Ende nicht auf dem Kassenbon stehen hat, kauft man nicht mehr als man braucht, hat nach dem Supermarktbesuch noch genügend Kraft ne Kiste Gemüse in die Speise zu schleppen und auch in jedem Fall noch genug Hunger um sich gesünder zu ernähren.

    Kannst ja beim Discounter deiner Wahl alle die Big5 Artikel rauswerfen und was noch übrig bleibt passt dann prima in einen Laden an der Ecke. Da stellste deine Tante und deine kleine Schwester rein und schon habt ihr euer eigenes Geschäft und die FDP kann sich endlich als Mittelschwund-Partei wieder etablieren!

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    • Was immer du versucht hast, mit dem ersten Absatz zu sagen: Sinn kann ich keinen erkennen. Geschweige denn eine Bedeutung. Kannst du das nochmal anders schreiben?

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    • Ich „boykottiere“ sei 10 Jahren. Ich versteh nicht was da das Problem ist…

      Ich hab „boykottiere“ in Anführungszeichen geschrieben, weil ich beim besten Willen nicht weiss, was die Medienmafia anbietet, das ich wollen würde.
      (Jetzt mal abgesehen davon dass sie immer so tun, als würden sie einem ein „Produkt“ „verkaufen“, obwohl es auf dem Papier „Lizenz“ heisst, damit man nicht merkt, dass sie für eine einmalige Servicediensleistung unendlichmalig wiederholt Geld wollen, ohne weiter einen Finger krumm zu machen.)

      Im TV, Kino und Radio läuft nur Schrott. Zeitschriften sind eh längst durch Blogs (wie diesen hier) ersetzt. Indie-Spiele erobern die Welt…

      Es ist für mich nur sehr schwer vorstellbar, wie ich es schaffen soll, die nicht zu boykottieren…

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  6. hier ein paar gedanken zum thema auf unserem blog:

    http://meisnotyoublog.wordpress.com/2012/02/24/wieviel-boycott-macht-sinn/

    so oder so, ein zeichen muss gesetzt werden!

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    • Dämliche Frage. Wieso überhaupt noch Geld in Richtung Contentmafia schieben? Ich sehe nichts, was die zu bieten hätte, was irgendwas wert wäre oder irgendwer wollen würde.

      Und kreative Menschen kommen sowieso besser ohne sie zurecht. (Und machen mehr Geld.)

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  7. Ich mach ja schon mit. Bei dem schwarzen März. Blöd nur, daß ich eh schon seit Jahren keine DVD oder CD mehr gekauft habe, und seit Monaten auch keine Zeitschriften. Und GEZ zahle ich auch nicht. Fällt also leider nicht weiter auf, wenn ich das im März nun so weitermache…aber klasse Aufruf!

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  8. […] [text/video] nicht vergessen: schwarzer märz (11k2) […]

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