Die Piratenpartei, der Feminismus und das Messias-Problem

Niemand hätte erwartet, dass eine Partei mit einem so pittoresken Namen binnen fünf Jahren in den deutschen Parlamenten sitzen würde. Das bedeutet wohl, dass der entsprechende Bedarf vorhanden war, nachdem sowohl Grüne als auch Linke als progressive Hoffnungsträger versagt hatten.

Die Piraten werden von der Hoffnung des vorwärtsblickenden Milieus beflügelt, und von der Enttäuschung über die mangelnde Verteidigungsfähigkeit unseres parlamentarischen Systems gegen Lobby-Einflüsse. Letzteres ist übrigens keine klassisch linke Position, sondern findet sich auch im wertkonservativen Bezugssystem wieder und bildet heute die Grundlage für die sozialliberale Strömung innerhalb der Piratenpartei.

Kein Jesus Christus, für niemand

Aus Enttäuschung geborene Hoffnung allerdings führt zum Problem der umfassenden Erwartung. Oder der quasi-messianischen Heilserwartung: Endlich soll jemand kommen und dafür sorgen, dass alles gut wird. Aber schon die Grundstruktur der Piraten steht dem entgegen: Die neue Partei versteht sich als Instrument zur politischen Gestaltung durch den Bürger. Wer also etwas ändern, voranbringen will, soll die vorhandene Parteistruktur dazu nutzen. Aktiv werden. Und nicht nur die Erwartung äussern, jemand solle etwas tun.

Männer, Frauen, Computer

 Sehr konkret wird dieser Gegensatz am real existierenden Gesellschaftsproblem der nicht verwirklichten Gleichstellung. Gerade Deutschland, so versichern uns internationale Vergleiche, ist ein ausgesprochen frauenfeindliches Industrieland. Eines, das stärker vom Patriarchat bestimmt wird als alle anderen, mit Ausnahme von Japan und Korea. Auch hier haben die ehemals progressiven Hoffnungsträger versagt; sowohl die Grünen als auch die Linken, und statt einem womöglich verlustreichen und blutigen Kampf gegen das Maskulinat Scheinerfolge wie Binnen-I und Frauenquoten in Parteigremien akzeptiert. Ich spreche hier von Scheinerfolgen, weil beides nichts an der real existierenden Ungleichheit ändert. Trotzdem werden solche Äusserlichkeiten gerne als Marksteine gesellschaftlichen Fortschritts missverstanden; sonst würden Feministinnen nicht die Einführung von Quoten und Sprachregelung von den Piraten fordern; und die Nichterfüllung dieser Forderungen als Maskulinismus werten. Was aber leider falsch ist. Wir werden den Kampf um Gleichstellung von Geschlechtern und Milieus nicht dadurch gewinnen, dass wir uns selber Beschränkungen auferlegen – ausser natürlich der Beschränkung, andere nicht zu beschränken, zum Beispiel aus Gründen des Geschlechtsunterschieds.

Die schmerzhaften Massnahmen

Was wir erzielen müssen, ist ein Verbot unterschiedlicher Bezahlung für die gleiche Arbeit, ist das Bereitstellen kostenloser Kinderbetreuung, die Einführung einer Ganztagsschule (auch wenn dadurch die Nachhilfeindustrie zusammenbricht) und die Einführung einer hohen Zusatz-Abgabe für Unternehmen (und Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung), die ihre Führungsgremien nicht gleichmässig mit beiden Geschlechtern besetzen. Und wir müssen akzeptieren, dass wir mit Sprachregelungen allein zwar die Illusion einer heilen Welt erzeugen können, nicht aber gesellschaftliche Veränderungen herbeiführen. Für die Piratenpartei bedeutet das die Herausforderung, noch offensiver feministische Ziele („Gleichstellung“) zu verfolgen, ohne sich vom scheinbaren Widerspruch der nichterfüllten äusserlichen Anforderungen und den daraus resultierenden Angriffen wegen vermeintlicher Frauenfeindlichkeit beirren zu lassen. Diese Messias-Geschichte war schon immer eine Illusion. Und ein Hindernis auf dem Weg zu gesellschaftlichem Fortschritt.

Pic: Natürlich gibt es, am anderen Ende der Genderdebatte, bereits Filme, die das Spannungsverhältnis von Frauen und Piraten auf völlig andere Weise thematisieren. Aber das nur der Vollständigkeit halber.

16 Kommentare

  1. […] Gastbeitrag: fritz […]

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  2. *Wieder Sexismus gegen Männer und Übervorteilung von Frauen erleben musste*
    *Wieder hier von ach so bösen Männern und ach so leidenden Frauen lesen muss *
    *Auch lesen muss wie Feminismus mit dem Interesse für Gleichberechtigung verwechselt wird, obwohl Feminismus purer Sexismus ist*
    *Sich verarscht und beleidigt fühlt*

    Bitte bring mal Beweise für die „noch existierende“ mangelnde Gleichberechtigung gegenüber Frauen. Hier gibt es nämlich eindeutig keine mehr. Während es als normal angesehen wird, dass Männer Menschen weniger Rechte hätten. (Beispiele: Sorgerecht! Wer bekommt das Haus? Frauen dürfen anscheinend auf Männerklos, aber nicht umgekehrt. Frauen zahlen weniger in Discos. Frauenparkplätze. Frauendies. Frauendas.)
    Und ganz ehrlich, ich fühle mich deswegen, als würden hier manche dem Schatten von längst vergangenem hinterherlaufen. Mir ist es egal ob ich im Recht oder Unrecht bin. Aussagen benötigen aber Untermauerung. Vor allem wenn sie so beleidigend und ignorant wirken.

    Du bist doch sonst so gut mit Links zu Untersuchungen. :)

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    • Ich wollt mir grad selbst die Mühe machen genau das zu schreiben! Ich finds ein witz – soetwas ist radikaler sexismus GEGEN Männer ! Seit wann soll jemand einen job bekommen nur wegen einer quote ?! Ich dachte hier gehts nach skills und eigentlich wollte ich genau deshalb die Piraten wählen. Aber scheinbar bin ich da auch falsch aufgehoben….

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  3. Oh, und: Frauenquoten!!! Gibt es ein eindeutigeres Beispiel von grassierendem Sexismus als Frauenquoten?? Dafuq??
    Scheiss Feminazis! (Männer können genauso Feminazis sein.)

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  4. Was wir erzielen müssen, ist ein Verbot unterschiedlicher Bezahlung für die gleiche Arbeit,

    Wenn es das überhaupt noch gibt. Was ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, weil es so absurd ist, dann: Stimme ich voll zu. Und ein Mindestlohn ist ebenfalls ein muss.

    ist das Bereitstellen kostenloser Kinderbetreuung, die Einführung einer Ganztagsschule (auch wenn dadurch die Nachhilfeindustrie zusammenbricht)

    Ich weiss was die Intention ist, aber das hier ist so ziemlich das zerstörerischste, was man für unsere Gesellschaft tun kann, und nur ausgesprochene Kinderhasser würden so ein wegschieben von den eigenen Eltern befürworten. Das ist krank und endet mit gestörten Kindern und deswegen einer gestörten Ellbogengesellschaft aus Menschen ohne sozialen Rückhalt. Glaub mir, ich kenn mich da psychologisch sehr gut aus.

    Stattdessen müssen beide Elternteile ein Recht (oder besser sogar eine Pflicht) dazu bekommen, genügend Zeit für die Erziehung ihrer Kinder zu haben. Durch staatlich finanzierten Kinderurlaub, Kinderhalbtagsarbeit (also den halben Tag für die Kinder reservieren), u.s.w.

    und die Einführung einer hohen Zusatz-Abgabe für Unternehmen (und Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung), die ihre Führungsgremien nicht gleichmässig mit beiden Geschlechtern besetzen.

    Also offener Sexismus! Sowas is absolut und 100%ig inakzeptabel. Und du selber sagst ja weiter oben, dass das nix bringt und nur eine Alibilösung ist die Schaden anrichtet.
    Sexismus (wie gesagt, beweise bitte) muss an der Wurzel angepackt werden. In den Köpfen der heranwachsenden. (Wo er eigentlich schon lange ausgelöscht ist, was aber unser Fritz anscheinend nicht mitbekommen will.)

    Zudem wird hier völlig und komplett ignoriert, dass vielleicht viele Frauen gar nicht in Führungspositionen sein wollen. Weil sie andere Ideale und Ziele, als die männlichen Ideale und Ziele, als besser ansehen. Was so Feminazis ihnen sexistisch verweigern wollen. Zugunsten rein männlicher Wertvorstellungen. (Ja. Feminazis hassen nichts mehr als echte weibliche Ideale.)

    Satt alles zu forcieren, wie wärs mal mit tatsächlichem aufhören von sexistischer Denke. In der hängst du nämlich immer noch voll drin, Fritz. Aber komplett!

    Nichtsexisten denken nicht is so Schemen von Geschlechteranteilen in bestimmten Berufen und dergleichen sexistischem Dreck. Und was sich dann von selbst ergibt, ist wie es in der Natur sein soll. Wenn das heisst, dass soziale Berufe und Designerberufe von Frauen dominiert, und Bauarbeiterberufe sowie Anführerberufe von Männern dominiert werden, dann ist das gut so.

    Die Verzerrung ist hier, dass so getan wird, als würden Anführerposititon irgendwie „über“ anderen stehen. Auch wertemäßig.
    Anführer sind nichts weiter als Koordinierer und vermeider von ewigem Nichtentscheiden. Dazu fragen sie ihre Experten, entscheiden dann (eine typisch männliches Verhaltensmerkmal), und koordinieren danach die Zusammenarbeit. Durch Harmonieschaffen (ein typisch weibliches Verhaltensmerkmal) und weiteres „eine Entscheidung fällen“ (wieder männlich).

    So ein verdammter Kindergarten, dieses Land… und einer dümmer als der andere…

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    • Warum arbeiten denn so viele Frauen in Sozialberufen?
      Warum gibt es denn so wahnsinnig wenige männliche Kindergärtner und Grundschullehrer?

      Wie erklärst Du dir, dass Väter zwar mittlerweile ein Recht auf eine Elternzeit haben, aber sie nur dann wirklich nützen, wenn sie einen Job haben, der keinerlei oder kaum Aufstiegschancen bietet? Führungsetagenmitglieder nehmen nämlich meist keine Elternzeit.

      Warum kann unsere Gesellschaft den geschlechtlichen Unterschied zwischen Männern und Frauen, der dazu führt, dass eben die Frauen die Kinder bekommen und nicht Männer, nicht als gesamtes tragen und gleicht endlich die Krankenkassenbeiträge an. Frauen zahlen immer mehr als Männer ein. Warum? Nun, das Argument lautet, dass man ja von einer Geburt auf jeden Fall (= ein Krankenhausaufenthalt) ausgeht. Darum.

      Ich habe kein Auto, aber wie bescheuert muss man sein, um Frauenparkplätze mit einer Vergünstigung gleichzusetzen. Hast Du schon mal von Vergewaltigungen auf (dunklen, hinteren) Parkplätzecken gehört? Das soll ein Schutz sein, du Schlaumeier, keine Bevorzugung. Und ja, auch Männer werden auf dieser Welt vergewaltigt, das ist genauso schlimm für die wie für betroffene Frauen, aber lass mal in dein Hirn ein, dass es wesentlich mehr Frauen sind als Männer.

      Bis zu 41 % weniger Lohn für gleiche Arbeit müssen Frauen in manchen Betätigungsfeldern hinnehmen, ging erst durch die Medien – Du machst es dir verdammt einfach, das mit ermäßigten Diskoeintritten zu verrechnen.

      Dagegen ist es heutzutage mitnichten noch so, dass automatisch Kinder bei einer Scheidung der Mutter zugesprochen werden. Wo lebst du denn???

      Noch was: Es ist bereits mehrfach erwiesen, dass Frauen für die gleiche (höhergestellte) Position mehr Qualifikation vorweisen müssen als Männer, um überhaupt erst mal in die engere Auswahl zu kommen. Natürlich nicht überall, aber in sehr vielen, vor allem großen Unternehmen. (Gleiches gilt interessanterweise in total konträrer Form für Leute aus bessergestellten, bildungsnahen oder gar prominenten Familien: die müssen eigentlich gar nichts nachweisen, beziehungweise bekommen auch schlechte Leistungen nicht angerechnet)

      Und noch ein Wort zur Kinderganztagsbetreuung. Mit genau diesen (deinen) Worten wurde damals Hartzern gesagt, dass sie ja schließlich keinen KITA-Platz brauchen, sie sind ja sowieso daheim. Und schon ein paar Jahre später kann man bei solchen Kindern mangelnde Sozialkompetenz nachweisen.

      Machs dir nich so einfach. Männer müssen sicherlich auch hie und da Benachteiligung einstecken, aber das heißt noch lange nicht, dass dafür grundsätzlich ne Frau einen Bonus in welcher Form auch immer bekommt. Wenn Du so denkst (und das liest sich leider sehr stark so), dann machst Du dir selber was vor. Im Übrigen kotzt mich dein Front-Tenor genauso an, wie er mich schon damals, bei Radikalfeministinnen angekotzt hat. Nur zusammen können wir diese Probleme in den Griff kriegen, nicht im Gegeneinander!

      Noch was: ich kenne den Autor persönlich sehr gut; ihm Sexismus vorzuwerfen, ist wirklich völlig verfehlt.

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      • Was tinitussi sagt. Plus: Barefoot, du lebst schon ziemlich in deinem eigenen Halbleiter-Elfenbeinturm. Und nur wenn im Geekdom Gleichstellung ein gemeinschaftlich akzeptierter Grundwert ist, heisst das noch lange nicht, dass die Gesamtgesellschaft genau so sieht. Also lass das Whinen und stell dich der unangenehmen Realität. Du und ich und die anderen Meatspace-emigranten, wir haben noch Arbeit vor uns, nämlich unsere Werte zum gesamtgesellschaftlichen Grundkonsens zu machen.

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      • Wow, gerade von Barefoot und den anderen erzlinken hier im Blog hätte ich so viel Realitätsnähe nicht erwartet. Naja, Fritz ist halt einer der tatsächlich glaubt es würde ein „Patriarchat“ geben. Vor 100, ja sogar vor 50 Jahren war das tatsächlich auch der Fall, aber heute existiert so was nicht mehr. Zumindest nicht in Deutschland. Die Fakten sehen anders aus und dann hilft ihm auch nicht das gebetsmühlenartige Wiederkäuen des 23%-Mythos. Ist alles längst tausend Mal widerlegt, aber Ideologen zu überzeugen ist halt sehr schwer.

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  5. die linken und die grünen haben nicht versagt – lediglich die grünen (wie schon die SPD vor ihnen) haben das volk höchst-bietend VERRATEN und VERKAUFT!!!

    die Linken (die meisten davon jedenfalls) hingegen standen und stehen – im gegensatz zu den volksverräter-parteien – zu dem was sie seit jeher vertraten bzw. im programm drinstehen haben. also mal bei deinen annahmen und vergleichen mit anderen parteien die LINKE bitteschön außen vor lassen.

    und überhaupt, würden/wären die PIRATEN auch nur annährend von allen seiten (vor allem von seiten der verlogenen drecks-mainstream-medien) so absolut unfair und unterirdisch grottig beschossen (worden) wie es seit XX-jahren mit der Linken geschieht, so wären die PIRATEN niemals auch nur ansatzweise das bisherige treppchen hochgekommen geschweige denn aus den startlöchern hervor-gekommen und heute, wenn denn nicht schon längst vor resignation aufgelöst, so doch zumindest nur so klitzeklein das sie keiner mehr wahrnehmen würde.

    die billigen seitenhiebe (welche seitens mancher piraten immer populärerer werden) würde ich mir aber mal grundsätzlich sparen, bekommen die PIRATEN gerade auch von vielen anhängern der LINKEN etliches an unterstützung. besonders hinsichtlich dessen dass sich das auch mal ganz schnell ändern kann wenns mal richtig darauf ankommt. dann nämlich wenn ihr froh darüber sein dürft das man euch nicht in den hals zurück-scheißt, zB. bei abstimmungen und dergleichen.

    das vergesst ihr ziemlich geflissentlich in eurer erfolgs-betroffenheit.

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    • Ich finden an der Linken vieles ziemlich gut, nur ist diese Partei in dieselbe Binnen-I-Falle getappt wie die Grünen.

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  6. Das Thema ist sehr umfangreich.
    Religion ist das eine, Kirchen ein zweites, Benachteiligung von Frauen ein drittes.
    Natürlich scheint es bei oberflächlicher Betrachtung so, als ob die Religion das sei, was Frauen benachteiligt. Das ist nicht korrekt. Vielmehr kann man männliche Ignoranz eigener Vorschriften als Grund sehen. Werden denn z.B. Mütter geehrt? (Ehre Vater UND MUTTER.) In Deutschland wurden sie sogar schon Parasiten der Gesellschaft genannt.
    Der Grund liegt aber noch etwas tiefer: Männer denken so, sprachlich und sozial bedingt. Sprachlich: Die Sprache spricht Männer direkt an. Sie sind nicht verpflichtet, Umwege zu denken, also auch an Frauen und Kinder. In ihrer Sprache, oft auch in ihrem Denken, gibt es nur große Männer und kleine Männer. („Die Ackersleute und ihre Frauen“)
    Sozial: Die Gesellschaft ist nun seit 2000 Jahren gewöhnt, nur mit einem männlichen Gott („HERR“) umzugehen. Da passt die vollbusige Piratin, früher Piraten-Braut genannt, die die Blicke, vermutlich nicht von Frauen, auf sich ziehen will, wirklich gut.
    Frauen sind es seit 2000 Jahren gewöhnt, über Männer definiert zu werden. (Gemahlin des …, Tochter des …) Davor gab es auch Göttinnen da am Himmel, die auch Mädchen und Frauen Möglichkeiten zu Identifikation erlaubten. Die Situation der Frauen scheint aber nicht wesentlich besser gewesen zu sein, jedenfalls laut männlicher Geschichtsschreibung. Diese Göttinnen können historisch Königinnen eines Stammes (Stammesmütter) gewesen sein. Für Frauen ist bei Maria, dem einzig noch verbliebenen weiblichen Wesen am Himmel, Identifikation wegen des Ideals (z.B. Empfängnis und Gebären eines Kindes trotz Jungfräulichkeit) ebenso wenig möglich wie bei Jesus Christus für Männer. Ein Mann kann nicht zaubern, es wird ihm nicht möglich sein, Wasser in Wein zu verwandeln usw. Da wären auch immer noch die Religionshüter, die bereit sind, ihn wieder und wieder zu kreuzigen, wenn er nicht als Monarch daherkommt. Auch hier darf der historische Hintergrund beachtet werden, soweit er überhaupt noch bekannt ist.

    Dennoch sind Ideale wichtig zur Orientierung.

    2000 Jahre hält sich diese Religion schon. Man muss in religiösen Angelegenheiten auch mit Bildern umgehen können bzw. lernt man es da.
    2000 Jahre. Es liegt wohl auch daran, weil sie von vielen Menschen geliebt wurde und wird. Und weil sie auch denen noch etwas geben kann, die sich von der Gesellschaft schon verabschiedet haben.
    Vor allem eines kann man dem Christentum zurechnen: Es hebt die Bedeutung des Wortes ganz besonders hervor, setzt es sogar mit Gott gleich. Die Fähigkeit des Sprechens und Schreibens, Ausdruck des Denkens, ist etwas, das menschliche Gesellschaft ausmacht.
    Es wäre tragisch, wenn Sprache verkommen würde.

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    • [ . . . bei oberflächlicher Betrachtung so, als ob die Religion das sei, was Frauen benachteiligt ]

      natürlich ist es NUR die religion die euch benachteiligt.

      was ihr frauen immer gerne überseht (oder besser: nur allzu gerne und geflissentlich vergesst) ist das wenn ihr versucht mit der hebräischen fantasie-sumpf-kloake selbst, oder einer daraus hervorgegangenen religionen auf augenhöhe zu kommen dies von vornherein zum scheitern verdammt ist, weil es einfach vom prinzip her gar nicht geht.

      denn bei allen dreien (und sonstigen abspalt-gruppen der großen drei) . . .

      . . . juden, christen sowie muslimen (orthodoxen, mormonen und wie sie noch alle heißen mögen) ist es, zwar nicht direkt frauenfeindlich im sinne von FEINDLICH, aber dennoch abwertend in irgendeiner weise festgeschrieben (zementiert) als GOTTES höchst-selbst gesprochenes WORT und demzufolge ein heiliges GESETZ:

      „Das Weib sei dem Manne untertan“ (z.B. Epheser 5, 22)

      diesem stigma (und den dazu gehörigen betonköpfen die niemals und nimmer diesen tradiertem gesetz der unterdrückung abschwur leisten werden) werdet ihr frauen nur dann erfolgreich begegnen können wenn ihr MASSENHAFT (zu hunderten millionen) aus den (kirchen) religionen austretet und am besten selbst eine gründet. und sei es nur um die anderen deppen demzufolge zu verarschen und zu ärgern.

      ach ja, apropos 2000 jahre!!! das mag sich angesichts eines menschlebens als eine große zahl herausnehmen. ist es aber nicht.

      überleg mal. gerade vor kurzem war noch 2011. jetzt ist bereits bald wieder ostern, dann noch zwei- dreimal in der sonne gebraten und dann ist schon wieder winter und weihnahten, willkommen im jahr 2013!

      und jetzt sag nochmals das 2000 jahre viel wären / lang her ist! ;-)

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  7. Nachtrag zum Thema Film/ bzw Filmempfehlung:

    http://www.imdb.com/title/tt1692486/

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  8. Spannend, die Genderdebatte mal ohne die üblichen Schreiargumente, dafür mit neuen, nicht akzeptablen Äußerungen.

    Erstmal, was mir auf dem Herzen liegt, Kinder werden grundsätzlich der Mutter zugesprochen, ohne Wenn und Aber. Der Vater darf schön zahlen („sich um das wirtschaftliche Wohl der Kinder kümmern“), hat einen Vollzeitjob, zu dem er verpflichtet ist, überweist fleißig bis zu seinem Selbstbehalt von 1050 und ob er seine Kinder alle zwei Wochen oder doch mehr sehen darf, liegt allein in der Hand der Mutter. DIe sich nebenbei mit diesem Faustpfand sein Wohlbenehmen sichern kann. Eine Chance auf eine gleichberechtigte Teilhabe an den Kindern besteht nicht. Jedenfalls nicht ohne die Einwilligung der Mutter. Wer das ignoriert, den kann ich nicht mal ernst nehmen.

    Ich sehe noch einige massive Diskriminierungen gegen Männer in meinem Umfeld, übrigens jedoch keine gegen Frauen.

    Um das aufzulösen, kann man nicht DIscoeintritt gegen Hexenverbrennungen gegenrechnen. Vielmehr muß man auf den Grund gehen, warum Frauen zB bei gleicher Arbeit weniger verdienen. Ich vermute, vieles liegt an der individuellen Persönlichkeitsstruktur. Männer mögen in der Mehrzahl bissiger in Gehaltsverhandlungen sein. Aber vielleicht liegt es auch an dem Druck, den sie von ihren Ehefrauen bekommen. Und man darf sich dann nicht nur um die Frauen, sondern um alle benachteiligten Personen kümmern. Wahrscheinlich bekommen nämlich auch männliche Migranten weniger Lohn für dieselbe Arbeit. Man sieht direkt, ein Quote kann nicht die Lösung sein, sonst brauchen wir nämlich auch eine schwule-Rollstuhlfahrerquote. Ich setze darauf, daß die Piraten hier intelligentere Lösungen erarbeiten.

    Zweitens, kann man endlich mal die Frauendiskussion von der Familiendiskussion lösen? Ich finde das echt zum Kotzen. Kostenlose Kinderbetreuung (in annehmbarer Qualität btw) ist FAMILIENPOLITIK. Und nur ein Elter, der es sich finanziell leisten kann, im Beruf kürzer zu treten, kann sich adäquat um seine Kinder kümmern. Die Frau bleibt doch in den meisten Fällen zuhause, weil der Mann mehr verdient und der finanzielle Mehrbedarf durch Kinder als Toppriorität erstmal reingeholt werden muß. Ganz nebenbei, daß der Mann mehr verdient, liegt nicht zuletzt auch am Verhalten in der Partnerwahl der Frauen…

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  9. Sagen die Piraten nicht, weder rechts noch links, postfeministisch und einfach „voraus“ oder so. Meiner Meinung nach bedarf es abgesehen von einigen Änderungen an den Basics überhaupt der Möglichkeit, daß Menschen unbehelligt von anderen verschiedene Lebensformen leben dürfen, wenn Schwule Kinder adoptieren hat das fast schon was von Coolness, das zu unterstützen, wenn vielleicht ein Ehepaar sehr traditionell leben will, wird man schon schief angeschaut und zumindest dem Mann dann vorgeworfen, Sexist zu sein.

    Es gibt einfach NICHT nur EINE Wahrheit in solchen Fragen, aber nicht alles was neu ist muss besser sein als altes und umgekeht.

    gesellschaftswandel.wordpress.com

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