Wie man mit kostenloser Musik Geld verdient

Kann man zu Zeiten des Internet noch Geld mit Musik verdienen? Aber ja doch. Viele Musiker tun das bereits. Aber was, wenn man noch nicht so bekannt ist? Gerade dann ist es einfach.

Die Diskussion um meinen Artikel “Sven Regener, du erzählst Unsinn, und ich erklär dir, warum” hat mir eines deutlich gezeigt: Erstaunlich viele Leute sind überfordert mit der Realität des Informationszeitalters und wünschen sich zurück in die Industriezeit. Da war nichts besser, aber wenigstens vertraut. Wie man aber mit dieser sehr offenen und egalitären Informationsrevolution nutzbringend umgeht, ist bereits vielfach beschrieben worden. Kann man alles nachlesen. In diesem Internet. Zur Vereinfachung und als Einstieg erzähle ich das in Kurzform am Beispiel: “Wie man mit kostenloser Musik Geld verdient”.

Problemsituation: Du bist Musiker, machst (subjektiv) tolle Musik und verdienst kein Geld damit. Zunächst mal: Wir leben im Kapitalismus, da bekommt man kein Geld dafür, dass man etwas Tolles macht, sondern nur dafür, dass man etwas verkauft. Also gut, du nimmst eine CD auf und bietest sie an. Nichts passiert. Statt dessen laden deine Freunde deine Songs aus dem Internet runter. Ohne dafür zu bezahlen. Du beschimpfst sie deswegen, hast daraufhin keine Freunde mehr und stirbst arm, einsam und verbittert. Aber wer will das denn? Niemand.

Also stellen wir uns schlauer an. Wir wissen nämlich, dass Leute, die etwas Tolles machen, was allen nützt (z.B. Kultur), auch dafür Geld kriegen sollten (Immer vorausgesetzt, es ist wirklich und nicht nur subjektiv wertvoll). Das wissen die anderen Leute auch. Und viele verhalten sich auch so. Es ist gar nicht nötig, dass alle sich so verhalten, es genügt, wenn eine hinreichend grosse Anzahl das tut. Deswegen nehmen wir uns ein kostenloses Blog (wie dieses hier), laden unsere Songs unter Creative-Commons-Lizenz (“ich verklage dich nicht, wenn du meine Musik weitergibst, Geld verdienen darf damit aber nur ich”) auf den kostenlosen Musikserver Jamendo hoch (ob die meine Songs für Werbung etc lizenzieren dürfen, entscheide ich) und packe die Links dorthin auf mein Blog. Dort kommen auch noch Fotos von mir drauf, am besten ein Video, und etwas Hintergrundtext: Meine zukünftigen Fans sollen eine Chance haben, mich kennen zu lernen, und mich sympathisch zu finden. Wenn sie mich nämlich für einen Komplettidioten halten, ist die Wahrscheinlichkeit niedrig, dass sie mir ihr Geld geben.

Das Geld nehm ich einfach so (als Paypalspende oder Flattrbeitrag) oder durch einen Verkauf von CDs, Downloads, Tshirts, Sachen aller Art. Oder die Fans können auf meinem Blog ein Konzert buchen: 100 Schleifen (oder mehr, oder weniger) plus Sprit, Hotelzimmer und warmes Essen. Oder einen Song mit ihrem Namen drin für.. denk dir was aus.

Ganz wichtig: Ich poste immer wieder mal was Neues von mir auf mein Blog (das ich auch mit Twitter, Facebook und Googleplus verknüpft habe), ein paar Zeilen darüber, wie’s mir geht, was ich musikalisch als nächstes vorhabe, wie der letzte Gig so lief, wann ich wieder was aufnehmen will. Um von meinen Fans nicht vergessen zu werden.

Ja, ok, aber nur weil ich was auf mein Blog stelle, werde ich doch nicht bekannt? Muss ich da nicht erst viel Geld für Werbung ausgeben? Nein. Gegenbeispiel: Ich hab vorgestern meine Antwort auf Sven Regeners Rant gepostet, und innerhalb von 24 Stunden hatten über 20.000 Leute den Beitrag gelesen. Davon kamen über 8000 von Facebook, knapp 3000 über Twitter, Hunderte über Rivva, Golem, Basicthinking, WordPress, Netzpolitik. Einfach deswegen, weil Leute das gut fanden und weitergegeben haben. Genauso läuft das mit Musik: Wenn die Leute deinen Sound geil finden, reden sie darüber. Auf ihren Blogs, Facebook, Twitter oder anderswo. Wenn keiner über deine Songs reden will, kann es übrigens auch an den Songs liegen. Mal im Ernst: Nicht jeder ist ein begnadeter Künstler. Manche sind nur so ok. Das kann man aber nur wissen, wenn mans ausprobiert. Der Erfolg lässt sich aber beeinflussen: Je mehr Show ich in meinem Blog und in den Sozialen Netzwerken mache, desto mehr Leute kennen mich, finden mich gut und möchten vielleicht was von mir kaufen, damit ich weiter Zeit habe, um geile Musik zu machen. Und irgendwann hört die Gema vielleicht auf, Youtube zu nerven, dann können wir auch in Deutschland Künster-Channels haben, bei denen ich die Hälfte der Werbeeinnahmen kriege.

Spezialfall: Aber was ist, wenn ich die besten Songs der Welt schreibe, aber scheisse aussehe? Dann such ich mir nen Sänger oder ne Sängerin und mach das mit der/dem zusammen. Aber in keinem Fall brauche ich eine Plattenfirma, die mir nur Brösel vom Erfolg übrig lässt.

Ist das alles jetzt klarer? Falls nicht – ihr wisst ja, wie kommentieren geht.

Weiterführende Infos zum Thema auf Techdirt: eins, zwei, drei, vier

77 Kommentare

  1. Wirklich interessantes Thema und bestimmt hilfreich für den ein oder anderen(auch Nicht-Musiker):)

  2. Ja sowas ließt sich immer gut und macht ja auch beim ersten betrachten Sinn. Hast Du auch konkrete Beispiele (also Künstler mit Links) die das so machen UND davon auch leben können?

    • Auf die Schnelle: Pomplamoose, Amanda Palmer…

      • Wo kann man sehen, dass die davon leben können? Auch A. Palmer macht das alles nicht alleine. Kann man auf ihrer Seite unter Links/Miscellaneous lesen. Freut mich aber, wenn es denen gelingt.

        • Das ist keine berechtigte Bedingung, davon leben zu können.
          Das kann man nur, wenn der Sound auch stimmt.
          Und das ist vielleicht einfach nicht der Fall.
          Dann kann man auch nicht davon leben.

          Vor allem: Echtes Geld gibt es nur gegen echte Leistung.
          Also Konzerte, Merchandising… und eben auch Input vom Künstler. Aber eben nur nebenher.

          Du kannst ja ausrechnen, wieviele Konzerte man geben muss, um davon zu leben. Bei 100€ das Konzert brauchts 10-20 Konzerte im Monat. Das klingt etwas unrealistisch. ^^
          Bei 1000€ sinds nur noch 1-2.

          Wenn du also 200 Leute zusammenkriegst, die einmal im Monat 5-10€ für ein Konzert ausgeben (oder 200-400 Leute a 5€) – und das ist doch realistisch machbar, wenn die Musik gut ist, und man sich zu vermarkten weiss – dann kannste davon leben.

          Und wozu dann der Blog? Da um diese 200 Leute zusammenzukriegen! Um sie über Konzerte zu informieren! :)

          Siehste. So passt das.

          • Die Rechnungen und Überlegungen hier beziehen sich immer auf Einzelkünstler. Eine Band hat aber 3 und mehr Musiker, die gerne bezahlt werden. Oder anders gefragt:
            Ist die Band ein Auslaufmodell??

  3. Reblogged this on Ich sag mal.

  4. ich erwarte gar, dass die Leser meiner BLOG-Texte mir etwas zahlen, mir würde genügen, zu wissen dass ich sie erreicht habe und wer und wie viele es sind. Aber das habe ich noch nie herausgefunden, von gelegentlichen Antworten einmal abgesehen. Ich habe eigentlich immer das Gefühl, Hallo zu rufen und keiner antwortet. Es wird an mir liegen, klar, aber wie komme ich dahinter?

  5. Habe gerade über Golem Dein Blog entdeckt – sowohl Deine Replik auf den RegenerRant als auch Deine Anleitung zum erfolgreichen Internet-Kreativen gefallen mir gut. Es braucht imho mehr Menschen die es schaffen, komplexe Sachverhalte kompakt und sofort verständlich (und womöglich noch witzig) auszudrücken. Was für mich durchschnittlichen von wirklich gutem Journalismus unterscheidet. Kompliment!
    Ich teile Deine Beobachtung, daß viele Leute überfordert sind mit der Realität des Informationszeitalters (inklusive der meisten Politiker). Allerdings finde ich das weniger überraschend. Ich glaube vielmehr es handelt sich um ein universelles menschliches Abwehrmuster zwecks Aufrechterhaltung alter Denkmuster – das Neue macht halt Angst. Zieht sich durch die ältere und jüngere menschliche Geschichte, siehe etwa die weit verbreiteten Unkenrufe bei Einführung von Radio, oder TV. Und je stärker dann noch mein Lebensunterhalt mit den alten Strukturen verknüpft ist, desto mehr (Existenz-)Angst entsteht. Ziemlich mächtiges Motiv.
    Das soll keine Entschuldigung dieser Haltung sein, nur ein Erklärungsversuch.
    Derartige Aufklärung wie Deine hier wäre demnach nicht das schlechteste Rezept dagegen. Auch wenn`s vielleicht doch eine ganze Generation brauchen wird, bis das richtig greift (siehe Thomas Kuhn)… grins.
    Keep Blogging!

  6. Internet = kostenlose weltweite Werbeagentur

    • Eher „Werbemedium“. Rumsitzen und auf Bekanntheit hoffen funktioniert nicht. ^^

  7. ahoi fritz,

    auch wenn ich vieles teile, ist doch nicht alles richtig was du schreibst.

    zunächst einmal ist es irgendwie lächerlich wenn du hier versuchst den eindruck zu erwecken, du könntest von deinen einnahmen bei jamendo leben.
    davon kann mensch im regelfall eben nicht leben, weswegen die überwiegende mehrheit der ernstzunehmenden komponisten und verleger sich eben immer noch unter das dach von GEMA, GVL, und VUT begeben. (diejenigen, die mit majors zusammenarbeiten, lassen wir bei der diskussion mal ausser acht. es sind weniger als viele leute denken und sie sind auch nicht teilnehmer eines konstruktiven streits bzw. eines kampfes um veränderung)

    wenn man im selbstverlag 1000 files auf jamendo verkauft dann bekommt man dafür 5 euro an spenden und kann sich 2 cheezeburger und eine mittlere cola holen, und auch das nur dann, wenn man keinerlei kosten fürs hochladen hat und die umsatz- und einkommensteuer hinterzieht.

    wenn man hingegen im selbstverlag 1000 CDs in den handel bringt, zahlt man zwar 1500 euro gebühren im vorraus an die GEMA (von denen man nur 70% hinterher wiederbekommt), macht aber auch 8000 euro umsatz, 5000 euro gewinn, und kann dementsprechend davon mit kind und kegel 6 wochen lang gut leben.

    dieses “verschenks doch im netz, alles andere ist mittelalter” finde ich zwar ein ganz nettes gesellschaftliches ziel, aber es ist nicht unbedingt (schon) heute ein gangbarer weg für urheber.

    und ich halte und hielte es darüberhinaus vor allem für eine absolute vorraussetzung für diesen weg, dass dabei eine gewinngenerierung durch werbung zu 100% ausgeschlossen werden muss.

    es zeugte wohl von vollkommener ökonomischer blödheit, wenn jemand ernsthaft glaubt, dass dadurch der konsument und der urheber gewinnen ohne das dritte daran mitverdienen würden. an produktwerbung wird immer mehr verdient als vergebens irgendwas drittes gesponsert wird, sonst würde produktwerbung oder konzerne wie google, die davon leben, nicht (mehr) existieren.

    oder hälst du es für einen gesellschaftlichen fortschritt, wenn komponisten seine kunden in zukunft durch adsense dazu verleitet versicherungen oder markenkekse zu kaufen anstatt wie bisher einfach ein presswerk 7 cent und einen plattenvertrieb 40% vom NAP mitverdienen zu lassen? was ist daran besser?

    selbst die denkbare konstellation, dass ein indy-vertrieb – gegen deinen willen – “raubkopierer” verklagen will ist rein theoretisch, und durch entsprechende verträge und freundlcihe gespräche im regelfall aus der welt zu schaffen, so dass auch kein verteilungsproblem ensteht, weil du es in der praxis jederzeit zulassen kannst, dass bedürftige oder test-hörer sich deine werke ein saugen, ohne dass du probleme mit deiner gema-mitgliedschaft bekommst.

    in summe bleibt folgende kritik an dir übrig:
    einerseits ist immer gut mal radikal neue ideen zu diskutieren, andererseits bleibst du aber im schwarzweiss denken unserer gegner von der contentmafia. du ziehst nur am andere ende des stranges der konsumentenverblödung.

    es wird zeit diesen strang loszulassen und eine eigenen debatte aufzumachen, die nicht tendenziell vom gegner vorgegeben wird.

    -110

    • Guter Kommantar.

      Den eigentlichen Beitrag oben hatte ich bereits nach Folgendem:

      “(Immer vorausgesetzt, es ist wirklich und nicht nur subjektiv wertvoll)”

      übersprungen. Denn ich kenne keine Instanz, die dieses feststellen könnte. Eine Musik-Stasi vielleicht? Oder doch nur die altebekannte (insbesondere in Jazz-Kreisen) Musikpolizei? Oder doch nur Chef-Intendant Effenberger persönlich?

      Also, Menschen mit einer derartigen Denke kann ich nicht zuhören/-lesen, denn da kommt selten Brauchbares heraus, was wirklich ALLEN dienlich ist und nicht nur speziellen Gruppierungen.

      • Weiteratmen: Ob dein Zeug nicht nur subjektiv “wertvoll” ist, entscheiden immer die anderen, nicht wahr?

        • Ja eben, deshalb ist es ja auch Bullshit, so einen Satz (in Klammern) in dem von Dir aufgebauten Zusammenhang zu schreiben.

      • das ist, weil fritz in “produkt” (also ware) und “markt” (also zahlender konsument) denkt an dieser stelle.

        einerseits ist das zwar der kern meiner kritik, andererseits ist es aber natürlich nicht von der hand zu weisen, dass es durchaus das kunstwerk als ware (auch gibt) : du kannst frei (also auch frei von irgendwelchen marketing überlegungen, ohne festgelegte form, ohne deadline usw.) arbeiten und ein metaphysisches etwas schaffen – und dann hinterher sagen, so, jetzt mche ich einprodukt draus und verkaufe kopien.

        • Du meinst jetzt bildende Kunst, nicht darstellende, oder?

          • ich habe von “kunstwerk” gesprochen, im metaphysischen sinne.

            für unsereins wäre das z.b. eine koposition inclusive arragement, mixing und mastering, und was beim zuhörer später bei hören rüberkommt. oder so. lässt sich schlecht beschreiben, was ein kunstwerk ist^^

            jedenfalls gebe ich dir inhaltlich teilweise recht, dass der “wert” (und ich hoffe du hast wirklich nicht nur den verkaufserfolg gemeint) eines kunstwerks subjektiv ist.

            oft genug kommt e vor dass man als schaffender seinen eigenen kram toll oder scheisse findet – und andere finden das gegenteil.

            akademische kritik an form und inhalt von kunstwerken würde ich zurückweisen, und das habe ich auch für dich in anspruch genommen weswwegen ich dich in diesem punkt verteidigen musste. :)

            denn was ein kunstwerk ist, entscheidet der, der es macht. dadurch definiert sich, wer ein künstler ist.
            ich finde vieles scheisse, was andere machen, aber ich nehme ihnen nicht den begriff weg.

    • “wenn man hingegen im selbstverlag 1000 CDs in den handel bringt, zahlt man zwar 1500 euro gebühren im vorraus an die GEMA

      Nein. Es ist wesentlich günstiger. Ich habe das kürzlich für die Band eines Freundes gemacht. Zu zahlen an die GEMA waren für 500 Cds vorab ungefähr 250,- Euro ( zuzügl. USt.). Ein Teil der CDs wurde als Promotionsmaterial betrachtet und dieser Anteil war, soweit ich mich erinnere, abgabenfrei oder stark reduziert in der Abgabe.

      “…(von denen man nur 70% hinterher wiederbekommt)”

      Nein. Wenn man alles selbst komponiert und verlegt ( oder auch nicht, denn man braucht keinen Verlag) , dann bekommt man auch so gut wie alles abzüglich dem Kostensatz von 14.9% wieder.

      Wenn jemand so etwas konkret wissen will, einfach dort anrufen und fragen. Der Service ist freundlich und gut.

      Wenn man im VUT ist ( was ich einmal war, aber nicht mehr bin, weil ich die Experimentierphase mit einem kleinen eigenen Label inzwischen abgeschlossen habe ), dann wird es noch günstiger, denn die Mitglieder bekommen nochmal Rabatt.

      • nun das ist die theorie, du musst immer auch noch den bruch, die retour usw rechnen, und dann das mechanische … ausserdem gibts unterschiedliche sätze je nach länge usw … trotzdem hast du recht, denn es hätte “1500 DM” heissen müssen … hihi … oldfashioned

        • was meinst du eigentlich mit ” man braucht keinen verlag”.
          ein werk bei einer verwertungsgesellschaft anzumelden bedeutet, dass du verleger bist, auch wenn du die firma nicht so nennst. :)

          • @einsnull. Das ist meiner Meinung nach nicht richtig. Ich melde ein Werk als Komponist an. Punkt. Dann gehören mir 100% der Urheberrechte ( falls nicht noch weitere Komponisten oder Texter mitgearbeitet haben ). Wenn ich einen Verlag mit ins Boot nehmen will, warum auch immer, dann übertrage ich ihm die Verlagsrechte ( normalerweise in Höhe von 40%), und meistens hat das zur Folge, dass der dann auch die Anmeldung und den papierkram ( Federführung ) übernimmt. Muss aber nicht.

          • @Kommentar von rasta_man on 27. März 2012 21:57

            wir reden da nur aneindaner vorbei, denke ich.

            ich rede von den klassischen, vielleicht rein theoretischen gschäftsmodellen, weswegen ich sag(t)e wenn ein komponist seine werke selbst anmeldet dann ist er sein eigener verleger.

            die englische sprache macht das meist deutlich, denn normalerweise bezeichnet man das anmelden eigenen werke (was ja mit dem ziel und im zeitlichen zusammenhang mit der geplanten verrbreitung von kopien steht) (auch wenn man es selbst macht) als publishing und nicht als clearing.

            “clearing” sagt man witzigerweise eigentlich nur beim verlag und vor allem beim subverlag, wo zum anmelden dann teilweise auch gehört erst mal aufzuklären wessen titel das eigentlich ist. :)

            oder noch deutlicher: wenn du es hinterher auf deinem eigenen label rausbringst, dann hast du es sozusagen in deiner eigenschaft als dein eigener publisher angemeldet, und nicht als komponist.

            natürlich gibt es immer auch das modell dass ein inhaber seine werke nicht selbst verwerten will, dort hättest du dann recht.

            da es hier aber um die frage ging, ob man mit möglichst unabbhängigem arbeiten genauso wirtschaftlich fährt, finde ich es immer witzig, das für sich selbst mal aufzuschlüsseln, was man denn daran verdient, den verlag selbst zu machen …. die zahl hast du ja schon richtig genannt …

          • ich habe gerade überlegt, wie diese denkweise eigentlich entstanden ist.

            das hat wohl damit was zu tun, dass es, wenn du nicht nur dich selbst sondern auch noch ein paar andere leute verlegst, schon in deiner internen abrechung einfach mehr sinn macht, deine eigenen kompositionen genauso mit dir selbst anzurechnen, egal ob nun bei gema oder bei umsatz, wie du das mit dritten auch machst, sonst kommt man nämlich durcheinander, vor allem wenn man nur ein konto hat. ^^

  8. noch eine kurze ergänzung in beantwortung zum regener-artikel.

    du schreibst:

    “Sorry, aber als Autor oder Musiker kriegst du üblicherweise nicht mehr als 5 Prozent vom Endverkaufspreis. Auf deinem YouTube-Channel bekommst du 50 % der Werbeeinnahmen”

    das sind nichtssagende und falsche zahlen und daher nicht einmal ein halbes argument für irgendwas.

    schon ein vergleich der beteiligungen ist vollkommener bullshit.

    1.
    ein komponist bekommt deswegen nur 5% vom verkaufspreis einer CD, weil das stück auf der CD auch noch z.b. die kosten für produktion, instrumentalisten, verlag, marketing, audio mastering, mastering, und vertrieb wieder reinbrignen muss.

    all diese kosten, mit ausnahme des vertriebs, entstehen dem komponisten auch und in der selben höhe, wenn er seine musik
    bei youtube einstellt – aber das unterschlägst du in obiger rechung einfach.

    wenn du deine CD selbst einspielst, mischst und masterst, sie selbst verlegst, und auf jegliches marketing verzeichtest – genau wie der youtube methode – dann sind es eben nicht 5% vom brutto preis,, sondern 60% vom netto preis.

    bei einer CD sind das zwischen 5 und 12 euro – du kannst ja mal spasseshalber ausprobieren, wieviele kopien deines albums du kostenlos im web verteilen musst, bis du bannerclicks im gegenwert von netto 5 – 12 euro erwirtschaftet hast.

    du hast weitere punkte grob fahrlässig unterschlagen:

    2.
    es ist nämlich eine menge arbeit, einen eigenen channel oder eine eigenen website so zu bewerben, dass sie überhauopt irgendwie bekannt wird. dein youttube channel nützt dir ökonimisch überhaupt nichts, wenn es noch 1000 andere youtube channel gibt, die auch dein zeugs verteilen, und die 3 grössten daovn von grossen unternehmen betrieben werden, die ebenfalls damit clicks verdienen wollen. (und da du kein gema mitglied bist, kannst du dich auch nicht dagegen wehren, sondern musst deine tolle CC-NC in jedem einzelfall selbst einklagen.)

    3.
    es gibt eine reihe weitere unterschiede, die allesamt ein nachteil bedeuten, wenn es um deine youtube theorie geht:

    bei werbeeinnahmen bezahlst du 19% mehrwehrtsteuer, bei CDs nur 7%.

    ausserdem kommst du als channelbetreiber nicht in die künsterlsozialkasse, weil das kein kreativer beruf ist – schwupps, hast du mit einem durchschnittseinkommen schon mal jeden monat 250 euro mehrkosten weil du deine krankenkasse alleine bezahlen musst.

    ausserdem bist du mit deinem modell auch kein freiberufler mehr sondern ein händler – und zahlst daher deine steuern quartalsweise im vorraus. komponisten und verleger tun das im regelfall nicht …

    4.
    wenn du mit einem independent vertrieb zusammenarbeitest, dann handelt es sich hierbei um kleine unternehmen, man kennt die leute persönlich, und sie haben einen ruf zu verlieren.
    bescheissen bei einer gema-gebundenen backkatalogabrechung ist praktisch unmöglich.

    hast du hingegen problem mit deine google abrechnung … nun, diesen satz kannst du sicher selbst ergänzen.

    5.
    letztlich halte ich deinen vergleich schon deswegen für falsch, weil es überhaupt gar keinen grund gibt, den youtube channel nicht einfach _zusätzlich_ zum konventionellen CD vertrieb zu betreiben – mit ausnahme des problems, was dabei durch die gema-mitgliedschaft besteht (denn die gema-gebühren werden niemals die werbeeinnahmen decken, nicht mal nach erfolgter abrechnung)
    wozu also stellst du diese beiden wege überhaupt in einen gegensatz?

    -110

    • alles recht und schön.

      keiner sagt das es einfach einfach würde.

      aber mal eine andere frage (habe ich von mir selbst aus dem anderen thread übernommen):

      [ frage? (und feststellung zugleich)

      ich bezahle seit jahrzehnten zwangsabgaben auf so ziemlich alles – leermedien, geräte, bezahle GEZ . . .

      (Abgabenliste)

      Scanner: 12,50 €
      Thermo- und Tintenfax: 5,00 €
      Laserfax: 10,00 €
      Tintendrucker: 5,00 €
      Tintenmultifunktionsgeräte: 15,00 €
      Laserdrucker: 12,50 €
      Lasermultifunktionsgeräte und Kopierer (ggf. zusätzlich jährliche Betreiberabgabe)
      bis 14 Seiten/Minute: 25,00 €
      bis 39 Seiten/Minute: 50,00 €
      ab 40 Seiten/Minute: 87,50 €

      PC: 13,65 €
      CD-Brenner: 8,70 €
      DVD-Brenner: 10,68 €
      MP3-Player: 2,56 €
      Tonbandgeräte: 1,28 €
      Bildaufzeichnungsgeräte: 9,21 €

      Mobiltelefone
      ohne Touchscreen: 12,00 €
      mit Touchscreen und weniger als 8 GB Speicherkapazität: 16,00 €
      mit Touchscreen und 8 GB Speicherkapazität oder mehr: 36,00 €

      Tonträger: 0,0614 €/h
      z. B. bei 50 CD-Rohlingen zu 80 Minuten 4,09 €

      Bildträger: 0,0870 €/h
      Digitale Speichermedien (Speicherkarten, USB-Sticks u. ä.):
      0,10 € pro Medium
      CD-, DVD-, Blu-Ray-Rohlinge zwischen 0,062 € bis 3,473 €

      . . . kommt alles u.a. auch in den GEMA topf, woraus du bezahlt wirst . . .

      nur was bekomme ich von dir (oder den anderen künstlern die mich nicht interessieren) als gegenleistung???

      denn ich zB. sehe so gut wie kein deutsches fernsehen, höre schon seit jahrzehnten überhaupt kein deutsches radio und lese bücher und zeitschriften hauptsächlich in englischer sprache!

      also bitte nochmals:

      was bekomme ich von dir oder den anderen künstlern die mich nicht interessieren dafür das ihr MEIN GELD, mir gegenüber quasi völlig leistungsfrei, nachgeworfen bekommt???

      und jetzt wisst ihr auch wohin ihr euch euer bei anderen angeprangertes und eingefordertes “unrechtsbewusstsein” schieben könnt!

      ihr habt ja selber auch keines bei der annahme von geldern die euch wegen nicht erbrachter leistungen (zB. mir gegenüber) gar nicht zustehen! ]

      • Natürlich bekommst du was als Gegenleistung für die Leermedienabgabe: Damit bezahlst du dein Recht auf Privatkopie.
        Das ist ja auch die Idee hinter der Geräte- und Leermedienabgabe.

        Leider kapieren die wenigsten Menschen, daß eine Privatkopie juristisch NICHT
        *eine Kopie für den privaten Gebrauch*
        meint, sondern
        *eine Kopie für den privaten Gebrauch, welche im privaten Rahmen durch zB Freunde und Verwandte erstellt wurde*.
        Das ist zumindest der Stand der Dinge. Aber alles kann sich ändern.

        • Komisch ist nur die Diskrepanz zwischen dem was man “im Sinne der Privatkopie” darf und wie die Abgaben zugenommen haben. Während früher die Kopie von einer CD erlaubt war ist dieses abgeschafft worden (*). Dafür darf man für alle möglichen (neuen) Geräte zahlen.

          (*) abgeschafft in dem Sinne das das Umgehen eines Kopierschutzes verboten wurde und alle CDs mit diesem ausgestattet sind.

          • Alle Probleme mit massenhafter Abmahnung, Kopierschutz auf CDs, DRM und so sind nur aufgetaucht, WEIL zu viele das mit der Privatkopie nicht verstanden haben.
            Es ist nun wirklich ein RIESEN Unterschied ob ich eine CD fünf mal für Freunde brenne oder 1000 Leute diese nach dem Rippen aus dem Netz laden. Oder nicht?

      • ich finde deine frage vollkommen berechtigt: was hast du davon?

        klar ist es ärgerlich, dass auf deinem CD brenner 6 euro gebühren drauf sind, opbwohl du noch niemals in deinem leben auch nur irgendwas kopiert hast mit dem ding, denn genau wie die anderen 50 millionen menschen in deutschland hast du den ja nur für datenbank backups gekauft.

        natürlich kann es passieren, dass man durch ein gesetz subjektiv benachteiligt ist.
        aber mit diesem rechtspholophischen ansatz der sich hinter deiner kritik verbirgt kommst du keinen meter weiter, denn selbst wenn du diese gebühren zu unrecht bezahlst, auf die mehrheit der nutzer trifft das eben nicht zu.

        den zweiten teil deiner frage, mit welchem recht leute wie ich daovn etwas abbekommen, kann ich nicht beantworten, denn ich bekomme davon nicht ab.

        denn diese kohle geht fast überwiegend nur an TOP 40 verlage, deren titel viel airplay bekommen, die mehrheit der LC inhaber wird davon nie mehr als einen 1 stell.igen betrag pro jahr sehen.

        ausserdem musst du das aufkommen, was durch diese geräteabgaben bezahlst mal im verhältnis zu den regulären einkünften der GEMA, die durch tonträger und airplay entstehen setzen – es ist ein klitzekleiner bruchteil dessen, was die gema mitgleider ausgeschüttet bekommen. der grossteil ist und bleibt wenn sich im plattenladen jemand für eine kopie meines werkes entscheidet.

        zum schluss noch der hinweis, dass dein versuch eine für dich persönlich individuell “gerechte” lösung haben zu wollen, der durchaus modernen idee einer kulturflatrate diametral entgegensteht.
        es würde nämlich im gegenzug bedeuten, dass leute die wenig geld haben künftig nur noch 2 stunden am tag radio hören können, weil sie sich stunden- oder titel-weise gebühren nciht leisten können (und deswegen froh sind, GEZ zu bezahlen)

        noch ein einfacheres beispiel: du zahlst auch nicht pro gefahrenem kilometer KFZ steuern, und du hast auch nicht zuviel für deine internetflat bezahlt, wenn du nur 23 stunden am tag surfst.

        das nennt man mischkalulation und es ist schlichtweg zweckmässig.

        wenn du also 6 euro gema für deinen brenner bezahlt hast obwohl du niemals nicht irgendwas kopierst, dann hast du schlichtweg pech gehabt.

        ich als komponiste und verleger zahle auch diverse steuern und abgaben, ohne dass ich davon konkret irgendwas hätte.

        dass ich meine kranken- und pfelgeversicheurng auch weiterhin nnur bezahl, ohne sie in anspruch zu nehmen, darujm bin ich sehr dankbar.

        umgekehrt hast auch du die möglichzkeit morgen urheber zu werden – und schon wirst du – nach deiner eigenen logik – froh sein, dass es eine geräteabgabe gibt.

    • Ich glaube, du missverstehst mich absichtlich. Ich erklär aber nicht alles nochmal. Vielleicht möchtest du meinen Beitrag oben nochmal lesen, vielleicht genügen dir aber deine bereits vorhandenen Standpunkte.

      • ich habe keine standpunkte, ich habe dir von meinen erfahrungen berichtet und theorien aufgestellt und diese teilweise begründet.

        standpunkte zu vertreten ist nciht ganz mein ding, das machen nur parteisoldaten.

  9. Mal im Ernst: Nicht jeder ist ein begnadeter Künstler. Manche sind nur so ok.

    Interessanterweise ist es egal, in welche Richtung von „nur so OK“ man schlägt. Wichtig ist nur, wie stark die Emotionen sind, die man auslöst. Das wissen auch TV-Produzenten. Deswegen gibt es diese Shows, die jeder hasst, aber anscheinend trotzdem gut laufen.

    Doch wir wollen ja eher positiv gesehen werden. Also ist es ganz wichtig, nochmal zu betonen: Löst Emotionen aus!
    Umso stärker, umso besser!

    Und wie das geht?
    Resonanz heisst das Zauberwort. Das ist, wie sehr dein Werk die Persönlichkeit des Hörers berührt. Oder ganz nüchtern: Wie sehr die neuronalen Bahnen auf denen die Signale durchs Hirn fliessen (möglichst positive, aber auch andere) Emotionen auslösen.
    Was normalerweise passiert, wenn man Themen anschneidet, die halt für die höher große emotionale Bedeutung haben, und/oder (idealerweise) zu großen Einsichten führen. Auch als Antworten auf Fragen, von denen man nicht mal wusste, wie man sie stellen sollte.

    Wer also den großen Nerv der Zeit trifft, um es mal so zu sagen, hat im Prinzip gewonnen.

    Und sooo schwer ist das jetzt auch nicht. (Ausser man lebt, wie ich, anscheinend in einer so ganz anderen Welt als der Rest. :/)

  10. @Fritz
    Warum sollte mir deine “Creative-Commons-Lizenz” eigentlich nicht egal sein? Bei dir und ein paar anderen Kommentatoren hört sich das immer so an als würde ein Musiker die Rechte an seinem Werk aufgeben, sobald er es veröffentlicht hat (siehe: es gibt kein geistiges Eigentum). Für das Kultur machen gibt es ja eh kein Geld, verkaufen ist wichtig! Was spricht also dagegen wenn eine Band einfach deine Songs spielt? Natürlich ohne Namensnennung, du kannst ein Lied schließlich nicht besitzen. Vllt verdient die Band ja sogar was damit, denn das live Spielen an sich ist eine Dienstleistung für die man noch bezahlt werden darf. Gema fällt auch weg: kein Eigentümer/Urheber ==> gemeinfrei. Und das tolle: man nimmt deiner Band die Musik ja nicht weg, du kannst die immer noch selber spielen. Nix gestohlen! Sollte die Band dann mit einem deiner Songs einen Hit landen, könnten sie dir ein T-Shirt schenken: “Ich schieb einen Hit und alles was ich bekam ist dieses scheiß T-Shirt”
    Wäre das nicht ein tolles Modell für die Musik der Zukunft?

    • Du bringst da was durcheinander. Was ich sage, ist: Lasst uns akzeptieren, dass die private Nutzung von Kultur- und Wissensdaten, für die wir ja bereits Kopierabgaben bezahlen, weder technisch noch juristisch eingeschränkt werden kann. Also sollten wir festschreiben, dass Fileshariung legal ist. Anders bei direkter kommerzieller Nutzung: Die ist im Urheberrechtsgesetz bereit sinnvoll geregelt. Zwar gibt es “Geistiges Eigentum” nicht wirklich, wohl aber “Geistige Leistung” und sich daraus ergebende Nutzungsprivilegien mit der Möglichkeit, daraus Geschäftsmodelle zu entwickeln.
      BTW: Dieses Blog ist nicht cc-lizenziert. Ich sah dafür nisher keine Notwendigkeit.

      • Aber warum bei der privaten Nutzung halt machen? Die geistige Leistung geht ja nicht flöten. Dann spielen halt drei Bands die selben Lieder. Wer sich besser verkauft / den besseren Promoblog hat gewinnt. Paßt doch prima zu all deinen Argumenten. Es geht nix verloren, der Urheber kann immer noch ein Geschäftsmodell daraus machen, mehr Kultur für alle, auch neue Künstler können schnell mit Musik Geld verdienen.
        Alle sind Glücklich!!11!
        Außer vielleicht der Urheber. Aber der hätte ja von Anfang an sein Lied an eine Band zum Zuerstaufführen verkaufen können. Pech gehabt. Was interessiert uns auch der Urheber. Hätte halt Bäcker werden sollen.

        Falls du es nicht gemerkt hast. Fast alle 1-Click-Hoster verdienen gut Geld mit der “geistigen Leistung” anderer.
        Und grade mal zum Spaß bei thepiratebay.se nach Element of Crime gesucht und auf das ausgeblendete Popup geclickt ==> Eine Onlinepokerseite. Das macht TPB bestimmt nur, weil sie die Seite gut finden.

        Nun bin ich generell schon deiner Meinung, daß die Privatkopien (so wie sie gemeint sind ! ) nicht kriminalisiert werden darf. Aber wenn das unbedingt über das Internet laufen soll, dann sollte der Urheber oder die Band die MP3s selber hosten oder einen legalen Dienstleister nutzen (Jamendo, Amazon etc). Damit respektieren wir den Willen des Urhebers und unser Recht auf Kopien im privaten Rahmen bleibt gewahrt (Vorausgesetzt die Musikverwerter sehen ein, daß weniger illegale Downloads die Notwendigkeit für Kopierschutz überflüssig machen).
        Und wenn ein Künstler nicht mitmacht, ignorieren wir ihn halt bis er verhungert oder seine Meinung ändert. So einfach könnte das sein.

        Alles andere ist VERDAMMTE HEUCHELEI!

        BTW: ich meinte allgemein die CC Lizenz wie du sie im Blog angesprochen hast

  11. jimi verpixeled? aua!

    passt aber schon, von seiner botschaft ist hier auch nix mehr zu erkennen…

    • Ich bezweifele, dass der Autor – ob seiner offensichtlich merkwürdigen Einstellung zum Urheberrecht – die Rechte zur Benutzung und/oder Verfremdung des Bildes bei den Rechtsinhabern eingeholt hat.

  12. Regners Ansichten sind weltfremd. Wieso stellt er sich selbst nicht die Frage: “Warum bekommt ein JOEY HEINDLE auf Facebook knapp 120.000 LIKES, obwohl er grenzwertig singt, noch nie einen Song geschrieben, oder ein Album veröffentlicht hat…?” DA LÄUFT DOCH WAS GANZ ANDERES SCHIEF IN DEUTSCHLAND, ODER???

    Wieso werden “untalentierte- Einweg-Künstler” von einer breiten Masse unterstützt, aber bei den etablierten Künstlern weigern sich viele die Downloads zu bezahlen…???

    Wer diese Frage beantworten kann, der erfährt viel über die wahren Ursachen der “Kauf-Verweigerung”…

    Mein Name ist JOON WOLFSBERG und ich bin selber Musikerin und auf YT wird nachwievor eines meiner Musikvideos (Songtitel: “Please”) durch den GEMA-Streit für deutsche Besucher blockiert. Witzig finde ich das nicht. Ich bin PRO ILLEGALE Downloads! Warum? Ich kann als Musiker erst dann Geld verdienen (Konzerte, CD Verkauf usw..) wenn mich die Leute kennen. Das “FileSharing” hilft sehr, Publikum zu erreichen, dem man vorher unbekannt war. Jeder der hier diese Seite besucht, würde lügen, wenn er behaupten würde, dass er/sie noch NIE!!! eine Musik-Kopie von Freunden erhalten hat. Mir persönlich hilft es sehr, wenn mir meine Freunde MP3’s von mir noch unbekannten Künstlern geben. Dadurch habe ich schon viele “Perlen” entdeckt und dann auch deren CD’s gekauft.

    Das gerade von den Major-Label Musikern laut gejammert wird, liegt einzig daran, dass sie ausbeuterische Verträge unterschrieben haben. Selbst dann, wenn die Leute keinen einzigen Song “weiter-reichen” würden, selbst dann würden die meisten Major-Label Musiker von den LEGALEN Downloads nicht leben können!

    Im Moment setzt überall der Wahnsinn ein, dass komplette Alben für €5 zum Download angeboten werden. Als würde das den Konsum ankurbeln. So ein Irrsinn. Wer sich mit dem Musikgeschäft näher auskennt, weiss genau, dass jeder Musiker der bei einem Major-Label unter Vertrag ist, dass der seine Album-Produktionskosten zurückzahlen muss. Und zwar von seinen Netto-Einnahmen. Nimmt man mal “Unheilig” und das neue Album als Beispiel, dann verdient “Der Graf” an einem Song gerade mal € 0,01 , also etwa € 0,16 pro Album. Er müsste also irgendwas zwischen 500.000 – 1.500.000 Downloads (je nach Produktionskosten) verkaufen nur um bei seinem Label keine Schulden zu haben. Das der “angepisst” ist, wenn Leute seine Musik nicht legal erwerben, kann ich nachvollziehen.

    Das viele Leute kaum noch bereit sind, Geld für Alben auszugeben, liegt ja wohl auch an der geringen Haltbarkeit der meisten Songs. Kaum sind sie aus den Radios verschwunden, schon will man sie nicht mehr hören. Totgedudelt. Wozu sollte man Geld für Musik ausgeben, die in wenigen Wochen oder Monaten schon wieder “out” ist? Sieht man sich die Verkäufe der “guten alten” Musik, wie ROLLING STONES, BOB DYLAN, BEATLES..usw.. an, dann wird man feststellen dass der Verkäufe nachwievor gut laufen. Und das einfach nur deswegen, weil es sich lohnt diese CD’s zu erwerben, weil man genau weiss, dass diese Musik so schnell nicht “out” sein wird und das Geld deswegen gut angelegt ist.

    Wer meine Meinung (PRO ILLEGALE DOWNLOADS) nicht nachvollziehen kann , darf gerne mit mir ganz öffentlich auf FACEBOOK unter: http://www.facebook.com/JoonsMusic darüber reden.

    • Joon,

      überlass doch jedem Künstler selbst, wie er es handhaben möchte, und zu welchem Preis er seine Arbeit weitergibt. Du kannst ja gerne einen ‘legales’ Internetangebot in welcher Form auch immer zum Preis 0 anbieten, wenn das für Dich richtig ist.

      Wenn aber illegale Downloads generell legalisiert werden, dann nimmst Du allen anderen ihr Recht, sich anders zu entscheiden, wenn sie das denn möchten. Das kann ja wohl nicht sein. Möchtest Du wirklich andere in dieser Art bevormunden?

      Ich finde, es sollte weiterhin einen Markt geben, auf dem Kostenloses und Kostenpflichtiges konkurrieren kann.

      Das geht aber nicht, wenn man ‘Ware’ einfach ohne zu bezahlen ungestraft aus der Hand eines Anbietenden nehmen darf, oder sich aus unautorisierten Quellen bedienen kann.

      llegale downloads müssen deshalb illegal bleiben.

      Und doch darf jeder Künstler natürlich das, was ihm gehört, gerne auch völlig kostenlos verteilen, wenn er denn möchte.

      P.S.: wenn die Gema für Dich nicht die richtige Verwertungsgesellschaft ist, dann tritt doch aus und mach’ Dein eigenes Ding. Oder mach Dein video einfach auf nen anderen Plattform als YT verfügbar. Ist doch null Problemo. Warum tun alle so, als gäbe es nicht längst Alternativen?

      • Das kann ich so unterschreiben.
        Künstler sollen für sich selber entscheiden wie sie ihre Werke verteilen. Alles kostenlos kann man machen, sollte aber kein Zwang sein!

        • Ja, da hast du Recht. Jeder Musiker sollte das für sich selber entscheiden.

          Meiner bescheidenen Meinung nach, liegt das Problem des “nicht für Musik bezahlen wollen” einfach in der Natur des Menschen. Bevor die ersten Aufzeichnungsmedien erfunden wurden, hat niemand über die tausenden Jahre zuvor, IN ABWESENHEIT eines Künstlers für dessen musikalischen Darbietungen bezahlen müssen!

          Erst durch Medien wie Schallplatte/Tape/CD wurde es möglich, dass man nicht mehr Live auftreten musste und trotzdem Geld dafür bekommen konnte.

          Die meisten sehen keinen angerichteten Schaden wenn sie Musik kopieren, verteilen und nicht dafür bezahlen. Denn eine Kopie ist ja kein physischer Diebstahl.

          • an dieser stelle sei auch dir, so wie zuvor 100,000 anderen leuten während denletzten 20 jahren, noch einmal erklärt, dass die wenigsten komponisten live spielen können oder wollen.

            urheber sind urheber und ausübende künstler sind ausübendende künstler.

            und nur weil es mittelalter mal so war, dass noch nicht tausende von
            menschen davon leben konnten urheber zu sein, heisst ja nicht automatisch, dass es deswegen schlecht ist, dass das heute nicht mehr so ist.

            “Bevor die ersten Aufzeichnungsmedien erfunden wurden, hat niemand IN ABWESENHEIT eines Künstlers für dessen musikalischen Darbietungen bezahlen müssen!”

            frauenlogik :)

      • Ich bin gottseidank nicht bei der GEMA, sondern bei der US Gesellschaft BMI. Mit der GEMA hatte ich vor längerem eine auf meinem Facebook-Kanal sehr offen geführte Diskussion. Wir als US Musiker werden in DE benachteiligt, weil die GEMA einen Gegenseitigkeitsvertrag mit anderen Rechteverwertern unterzeichnet hat, der vorsieht, dass die GEMA im Namen (zum Beispiel meiner BMI) in Deutschland Royalties einziehen kann. Natürlich werden diese Royalties an die BMI weitergeleitet, also handelt die GEMA ihrer eigenen Auffassung nach, völlig rechtens, wenn sie von YT/Google in DE nochmals Geld verlangt.

        Aus Sicht von YT ist das aber “abzockerei” weil sie ja bereits in den USA an alle “Performance Rights Organisations (PRO’s)” wie BMI, SESAC und ASCAP ihre Lizenzgebühren bezahlt hat. Da die GEMA ja nur im Namen der US Pro’s handelt, diese aber bereits Geld von YT bekommen, macht es keinen Sinn, dass YT nochmals bezahlt. Logisch?

        Und genau um diesen Fakt der “nicht-doppelt-zahlen-wollen” (Für US Musik) Einstellung von YT geht es beim Streit zwischen GEMA und YT.

        • hallo Joon,

          ich finde Deine Gespräche mit der GEMA lesenswert, informativ und auf beiden Seiten in einem sehr guten und sachlichen Stil geführt. So würde ich diese Themen gerne öfter besprochen sehen.

          Außerdem habe ich den Link zu diesem guten Artikel dazu,

          http://www.spreeblick.com/2011/06/21/gema-vs-youtube-geruchte-zahlen-forderungen/

          von dem ich nicht mehr wusste, wo ich ihn mal gelesen hatte, dort wiedergefunden.

          have a nice day

      • hi joon, habe mir deine music angehört. gefällt mir überaus sehr – und trotz meiner teils frustrieren rants vorher werde ich mir von dir ein album leisten (sogar 2 – weil ich jemanden kenne der deine music bestimmt noch mehr gefallen wird als mir selbst)

        warum aber machst du nicht nur deine youtube/face irgendwas seite bekannt sondern deine seite als solche selbst.

        http://www.joonw.com/

        wollte mir gleich eins kaufen, aber leider sind deine sachen auf amazon nicht mehr erhältlich (da heißt es nur: Joon Wolfsberg
        Derzeit nicht verfügbar) . . . warum (und wo kann ich deine sachen ERWERBEN)???

        viel grüße
        knallbonbon

        • Der Grund warum es auf AMAZON Europe meine Alben nicht mehr gibt, ist der, dass AMAZON Europe massiv die Downloads nicht korrekt abgerechnet hat! Siehe hier: http://blog.tunecore.com/2012/02/why-your-music-is-currently-unavailable-in-amazonmp3-eu-and-uk.html

          Da ich mein eigenes Indie-Label betreibe, brauche ich “Institutionen” wie Facebook, da die Presse und die Radiostationen die Bekanntheit (in deren Logik also: Erfolg) durch die Anzahl der Fans auf Facebook misst und bewertet. Darum versuche ich diesen Link zu verteilen. Wenn die Leute nur auf meine offizielle Webseite gehen, dann kann ich das nicht glaubhaft belegen, wieviele Leute die Seite (also meine Musik) kennen.

          Ich freue mich sehr, dass dir meine Musik gut gefällt. Du solltest aber unbedingt das neue 2012er Album abwarten, was Mitte Mai 2012 erscheinen wird. Bin gerade wieder mal in den USA und das Album ist zu 95% fertig. Es spielen 2 Musiker von “BLIND MELON” (Christopher Thorn, Brad Smith) und der Gründungschlagzeuger von PEARL JAM (Dave Krusen) mit. Ich hoffe dass dir das auch gefallen wird. Das neue Album wird es dann als “richtige CD” endlich auch über AMAZON, Media Markt, Saturn usw. geben.

          Das “alte” 2011er Album gibt es eigentlich überall digital, ausser bei AMAZON.de

          Vielen Dank nochmal für deinen lieben Kommentar.
          GLG aus den USA, @ JOON

          • “Der Grund warum es auf AMAZON Europe meine Alben nicht mehr gibt, ist der, dass AMAZON Europe massiv die Downloads nicht korrekt abgerechnet hat!”

            interwebz ist ja so viel besser als wie konventioneller vertrieb … warum habe ich gerade das gefühl, dass ich gestern schon so etwas erwähnt habe?^^

            -110

      • Hier mal ein Link, zu der von mir erwähnten Diskussion mit der GEMA:
        http://blog.gema.de/blog/beitrag/auslaendische-musikautoren-aergern-sich-ueber-videosperrungen-von-youtube/zeit/2011/07/16/

        Immerhin habe ich es bis in ihre Pressemeldung geschafft :)

        • Und hier die vorangegangene Diskussion mit den offiziellen Leuten der GEMA auf meiner Facebook Seite. Dort könnt ihr auch meine Kritikpunkte an der GEMA lesen und dann besser verstehen was ich meine.

    • Danke, Joon. Ich finds grossartig, dass man auf deiner in deinem Comment verlinkten Facebookseite deine Musik anhören, frei runterladen und kaufen kann. Genau so! Ich wünsch dir viel Erfolg.

    • und noch was.

      “Wer sich mit dem Musikgeschäft näher auskennt, weiss genau, dass jeder Musiker der bei einem Major-Label unter Vertrag ist, dass der seine Album-Produktionskosten zurückzahlen muss. Und zwar von seinen Netto-Einnahmen. Nimmt man mal “Unheilig” und das neue Album als Beispiel, dann verdient “Der Graf” an einem Song gerade mal € 0,01 , also etwa € 0,16 pro Album”

      Hast Du Dir diese Zahlen von ihm oder seiner Plattenfirma bestätigen lassen?

      Wohl kaum.

      Du stellst etwas als Fakten dar, das Du VERMUTEST. Das sollte man nie tun. Ganz schlechter Stil. Unlauter. Schreib einfach davor ‘Ich vermute mal…’ und alles ist ok.

      Meine persönlich Meinung ist übrigens, dass diese Zahlen blanker Unsinn sind, auch wenn Du sie mit der jovialen Formulierung ‘wer sich mit dem Musikgeschäft besser auskennt…’ einleitest.

      Wer sich mit dem Musikgeschäft besser auskennt, der weiß, dass ein Plattenvertrag mit einem Major so an die 40 Seiten hat, in denen alles Mögliche steht. Es ist natürlich richtig, dass man als Newcomer auch hier wie überall im Leben nicht mit den Topkonditionen beginnt, aber, ein Künstler, der 6-stellige CD Verkäufe erwarten lässt, der bekommt wenn er nicht völlig verblödet ist, heutzutage einen sehr guten Vertrag mit einer fetten Beteiligung. Selbst wenn ihm das unerwartet widerfährt, hat er immer noch das Recht, nachzuverhandeln.

      Alles halb so wild.

      Bitte verbreite nicht weiter Unsinn oder Halbwissen, nur weil es alle anderen auch tun,

      • Sicher kenne ich seine exakten Vertragsdetails nicht und “Der Graf” und seine Verträge waren auch nicht das Hauptthema. Mir ging es darum, dass es purer Irrsinn ist, wenn Musik schon bezahlt werden soll, dass diese dann zum “Ramschpreis” auf den Markt kommt. Ein Preis von 8-9€ / Album ist angemessen und auch üblich. Mir ging es um den Widerspruch, das einerseits das bezahlen von Songs gefordert wird und anderseits mit Tiefst-Preisen suggeriert wird, das Musik nichts wert ist.

        Im übrigen finde ich es lustig, wenn du der Meinung bist, dass ein Major-Label Artist einfach mal so nachverhandeln kann und noch lustiger ist, wenn du glaubst dass deren Beteiligung am Erlös von digitalen Verkäufen mehr als 5-15% sind. Das wären bei UNHEILIGS neuem Album dann irgendetwas zwischen 0,25€ /Album und 0,75€ / Album netto Erlös für den “Grafen”.

        Bei einer geschätzten Produktionssumme von 50.000 € /Album bräuchte er immerhin 200.000 Downloads um auf “null” zu sein, wenn er 0,25€ / Album bekäme und bei 0,75€ Beteiligung müsste er auch noch um die 66.000 Downloads haben.

        “…ein Künstler, der 6-stellige CD Verkäufe erwarten lässt, der bekommt wenn er nicht völlig verblödet ist, heutzutage einen sehr guten Vertrag mit einer fetten Beteiligung…”

        Du vermutest auf meiner Seite Halbwissen und schleuderst selber welches raus. Nur 2-3% aller Major Label Musiker, verkaufen mehr als 10.000 Alben. Die Erstauflage für Newcomer beträgt heutzutage Werte zwischen 1.000-3.000 Kopien.
        Meistens wird zuerst nur ein digitales Release veröffentlicht, weil es sich kein Label mehr leisten kann, unzählige unverkaufte Kopien im Regal liegen zu haben.

        • Zitat Joon Wolfsberg:

          “Mir ging es darum, dass es purer Irrsinn ist, wenn Musik schon bezahlt werden soll, dass diese dann zum “Ramschpreis” auf den Markt kommt. Ein Preis von 8-9€ / Album ist angemessen und auch üblich. Mir ging es um den Widerspruch, das einerseits das bezahlen von Songs gefordert wird und anderseits mit Tiefst-Preisen suggeriert wird, das Musik nichts wert ist.”

          Diese Ansicht teile ich natürlich, hatte Dich da aber offensichtlich missverstanden.

          “Nur 2-3% aller Major Label Musiker, verkaufen mehr als 10.000 Alben. Die Erstauflage für Newcomer beträgt heutzutage Werte zwischen 1.000-3.000 Kopien.”

          Ja, so ist es. Und weniger. Und dementsprechend gering ist deshalb auch der Vorschuss für so einen Newcomer heutzutage, so es denn überhaupt einen gibt. Damit ein Label einen, den es haben will, dann trotzdem bekommt und nicht die Konkurrenz, sind die deals für die Künstler heute jedoch viel flexibler und potenziell besser als früher. Das Label denkt ‘..wenn’s nix verkauft, dann bekommt er auch nix, egal wieviele Prozente wir ihm in den Vertrag schreiben’, und wenn doch, dann werden wir ihm nachträglich noch ein paar unbedingt notwendige und zumindest teilweise auf seine Lizenz anrechenbare Promotionaktivitäten (einvernehmlich) aufs Auge drücken.

          “Im übrigen finde ich es lustig, wenn du der Meinung bist, dass ein Major-Label Artist einfach mal so nachverhandeln kann”

          Du kannst nur dann nachverhandeln, wenn der deal an der Grenze zum Unanständigem zu Deinem Nachteil lautet.

          • “Du kannst nur dann nachverhandeln, wenn der deal an der Grenze zum Unanständigem zu Deinem Nachteil lautet.”

            Ja aber beweiss das mal! Das deutsche Urheberrechts-Gesetz sieht es ja sogar in einem Zusatz-Paragrafen (weiss den jetzt nicht genau) vor, dass das Label berechtigt ist, so ziemlich alle (un-)möglichen Rechte vom Künstler zu “erwerben”, weil es sonst nicht in der Lage wäre, in seinem Namen und in seine Sinne zu (ver-)handeln.

            Das ist krass und auch noch per Gesetzt geschützt und macht dann eine eventuelle Nachverhandlung oder eine Klage mega-schwer.

            Ich finde die Regelung die es in den USA gibt, nämlich dass der Urheber (Texter, Songwriter, Komponist) IMMER 50% von den Royalties bekommt, wesentlich fairer und überschaubarer, als die altmodischen Verteilungsschlüssel der GEMA. Für US Urheber lohnt es sich wirklich einen Nummer 1 Hit zu haben, weil der unglaublich viel Geld einspielt. Und das über Jahre und ohne Verteilungsdiskussionen :)

            Offensichtlich sind wir beide der gleichen Meinung, wir haben nur etwas aneinander vorbeigeredet ;)

          • hm…um der Sache mit dem Nachverhandeln etwas mehr Substanz zu verleihen, müsste ich mal mit ‘nem befreundeten Anwalt, der auf so was spezialisiert ist, reden. Werde ich gelegentlich tun, denn es interessiert mich jetzt auch genauer, welche Erfahrungswerte es da gibt.

            Verhandeln kann man natürlich immer, es kommt nur drauf an, was man in die Waagschale wirft. “Wenn wir uns für das letzte Album nachträglich auf xx einigen, dann erkläre ich beim nächsten jetzt schon mit yy einverstanden.” Im Falle eines unerwarteten Riesenerfolges scheint mir das recht aussichtsreich…

          • “ja aber beweiss das mal! Das deutsche Urheberrechts-Gesetz sieht es ja sogar in einem Zusatz-Paragrafen (weiss den jetzt nicht genau) vor, dass das Label berechtigt ist, so ziemlich alle (un-)möglichen Rechte vom Künstler zu “erwerben”, weil es sonst nicht in der Lage wäre, in seinem Namen und in seine Sinne zu (ver-)handeln.”

            also meine liebe, das urheberrechtsgesetz hat nun wirklich garnichts damit zu tun, wie verträge zwischen den parteien aussehen.

            und schon gar nicht gibt es einen paragraphen, der regeln würde, was ein inhaber einem verlag für rechte einräumen müsste.
            das urheberrechtsgesetz beschreibt lediglich die rechte von urhebern und verlegern, aber nichts im verhältnis zwischen den beiden.

            es ist jederzeit möglich dass ein inhaber einen verlagsvertrag mit seineme publisher macht, in dem nur über den vertrieb von konkreten 777 stück .mp3 files mit rotem icon ausschliesslich über die website “meinemusik.de” zum festpreis von 13,55 zu schliessen.

            und die grundlage dafür ist das BGB, und nicht das urheberrechtsgesetzt.

            du wirfst rasta vor mit halbwissen um sich zu werfen, aber du selbst kennst nicht mal die basics. :) mensch, es ist unser tägliches geschäft! es ist ja zugegebenermassen alles sehr kompliziert und teilwieise auch wirklich beschissen, aber so ein paar grundlagen sollte man kennen wenn man nicht auf die schnauze fliegen will.

          • Doch, doch…mein Kommentar bezog sich auf das UrhG. Genau genommen auf die §§ 85, 86 und den §42a.

            Guck mal §§ 85, 86 :http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/BJNR012730965.html#BJNR012730965BJNG001901377

            und §42a: http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__42a.html

            Einerseits soll das UrhG den Urheber schützen, andererseits sieht das Gesetz vor, dass er “zwangsweise” linzensieren muss (§42a) und das nur die Tonträgerhersteller seine Werke vervielfältigen dürfen (§85, 86). Somit liefert ihn das UrhG ja ans Messer derer als Tonträger-Hersteller agieren.

            Vielleicht bin ich auch zu doof und interpretiere da was falsch. Aber es macht mich zumindest stutzig.

          • haha, ja, du hast schon recht, das mit dem §42a Abs 1 könnte man durchaus als eine einschränkung des urheberrechts( die schon im gesetz selbst drinstünde) bezeichnen.

            ich bin mir allerdings sicher, dass sich das mit dem dann doch weniger auf den subverlag als auf die blosse tonträgerherstellung bezieht. der verleger hat ja im regelfall kein CD pressweirk oder buchdruckmaschine im keller, sondern überlässt das externen dienstleistern – oder gleich einer vertriebsfirma oder deren dienstleister.

            insofern sehe ich nicht, was daran für den rechteinhaber ein nachteil sein sollte.

            was die frage nach der pflicht, den (==jeglichen) subverlag in die rechteverpachtung miteinzubeziehen angeht, bin ich mit dir der auffassung, dass dies unter umständen enstehen könnte, dass derjenige, dem ein urheber verwertungsrechte einräumt, dann plötzlich mit irgendienem subverlag zusammenarbeitet, den du nicht magst. es gibt sicher solche beispiele, wo indy verlage plötzlich ihr material an grosse firmen für samler lizensieren, oder wo das ehemalige label des künstlers, mit er streit hat, eine titel haben will.

            vom konstrukt her ist es aber meiner (ungeprüften) auffasung her so, dass solche bestimmugen aus dem urheberrehctsgesetz keinesfalls die vertragsfreiheit brechen – sobald man also entsprechende nutzungseinschränkungen schriftlich vereinbart hat, gelten die und sonst nichts.

            letztlich denke ich dass man sich über solche kleinigkeiten auch nicht aufregen braucht.

            viel schlimmer finde ich zum beispiel den neu eingeführten paragraphen, der internetdienstleitern vorschreiben will,
            rechteinhabern (und damit sind hier vor allem die grossen verleger gemeint, auf deren druck das einsst entstanden ist) die nutzerdaten von rechteverletzern zu übermitteln – oihne, dass ein richter davon auch nur weiss.

            hier ist nicht nur das interesse urheber berührt, die keinen bock haben, dass ohne ihren erkläten willen (vor allem bei verträgen die älter als das gesetzt sind!) ihre fans zivilrechtlilche probleme bekommen (an denen überwiegend die anwälte, dann die majors, und nur am rando noch die komponisten selbst verdienen), sondern solche gesetze sind vor allem ein regelrechter angriff auf den rechtstaat.

          • vestehst du, wenn man das nicht vertragalich einräumt buzw es nicht per gesetz vorgeschrieben wäre, wäre ja die herstellung und/oder überlassung eines CD glassmasters oder einer druckvorlage in eps form durch den verleger ein rechtsverstoss, da es sich hierbei um eine weitergabe an dritte handelt.

            aber ich kann mich auch irren.

    • “Mein Name ist JOON WOLFSBERG und ich bin selber Musikerin und auf YT wird nachwievor eines meiner Musikvideos (Songtitel: “Please”) durch den GEMA-Streit für deutsche Besucher blockiert. Witzig finde ich das nicht.”

      bist du gema mitglied? dann verklag die gema.

      bist du kein gema mitglied? dann schau mal in die nutzungsvereinabarung von youtube.

      wer facebook oder youtube benutzt, um sich dann zu beschweren, dass die scheisse sind, der ist selbst schuld, sorry.

      und der kann sich dann auch jede kritik an seriösen kleinen musiklabels oder der gema sparen.

      “Ich bin PRO ILLEGALE Downloads! Warum? Ich kann als Musiker erst dann Geld verdienen (Konzerte, CD Verkauf usw..) wenn mich die Leute kennen. Das “FileSharing” hilft sehr, Publikum zu erreichen, dem man vorher unbekannt war.”

      ich bin auch pro illegales sharing, allerdings nicht wie du aus egoistischen gründen.

      ich bin zunächst mal für filesahring, weil es sehr effektiv ist, weil es ein “echter”, also ein weitestgehend kapitlaismus-freier mrkt ist, und weil vor allem so auch bedürftige, die ohnehin keine kopien kaufen könnten, ihr recht auf teilhaben am kulturellen leben wahrnehmen können.

      deine begründung ist rein neoliberal und hat übehaupt nichts mit der arbeit als künstler zu tun.

      “Wer sich mit dem Musikgeschäft näher auskennt, weiss genau, dass jeder Musiker der bei einem Major-Label unter Vertrag ist, dass der seine Album-Produktionskosten zurückzahlen muss. Und zwar von seinen Netto-Einnahmen.”

      ganz so funktioniert das nicht und entsprechende verträge wären wohl am rande der legalität.

      übrigens ist genau dafür die GEMA da, nämlich um sicherzustellen, dass der urheber pro verkauften tonträger quasi einen gesetzlichen mindestlohn erhält.

      dass es tricks gibt die urheber darum faktisch zu bescheissen ist natürlich richtig, aber hier hilft aufklärung.

      ich halte übrigens auch illegales filesharing auch deswegen für erfreulich, weil es massgeblich die grossen trifft, und mithilft denen ihre profite wegzufressen.

      “dann verdient “Der Graf” an einem Song gerade mal € 0,01 , also etwa € 0,16 pro Album.”

      wenn dem so ist, dann kann er sich dagegen vor gericht wehren.
      gerichte sprechen bei streitigkeiten regelmässig komponisten umsatzbeteiligungen auf basis des gema verteilungsplans zu.

      0,16 cents von 5 euro brutto verkaufspreis kommt mir sehr wenig vor, das kommt nicht ganz hin.

      aber wer mit solchen verlagen zusammenarbeitet, weil er umbedingt top 40 werden will, der ist selbst schuld.

    • facebook sucks! und mit deiner aussage ‘pro illegale downloads’ rechtfertigst du indirekt die kriminalisierung. ich bin gegen jedwedes ‘illegale’ im austausch von kulturgütern, bzw. für das freie teilen!
      “rock’n roll is free, if you want it!” (ben harper)

  13. […] Artikel “Sven Regener, Du erzählst Unsinn und ich erkläre Dir warum” und “Wie man mit kostenloser Musik Geld verdient” vom gleichen Autor Fritz Effenberger, in dem er sich dieser Meinung […]

  14. Ich konnte leider nicht alle Kommentare lesen, daher schreibe ich auf die Gefahr hin, dass dies schon jemand geschrieben hat:

    Glaubt denn eigentlich jeder von den ewig Gestrigen, dass man mit Musik Millionen verdienen muss?!?

    Ja, man MUSS heutzutage mehr dafür tun, dass man Geld verdient und davon Leben kann (kann man übrigens von 2000 Euro im Monat recht gut). Aber das MUSS eine Krankenschwester auch! Vor 10 Jahren waren die Dienste noch lässiger als heute.

    Ich habe selber lange Musik gemacht und kenne viele Leute in der Berliner Musikszene. Da gibt es niemanden wenige, die damit Geld verdienen. Aber im Gegensatz zu früher, kann man heute selbst richtig Wind machen, sich selbst vermarkten, selbst Touren organisieren, selber CDs machen, selber Videos drehen. Dafür braucht man keine Plattenfirmen mehr. Und man kann ALLES behalten, was man verdient. Man muss nicht mal der Gema Geld in den Rachen schmeißen, um seine Platte rauszubringen, von dem man nicht mal weiß, ob man das jemals wieder reinkriegt, weil vielleicht keine Sau die Platten kauft.

    Ach ja, man muss nicht mal Platten machen! Man muss nur in’s Studio und dann über iTunes verkaufen und bekommt 70%!! Die Menschen geben Geld für Musik aus, wenn man sie lässt und es ihnen leicht macht!! Konklusion: Wer kein Geld verdient ist a) nicht gut genug, oder b) zu faul.

    Eine Band wie die 5BUGS (www.5bugs.com) würde es in dieser Form nicht geben, wenn sie nicht ihre komplette Platte im Vorfeld geleakt hätten, eine Facebookfangemeinde hätten, ihre Fans auf ihren Konzerten nicht filmen lassen würden und so weiter, und so fort. Sie machen komplett ihr eigenes Ding, niemand redet rein, sie können tun und lassen, was sie wollen und verkaufen dadurch nicht weniger Platten, als vorher mit dem Label, aber haben 100% der Einnahmen im eigenen Pot.

    Times has changed!! So ist das nunmal! Anstatt zu heulen, dass früher alles besser war, sollte man die Möglichkeiten nutzen, die einem im unendlichen Maß zur Verfügung stehen. Auch ich stelle meine Bilder bei Flickr rein, teilweise ohne Wasserzeichen, weil sie mich bekannter machen. Nicht, weil ich bei flickr verkaufen könnte, aber ich kann mich präsentieren und verdiene mit dieser (sehr kostengünstigen) Art und Weise, Werbung für mich zu machen, meine Aufträge = mein Geld.

    • @Martin

      Finde ich super. Ganz ehrlich. Respekt!

      Wie Du ja gut beschreibst, ist all das heute und mit den bestehenden Gesetzen und Regelungen problemlos möglich, ohne irgendwelchen Anderen auf den Fuß zu treten. Die ‘ewig Gestrigen’ haben da ja auch gar keinen Stress mit, sie wehren sich nur dagegen, zur Kostenlosigkeit zwangsverpflichtet zu werden.

    • ich bin aber komponist, sounddesigner, produzent und programmierer, udn kein marketing fuzzi.

      warum sollte ich mich den ganzen tag mit marketing, customer relation und produktdesign befassen, nur weil DU findest dass das besser ist als ein premaster zum vertrieb zu schicken??

      • genau
        aufwändige selbstvermarktung, wohl leider oft auch selbstausbeutung
        twittern, facebooken usw
        wird hier als fortschritt angepriesen
        was ist wenn die musiker mit ihrem musikschaffen schon genug zu tun haben?
        bezweifle übrigens ob i-tunes unbekannte musik überhaupt einstellt

        http://thelongwaydown.de

  15. sorry ich kann mir nicht vorstellen wie
    über paypal freiwillig irgendwelche halbwegs
    anständigen summen reinkommen sollen
    + zugleich die legale weitergabe erlaubt ist..

    übrigens waren konzerte dereinst viel billiger
    dienten auch dazu die platte zu promoten
    aber mancher investiert wohl so das gesparte geld…

    http://thelongwaydown.de

    • [ konzerte dereinst viel billiger
      dienten auch dazu die platte zu promoten ]

      da bist du aber schon mindestens 40 jahre hinterher. denn seit dem ende der 70ziger/anfang der 80ziger jahre ist es genau anders herum.

  16. Der Beitrag mit Flattr und “wenn ihr 100 EUR zahlt, bekommt ihr ein Meet&Greet” sowie “ganz viel in den Blog schreiben” – das ist alles Zeug, was sich auf dem Papier großartig liest. Nur:
    Flattr hat bis jetzt nicht in dem Umfang funktioniert, daß es mich auch nur halbwegs am Fressen hält.
    Wenn ich den ganzen Tag viel schönes neues Zeug in den Blog schreibe habe ich keine Zeit mehr Musik zu machen.

    Sorry Fritz, aber Element of Crime ist halt echt nochmal ne Nummer größer als Tech Ahead. Wobei wir wieder bei Regener’s Vergleich von Rock- und Straßenmusiker wären.

    Und es ging ja in der ganzen Sache nie darum, daß jemand GAR KEIN Geld verdient. Es geht darum, daß es nicht genug ist, um einen “am Fressen” zu halten. Sprich, ich krieg damit meine Rechnungen bezahlt, Kühlschrank gefüllt und kann mein Instrument weiter üben, neue Songs schreiben und Aufnehmen und alle 2 Jahre vielleicht mal auf Tour gehen.

    Wenn Musiker heute als “Online-Journalisten” und Blogger großteils arbeiten müssen, um ihre Musik als “Nebenprodukt” ihres Blogs verkaufen zu können, dann läuft da einfach was schief.

    Und die traurige Wahrheit, die ich für mich entdeckt habe, ist:
    Wenn der Mensch nur gebeten wird etwas zu zahlen und nicht muss, tut er das auch nicht – die meisten zumindest. Ob ich von der Minderheit, die begriffen hat, daß Geiz eben NICHT geil ist, leben könnte? Ich glaube leider nicht dran…

    • Wir alle, Sven und du und ich und allen sonst, sind uns einig: Künstler werden zuwenig geschätzt in unserer turbokapitalisischen Gesellschaft. Und das sollten wir ändern. Nur über die Mittel diskutieren wir noch.
      (btw ich bin von Musik in die Computerwelt, weil ich letztere geiler fand und finde)

  17. Hey , bietest du das von dir beschriebene vorgehen als Dienstleistung an?

    • Ich hab natürlich darüber nachgedacht, so ein Netlabel aufzuziehen, aber eigentlich kann das jeder selber.

  18. netlabels sind doch schon seit 2003 wieder out. :)


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