Dickes Lob vom Klassenfeind

Gestern kam eine Anfrage von der Springerpresse rein, nach einem Pic von mir. Weil man morgen (also heute, von heute aus gesehen) was über mich machen wolle. Für „Die Welt“. Wer die nicht kennt, ist wie „Die Bild“, nur mit ganzen Sätzen.

Ah, ja, dachte ich mir, der Regener-Shitstorm. Dann weiss ich schon was kommt. Tatsache, in der Reihe Kopfnoten bekam ich ne 6. Weil ich dem Sven widersprochen habe, und festgestellt, das man fürs Herstellen (Kartoffeln oder Kunst) kein Geld kriegt, sondern nur fürs Verkaufen. Mal unter uns, Leute, wenn man fürs Künstlersein Geld bekäme, hiesse unser Wirtschaftssystem Kommunismus. Und nicht Kapitalismus. Gebt mir nicht die Schuld, ich hab das alles nicht erfunden. Trotzdem bin ich natürlich geschmeichelt über dieses hohe Lob von der 1%-Presse. Das stachelt mich natürlich an, weiter für Wahrheit und Freiheit der Kunst zu kämpfen. Pewpew.

hier steht kein link

28 Kommentare

  1. „…Chaos in kein System zu bringen.“

    ich hab den satz jetzt dreimal gelesen, aber ich vestehe die springer presse einfach nicht.

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  2. Zitat von: Volker Pispers

    . . . „Aber der Deutsche versteht es nicht. Er fühlt sich betrogen. Da hat er dann wieder BILD-Zeitung gelesen! Dieses Drecksblatt, das so widerlich ist, dass man toten Fisch beleidigt, wenn man ihn darin einwickelt!“ . . .

    gilt im übrigen auch für alle anderen AXEL SPINGER ERZEUGNISSE!!!

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  3. Nur zur Erinnerung: Das Wichtigste Video zum Thema Mode, „Spritzigkeit“ und damit Geld verdienen:

    Wie man sieht: EPIC FAIL, meine Damen und Herren von der Bild „Welt“.

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  4. Lustig ist auch, dass die denken, irgendwer würde sich für deren „Noten“ interessieren. ^^

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  5. Grundlage des Kapitalismus sind aber Eigentumsrechte. Gibt es kein Recht auf Eigentum an einer Idee sei es die Konstruktion einer Maschine, sei es ein Programm oder ein Bild, dann kann damit auch niemand Geld verdienen. Eben nur mit der Herstellung desselben. Es sei denn ein anderer Hersteller ist schneller als ich. Baue ich Kartoffeln auf einem Feld an und es ist eine Gesellschaft, in der es keine Eigentumsrechte an Feld und Feldfrucht gibt, dann muss ich eben schnell sein bevor andere meine Kartoffeln ernten um sie auf dem Markt zu verkaufen. Warte ich zu lange ist der Markt mit „meinen“ Kartoffeln gesättigt, selbst wenn ich so viele anbaue dass noch immer genug übrig bleibt aufgrund hervorragender Fruchtbarkeit und Landverfügbarkeit. Knackpunkt bei diesem Verglech ist also Knappheit. Die Digitalisisierung hat die Knappheit der Reproduktion von Ideen aufgelöst besonders bei Musik weil deren Rezeption besonders einfach ist. Eigentlich auch bei Programmen aber hier gibt es teils wirksamen Kopierschutz. Ist programmieren eigentlich mehr Wert als Musik zu erfinden? Konsequenterweise müsstet Ihr Piraten auch gegen jedes Copyright und gegen jedwede Patente sein – sei es Software, seien es Konstruktionspläne.

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    • [ hier gibt es teils wirksamen Kopierschutz ]

      falsch. in der digitalen welt gibt es keinen wirksamen kopierschutz. ich habe in 27 jahren IT noch keinen einzigen getroffen der länger als – vorausgesetzt es interessieren sich genug qualifizierte leute dafür – höchstens 2 wochen gehalten hat.

      kopierschutz – vor allem ein „wirksamer“ – ist und war schon immer eine illusion bzw. reines wunschdenken!

      es gibt nur in der materiellen produkte-welt einen einigermaßen wirksamen kopierschutz und der heißt:

      „kostenfaktor der produktionsmittel und/sowie aufwand bei der herstellung“

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      • kopierschutzverfahren wirken insofern als dass sie ein deutliches zeichen setzen und eine willensbekundung der urhebers kommuniziert.
        so hat otto normaluser in vielen bereichen z.b. überhaupt keinen zugang zu vom kopierschutz befreiter kopien von softwareprodukten, was bei produkten ohne komplexe kopierschutzverfahren schon ganz anders aussieht.

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        • ich würde dir und anderen dringend mal anraten das von BAReFOOt weiter oben verlinkte tube-video anzusehen.

          ist zwar schon etwas älter, aber dort wird richtig gut beschrieben was flasch läuft in bezug auf kopierschutz, copyright & co. sowie auch warum andere branchen die weitestgehend von diesem ganzen schwachsinn berfreit sind exorbitant erfolgreicher sind als die, welche diese ganzen vermeintlichen schutzmechanismen exzessiv einsetzen.

          vllt. machts dann doch mal KLICK!

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          • Gabs da nicht hier mal nen Artikel von Fritz?

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          • ich brauch da keine videos anzusehen, der markt beweist mir etwas anderes.

            es gibt viele bereiche, wie audio und 3d applikationen zum beispiel, bei denen es gerade die marktführer sind, die die besseren kopierschutzverfahren haben.
            seit einigen jahre ist es sogar mode, sein eigenes zu entwickeln.

            klar ändert das wenig an der verfügbarkeit von raubkopien/cracks, aber es hat dann doch einfluss auf das konsumentenverhalten, und zwar aus den oben genannten gründen.

            die verwendung eines kopierschutzverfahrens hat natürlich auch ihre grenze. es gibt auch fälle wo die wahl des falschen verfahrens kunden dazu gebracht hat, nicht mehr zu zahlen, vor allem wenn der kopierschutz so scheisse programmiert ist, dass er verursachen kann, dass du deine lizensierten produkte nicht nutzen kannst.
            wir haben früher in der audioszene immer gesagt „buy the program and install the crack“, denn nur dann dann hattest du beides, ein reines gewissen und eine problemlose installation und anwendung.

            hinzu kommt, dass kopierschutzverfahren nicht zuletzt auch sicherstellen und vorgeben sollen, dass die erworbene lizenz nicht überreizt wird.
            bei einer softwware ohne kopierschutz ist es dem kunden nur schwer zu vermitteln, dass er das produkt nur auf einem rechner installieren darf.
            wobei solche idiotischen restriktiven lizenzmodelle ein vom kopierschutz getrennt zu betrachtendes problem sind, mit denen ebenfalls viele user ein problem haben. das schlimmste davon ist die art und weise wie einige anbieter mit upgrades, crossgrades, oder verloreren schlüsseln umgehen. da kommt einem manchmal das kotzen.

            deine these dass produkte ohne kopierschutz sich am markt durchsetzen halte ich aber weitestgehend für unsinn.
            wenn das so wäre, dann gäbs ja nicht fast überall kopierschutz.

            -110

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      • Hätte ich das bloß nicht geschrieben. Geschenkt! Darum geht es aber auch nicht. War nur ’n Nebensatz. Nerds! ;)

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  6. Nein, es gibt kein Eigentum an geistiger Leistung, das ist nur ein oft zitiertes Missverständnis. Es gibt nur zeitlich begrenzte Nutzungsrechte. Wer kann mir ein zeitlich begrenztes Eigentum nennen?

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    • das (dein, mein, jedermans) leben!

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      • außer man geht davon aus das irgendein gott das patent darauf besitzt natürlich. :-)

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    • Wassereis. Ist vor allem im Sommer sehr schnell weg.

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    • zeitlich begrenztes geistiges eigentum ist zum beispiel eine kundendatenbank eines maklerbüros, in dem du partner bist.

      in dem moment wo du ausscheidest, hast du darüber die klappe zu halten bzw darfst die unterlagen darüber nicht mitnehmen.

      ein anderes beispiel sind patente. du schöpfst etwas, und kannst das dann verkaufen und jemand anderes meldet es an, veröffentlicht es und wertet es aus.
      rein theoretisch geht das übrigens auch mit musik, ist aber eher unüblich.

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    • Ne du. Begrenztes Nutzungsrecht gibt es auch nicht. Jedenfalls denken das die Leute, die das Video von Frau Blakely so hoch schätzen. Denn sie sagt eindeutig, daß kopieren und dann kommerziell verwerten völlig ok ist. Also original CD kaufen, eigenen Namen aufs Booklett, neu pressen und zum halben Preis verkaufen. Denn billiger richtet sich an eine andere Zielgruppe. Das Original werden sich schon die reichen Musikfans kaufen.
      Tom Ford aus dem Video stimmt da ja auch zu.
      Man könnte z.B. Konzerttickets für eine gute Ramsteincoverband günstig anbieten. Und die teuren Pyroeffekte durch D-Böller ersetzen. Ist jetzt nicht ganz so cool wie die Originalshow, aber für diese kann sich halt nicht jeder Tickets leisten. Kultur für alle!

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      • das war immer so ein punkt den wir im piratenumfeld diskutiert haben, was im urheberrechtsgesetz geändert werden müsste.

        es müsste nämlich eigentlich am besten verboten sein, nutzungsrechte ohne einschränkung einzuräumen.

        dann könnte es künftig nicht mehr passieren dass mp3 verkäufe von majors auf basis eines 1990 geschlossenen verlags oder bandübernahmevertrages aus der abrechnung herausgenommen werden könnten, nur weil da eine klausel drin ist, dass der vertrag nur für LP und CD gilt und „sonstige“ nicht vergütet werden o.ä. …

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    • Das ist reine Spitzfindigkeit. Tatsache ist dass der Kapitalismus von der Verfügung über die Verwertung von lebt. Ob zeitlich begrenzt oder nicht. Die zeitliche Begrenzung hat natürlich auch seine Effekte. Beim Copyright sind es wat weiß ich 70 Jahre? Bei Patenten max. 20? Der Inhaber wird also automatisch enteignet zum Wohle der Gesellschaft. Ähnlich wie bei Steuern. Ist auch ne Enteignung der eigenen Produktivität. Trotzdem funktioniert es solange die Anreize zur Verwertung der eigenen Produktivität noch ausreichend sind (So lange!). Erkenntnis: Auch unser System geht nicht von absoluten Eigentumsrechten aus. Es ist möglich und gilt als legitim, diese Rechte durch teilweise Enteignung sowie zeitliche Begrenzung einzuschränken. DIes kann man damit begründen dass niemand eine Insel ist und jeder ein Teil der Gesellschaft ist und von ihrer Existenz profitiert. Wir diskutieren also darüber wie weitgehende diese Rechte beschnitten werden dürfen (wieviel Rechtseinschränkung darf sein) und sollen (wieviel Rechtseinschränkung ist notwendig um das Gemeinwohl nicht zu gefährden).

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      • „Produktivität“ definiere ich als geistiges, körperliches und materielles Vermögen. Verwertung definiere ich als Nutzung dieses Vermögens zur Erstellung von Gütern zum Zwecke des Tausches gegen andere Güter. Ja, ganz sauber ist es auch nicht besteuert wird ja nur der Tausch über das Medium Geld.- und eigentlich hätte ich schreiben müssen Besteuerung des Mediums der Verwertung – versteht es bitte einfach gutwillig sonst werden Texte so unverständlich wie bei Luhmann oder Kant wat weiß ich.

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      • „Tatsache ist dass der Kapitalismus von der Verfügung über die Verwertung von lebt. Ob zeitlich begrenzt oder nicht. Die zeitliche Begrenzung hat natürlich auch seine Effekte. Beim Copyright sind es wat weiß ich 70 Jahre?“

        „kapitalismus“ würde ich ich nicht mit inhabern von urheberrechten gleichsetzen.

        bei einer geselschaftlichen und ökonomischen bewertung müsste man wohl zunächst unterscheiden, ob der inhaber von urheberrechten tendenziell eher eine eigene arbeitsleistung erbringt, oder wie im falle vom major verlagen, strukturell eher zur besitzenden und ausbeutenden klasse gehört.

        und hier haben wir dann ein problem mit dem recht, was leider oft dazu ungeeignet ist, regeldn in die besitzeverhältnisse einzugreifen, und eben einer aktiengesellschaft die selben rechte zuspricht wie einer natürlichen person.

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  7. Moin Fritz!
    In dieser Welt, wo gerade Veranstalter Künstler wie Dreck (wortwörtlich meinte einer „arme Schlucker“) behandeln, muß sich keiner wundern, daß Kunst tot ist und praktisch nicht mehr existiert. Die Pseudo-Künste können meinetwegen die Kopierer und Blender behalten. Der gesellschaftliche Umgang von Kunsterzeugnissen aller Art (Musik, Bilder, Gedichte…) ist so ähnlich wie römische Dekadenz und Gladiatorenkämpfe. Alle Künstler kämpfen gegeneinander in der Manege, während die dekadenten Römer ihren Wohlstand genießen und auf die Überbleibsel in der Arena frohlocken. Ich kann mir denken, wieviele der 11k2-Leser einen Logenplatz auf den Zuschauerrängen einggenommen haben.
    Neben den großen Medien ist besonders den Staat*, der dabei hilft Menschen gewisser Art zu unterdrücken. Kunst und Künstler sind nur etwas wert, wenn dies in Werbung, Medienindustrie und den anderen „Werten“ des Kapitalismus gewinnbringen vermarktet werden kann? Dein „State“-ment!
    Veranstaltungselektroniker, Statistiker, Politiker pp. stellen für mich per se keine Wert da und sind für die Menschheit wertlos bzw. leben nur aus Eigenzweck.
    Das Deutsche Drecksstaatsmonopol hat mir mal die Möglichkeit gegeben eine Kunstausstellung zu gestalten. Die kamen auf mich zu, weil ich Geld mit einer kleinen Party (Livemusiker, Künstler und mehr) verdienen wollte und beim Liegenschaftsamt eine Fläche anmieten wollte. Stattdessen bekam ich als Veranstalter und Organisator 0 Euro, wovon ich die Unkosten begleichen konnte… Die 250 Euro Spendengelder waren schnell weg. Ein Kulturamtsleiter einer anderen Stadt des Deutschen Drecksstaatsmonopols sagte mir später, daß meine Arbeit mindestens 10000 Euro wert wäre und Gelder beim Bund dafür vorhanden gewesen wären. Ja – aber die „Vermarktung“ von 32 einheimischen (kleinen bis international bekannten) Künstlern war wohl nicht so lukrativ wie z.B. die Finanzierung von UBooten in Kriegsgebiete oder Friedensmissionen um die ganze Welt von der Dämonkracke oder wie das heißt zu überzeugen.
    Ja ich weiß: Kunst ist nur etwas Wert, wenn es gegen Bargeld eingetauscht werden kann. Bargeld ist nur etwas wird, wenn es „echt“. Menschen sind nur „echt“, wenn diese Bargeld haben. So einfach ist das. Einfach und eindeutig.

    Es es gut, daß dieses Land nicht nur wegen mangelhafter/ungerechter Umverteilung der Finanzen auseinanderbricht. Dieses Land und Kultur sind schon abgestorben oder zu einem Einheitsbrei mutiert. An den Auswüchsen kann jeder in den heutigen Medien, Exzessen und wieder steigender Kriminalitätsrate partizipieren. Deutschland hat es sich verdient. Ich wünsche mir die totale Zersetzung des jetzigen „So-leben-wir-halt“-Systems. Vielleicht haben die Mayas doch Recht mit ihrem Kalender…
    Tschüß

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    • Naja, nee. Natürlich müssen wir erreichen, dass Kultur- und Wissenschaffende besser gestellt sind. Ich jedenfalls will den Kampf dafür nicht aufgeben.

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    • Komisch, es sind immmer die Looser wie Du, die sich den Zusammenbruch des Staates, der sie nicht genügend pampert, damit sie ihren wirren Ideen nachgehen können, wünschen.
      Nun, wir werden auch Dich überleben.

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  8. @ Terracotta
    LOL – Looser (mußt nicht immer in den Spiegel schauen :D). Wirre Ideen lassen den Staat nicht so zusammenbrechen wie die wirre Politik und Gesellschaftsordnung, in der üblicherweise das Bücken nach oben Mittel zum Zweck und völlig normal ist. Wenn Du jemals mit Künstler-Managern, Partyveranstaltern, Club-Besitzern oder Galeristen, Musikverleger oder eben den nicht-Kreativen der Medienindustrie zu tun gehabt hättest, würdest Du wissen, daß viele praktisch keine Chance haben eigenständig zu leben. Überleben schon gar nicht – „Parasiten“ sterben ohne Wirtskörper ab.

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  9. […] Interessante Diskussion auch bei 11k2… […]

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