Gema gegen Youtube, die Fakten

Über die Schuldfrage bei der anhaltenden Dissonanz zwischen der Google-Tochter Youtube und der deutschen Musikverwertungs­gesellschaft Gema wird seit einigen Tagen wieder eifrig spekuliert. Selbst “Qualitätsjournalisten” fantasieren fiebernd von Werbeumsätzen in Milliardenhöhe, die ja eigentlich armen notleidenden Musikern zustünden (dass dieselben hungern, weil sie nur Brosamen vom Tisch der Konzerne abbekommen, interessiert hier niemanden). Wir sollten uns daher kurz zurücklehnen und einen Blick auf die Fakten werfen.

Die Verhandlungen zwischen den beiden Entitäten sind gescheitert, weil die Verhandlungspositionen zu weit auseinander lagen. Die Gema nämlich listet in ihren „Lizenzierungsgrundlagen“ den Preis von 0,1278 Euro (also knapp 13 Cent) pro Abruf eines Stücks von bis zu 5 Minuten Dauer. 1000 Abrufe kosten also bereits 127,80 Euro. Soviel bringt Werbung neben einem Element-Of-Crime-Song einfach nicht ein. Daher formulierte die Gema ein Sonderangebot: Einmal Anschauen wäre für einen Cent (statt 13) zu haben, wenn Youtube dafür die Nutzerdaten an die Gema übergäbe (Datenschutz, anyone?). Einen Anteil an den tatsächlichen Youtube-Werbeumsätzen lehnt die Gema ab.

Edgar Berger, Chef von Sony Music, bezeichnet Deutschland daher als digitales Entwicklungsland, Schuld sei die Gema.

spon, abendblatt

34 Kommentare

  1. Lol. 13 Cent?? Selbst wenn ich das Lied scheisse finde? Selbst wenn ich mir nur 5 Sekunden anschaue? Das würde ich nicht mal geben, wenn ich das Ding tatsächlich behalten würde!

    Aber die GEMA hatten schon immer nicht alle Tassen im Schrank. Damals wollten die von uns genau solche irren Summen für jedes abgespielte Lied in unserem Internet-Radio.

    Anscheinend völlig unabhängig davon, ob das Lied überhaupt gut, und damit Geld wert ist. Ganz zu schweigen davon, dass das Lied ja selber nie Geld wert sein kann, sondern immer nur das Liedermachen.
    (Genauso wie der Anstriche kein Geld wert ist, sondern das Anstreichen. Könnte man den Anstrich ohne Anstreichen mit einfachem Kopieren bekommen, würde auch niemand dafür Geld bezahlen. Weils dann nix mehr wert wäre.)

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  2. ich sehe sie jetzt schon:

    . . . finger in den ohren – LALALALALA – wollen wir nicht höööööööören – LALALALALA – und augen zu – LALALALALA – wollen wir nicht wahrhaben . . .

    :-)

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  3. Heutzutage muss man ja nicht mehr in Deutschland veröffentlichen. Einfach auf ’ner schönen Insel ’nen Server mieten, und von da aus mit Paypal an einen Strohmann o.ä.…

    Dann von Deutschland dem Strohmann ein “Beraterhonorar” stellen. :P
    Brav versteuern und alles kann man ja trotzdem. Nur die GEMA mischt sich nicht mehr ein.

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  4. Wär nett, wenn jemand mal ausrechnet, wieviel ein Otto-Normal-Musiker von den 13 Cent bzw. 1 Cent GEMA-Gebühren abbekommt. Ich tippe auf unter 10%.
    Weil Terracotta meinen letzten Kommentar hier wahrscheinlich falsch verstanden hat und mich beleidigen mußte – hier nocheinmal eine Kurzfassung, die nicht falsch verstanden werden kann:
    Wenn die GEMA endlich zerschlagen wird gehen die bisherigen Nutznießer direkt an die Künstler und beuten diese aus. So wie es bei vielen lebenden Künstlern ganz normal scheint. Der Musikbereich ist allerdings menschlicher als der grafischen oder literarische Bereich. Ich rede von „Managern“, die bis zu 90% Provision je verteilten Auftrag etc. bekommen und kapitalistisch wie Raubtiere agieren. Viele Klienten/Künstler werden sozusagen nur mißbraucht um „Manager“ reich zu machen. Selbst der ehemalige Irak (unter Saddam Hussein) hatte ein faireres System im Musikbereich. Wieso sollen Subventionen immer nur Großindustrie, Banken und Pleitestaaten helfen? Wieso hat Merkel quasi zynisch gesagt, daß Künstler am Hungertuch bessere Werke schaffen?
    Neben der GEMA (und deren Knebelverträge) gibt es Tausend anderer Probleme im Kulturbereich, die nur durch ein wirklich neues/funktionierendes System der Finanzierung bzw. Teilhabe von Kreativen/Künstlern an der Wirtschaft gelöst werden können. Genau wie Wissenschaftler sollten Künstler frei leben können und nicht eingeengt werden. D.h. keine „Aldi“-Unis und keine „Becks“-Konzerte. Nur so kann wirklich Neues entstehen und kreative Menschen einen Wert erlangen anstatt abhängig von Sponsoren zu sein.
    Und da Künstler meistens bescheiden leben, wäre es mit Sicherheit finanzierbar und würde die Lebensqualität aller verbessern.

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  5. Reblogged this on Ich sag mal.

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  6. Die GEMA ist strukturell gefangen. Deshalb aussteigen und loslassen. http://freegema.de

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  7. Die Fakten über die Auseinandersetzung zwischen GEMA und Youtube emotionslos und sachlich erklärt:

    http://www.golem.de/news/gesperrte-videos-darueber-streiten-gema-und-youtube-1203-90819-2.html

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    • und man beachte auch dort die kommentare . . .

      ich schrieb ja bereits weiter oben:

      . . . LALALALALA . . .

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  8. Das stimmt so seit Ende 2011, mit Veröffentlichung der Music-On-Demand-Tarife, nicht mehr: https://www.gema.de/presse/aktuelle-pressemitteilungen/presse-details/article/gema-veroeffentlicht-neue-music-on-demand-tarife.html
    Davor musste allerdings tatsächlich jeder Anbieter von Musikvideostreams in DE Rückstellungen von bis zu knapp 13 Cent pro Stream bilden, da nicht klar war, ob Streams gleich Downloads vergütet werden müssen. Das ist natürlich abstrus.
    Bei den jetzt Ende 2011 veröffentlichten MoD Tarifen unterscheidet die GEMA etwas schwammig zwischen hoher, mittlerer und niedriger Interaktivität – unter was genau YouTube fallen würde, wird nicht verraten (bzw wird hier auf die laufenden Verhandlungen mit Google verwiesen, welche der Geheimhaltung unterliegen – auch nochmal ein Thema für sich). Wahrscheinlich aber hohe Aktivität, also 0,48 Cent pro Stream als Verhandlungsgrundlage, das wären dann 4,8 Euro pro 1000 Streams. Das ist in meinen Augen, bei dem was man gegenwärtig mit Werbung bei Webvideo erzielen kann, zwar immer noch zu hoch (das ist allerdings lediglich meine persönliche Ansicht aufgrund meiner Erfahrungen im Advertising Bereich. Zudem arbeite ich auf Verwerter- nicht Urheberseite). In jedem Fall existiert nun anders als noch im Juni 2011 in dem SPON Artikel beschrieben eine realistische Verhandlungsgrundlage. Das sollte etwas Bewegung in die Geschichte bringen – zumindest kann der schwarze Peter nun nicht mehr nur der GEMA zugeschoben werden.
    Allerdings geht es neben dem lieben Geld bei dem YouTube/GEMA-Streit noch um mehr: Und zwar kurz gesagt darum, was YouTube eigentlich ist: nämlich „Content-Provider“ (das sagt die GEMA und deswegen fordert sie Vergütung pro Stream), oder „Hosting-Plattform“ (so sieht das YouTube und deswegen will man sich lediglich auf Pauschalvergütungsmodelle einlassen). Das halte ich persönlich für den spannenderen Aspekt als nun jetzt noch 0,1 Cent mehr oder weniger – wenn sich hier nämlich YouTube durchsetzt hieße das in letzter Konsequenz, dass die Verantwortung voll auf den Nutzer abgeschoben wird. Das wäre bei aktueller Rechtslage wahrscheinlich gut für Sony Music und Co (da diese dann individuell Lizenzen aushandeln könnten), unterschiedlich gut für die Urheber (je nachdem ob gleichzeitig auch Interpret oder nicht), aber wohl eher nicht so gut für die User (Abmahnwahnsinn…). Das sollte vielleicht auch mal jemand bei Gelegenheit den Aktivisten von Anonymous verklickern…
    Einen guten Überblick dazu gibt übrigens irights.info: http://www.irights.info/index.php?q=node%2F2182
    (disclaimer: ich arbeite freiberuflich u.a. für Sony Music)

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    • zu den dingen die mich an diesem blog am meisten stören gehört, dass einem hier permanent uralte nachrichten als tolle neue erkenntnisse verkauft werden, weswegen auch die diskussionen in den kommentaren nur eine widerholung der vergangenheit sind.

      laaangweilig :)

      -110

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      • Aber du liest 11k2 trotzdem. Muss also was dran sein. Im Übrigen hast du womöglich nicht verstanden, was ein Blog ist: Meinung, Bewertung, Hintergrund. Wenn du flotte News haben willst: guckstu RTL2.

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      • zu den dingen die mich an EUCH – befürwortern des althergebrachten – stört und genauso langweilig ist . . .

        . . . ist das IHR (zB. verlage, gewisse kreative, rechte-verwehrter, etc. etc. etc.) geschäftsmodelle verteidigt (und zementieren wollt) die gewissen leuten das recht einräumen soll . . .

        (denn es geht ja nicht hauptsächlich NUR um neuschöpfungen sondern gerade auch und im besonderen – zum größten teil sogar – um bereits XXXXX-jahrzehntealtes material)

        . . . u.a. auch mit uralten (auch nachrichten), meist schon mehrfach abgegoltenen leistungen (liedern, schriften, bildern, filme, etc. etc. etc.) immer und immer und immer und immer und immer wieder aufs neue (am liebsten bis zum jüngsten tag) völlig leistungsfrei abkassieren zu dürfen,

        [ . . . weswegen auch die diskussionen in den kommentaren nur eine widerholung der vergangenheit sind.

        laaangweilig :) ]

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        • @Knallbonbon

          Tja, wie soll man das einem wie Dir erklären, der in diesem thread permanent beweist, dass sein freigewählter Nickname nicht von ungefähr kommt ?

          Ich versuch’s trotzdem:

          Diese ‚alten Kamellen‘ bringen nur dann noch nach Jahren Geld ein, wenn die Leute sie weiterhin immer wieder hören wollen. Völlig freiwillig, wohlgemerkt. Dieses Geld ist in der Regel bitter nötig, um viele andere Investitionen, die weniger erfolgreich waren, ‚aufzufangen‘, und z.B. eine Plattenfirma oder einen Verlag vor der Pleite zu bewahren.

          Und ob Du’s glaubst oder nicht – oft wird derart Verdientes Geld sogar in so wahnsinnig trendige und und anarchistische Leute wie Dich reinvestiert.

          Ist das nicht prima?

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  9. @Fritz

    „Einmal Anschauen wäre für einen Cent (statt 13) zu haben, wenn Youtube dafür die Nutzerdaten an die Gema übergäbe (Datenschutz, anyone?). “

    Es sind immer die nassforschen Kleinigkeiten, die Dich als Konflikttreiber und Populisten entlarven.

    Natürlich will die Gema von Youtube nicht die ‚Nutzerdaten‘, wie von Dir behauptet, sondern die Nutzungsdaten, also die präzise Information darüber, welcher Song wie oft aufgerufen wurde ( so wie beim Radio eben ).

    Deine Randbemerkung „Datenschutz, anyone“ – ist also wieder mal pure Polemik, allein an die gerichtet, die es nicht besser wissen.

    Bauernfängerei, Volksverdummung.

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    • Hauptsache, du kriegst dein Konto voll und kannst in andrer Leute Blogs bischen rummoppern. Super Lebensabend, was?

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      • Ich arbeite seit 30 Jahren fulltime als Kreativer. Ich habe ein paar hundert Songs geschrieben und veröffentlicht. Ich hatte zwei burn-outs wegen Überlastung. Ein ganz normales, produktives Arbeitsleben.

        Ich fordere von Niemandem irgend etwas.

        Ich mache Angebote, die keiner konsumieren muss. Wer sie haben will, zahlt ein paar Cent dafür. Erst wenn sehr sehr viel das machen, dann krieg ich Geld, von dem ich mir iregendwas Reales kaufen kann.

        Du entlarvst Dich als Prediger von Armut und Erfolglosigkeit. Deine eigene Geschichte? Ich hoffe nicht.

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        • Ich gönn dir doch, dass du Erfolg und Geld einschwenkst. Du sollst nur aufhören, den privaten, nichtkommerziellen freein Zugang zu Kultur und Wissen als Diebstahl fehlzuettikettieren. Der schmälert nämlich nachweislich die Umsätze nicht. Ist eben was anderes.

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          • Ich widerspreche dem mit Nachdruck. Die Entwicklung der letzten zehn Jahre beweist für mich krass das Gegenteil. Und ich brauche dazu keine Untersuchung zu bemühen, ich erlebe es in meinem Umfeld in drastischer Art und Weise.

            Die Raubkopiererei hat die gesamte kreative Mittelschicht ( ich rede hier bewusst nur von Musik, bei den anderen Disziplinen fehlt mir der Einblick ) geradezu pulverisiert. Den Millionären geht es am Allerwertesten vorbei, aber alle die, die davon im normalen Einkommensbereich Leben, haben die härtesten Zeiten ever.

            Davor kann nur die Augen verschließen, wer selber nicht wirklich etwas damit zu tun hat.

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          • dann hören wir doch mal einen zu der die augen nicht verschloß, selber damit zu tun hat/te und was dagegen tun wollte/will (hört gut zu):

            [ und NEIN ich bin kein fan – nicht mal ein fitzelchen]

            Dieter Bohlen – Der Bohlenweg – Raubkopierer sind Verbrecher

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          • Dieter Bohlen ist für mich in dieser Sache nicht der richtige Maßstab. Er verdient sein Geld inzwischen hauptsächlich als Modertor von RTL, und er nutzt diesen Sender für sich als gigantische Verwertungs- und Marketingmaschine.

            Mit dem normalen Musikmarkt hat das nichts merh zu tun. Dieter schwebt schon seit Jahren über den Dingen, und er hat es schon immer geliebt, seine Kollegen bei jeder Gelegenheit in die Pfanne zu hauen.

            Sein Vergleich mit dem damals in der Tat als privaten Kopieren von eine paar Titeln aus dem Radio hinkt, denn modernes P2P Saugen von ‚zigtausend Titeln ist etwas völlig Anderes, und es hat auch nicht die romantische Qualität, die der liebe Dieter ihm hier mal wieder zuzudichten versucht.

            Ich bleibe dabei. Ab einem gewissen Umfang ist es illegales Downloaden und Kopieren einfach nur noch ein aktives und unkorrektes Unterlaufen eines Geschäftsmodells, zum alleinigen Nachteil des Urhebers.

            Interessant fände ich, zu erfahren, was der Dieter dazu gesagt hätte, wenn z.B. sein Buch damals schon als PDF frei verfügbar gewesen wäre.

            Jede Wette, dass er total darauf abgekotzt hätte…

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          • wer sich erinnern will weiß das sein (ich glaube) 2tes buch und wenig später die cds dazu keine 1 bis 2 wochen nach erscheinen im netz kursierten!

            aus dem jahr 2002/3:

            Die ‚Wahrheit‘ als illegale Kopie
            vom 13. Dezember 2002

            http://www.laut.de/Dieter-Bohlen/Die-Wahrheit-als-illegale-Kopie/13-12-2002

            der verlag hat zwar ein bischen rumgepoltert, ich kann mich aber nicht daran erinnern irgendein geschrei von ihm vernommen zu haben. im gegenteil. alles was ich von ihm zum lesen/hörenbekomme ist genau gegenläufig.

            ich war ja selber total überrascht davon gerade solches aus seinem munde zu vernehmen.

            es ist schon bezeichnend wie solches von den medien mit größmöglichem stillschweigen begleitet wird obwohl ansonsten so ziemlich jeder scheißdreck aus seinem munde bis hin zu himalayaischen gebirgshöhen aufgeblassen wird.

            alles was bohlen sagt (oder auch wir sagen – also zB. @fritz, die PP, viele andere und auch ich – sagen) ist:
            es nutzt nichts alle kriminalsieren zu wollen, der zug ist abgefehren, früher war früher und wird nie wieder kommen, die zeit lässt sich nicht mehr zurückdrehen (egal wie laut ihr danach schreit), stellt euch drauf ein.

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          • @Knallbonbon

            Ich lasse Dir diesen Punkt gerne, und doch kann der Herr Bohlen dazu sagen, was immer er will, er lebt in seiner ganz eigenen abgehobenen Wirklichkeit, und die hat mit der meinen herzlich wenig zu tun. Wenn er es sich leisten kann, seine Werke im internet zu verschenken, dann darf er das gerne tun, so weit war die Diskussion ja bereits an anderer Stelle gediehen.

            Im Falle seines Buches hat er mit Sicherheit einen nett sechsstelligen Vorschuss kassiert, und vielleicht war es ja das, was ihn die Sache entspannt sehen ließ.

            Ihn nun zum RoleModel der Urheber machen zu wollen, ist jedoch genau so unpassend, wie Claudia Schiffer zur Frauenbeauftragten zu erklären. Er ist einfach in keiner Weise repräsentativ für unseren Berufsstand.

            Seine Argumentation, man solle den Leuten nicht erst Computer geben, und sie dann dafür bestrafen, wenn sie etwas illegales damit machen, entbehrt auch nicht einer gewissen Komik.

            Wenn ich mit jedem Gegenstand, den ich im Haus habe, all das machen würde, was damit möglich ist, hätte ich sicher größere Probleme als ’ne kleine Abmahnung an der Backe ( Brotmesser, Kettensäge, Auto, Unkrautvernichtungsmittel, Vorschlaghammer, Axt… just to name a few )

            Also auch hier wieder eine argumentative Nebelkerze.

            Ich will auch niemanden kriminalisieren, mir würde es schon reichen, an die Fairness zu appellieren, doch nach Allem, was ich hier lese, ist das ein ziemlich sinnloses Unterfangen. Es herrscht ein dumpfer Hass auf Urheber und GEMA, und der wird von den Damen und Herren Piraten auf Übelste usurpiert und nach Lust und Laune mit Falschinformationen gespickt. Man lässt kein gutes Haar an den gewachsenen und bewährten Strukturen, ‚bloß weg damit, wir können das alles viel besser…‘ .

            Sorry, aber da habe ich so meine Zweifel, und die sind nach den paar Tagen lesen und kommentieren hier noch um Einiges größer geworden.

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  10. Sag mal, Herr Rasta, ich weiss, dass du fest an den Niedergang der Kulturindustrie durch Filesharing glaubst, obwohl diese jedes Jahr munter wächst, aber hast du auch harte, nachprüfbare Zahlen – oder nur Angst vor dem Neuen?

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    • Das ist ja gerade der Hauptpunkt meiner gesamten Kritik hier!

      Ich habe meine eigenen Zahlen. Echte Zahlen. Ich lebe das, was Du erst in Statistiken und Untersuchungen nachlesen musst. Ich bekomme Abrechnungen aus allen möglichen Bereichen, kenne die Höhen von Produktions- und Werbebudgets über viele Jahre, CD-Verkäufe, Retouren, Künstler- Produzenten- und sonstige Lizenzen Inland, ausland, online etc…Major, Minor, eigenes Label.

      Wirklich eine ganz nette Bandbreite an authentischen Langzeitinformationen.

      Und um es gleich vorweg zu nehmen. Ich kenne ebenfalls die vieler Kollegen. Auch dort das gleiche Bild und die gleiche Interpretation desselben. Niedergang und kaum mehr eine Möglichkeit für nachhaltiges Arbeiten.

      Von ‚munterem Wachstum‘ habe ich seit Jahren kein Wort mehr gehört.

      Ebenso wenig von guten, jungen und kreativen Leuten, die nach einigen Erfolgen von ihrer Arbeit leben könnten.

      Ja, die Kultur geht durch Filesharing kaputt. Das beobachte ich seit ca zehn Jahren. Der Mittelbau bricht weg. Was bleibt sind Superstars, Kellerasseln und natürlich ein paar Leute, die es schaffen, von Liveauftritten zu leben. Aber auch das ist ein sehr hartes Gelände, das in Zukunft noch viel härter werden wird.

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      • Lies beim BMWI nach. Die haben Statistiken. Was du berichtest, ist die deine subjektive Weltsicht, und die deiner Freunde. Schade, dass es für euch nicht mehr so gut läuft, aber daran sind nicht die anderen schuld. Zeig mir nicht irgendwelche Zahlen, sondern Kausalität. Sonst sind das nur Behauptungen, was du da erzählst. Sorry.

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        • Hier werden alle möglichen offiziellen Zahlen zu diesem Thema im Kontext erklärt. Sie unterstützen meine Schilderung und weisen die hauchdünne aktuelle Erholung dem zunehmend erfolgreicheren Kampf gegen die internationale Internetpiraterie zu.

          http://www.fr-online.de/wirtschaft/download-zahlen-musikindustrie-spuert-rueckenwind,1472780,11590282.html

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        • naja, mit dem artikel schießt du dir ja mehr oder weniger selbst ins bein.

          da stimmt ja gar nichts überein. ganz im genegteil.

          denn wie immer:

          wärend in villa rest der welt bereits gejubelt wird (wegen der sich abzeichnenden trendwende)

          wird in villa deutschland
          buuhuuuhuuhuhu rabäää rabäää oh jammer – geheult und gekeift

          und jetzt mal was zum nachdenken warum trendwenden anderswo anders gesehen werden:

          frankreich

          in frankreich bleiben 3/4 (wenn nicht sogar weit mehr) aller einnahmen aus kunst und kultur, besonders aber im bereich musik, in frankreich und wandern in französische urheberrechts- und künstlertaschen.

          deutschland

          in DE läuft es aber fast genau andersherum. 3/4 aller einnahmen aus kunst und kultur, besonders aber im bereich musik, wandern in ausländische taschen.

          (ein kleiner blick in die jeweiligen ländercharts und airplaylisten zeigen das sehr deutlich auf)

          besonders deutsches liedgut im verkauf und airplay sind in deutschland (trotz steigerung in den letzten 10 jahren) mangelware.

          und während in anderen ländern inkl. deutschland französisches, italienisches, spanisches etc. liedgut zumindest einiges an prozenten absatz generiert, generiert deutsches populär-liedgut (auch wenn es auf englisch vorgetragen wird) einnahmen in der nähe von hast du nicht geshen (im sinne von weil fast nicht vorhanden)!

          die einzigen die von eurem geschrei nach noch mehr rechtsbeschneidungen profitieren werden sind im besten falle die verwerter und die künstler im ausland. nicht aber ihr deutschen künstler.

          und bevor ich es vergesse:

          dieser absatz gibt UNS ja schon mal vollkommen recht

          [ Digitale Verkäufe in Form legaler Downloads stiegen 2011 weltweit um acht Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar, während der CD-Absatz um knapp ein Zehntel auf rund elf Milliarden Dollar schrumpfte. Damit wurde global ein Drittel aller Musik per Internet verkauft, Tendenz steigend. Am weltgrößten Musikmarkt USA war es schon 2011 erstmals soweit, dass digitale Verkäufe mehr als die Hälfte des Geschäfts gebracht haben.

          Die Branche führt das darauf zurück, dass es immer mehr legale Quellen für Downloads gibt.

          Standen Anfang 2011 große legale Verkaufsplattformen wie iTunes oder Spotify in 23 Ländern zur Verfügung, so gibt es sie nun in 58 Staaten. Alleine hierzulande sind es jetzt rund 70 legale Musikdienste, die http://www.pro-music.org auflistet. ]

          tja, mein lieber – wären sie denn mal 10 jahre früher aufgewacht!!!

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          • Ich kann Dir nicht folgen. Ich sehe meine Sichtweise durch den Artikel ganz und gar bestätigt.

            Nur WEIL der P2P Download ( die sogenannte ‚Raubkopie‘ ) illegal ist und mit zunehmender Konsequenz verfolgt wird ( besonders in USA und Frankreich), weisen die legalen Downloadportale endlich nach Jahren einmal die angeführten hauchdünnen Steigerungsraten auf, und es kommt wieder etwas Geld in die Kassen.

            In dem Moment, in dem das identische Produkt völlig legal, unbegrenzt und kostenfrei ‚privat‘ im Netz erhältlich ist, wird es niemand mehr auf einer solchen kostenpflichtigen Plattform kaufen. Wozu auch? Dieses zarte Pflänzchen der Hoffnung für alle Musiker wird dann schneller implodieren, als man bis drei zählen kann.

            Die ‚privaten‘ Tauschbörsen werden ihr Erscheinungsbild und ihre Leistungsfähigkeit dem dann entstehenden Ansturm zügig anpassen, Kim Schmitz wird sich noch ein paar Villen und Autos mehr zulegen, die letzten Reste von Unrechtsbewusstsein werden verschwinden, und der Wert eines digitalen Musikstückes ( Filmes, Buches ) liegt ab diesem Augenblick präzise bei null.

            Ich nenne das ‚Zwangsenteignung unter dem Deckmäntelchen der Privatkopie‘.

            An dieser Stelle erwarte ich nun die bekannte Aufforderung, der Urheber möchte doch freundlicherweise noch eine Zusatzleistung erbringen, wenn er denn partout auf Entlohnung für den Konsum seines Produktes besteht, doch auch das wurde hier ja schon mehrfach und erschöpfend behandelt.

            Noch ein Wort zu Frankreich:

            Dort gibt es eine Radioquote, die französische Künstler gegenüber allen Anderen in enormem Maße begünstigt. Ich würde so etwas für Deutschland natürlich auch begrüßen, aber – es ist natürlich eine Bevormundung des Konsumenten, ( Piraten würden es vermutlich als Eingriff in die Bürgerrechte bezeichnen ), und ich erinnere mich gut daran, dass diese Option, als sie in D diskutiert wurde, natürlich ebenfalls erwartungsgemäß als teuflischer Pakt der deutschen Urheber verurteilt und mit einigem Getöse abgeschmettert wurde.

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  11. Tja. Filesharing hat keine negativen Folgen. Hat jemand Beweise für das Gegenteil? Oder doch nur Behauptungen?

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    • „…Einer der Kernsätze Seligers, die Mark Chung aufgreift, lautet: „Ein Ammenmärchen der Kulturindustrie besagt, illegale Downloads seien schuld daran, dass Künstler nicht mehr von ihrer Kunst leben können.“ Chung kontert diese Behauptung mit der Aufzählung von 20 wissenschaftlichen Studien, die beweisen, dass Filesharing eben doch einen negativen Effekt auf Musikverkäufe hat, an dem Ammenmärchen also doch etwas dran ist.
      Es existierten dagegen nur zwei Untersuchungen, aus denen hervorgehe, dass sich Filesharing positiv auf Tonträgerverkäufe auswirke, diese Studien seien aber methodisch dubios. Seliger darf somit für sich verbuchen, dass er eine Debatte ausgelöst hat, in der nun auch langsam wissenschaftliche Fakten eine Rolle zu spielen beginnen und nicht mehr bloß ein paar Taschenspielertricks und ganz viel Bauchgefühl.
      Gestützt wird Chungs Argumentation durch eine neue, möglicherweise Bahn brechende Studie von Stan J. Liebowitz von der School of Management an der University of Texas in Dallas. Dessen Ziel ist es, das quantitative Ausmaß der auf Filesharing basierenden Verluste zu benennen.
      Umsatzeinbruch durch Filesharing
      Unter dem Titel „The Metric is the Message: How Much of the Decline in Sound Recording Sales is Due to File-Sharing?“ hat er, verkürzt gesagt, ein Verfahren entwickelt, um die Berechnungen aus sämtlichen Studien zum Thema zusammenfassen zu können.
      Sein Resultat: Filesharing hat nicht bloß einen negativen Einfluss auf Musikverkäufe, vielmehr ist der gesamte Umsatzrückgang der Tonträgerindustrie seit Beginn des vergangenen Jahrzehnts auf Filesharing zurückzuführen – statistisch gesehen jedenfalls…“

      Meine Rede. Siehe oben. Der ganze Artikel hier.

      http://www.taz.de/!82194/

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        • stimmt. hatte nur leider nicht viel Substanz, das hatten wir auch da in den Kommentaren schon.

          Hier also nochmal, das meiste davon findest du online, kannst du ganz einfach googlen. Natürlich kannst du’s auch weiter ignorieren, in seeligen Soulseek-Erinnerungen schwelgen, alles immer gern wieder so haben wie 2002, hier weiter veraltete Infos mit ein wenig Polemik aufhübschen und als uns allen als „Fakten“ präsentieren, deine Entscheidung. Ist nur leider etwas schade, da das um-jeden-Preis-schön-reden und ist-doch-alles-so-toll-nur-ihr-alle-zu-doof notwendige Innovationen und Reformen genauso verhindert wie das alles-soll-wieder-so-wie-früher-sein. Zum Glück sind andere in deiner und mittlerweile auch anderen Parteien da weiter. Anyway, hier nochmal die zitierten Studien, mach damit was du für richtig hältst:

          „Die negativen Auswirkungen von unvergüteten Musiknutzungen auf Musikverkäufe wurden in folgenden Studien nachgewiesen und veröffentlicht:

          Liebowitz „Creative Destruction or just Plain Destruction“ (2004a, 2006a, Theorie), Liebowitz „Testing File-Sharing’s Impact on Music Sales in Cities“ (2008a, Pure Survey Based Approach, Secondary Data), Zentner „Measuring the Effect of File Sharing on Music Purchases“ (2006, Pure Survey Based Approach, Secondary Data), Rob und Waldfogel “Music Downloading, Sales Displacement and Social Welfare” (2006, Pure Survey Based Approach, Primary Data), Lee “The Effect of File Sharing on Consumers Purchasing Patterns” (2006, Pure Survey Based Approach, Primary Data), Leung “Should the Music Industry Sue Its Own Customers?” (2008, Pure Survey Based Approach, Primary Data), Huygen et al. “Ups And Downs. Economic And Cultural Effects Of File Sharing On Music, Film And Games“ (2009, Pure Survey Based Approach, Primary Data), Michel “The Impact of File Sharing On The Music Industry” (2005, Theory and Survey Based Approach), Hong “Measuring the Effect of Napster on Recorded Music Sales” (2009, Theory and Survey Based Approach), Peitz und Walbroeck “The Effect of Internet Piracy on Music Sales” (2003,2004, Theory and Survey Based Approach).

          Spezifische Schäden durch File Sharing, etwa in Bezug auf ihre Verursachung durch bestimmte Konsumentengruppen oder in Bezug auf den Bekanntheitsgrad der betroffenen Künstler oder auch in Bezug auf zu definierende (theoretische) Umstände unter denen die (von keinem der u.g. Autoren geleugneten Schäden) theoretisch ausgeglichen werden könnten wurden durch die folgenden Untersuchungen dokumentiert:

          Curien und Moreau „The Music Industry in the Digital Era“ (2005, Theorie), Bayaan „Technology and the Music Industry” (2004, Theorie), Peitz und Walbroeck “Why the Music Industry may gain from free Downloading” (2006, Theorie), Boorstin “Music Sales in the Age of File Sharing” (2004, Pure Survey Based Approach, Secondary Data), Mortimer und Sorensen “Supply Responses to Digital Distribution: Recorded Music and Live Performances” (2005, Pure Survey Based Approach, Secondary Data), Bounie et al. (2005, Pure Survey Based Approach), Gopal et al. “Do Artists Benefit from Online Music Sharing” (2006, Theorie und Survey Based Approach), Bhattacharjee et al. “The Effect of Digital Sharing Technologies on Music Markets. A Survival Analysis of Albums on Ranking Charts” (2007, Approach Based on Empirical Data from P2P File Sharing Usage), Blackburn “On-line Piracy and Recorded Music Sales” (2004, Approach Based on Empirical Data from P2P File Sharing Usage).

          Im Februar 2011 wurde der BASCAP-Report „Estimating the global economic and social impacts of counterfeiting and piracy” der Internationalen Handelskammer veröffentlicht. Die Befunde dieses Reports dokumentieren ebenfalls das Ausmaß der Schäden die durch unlizensierte Musiknutzungen entstanden sind. Da die Autoren Befunde aus der wissenschaftlich anerkannten Literatur nutzen um die aus Marktdaten gewonnenen Ergebnisse nach unten zu korrigieren, Schäden durch Streaming noch nicht mit einbezogen wurden und jeder Download als Single (nicht als Album) gewertet wurde können ihre Daten als relativ zuverlässige Einschätzung der unteren Grenze betrachtet werden; auch wurde durch die Auswertung der Daten von weltweit 19 verschiedenen Instituten in 16 Ländern sichergestellt, dass eine manipulative oder tendenzöse Befragung oder Auswertung sehr schwierig durchführbar gewesen wäre. Eine weitere Stärke des Reports besteht in einer klaren Abgrenzung des „commercial value“ von digitaler Musik-Piraterie von den tatsächlich aufgetretenen „business losses“, d.h. der BASCAP-Report schließt Überschätzungen der Verluste durch fälschliche Interpretationen der Downloads als 1:1 Kaufverluste konsequent aus.

          Bislang liegen nur zwei Veröffentlichungen vor, die zu dem Ergebnis kamen File Sharing würde die Musikverkäufe positiv beeinflussen: Chi (2008) kam zu diesem Befund in dem Kirchenbesuche und Strafzettel als proxy für File Sharing genutzt wurden, ihr lagen keine (!) Daten zum tatsächlichen File Sharing Verhalten der Befragten vor. Andersen und Frenz (2007) kamen zu ihrem Befund durch eine methodische Vorgehensweise die es ausschloss, dass der Zusammenhang zwischen File Sharing und Musikverkäufen durch eine dritte Variable hätte beeinflusst werden können, daher wurden die Autorinnen bereits frühzeitig in Bezug auf ihre Methodik kritisiert. Eine Re-Evaluation ihres Datensatzes durch Barker (2011) ergab aber sogar darüber hinaus schwerwiegende neue Erkenntnisse: Andersen und Frenz hatten bereits herausgefunden, dass bei Abwesenheit von P2P Netzwerken 75% der umsonst konsumierten Musik gekauft worden wäre. Diese Information lag den Autorinnen also bereits 2007 vor, sie zogen es jedoch vor, diese Befunde nicht zu veröffentlichen.“

          Fulltext u.a. http://www.spreeblick.com/2011/11/10/urheberrechtsdebatte-offener-brief-von-mark-chung-an-berthold-seliger/

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  12. ja, übernoise, da haben die medienkonzerne eine menge geld ausgegeben. so ne studien gibts ja nicht umsobst.

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    • haha, oh man :) Ja, genau das wirft zum Beispiel Christoph Keese auch Google vor, damit er sich nicht konstruktiv mit den Herausforderungen die das Web so mit sich bringt auseinandersetzen muss. Hauptsache das Weltbild steht, da müssen die Scheuklappen gut anliegen – auf allen Seiten. Na gut, deine Entscheidung steht offensichtlich auch, dann mal weiter viel Spaß beim „Fakten“ bloggen.

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