Müssen wir Kinderpornografie doch legalisieren?

Die Diskussion um Kinderpornografie ist wieder aktuell hochgekocht, weil der Mitgründer der schwedischen Piratenpartei, Rick Falkvinge, zwei Artikel auf seinem Blog veröffentlicht hat, und zwar “Child Porn Laws Aren’t As Bad As You Think. They’re Much, Much Worse” und “Three Reasons Possession Of Child Porn Must Be Re-Legalized In The Coming Decade”. Der Mediensturm war erwartungsgemäss beachtlich, der Skandal-Tenor der Mitte-Rechts-Presse ebenfalls. Zunächst einmal sollten wir ihm, unabhängig von unserer Bewertung der Thesen, die Rick aufstellt, dankbar sein für das erneute Entfachen der Diskussion.

Tatsächlich wurde die KiPo-Diskussion in den letzten Jahren vor allem von zwei Interessengruppen an sich gerissen und für ihre eigenen Zwecke missbraucht: Den sexualfeindlichen, fundamentalistischen Christen (Vorsicht: Nicht alle Christen sind sexualfeindlich und fundamentalistisch, nur manche, und die Gesamtheit der Christen sollte sich von diesen Radikalen distanzieren, statt sie zu schützen) und der Rechteverwertungsindustrie, die nachweislich auf diesem Weg eine kommerziell motivierte Internetzensur erreichen will.

Was tun wir, um diesen beiden Interessengruppen entgegenzutreten? Was tun wir, um einen Missbrauch von Kindesmissbrauch für Eigeninteressen einzelner Lobbygruppen zu verhindern? Was tun wir, um den tatsächlichen sexuellen Missbrauch von Kindern (die in Deutschland als “unter 14 Jahre” definiert sind) im familiären und vertrauten Umfeld zu verhindern, da weit mehr als die Hälfte der kriminalstatistisch erfassten Missbrauchsfälle von Personen begangen wurden, die dem Opfer persönlich bekannt waren? Was tun wir, um zwischen Pädophilen, also Leuten, die eine uns unverständliche Präferenz für Minderjährige haben, von Menschen (in der Regel Männern) zu unterscheiden, die keine solche Präferenz haben und Kinder nur deswegen vergewaltigen, weil diese sich schlechter wehren können? Tatsächlich zeichnet das deutsche Strafrecht einen klaren Unterschied zwischen dem blossen Besitz solcher Abbildungen und dem eigentlichen sexuellen Missbrauch, mit oder ohne Herstellung solcher Darstellungen. Leider wird der Unterschied zwischen einer Beschreibung, etwa in einem Roman, und der Dokumentation eines realen Geschehens, etwa in einem Film, nicht betont.

Kommentartoren von Ricks Artikel wiesen bereits darauf hin, dass es nicht verboten sei, Filme oder Abbildungen anderer Verbrechen (Mord, Gewalt, Raub) zu besitzen, egal ob fiktiv oder real. Also warum dann bei Kinderpornografie? Dem steht das Argument entgegen, dass Kinder besonders schutzwürdig sind, ihre Persönlichkeitsrechte also um so energischer verteidigt werden müssen. Das ist absolut richtig, bezieht sich aber nicht auf fiktive Darstellungen, etwa in Mangas. Was Rick also hier eigentlich anerkennenswerterweise geleistet hat, ist, uns darauf hinzuweisen, dass es sich um verschiedene Gruppen mit verschiedenen Zielsetzungen handelt.

Es gibt Pädophile, die eine sexuelle Präferenz für Kinder haben, und es gibt Männer, die aus erheblichen Charakterdefiziten heraus sexuelle Gewalt ausüben, selbst gegen Kinder. Aber diese beiden Gruppen sind nicht identisch, sondern haben eine Schnittmenge. Ebenso wie mit allen anderen gesellschaftlichen Gruppen (Priester, Staatsanwälte, Fussballtrainer etc). Was wir also tun müssen, um unsere Kinder effektiver gegen Gewalt (auch sexuelle) zu schützen, ist zu unterscheiden: Von wem geht wirklich eine Gefahr aus (nämlich von Leuten, denen man das nicht ansieht), und wer ist selbst Opfer einer nicht-gesellschaftskonformen Präferenz?

Ich möchte hier klarstellen, dass meiner subjektiven Meinung nach Pädophile kein irgendwie geartetes Recht auf Einlösen ihrer Vorstellungen haben sollten, sondern eben Pech haben und zu einer anderen Orientierung finden müssen, um zu einem erfüllten Sexualleben zu kommen. Ausserdem muss ich, bevor es zu Missverständnissen kommt, betonen, dass ich zwar Ricks Diskussionsfreude anerkenne, seinen Legalisierungs-Vorschlägen aber nicht folgen möchte. Wir sollten kinderpornografische Darstellungen nicht legalisieren, aber wir müssen unbedingt unterscheiden, ob es sich im konkreten Fall um Gewalt gegen Kinder, Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte, eine literarische Auseinandersetzung mit dem Problem (siehe Vladimir Nabokovs “Lolita”) oder um eine Diskussion all dieser Dinge handelt. Letztere müssen wir führen, und zwar ohne Tabus, die nur einzelnen (oben erwähnten) Interessengruppen nützen. Der sensationslüsternen Mitte-Rechts-Presse können wir diese Auseinandersetzung natürlich nicht überlassen, das führt nur zu heimlicher Auflagensteigerungsmasturbation. Dass diese Diskussion von einem der Vordenker der Piratenpartei angestossen wird, ist dagegen kein Zufall; es ist die historische Aufgabe der Piratenbewegung, sich auf Aufklärung und Vernunft zu berufen statt auf Wählerquoten zu schielen – in die Falle der Mehrheitsmeinung oder ihrer Ursupatoren sind bereits andere Parteien wie die Grünen getappt, die sich heute in weitem Umfang an Vorgaben der selbsternannten Meinungsführer halten, um das Verwirklichen einiger weniger politischer Kernthemen nicht zu gefährden.

tl;dr: Danke für den Diskussionsanstoss, Rick, nein, alles Legalisieren ist keine gute Idee, aber darum geht es ja auch gar nicht, sondern darum, bei diesem extrem schwierigen Thema die Füsse auf dem Boden zu behalten und nicht den Kopf zu verlieren. Und: Es geht um die Kinder, und nur um die.

Das Pic oben wurde nach einem langen Berufungsverfahren vom höchsten schwedischen Gericht als nicht-kinderpornografisch freigebeben.

25 Kommentare

  1. Was sich mir dabei aufdrängt, sind die Parallelen zum so genannten „War on drugs“: Verfolgt werden im Wesentlichen die Endkonsumenten, in beiden Fällen Menschen, die in erster Linie stark verkürzt gesagt „krank“ sind (wobei „krank“ nicht abwertend gemeint ist, sondern hier bedeutet, dass sie fachlich kompetente Hilfe benötigen). Diejenigen, die mit Produktion und Handel das Geld verdienen, werden dagegen weitestgehend in Ruhe gelassen. Dass das nicht so sein müsste, haben die US-Behörden ja bei Kim Schmitz gezeigt: Da ging das auf einmal mit Server-Abschalten und Spezialtruppeneinsatz. Komisch, dass man Vergleichbares noch nie gesehen hat, wenn es um Kinderpornographie ging.

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    • dafür gerade kim dotcom aus dem hut zu zaubern ist – abgesehen davon das es absoluter schwachsinn ist (weil es nicht mal ansatzweise etwas mit dieser thematik zu tun hatt) – ein EPIC FAIL!

      der wurde nur deshalb angegriffen weil er sich ganz offen der „obrigkeit“ gegenüber nicht unterwürfig verhielt und sich ganz offen zur wehr setzte.

      beweis dafür sind alle die anderen absolut vergleichbaren dienste-anbieter gegen die rein gar nichts unternommen wird obwohl sie das genau gleiche geschäftsmodell am start haben. zT. schon 3 und 4 mal solange wie mega-upload. ganz davon abgesehen das sich gerade das ganze vorgehen rechtlich in rauch auflöst bzw. den US-behörden stück um stück um die ohren fliegt!!!

      es ist übrigens immer das gleiche muster welches zu beobachten ist. die welche sich duckmäuserisch verhalten und unterwürfgst den schwanz einziehen bzw. leise verhalten – bis sich der von den sogenannten eliten losgelassene MOB aus-getobt hat – dürfen nach einem solchen öffentlichkeits-augenverwischenden RAID genauso weitermachen wie vorher.

      außerdem outest du dich als typisches-, mindestens aber inkompetentes wenn nicht gar korrumpiertes oberarschloch bei dem billigen versuch kinderpornografiie und drogenkriminalität mit filesharing gleichzusetzen.

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      • Ich glaub, das hast du jetzt missverstanden. Dieter sagt: Wenn „die“ wollen, können sie, wie man am Beispiel von Kim Schmitz sieht. Nimm mal den Daumen von der Paniktaste.

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        • OK, ich gebe es zu, er KANN es uU.auch anders gemeint haben.

          soweit entschuldige ich mich für die etwaige verallgemeinerte unterstellung und natürlich auch für das daraus vorschnell eingesetzte „arschloch“.

          aber es ist schon richtig, ich reagiere mittlerweile echt etwas empfindlich darauf auch über umwegen mit kinderfickern, vergewaltigen, mödern und anderweitig schwer-kriminellen in einen topf geworfen zu werden NUR wegen irgendwelchen vermeintlichen (weil man solche dienste u.a. auch ganz LEGAL nutzt) oder auch tatsächlichen (läppischen) urheberrechtsvergehen (die ich, wie ich zugebe, schon öfters im leben begangen habe – diese vergehen aber andere noch lange dazu berechtigt mich oder andere ständig auf gleiche stufe mit schwerverbrechern zu stellen.).

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    • jede alte oma braucht hilfe und will über die straße == jeder pädo ist kank und braucht ne therapie?
      brauchen homosexuelle die denn auch? oder heteros, damit sie sich nicht an frauen vergewaltigen, an den kleinen und schwachen halt…

      sicher brauchen viele pädosexuelle hilfe, aber es gibt nur gehirnwäsche von beier von der charitee oder … nichts!

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  2. Okay, soviel zu den bekannten Fakten. Die Fragen sind nicht neu, die Tatsachen zutreffend. Ich vermisse Lösungsvorschläge – ich selbst habe keine, muß ich ehrlich zugeben….

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    • Naja, doch: Ich schrieb, wir müssen unterscheiden. Das ist Arbeit. Einfache Lösungen gibts freilich nicht, aber die Welt ist ja auch kein Videospiel, nicht wahr?

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      • und wie unterscheidet man das? Das meine ich …. es steht ja keinem auf der Stirn tätowiert wie er tickt….als krasses Beispiel sei hier J.Fritzl / Amstetten, Österreich genannt….

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        • vielleicht wäre es einfacher, wenn man es sich auf die stirn schreiben könnte und ohne angst um sein leben aus dem haus gehen könnte. damit ist gemeint: ein geouteter und tolerierter pädo wäre mir zig mal lieber, als einer der sich und seine triebe verstecken muss, weil es ihm die gesellschaft aufzwingt. man redet nicht drüber ohne verbal hingerichtet zu werden, es sei denn man denkt anonym zu bleiben.
          vielleicht sind lösungen und regulierungen auch genau das falsche. bei richtiger erziehung und richtigem umgang mit dem los mitunter auf kinder geprägt zu sein, gäbe es sicher weniger probleme.

          mich kotzt es eh an, dass die hochkaräter nicht verfolgt werden, sondern die konsumenten, die aus ganz anderen motiven handeln bzw. nicht so handeln wie ein täter und dennoch auf eine ebene gestellt werden.

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          • Wenn ich ehrlich bin, ich HABE eine Lösung. Die werde ich hier aber nicht diskutieren, da das Format eines Blog dazu nicht taugt (sehr umfangreich die Lösung – kein Witz, die Pharmalobby und der Kampf gegen selbige spielt eine wichtige Rolle, auch wenn das nicht offensichtlich ist). Sehr diskussionswürdiges Thema, aber, wie schon angedeutet, gehört das in ein Forum, nicht in einen Blog

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  3. „Leuten, die eine uns unverständliche Präferenz für Minderjährige haben“

    Naja mir ist diese sekundäre Strömung genau so unverständlich wie mein Fabel (Früher Fetisch) für Ohrläppchen oder Jeansröcke.
    Aber falls jemand mal bei „Frag einen Pädo“ mit spielen mag, könnte er hier ja mal die Gelegenheit nutzen…
    Ich habe zum Beispiel eine erotische Präferenz gegenüber Kindern und einer sehr sexuelle gegenüber Frauen. Natürlich sieht man mir das an (Brille, Bauch, Bart) und ich stelle eine permanente (selbst im Schlaf) Gefahr für Kinder da.
    Mein erfülltes Sexualleben habe ich durch meine Lebensabschnittsgefährtig und meine „philie (Freundschaft)“ lebe ich ungehindert und täglich aus.

    Es geht schon lange nicht mehr um die Kinder an sich. Es geht um Moral. Für mich hat das Kind das Recht am eigenen Bild und somit heiße ich KiPo aus ganz anderen Gründen für ungut mit Ausnahme von LS-Studio (das kenne ich nicht…).
    Dennoch würde ich mir wünschen gezeichnete und Computeranimierte Pornographie von augenscheinlich minderjährigen sowie scheinminderjährigen legal betrachten zu dürfen. Ne, das dürfte ich derweil eh, ich meine dieses zu erstellen, verbreiten und vorrätig zu halten.

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  4. „Das Pic oben wurde nach einem langen Berufungsverfahren vom höchsten schwedischen Gericht als nicht-kinderpornografisch freigebeben.“

    Na, da hast aber lange suchen müssen Fritz, oder? Wie bescheuert ist das denn bitte? Ich kann mich noch gut an Zeiten erinnern, wo man noch beim Baden Fotos von der Familie machen konnte, ohne gleich als raubmordkopierender kinderfickernazi zu gelten, weil im Hintergrund ein Säugling keine Windel an hatte.

    Ich meine: Guckt euch das Bild mal an. Dafür werden jetzt schon Gerichte beschäftigt? Gesunder Menschenverstand wird durch Justiz ersetzt. Das macht mir mehr Angst als alle Päderasten der Welt. Wer bei dem Bild einen Ständer bekommt, der holt sich wohl auch beim Betrachten einer Packung Kinder-Schokolade einen runter. Davor muss ich unbedingt geschützt werden!

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    • Exakt, Junge. Dafür brauchen wir dann die Gedankenpolizei. Hat ja George Orwell schon vor 64 Jahren ausformuliert diese Ideen. Ist also wirklich keine neue Entwicklung.

      Solange nicht Hirn, sondern Geld die Welt regiert und Lobbyfronten das Sagen haben, wird sich die Welt auch nicht verbessern. Es fehlt immer noch die „critical mass“ an wirklich Denkenden. Manchmal muß ich Söllner zustimmen: Marijuanakonsum Pflicht für alle, vielleicht bringt das bei einigen das Hirn in Gang. Sollte man unbedingt mal ausprobieren.

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  5. Was „echte“ Kinderpornos angeht: Es kann nicht sein, dass solche Bilderzeugnisse freigegeben werden, da dies erstens mit dem Persönlichkeitsrecht der Opfer nicht vereinbar ist und zweitens zusätzlich noch eine Verhöhnung der Opfer darstellt, wenn sich Pädophile an ihrem Schmerz aufgeilen. Eine Legalisierung wäre also völlig inakzeptabel.

    Bleibt die Unterscheidung von fiktiver und echter Kinderpornographie.

    Objektiv sehe ich hier keine Diskussionsbasis, solange nicht ernstzunehmende Studien vorliegen, die entweder belegen, dass fiktive Kinderpornographie harmlos ist, d.h. keine Art „Nachahmungsdruck“ aufbauen oder vielleicht sogar einen therapeutischen Effekt haben (was ich als Anime sehe, muss ich nicht noch in Echt sehen) – oder eben nicht. Ohne solche Studien bauen alle Argumente dafür oder dagegen nur auf Vermutungen.

    Subjektiv finde ich sexualisierte Gewalt – und Kinderpornographie ist IMMER sexualisierte Gewalt, da es keine Kinder gibt, die sowas gut finden… auch wenn es in manchen Animes vielleicht so dargestellt wird – einfach nur widerlich und könnte nicht mit jemanden unter einem Dach leben, der sich sowas reinzieht. Egal ob es sich hierbei um Vergewaltigung handelt (sei es echt oder gestellt oder gezeichnet), Snuff-Videos (echt oder gestellt oder gezeichnet) oder halt um Kinderpornographie (echt oder gestellt oder gezeichnet):

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    • Hier stellt sich die Frage, was Kinderpornografie ist.
      Der Begriff umfasst ja nicht nur Fotos und Videos der Vergewaltigung von Kindern durch Erwachsene sondern sämtliche Darstellung von Minderjährigen (und in Deutschland: solche die nur so aussehen), die potentiell geeignet scheinen, andere Personen in sexuelle Erregung zu versetzen.
      Das sind dann u.a. Selbstportraits von unbekleideten Jugentlichen vor’m Badezimmersiegel, Videos die Jugentliche von sich selber und ihrem Partner machen, Aufnahmen von Nudisten, Fotos von Kindern in knappen Bademoden, Videos von Erwachsenen mit Lolli und Zöpfen beim Rollenspiel, und Comics/Mangas mit sexuellen Handlungen.
      Ich würde bei der Unterscheidung der Notwendigkeit von Strafbarkeit nicht bei der mutmasslichen Wirkung der Medienkonsumenten ansetzen. (Zur Erinnerung: Bildungsbürger wollten damals der Unterschicht den Konsum von Kinofilmen verbieten, weil deren Angehörige vermeintlich nicht in der Lage seien, das sittlich moralisch zu verkraften.) Es muss dabei bleiben die Schädigung echter, lebender, leidender Opfer zu bestrafen.

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      • Nachtrag:
        Ich habe neulich zu meinem erstaunen gelesen, dass es Leute gibt, die durch Bilder von Personen in Regencapes erregt werden.
        Konsequenterweise müssten dann Fotos von Kindern und Jugentlichen in Regencapes als Kinderpornografie bestraft werden.

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  6. Ich denke, zwischen „total verboten“ und einer bedingungslosen Legalisierung gibt es viel Spielraum… So könnte man z.B. nur virtuelle Bilder freigeben,unbeshen davon, was sie darstellen, oder z.B. sämtliches Material, welches keine sexuellen Handlungen darstellt, auch reales (Pinup oder was weiß ich), dafür dann aber virtuelle Bilder verbieten, die über Posing hinausgehen. Oder man könnte z.B. auch sämtlichen Kipobesitz strafrei stellen, ein Verbreitungsverbot dabei aber aufrechterhalten.

    Zunächst mal wäre es wichtig, zu klären, ob die „Anfixtheorie“ zutrifft, oder ob Kipo vielleicht sogar dabei helfen kann, Übergriffe zu verhindern (wie eine Studie, über die Fritz hier mal vor ein oder zwei Jahren gepostet hatte, zeigt, trifft wohl in der Tat letzteres zu, was evtl. für eine Freigabe spräche.).

    Als nächstes wäre dann die Frage zu klären, was alles als „Pornographie“ gewertet werden muß – normalerweise muß dazu ja entweder eine sexuelle Handlung oder wenigstens Pose zu sehen/lesen/hören (auch Telefonsex oder Hörspiele wären aktuell ja verboten) sein; das reicht aber noch nicht aus (es gibt ja auch Kunst mit sexuellen Darstellungen); die Darstellung muß immer auch „anreißerisch“ sein. Soweit ich weiß, ist man in Bezug auf Kipo recht streng in der Auslegung.

    Dann wäre es mal an der Zeit, zu überdenken, ob es auf Dauer haltbar ist, daß man ein einfaches Besitzverbot in ein Sexualdelikt umwertet, gesellschaftlich ja sowieso, aber ich glaube, auch in der Justiz wird das so gehändelt…

    Die Diskussion um virtuelle Pornographie wird in nicht allzuferner Zukunft sicher noch mal sehr relevant, wenn die Technik erst mal soweit ist, daß jedermann CGI am heimischen Rechner erstellen kann, die von echten Fotos nicht mehr zu unterscheiden sind…

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    • Können wir uns drauf einigen, daß Pädophilie als Deviation einzustufen ist? Oder gibt es in dem Kontext irgendwelche Einwände oder Zweifel?
      Falls man diese Einstufung macht, stellt sich die Frage: warum nicht das Übel an der Wurzel packen und dergleichen Deviation vehindern, anstatt das Kind einfach in den Brunnen fallen lassen und die Pharmatrolle füttern, die überhaupt nicht verlegen sind, für jedes Problemchen ein Mittelchen parat zu haben? Wie wär’s mit dem Ansatz? Oder seid ihr alle Zensursulas im Tarngewand?

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      • Und wie bitte „verhindert“ man Deiner Meinung nach diese Deviation dann?
        Genauso wie man Homosexualität in etlichen Ländern glaubt „heilen“ zu können?

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        • Homosexualität stufe ich nicht als Deviation ein, man findet sie, im Gegensatz zur Pädophilie, auch bei wildlebenden Primaten und einigen Reptilien. Über das „wie“ des Verhinderns findet sich in der sog. „Bindungstheorie“ ein interessanter Ansatz. Das zu diskutieren wäre hier mühsam, da ein Blog dafür nicht ausgelegt ist

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          • hmmm… is ja alles ganz nett, aber mir bleibt dennoch schleierhaft wie Du das verhindenr willst, wenn Du nicht alle Säuglinge allen Eltern wegnimmstr und unter „neutrale Fremderziehung“ stellst, in der sicher gestellt wird, dass nichts „Schlimmes“ passiert…. und selbst dann denke ich ist die Ausbildung pädophiler Neigungen möglich…

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        • noch eine kleine Ergänzung: http://www.institut-johnson.de/page/wp-content/uploads/kindeswohl.pdf

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  7. Also bei Lolicons bin ich sofort dabei diese zu legalisieren, alles was tatsächlichen Missbrauch darstellt ist völlig indiskutabel.

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  8. @mindfuckedangel: da ab der Dialogtiefe keine Antwort mehr möglich ist, die Antwort eben auf Toplevel: ich habe nicht gesagt daß ich das ändern will. Fritz ruft hier zum selberdenken auf, ich tue dasselbe. Befasse Dich mit der Bindungstheorie und denke…zeig daß Du denken kannst….ich trau Dir das jedenfalls zu….aber ich kann mich irren…würde mich jedenfalls freuen wenn ich mich NICHT irre diesmal…

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