Krieg gegen Drogen: Teuer und wirkungslos

Diese Grafik, aus offiziellen Zahlen der US-Behörden, illustriert deutlich, was der „War on drugs“ wirklich ist: Ein staatlich finanziertes Monopol für den Security-Sektor, eine Geldvernichtungsmaschine ohne jeden positiven Effekt für die Gesamtgesellschaft.

1500 Milliarden seit der Kriegserklärung gegen die eigene Bevölkerung im Jahr 1970 (Comprehensive Drug Abuse Prevention and Control Act of 1970) haben nichts anderes erreicht als einige Gesellschaftsteile zu unterdrücken, und andere reich zu machen. Wir müssen diesem Wahnsinn ein Ende machen und das sogenannte Betäubungsmittelgesetz ersatzlos streichen. Das geht natürlich nicht so einfach, weil Deutschland hier an internationale Verträge gebunden ist. Die Lösung macht uns Portugal vor: Entkriminalisierung. Die Gesetze bleiben, werden aber nicht durchgesetzt.

reason

11 Kommentare

  1. Ich kann zwar nicht beurteilen ob die 1.5 Billionen wirklich zum Fenster rausgeschmissen wurden, aber das kann diese Grafik auch nicht. Nur weil die Abhängigkeits-Quote gleich geblieben ist, sagt das ja nichts über die Wirksamkeit der „Gegenmaßnahmen“ aus. Vieleicht wären es ohne die ganze Kohle 10%, wer weiß?

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  2. Egal, was man jetzt aus der Grafik wirklich herauslesen will. Sicher ist doch, dass unser verlogenes Umgehen mit Drogen (Unterscheidung zwischen Hanf und Alkohol/Nikotin) einer dringenden Überarbeitung bedarf.

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  3. Es gibt aber nicht nur Hanf (und dessen Produkte) die bekämpft werden.
    Es sind auch einige Sachen dabei die eben nicht harmlos sind. Wer möchte das die Heroin/Crack/etc-Junkies hier noch mehr diverse öffentliche Anlagen unsicher machen? Geh mal jemand nachts am Hamburger Hauptbahnhof vorbei.

    Axso, und die fetten Gewinne machen ansonsten irgendwelche Drogenbosse. Da ist die Kohle mit Sicherheit nicht besser aufgehoben.

    Überarbeitung des Betäubungsmittelgesetzes: Klar dafür.
    Streichung des Betäubungsmittelgesetzes: Klar dagegen

    (Gleichstellung von Hasch und Alk gehe ich auch konform)

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    • Doch, grade die schlimmen Sachen müssen wir dem organisierten Verbrechen aus der Hand nehmen. Wenn du Heroin zu Ratiopharmpreisen in der Apotheke kaufen kannst, wird Kriminalität zum Randphänomen; und internationel Drogenkartelle fallen in sich zusammen. Also was machen wir?

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      • Ich weiß was du meinst, den Drogenbossen das Wasser abgraben, Verschmutzte/gestreckte Drogen vermeiden etc.

        Apothekenpflicht? Wäre wenn dann die einzige Option, aber was ist mit denen die nicht in der Apotheke kaufen wollen? Aus welchen Gründen auch immer (Kinder, Scham, etc)?
        Ein Schwarzmarkt wird immer bleiben.
        Dazu kommt eben der „Ratiopharmpreis“. Unsere Apotheken verkaufen nicht mal ein schnödes Aspirin ohne kräftigen Aufschlag. Um den Dealern den Markt kaput zu machen müsste das Zeugs schon ziemlich subventioniert werden.
        Anderer Nachteil eines niedrigen preises wäre ebenfalls das manche eher dazu verführt würden es auszuprobieren.
        Ich mein, hey, wer wollte nicht schonmal eine Prise Koks schnuppern, war aber der Preis zu hoch?

        Oder abschreckende Bilder auf der Verpackung (a la Zigarettenschachtel) mit Meth-Mund und co?

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        • Die hohen Preise werden von der pharmazeutischen Industrie gesteuert und nicht von den Apotheken! Was soll der Apotheker machen? Medikamente unter seinem Einkaufspreis verkaufen weil es das Aspirin in z.B. Spanien so günstig gibt?
          Ist zwar off topic aber ich kann das nicht unkommentiert lassen.

          Zum Thema: Ein Trockenlegung des schwarzen Marktes nach Fritz Gedankenspiel wäre sicherlich möglich. Ich glaube allerdings nicht das die Drogen dann viel billiger wären denn anstelle von in Hinterhöfen zusammengepanschtem Zeug m0ßte über die Apotheken vertriebenes Material pharmazeutische Qualitätsanforderungen erfüllen und das würd die Produktionskosten massiv erhöhen. Auch würden Steuern fällig. Das Geld würde halt nur nicht mehr in den Taschen der Drogenbarone landen.

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          • http://de.wikipedia.org/wiki/Arzneimittelpreisverordnung

            haben die doch letztens erst noch wieder schön verhindert das des gelockert wird.

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          • Dank Google hält sich wohl jeder für einen Experten…
            Das von dir angeführte Beispiel bezieht sich auf die Vergütung bei verschreibungspflichtigen Medikamenten, das von dir angeführte Aspirin ist aber apothekenpflichtig, nicht verschreibungspflichtig. Abgesehen davon macht der Anteil dessen was der Apotheker an einer Verschreibung verdient einen äußerst geringen Anteil an den Gesamtkosten.
            Es würde den Rahmen des jetzt schon off topic Sprengen dir das noch näher zu erklären.
            Ich komme selber aus der Pharmazie und ich kann dir ohne eine besonders Sympathie für die Apotheker zu verspüren versichern das die Preistreiber an anderer Stelle sitzen und die mit immer neuen Tricks halbherzig Regulierungsversuche unterlaufen.

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  4. Heroin kostet in der Herstellung 50 Cent und kommt zu über 80% aus Afghanistan, wo der Rohstoff Mohn von der Nato bewacht wird.
    Ein großer Kokainhändler hat sich vor einiger Zeit bei dem Präsidenten von Amerika bedankt, weil nur durch die Drogengesetze der Kokainpreis so hoch liegt und er dadurch Milliardär wurde.
    Harte Drogen wie Amphetamine werden Deutschlandweit in unheimlichen Mengen konsumiert und die Kriminalisierung hilft den Suchtkranken nicht.
    Konsumenten weicher Drogen wie Cannabis, Pilze, Salbei oder Kath werden fast wie Konsumenten harter Drogen kriminalisiert, obwohl diese laut dem Engländer Dr.Nutt und anderen Wissenschaftlern harmloser als legale Drogen (Nikotin, Coffein, Alkohol und Medikamente) sind.
    Es gibt über das Thema nichts mehr zu schreiben. Es muß etwas geändert werden, damit es auch für die Suchtkranken bergauf geht.
    Nebenbei: Ein mir bekannter Zollbeamter wurde vor ~10 Jahren von seinen Kollegen aus seinem damaligen Dienstsitz gemobbt, weil er seinen Job ausführen wollte anstatt das Schweigegeld von Kokainhändler anzunehmen. Aus zweiter Hand weiß ich, daß heute (2012) einige Zollbedienstete mit Kokain in größerem Stil handeln.

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  5. Vielleicht hat das Ganze auch hiermit zu tun: http://www.theintelligence.de/index.php/wirtschaft/finanzen/4836-es-ist-kein-geheimnis-mehr-goldman-sachs-regiert-die-welt.html
    Ein Schelm, der vermutet, daß dieses mafiöse Konstrukt auch am Drogenverkauf mitverdient?

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  6. Das eine grundlegende Überarbeitung des BtMG überfällig ja zwingend notwendig istund zwar mindestens mit der priorität wie Treibhausgase oder alternative Energie liegt auf der Hand!Dass seit jahrzehnten rein gar nichts passiert deutet auf eine Massive Beteiligung der entsprechenden Ministerien und Ämter hin,man darf nicht vergessen die Kartellbosse haben grosses Interesse das alles so bleibt und eben enorme Mittel.Selbstverständlich muss man gefährliches Zeug wie Methamphetamin etc weiterhun regulieren aber Drogen die nachweislich Vorteile für die Medizin und so gut wie keine oder wenig Nebenwirkungen haben wie Heroin auch Kokain Hanf sowieso ab einem gewissen Alter ich sage 25Jahre freigeben .was die derzeitige Handhabung den Konsumenten und der Gesellschaft antun ist so unverantwortlich wie ein Terroranschlag!

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