Wlan 27mal schneller

Computerwissen­schaftler am MIT, der Universität von Porto in Portugal, der Harvard University, dem Caltech, und der TU München haben gemeinsam ein Verfahren entwickelt, das Wlan, LTE und andere drahtlose Datenkommunikation ohne besondere Zusatzkosten viel schneller macht, besonders in Situationen mit schlechtem Empfang, also hohem packet loss.

Eine Erhöhung des Datendurchsatzes von 0,5 auf 13,5 Mbit/s wurde in einem schnell fahrenden Zug gemessen, das Campus-Netz des MIT verbesserte sich immerhin von einem auf 16 Mbit/s. Der Trick ist, nicht einfach Datenpakete zu senden, so dass sich die Kommunikation stark verlangsamt, wenn mal eines fehlt (typischerweise 2%) und ein weiteres mal angefordert werden muss. Statt dessen werden algebraische Gleichungen gesendet, so dass der Empfänger fehlende Informationen selbst nachrechnen kann. Die dazu nötige Prozessorpower ist sehr gering und kann auch ohne erkennbare Last von Mobiltelefonen geleistet werden. Die neue Technik “coded TCP” wird bereits an Mobilfunk-Hardwarehersteller lizenziert.

technologyreview

6 Kommentare

  1. mit den gleichen „algebraischen gleichungen“ müsste doch auch das kabelgebundene netz um etliches beschleunigt werden können, oder etwa nicht?

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    • Theoretisch. Ich hab extra aufs Datum geguckt – es ist NICHT erster April. Der Text fühlt sich aber ganz klar so an als sei es ein Aprilscherz….zumindest aus meiner Sicht…

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    • Nein. Es handelt sich offensichtlich um das WLAN-spezifische Problem, dass (aufgrund des Timings bzw. der besonders bei mehreren Stationen pro Access Point sehr engen Zeitfenster) eine sehr viel höhere Anzahl von Paketen verloren geht und neu angefordert werden muss, als bei drahtgebunden Netzen. Die dabei verlorenen, erneut angeforderten und nochmal gesendeten Pakete verschärfen das Ganze wiederum etc pp. Mit solchen Prüfsummen kann man evtl fehlende Daten rekonstruieren (Fehlerkorrekur zB bei Speicher funktioniert genauso) und die ganze Prozedur sehr stark abkürzen. Was vor allem den anderen im Netz hilft, weil die nicht auch noch wegen anderer Leute Fehler auf „wait“ gesetzt werden. In einem (geswitchten) Ethernet gibts, wie gesagt, diese Probleme nicht.

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  2. krass – wenn das stimmt klingt das etwas nach „Ei des Kolumbus“…

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  3. Hmmm … bin ich jetzt ein böser Skeptiker, wenn sich hier ein ungutes Gefühl meldet? Algebraische Rekonstruktion von Daten, die selbst ZIP oder RAR nicht oder nur geringfügig weiterkomprimieren (hier: komprimiertes Video) kann? Und das mit minimaler Rechenleistung? Non-Disclosure? Sorry, klingt für mich zunächst nach der einhundertundeinstausendsten „Erfindung“ des Perpetuum Mobile – aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren (mit aussagekräftigen Quellen!!!)

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  4. Kleine Entschärfung: es gibt in der Tat ein sehr technisch wirkendes Dokument, das ich erst näher prüfen muß: http://www.mit.edu/~medard/papers2011/Modeling%20Network%20Coded%20TCP.pdf
    Möglich also daß es doch kein Fake ist. Was aber recht gut ersichtlich ist, ist die Tatsache, daß der Geschwindigkeitszuwachs vorwiegend durch optimiertes Handshaking gelingt – und damit für Kabelnetze irrelevant ist

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