Häusliche Gewalt im Experiment

Das Video beschreibt ein Experiment in einer Reihenhaus-Vorortsiedlung, wie sie auch in München oder Hamburg stehen könnte. Zuerst spielt der sympathische junge Mann zu später Stunde ein bischen Schlagzeug, worauf die Nachbarn herbeiströmen, um sich zu beschweren.

In einer folgenden Nacht spielt er  in entsprechender Lautstärke ein vorproduziertes Soundfile ab, das einen (gespielten) Streit zwischen einem Mann und einer Frau wiedergibt, mit splitternden Geräuschen, Schlägen und Hilfeschreien der Frau. Niemand mischt sich ein. Produziert vom südafrikanischen NGO „People Opposing Women Abuse“.

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4 Kommentare

  1. genau so ist das. mache/höre musik, habe ne party die ein wenig lauter und/oder länger ist

    schon kommen sie überall aus ihren löchern hervorgekrochen.

    trete und votze stundenlang deine kinder herum, zertrümmere das gesicht deiner frau (oder alternative – schlage deinen mann krankenhausreif – gibts ja schließlich auch . . ) hau die ganze wohnung/das ganze haus zu klump . . .

    . . . und (fast) keinen geht es was an.

    im übrigen ist das nicht das erste experiment dieser art. derer gab es schon sehr viele. überall auf der welt. auch hier in deutschland.

    besonders eines aus den USA ist mir hängen geblieben. aus den anfängen der 80ziger jahre. gerade eben über/wegen „domestic violence / abuse against women and children“.

    anlass war tatsächlich die oben schon erwähnte zu laute/zu lange party (teen-geburtstagsfeier) zu der dann auch gleich die polizei hinzugerufen wurde um sie aufzulösen.

    ein paar wochen später haben dann ein paar der (angepissten) kids im im rahmen eines schulprojektes ihre (damals VHS) kameras genommen und in der gleichen „suburban“ nachbarschaft mitten in der nacht (nur in einem anderen haus – die eltern waren nicht da) einen solchen rabatz veranstaltet u.a. mit tonaufnahmen einer schreienden frau/mann (gespickt mit wüstesten beschimpfungen) und laut weinenden/schreienden kindern, bellendem/winselndem hund und zerschellendes geschirr u.ä. – sie haben sogar mit vollem karacho einen stuhl aus ein geschlossenes fenster geworfen um die dramatik direkt in den vorgarten zu transportieren und um sicherzustellen das es ja alle nachbarn ob nah oder fern mitkriegen mussten.

    reaktionen in der nachbarschaft? komplett gen NULL! nicht mal die polizei wurde gerufen.

    als sie dann aber den film im rahmen ihres projektes in ihrer schule aufführen wollten, wollten es irgendwelche der nachbarn (manche davon saßen im elternbeirat der schule) verbieten lassen, woraufhin die schüler die örtliche nachrichten-station darauf aufmerksam machten (wegen zensur). dafür ging es dann staatenweit auf sendung und die blamage für die nachbarn war dafür um so größer. außerdem löste es eine breite öffentliche diskussion über häusliche gewalt, gewalt gegen frauen und kindern und das gesellschaftliche darüber-hinwegsehen aus.

    ich war damals gerade bei verwandten in den staaten zu besuch und habe das ganze mitbekommen weil es ziemliche wellen schlug. als ich dann zurück in DE etwas ähnliches bei uns in der schule anleiern wollte ist es gleich von vornherein mit androhung von konsequenzen verboten worden.

    tja, so waren sie und sind sie noch heut‘, die leut‘. einfach zum kotzen!

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  2. Irgendwie schon nachvollziehbar. Ist ja schliesslich klar, dass er seine Frau nicht zum Spass schlägt.

    @knallbonbon: das bayerische „die Kinder abfotzen“ schreibt man, meines Wissens nach, mit „F“.

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    • stimmt, hast recht . . .

      . . .aber in der eile . . . ;-)

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  3. Ob das wirklich so ist? Ich meine wirklich wirklich? Ich kann Milgrama Experiment ja kaum glauben…

    Ob ich helfen würde? Wenn es Mann und Frau sind… eher nicht. Die müssen doch wissen was sie tun, wobei sich Kinder in der Wohnung befinden könnten. Sobald ich ein weinendes Kind höre, stehe ich am Fenster, wenn reifen Quietschen, besoffene gröhlen oder sonst etwas vor meinem Haus passiert, wäre mir das recht egal.

    Es gab mal den positiven Fall: Nachbarn im Sommer über die komplette Straße beim „Schnackseln“ gehört. In der fünften Nacht in der es so war, hab ich mehr aus Spaß mal was gerufen. Dann war Ruhe, aber Sex lief sicher auch weiter…

    Da ist die Frage: was hilft es, wenn man sich persönlich beschwert? Es würde IMMER abgestritten werden und im Endeffekt hilft nur die Polizei und deren Autorität.

    Ich hätte gerne einen (deutschen!) Streit um mich selbst zu überzeugen (okay und auch mal meine Anlage zu testen). Könnte das jemand produzieren?

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