Daneben, Toutatis, daneben

Toutatis

Letzten Donnerstag war es eindeutig: Toutatis (andere Schreibweise für Teutates) lag wieder mal voll daneben. Und zwar gleich um 7 Millionen Kilometer. Kein Pappenstiel. Im November 08 war der Gute ebenso schief gelegen, aber Ende September 04 kam er bis auf etwa 1,5 Millionen km an die Erde ran. Das ist noch etwa viermal so weit weg wie der Mond, aber immerhin. Mit einer Grösse von 4,5 × 2,4 × 1,9 km ist er nicht zu unterschätzen. Erreicht er sein offenbares Ziel, nämlich die Erde zu treffen, dann dürfte die Delle entsprechend enorm sein. In knapp über vier Jahren, so gegen Ende 16, hat er eine neue Chance.

Was er dann genau vorhat, lässt sich schwer voraussagen oder vorausberechnen, weil seine ziemlich exzentrische Bahn sowohl mit dem Erd- (1:4) als auch dem Jupiterumlauf (3:1) in Resonanz steht. Wir können also nur raten. Angeblich dauert es bis November 2069, bis der pontetielle Zivilisationszerstörer wieder in die Nähe der Erde kommt. Mhm.

Verschwörungstheoretisches Detail: Die bisher genauesten Fotos von Teutates, aus einer Entfernung von lächerlichen 93 km, hat Chang’e 2 geknipst, die überhaupt zweite Raumsonde der Volksrepublik China. Eigentlich war es ihr Job, den Mond zu portraitieren, aus einem extrem niedrigen Orbit von nur 15 Kilometern Minimum. Danach wurde sie im Lagrangepunkt L2 geparkt, bis Toutatis vorbeikam, schwenkte am Asteroiden der Apollo-Gruppe vorbei und verschwand.

Jetzt wissen wir zumindest, was die Chinesen seit Jahren im Geheimen geplant haben, und dass die Sache mit den Raumnazis endgültig durch ist. Nächste Panikschlagzeilen:

„Die gelbe Weltraumgefahr! China kontrolliert Todes-Asteroiden! USA errichten Patriot-Raketenstützpunkte auf dem Mond! EU weitet Banken-Rettungsschirm auf innere Planeten aus! Bundeskanzlerin VonDerLeyen senkt Hartz-IX-Leistungen zugunsten weiterer Asteroiden-Abwehr-Laser-Batterien! Anti-Asteroiden-Konsortium (Telekom, Daimler-Benz, Siemens, Thyssen-Krupp) fordert weitere Bundeszuschüsse für serienreife Entwicklung der Weltraumkanonen! Bundesinnenminister Özdemir kündigt vollständige Vorratsspeicherung aller Daten an: „Wir benötigen Schutz gegen die Asteroidengefahr“. Neu entstandener Endzeitkult der Toutatis-Gläubigen liefert sich Strassenschlachten mit Gema-Kontrolleuren!“

Letztere wollen für „öffentliche Aufführung von Sonnenwindgeräuschen“ Lizenzgebühren im Namen bisher unbekannter Komponisten eintreiben. Die Piratenpartei veranstaltet daraufhin ihren ersten virtuellen Bundesparteitag, auf dem sie sich offiziell in 256 Flügel aufspaltet.

Das bis dahin regelmässig über Ereignisse der Weltraumsoziologie berichtende Blog 11k2 stellt (wie viele andere) seinen irdischen Betrieb ein und verlegt seinen Sendeort in den sicheren Kuiper-Belt. Hail Eris, hail Discordia!

Toutatis 2

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