Psychopathen werden am liebsten Chef, niemals Pfleger

Professor Kevin Dutton

Psychopathen sind nicht zwingend Massenmörder, sondern können auch andere Berufe ergreifen. Sie sind in der Regel furchtlos, skrupellos, selbstsicher, konzentriert, charmant und emotional gestört – alles Voraussetzungen für unbedingten Erfolg in der kapitalistischen Gesellschaft. Der britische Psychologe Kevin Dutton (pic) erläutert diesen Zusammenhang in seinem Buch “Psychopathen” (“The Wisdom of Psychopaths“) und stellt eine Rangliste der beliebtesten und unbeliebtesten Berufe für Psychpathen auf:

Beliebt:
1 CEO (Geschäftsführer)
2 Anwalt
3 Medien (TV/Radio)
4 Verkäufer
5 Chirurg
6 Journalist
7 Polizist
8 Geistlicher
9 Koch
0 Öffentlicher Angestellter

Unbeliebt:
1 (Alten)Pfleger
2 Krankenschwester(pfleger)
3 Therapeut
4 Handwerker
5 Kosmetiker(in)
6 Wohlfahrtsmitarbeiter
7 Lehrer
8 Künstler/Gestalter
9 Arzt
0 Buchhalter

Das Buch ist schon vor ein paar Monaten erschienen, aber ich finde, die Geschichte passt ganz gut in den Jahresanfang. Natürlich kann man anlässlich solcher Charts eine Menge Witze über seine Mitmenschen machen. Das zentrale Problem ist aber, dass emotionale Kälte in unserer Gesellschaft klare Vorteile bringt. Wenn wir das nicht in den Griff kriegen (Voigt-Kampff-Test als Einstellungsvoraussetzung?), werden die Probleme der Gegenwart zuverlässig immer schlimmer werden. Auch hier gilt: Die fehlende Empathie bei durchschnittlich jedem zehnten Menschen (laut Professor Dutton ) wird durch die Kommunikations- und Datenverarbeitungsmöglichkeiten unseres frühen Informationszeitalters multipliziert. Wir, die 90 %, müssen also die 10 % Psychopathen in den Griff kriegen, also hierarchische, zentralistische Entscheidungsstrukturen schwächen oder abschaffen, durch mehr Basisdemokratie, Mitbestimmung, Bürgerbeteiligung.

bakadesuyo

9 Kommentare

  1. Gelungen finde ich vor allem den ersten Satz des Jahres in diesem Blog, der suggeriert, „Massenmörder“ sei ein Beruf … ^^

    In diesem Sinne: Auf mannigfaltige Berufe und Berufungen in 2013!

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  2. Was ich seltsam finde, dass zB Polizist in den Top10 steht, aber nicht Soldat.

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    • Alte Soldatenweisheit:
      Mehr als die Hälfte seines Lebens wartet der Soldat vergebens.

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  3. Emotionale Kälte ist ein Schutzmechanismus und somit ein Grundelement in der Evolution. Das kannste genauso wenig abschaffen wie wachsende Haare oder das Bedürfnis zu zwinkern.

    @ Susi

    Du hattest offensichtlich noch nicht genug Kontakt zu beiden Berufsgruppen. Körperverletzung im Ausland ist die berufliche Aufgabe von Soldaten. Sie im Inland zu verhindern die von Polizisten. Hausaufgabe: blättere mal die Zeitungen dieser Welt aus dem Jahr 2012 durch und beurteile selbst wer seiner Aufgabe in welcher Form gerecht wird.

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  4. Hier gibt es nationale Unterschiede:
    In den USA sind beide Berufe todbringend und unterdrückend.
    Anderswo ist das nich unbedingt der Fall.

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  5. Mir scheint, daß doch einige Sparten vergessen wurden, wie z..B.:
    Politiker, Bank-Manager und Investitionsplaner, Investitions“berater“ und andere verschleierte Wirtschaftsdespoten (Verbot dieser Bhurka wäre ein Dienst an der Menschheit), sowie „Sozialplaner“ und „Lehrstoff“planer, „Neo-Pädagogen“ und Neo-„Liberale“, denen es zu Huxleys „Brave New World“ nicht schnell genug geht..

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    • Es geht nicht darum festzustellen wo Psychopaten arbeiten, sondern zu ermitteln wo sie es gern täten!

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  6. [ Sie sind in der Regel skrupellos, konzentriert, können charmant sein, sind aber generell emotional gestört ]

    so wäre der satz richtig.

    denn gerade furchtlos und selbst sicher ist diese art mensch eben nicht, nur überspielen können sie es lange zeit sehr gut. und weil sie eben nicht furchtlos und selbstsicher sind sind sie geradezu gezwungen dazu anderen ihren dreck überstülpen zu müssen..

    mit echter selbstsicherheit und furchtlosigkeit kann man diese art mensch eben sehr gut (bis-hin zu völlig) aus der bahn werfen und sie entlarven. denn bringt man sie an diesen punkt werden sie plötzlich noch zu einer ganz anderen art mensch, nämlich zum choleriker der sich selbst nicht mehr im griff hat weil er alles aufgesetzte verliert und damit auch seine macht über andere.

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  7. […] [text] psychopathen werden am liebsten chef, niemals pfleger (11k2) […]

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