Terrorgruppe Urheberrecht und die Facebook-Bilder-Abmahnungen

facebook_recht

Weil ein Facebook-Nutzer die “Teilen”-Funktion benutzt hat und dadurch die stark verkleinerte Version eines Bildes mit auf seiner Seite gepostet hat, fordert eine Berliner Abmahnkanzlei im Namen der angeblichen Urheberin 1800 Euro. Wie geht das?

Für Facebook ist das alles kein Problem, weil das US-Unternehmen US-amerikanischem Recht unterliegt. Dort gilt das Weitergeben von urheberrechtlich geschützten Bildern als “Fair Use” (hier ähnlich dem deutschen Zitatrecht, nur umfassender). In Deutschland dagegen gibt es keine Nutzerrechte, weil die Verwerterindustrie sich hier erfolgreich gegen Anpassungen des Rechts an die Gegenwartsrealität gewehrt hat.

Das heisst, es ist nicht etwa irgendetwas vom Gesetzgeber verschlafen worden, wie man es heute teilweise in News und Blogs lesen kann, sondern bewusst so festgeschrieben. Ein Urheberrechtsgesetz wie das aktuelle deutsche ermöglicht es einzelnen Branchen, sich auf Kosten der Gesamtbevölkerung zu bereichern. Das hat nichts mit den grundsätzlichen Rechten der Urheber selbst zu tun, und auch nichts mit freier Marktwirtschaft, sondern mit staatlich garantierten Monopolen zugunsten einiger weniger: Die Nachteile des Kommunismus ohne dessen Vorteile.

Kann man hier auch nur das Geringste dagegen tun? Das Problem ist ja, dass sowohl CDU/CSU als auch FDP, SPD und Grüne mehrfach und jahrelang gezeigt haben, dass für sie die Profite der Verwerterfirmen wichtiger sind als die Rechte der Bürger (einschliesslich der Urheber). Wer also bisher eine der genannten Parteien “doch irgendwie ganz gut” fand, den anhaltenden Krieg gegen die Bevölkerung aber nicht mehr mittragen will, kann sich ja überlegen, eventuell eine andere Partei zu wählen (ja, es gibt 2 davon); eine, die von den Systemmedien (im Besitz der Verwerterlobby) natürlich als unwählbar, chaotisch, programmfrei oder systemfeindlich diskreditiert wird.

Aber darüber müssen wir uns nicht wundern, schliesslich geht es hier ums Geschäft. Für die. Nicht für uns. Für uns geht es um Rechtssicherheit, Freiheit, Zugang zu Kultur und Wissen, um demokratische Grundrechte. Die dürfen nicht ausverkauft werden. Glücklicherweise haben wir eine kleine Chance auf Mitsprache, die müssen wir auch nutzen.

pic cc by sa

1 Kommentar

  1. sicher, ohne dieses gesetz könnte ein erklecklicher teil „renommierter anwaltskanzleien“ eine bedeutende einnahmequelle verlieren. und advokaten gibts in der politik ja reichlich….

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