Neuestes Opfer der Gema: Space Night

Die Gema hat neue Verträge für Rundfunk und Fernsehen durchgedrückt, das Senden von Gema-vertretener Musik wird also teurer. Unmittelbare Folge: Die Kultsendung „Space Night“ auf BR Alpha wird eingestellt.

Aber, aber… warum nimmt der BR dann nicht einfach gemafreie Creative-Commons-Musik zum Unterlegen der Weltraumbilder? Weil die Gema für alle ausführliche Listen aller Tracks mit Klarnamen des Komponisten und des Verlags fordert (unter anderem). Und wieviele CC-Musiker haben Klarnamen und Verlage? Der BR müsste also einen eigenen Redakteur einstellen, um das alles zu recherchieren. Die Komponisten der Originaltracks bekommen übrigens weniger Geld, wenn keine Wiederholungen mehr ausgestrahlt werden können. Aber das ist der Gema egal, weil diese ja nur einen kleinen Teil der nationalen Musikwirtschaft vertritt.

Wielange genau wollen wir uns das noch anschaun?

space night, internet law

2 Kommentare

  1. space night ist nichts weiter als eine werbesendung für eine handvoll auserwählter verlage, massgeblich einem frankfurter electro label, denen der BR kostenlose werbezeit für ihre produkte zur verfügung stellt.

    die autoren der titel sind überwiegend selbst mitglieder von verwertungsgesellschaften. bei denen die es nicht selbst sind, haben sie sich mindestens freiwillig ausgesucht, mit diesem verlag zusammenzuarbeiten.

    dass der BR nur wegen der gebührenerhöhung die sendung einstellt, dazu sind mir keinerlei quellen bekannt.

    wie üblich muss ich dir also widersprechen. sorry dafür. :)

    interessant ist allerdings ein anderer aspekt an space night.

    denn diese goldgrube für die musikbranche wurde überhaupt erst möglich, weil die ESA und die NASA ihr bildmaterial fast überwiegend kostenfrei abgibt und, vereinfacht gesagt, bis auf die namensnennung aauf ihre urheberrechte verzichtet.

    bei der NASA ist dies seit 1971 tradition, und sie war damit damals schon piratiger™ als so mancher CC-amateur-klampfenspieler es in 2012 ist.

    überhaupt muss man insgesamt feststellen, dass unter wissenschaftlern das bewusstsein dafür, dass ihre zumeist von öffentlichen geldern finanzierten arbeitsergebnisse auch wieder kostelos der allgemeinheit zur verfügung stehen sollten, weit höher ist als unter kunstschaffenden, die sich, sofern sie erfolg haben und durch ihre tätigkeit einkünfte erzielen, fast überwiegend der industriellen verwertung ihrer werke unterjochen.

    vermutlich hat das hauptsächlich damit etwas zu tun, dass wissenschaftler oft gut bezahlte angestellte sind, während künstler als selbstständige selbstausbeuter sehen müssen wo sie bleiben, aber das ergebnis bleibt das selbe: die wissenschaft pflegt hier eine andere — eine in unserem sinne fortschrittlichere — kultur als die kunstschaffenden.

    -110

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  2. wär ja schonmal nicht schlecht, wenn die kunstschaffenden die wahl zwischen verschiedenen verwertungsgesellschaften hätten, wenn sie schon wirtlschaftliche interessen haben.

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