Wenn Bernd drei Tage im Grünen wach ist

team grün

Die Grünen haben sich zur Landtagswahl Niedersachsen etwas Besonderes einfallen lassen: Sie wollen die letzten drei Tage vor der Wahl alle Fragen der Bürger auf Twitter beantworten: Dreitagewach. Tolle Aktion, nicht wahr? Aber Moment… was ist mit Twitter nach der Wahl… oder was war vorher?

Auf Twitter drei Tage lang “Leserpost” zu beantworten ist ungefähr so sinnvoll wie eine Verbot von “potentiell entwicklungsbeeinträchtigenden Inhalten” (für Kinder…) im Internet vor 22 Uhr. Das mit den Sendezeiten im Internet steht im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, den auch die Grünen so unterschrieben haben (wie alle anderen Altparteien), der aber aus formalen Gründen gescheitert ist (ein Glück!). In beiden Fällen sehen wir mit Befremden zu, wie eine ehemals progressive Partei das zentrale Kommunikationsmedium unserer Zeit (Internet, nicht Twitter…) als Fremdkörper behandelt. Etwas, das man nach Belieben an- und abschalten kann. Kann man nicht.

Im Gegenteil: Das Internet wird immer noch da sein, wenn es euch schon lange nicht mehr gibt, liebe grüne Freunde. Und Bernd? Den kennen wir aus deutschen 4Chan- und Anonymous-Kreisen. Der stellt auf der 3-Tage-Wach-Twitterwall der Grünen eine dumme/schlaue Frage nach der anderen. Nur wenige davon werden beantwortet, was die ganze Aktion erfolgreich ad Absurdum führt (a.k.a. trollt). Und warum macht der Bernd das, wo die Grünen ja doch eine der weniger schlimmen Altparteien sind? Naja, einfach gesagt ist das Nachhilfeunterricht in Gegenwartskunde, kostenlos noch dazu: Immer, wenn man so tut, also wäre das Internet irgendwie genau so wie etwas aus dem 20sten Jahrhundert Bekanntes, landet man auf der Nase. Mit Bernd genauso wie ohne.

Irgendwer schreibt dann Unverlangtes auf deine Twitterwall, irgendwer gibt deine “geheimen” Facebooknachrichten weiter, irgendwer defaced deine “Homepage” (falls du auch 2013 noch so was hast), irgendwer verteilt seine ganze Musik an seine Freunde auf allen Kontinenten, ohne dass die Musikabteilungen der multinationalen Mediengiganten das kontrollieren können. Und wer das nicht verstehen möchte, wird eben getrollt, und man lacht über ihn. Danke, Bernd. Alle anderen, die nämlich alles verstehen, was in diesem Beitrag steht, und die zufällig in Niedersachsen wohnen, sollten morgen wählen gehen. Allein schon Bernd zuliebe. Und eurer Freiheit, eurer Kultur, eurer Zukunft. dreitagewach

2 Kommentare

  1. Lieber Fritz,
    scheinbar bist du der Aktion 3-Tage-Wach nur sehr kurz gefolgt oder du willst hier die Grünen denunzieren. Die gesamte Nacht durch wurden Bernds (nicht nur unter diesem Namen auftretend) Fragen beantwortet: Die Jungs haben das sehr gut gemacht, sind sachlich geblieben und hatte aber auch ihren Spaß dabei. Es sind kaum Fragen gefiltert worden und wenn das behauptet wurde, dann lag es daran, dass es teilweise 2h gedauert hat, bis die Fragen aufgetaucht sind.
    Fazit: Diese Grünen können mit dem Internet umgehen.
    Bernd

    PS: Und widersprich mir nicht: Ich habe die Aktion von 1 bis 7 verfolgt.

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  2. Du sprichst hier aber von etwas anderem als ich, lieber Bernd-Darsteller. Klar, dass die Grünen das so sehen. Keine Frage.

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