United States of Sexism

Zoll

Eine 24jährige Publizistikstudentin aus Montreal berichtete zum Wochenende unter dem Pseudonym Clay Nikiforuk von ihren Erfahrungen mit US-Zollbeamten. Ihr Problem: Sie führte im Handgepäck unter anderem Kondome mit. Das „Problem“ wurde von einem zum nächsten Mal schlimmer.

Zunächst war sie nur entsetzt, als US-Zollbeamte mehrfach ihre Wäsche durchwühlten und ihr intime Fragen nach ihrem Privatleben stellten, nur weil sie bei einer flüchtigen Gepäckkontrolle Kondome gefunden hatten. Dabei ist es doch eigentlich ein Zeichen von Verantwortungsbewusstsein, bei Reisen Kondome mitzuführen?

Noch schlimmer allerdings kam es, als sie zusammen mit ihrem Freund/Lover auf dem Weg vom wenig frühlingshaften Kanada ins sonnigere Aruba (kleine Antillen, vor der Küste von Venezuela ) auf dem Airport durch den US-Zoll musste. Hier interessierten sich die Beamten dafür, wieviel ihr „dieser Mann“ bezahle, ob er verheiratet sei (noch nicht geschieden, ja) und was sie dann mit ihm wolle. Und ob sie wisse, dass Ehebruch in den USA ein Verbrechen sei, wofür sie verhaftet werden könne (was nicht stimmt). Und mehr von der Sorte. Auf dem Rückflug von Aruba nach Montreal, wieder mit Umsteigen in Miami, war sie gewarnt und liess die Kondome zurück. Lieber kein Stress, oder?

Zu spät – es gab ja bereits ein Dossier über ihre „Gewohnheiten“, so dass sie sofort aussortiert und von einem Zollbeamten verhört wurde – um 8 Stunden später mit der Drohung entlassen zu werden, dass sie beim nächsten Versuch der Einreise in die USA verhaftet würde. Die beiden buchten daraufhin einen ziemlich teuren Direktflug, plus weitere zwei Tage Hotel, bis dieser stattfand. Sie erzählt weiter, dass sie inzwischen von mehrere Frauen ganz ähnliche Erlebnisse gehört hat.

Nein, das ist jetzt auch kein typisch US-amerikanisches Problem: Frauen und Männer werden, gerade zum Thema sexuelle Freizügigkeit und Selbstbestimmung, auch hierzulande und auf unserem kleinen alten Kontinent unterschiedlich behandelt. Insofern sind die „United States of Sexism“ ein globales Phänomen. Eines, das mit der real existierenden „rape culture“ eng verknüpft ist, und das wir gemeinsam loswerden müssen. „Wir“ in dem Fall wie in „alle fortschrittlich denkenden Menschen“. Danke an „Clay Nikiforuk“ (wer auch immer das ist) für den Initialbericht.

rabble

2 Kommentare

  1. hm, das sollte man wohl alles mit einem Körnchen Salz zu sich nehmen…

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  2. Aruba, Jamaica, uhh i wanna take her…

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